Wolfgang Pichler

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Wolfgang Pichler (2011)

Wolfgang Pichler (* 23. Januar 1955 in Ruhpolding) ist ein deutscher Biathlon- und Langlauftrainer.

Wolfgang Pichler war zunächst der Trainer von Magdalena Forsberg, die er zu zahlreichen Weltmeistertiteln und insgesamt sechs Gesamtweltcup-Siegen führte. Nach ihrem Rücktritt vom Leistungssport blieb Pichler dem schwedischen Biathlon erhalten und trainierte neben der Männermannschaft auch die schwedischen Damen. Zunächst war Anna Carin Olofsson als einzige schwedische Athletin im Weltcup aktiv, nach und nach wuchs die schwedische Nationalmannschaft jedoch durch junge Talente, so dass mittlerweile bei den Weltcuprennen die größtmögliche Anzahl von sieben Biathletinnen und sieben Biathleten Schwedens am Start waren. Außerdem trainierte Pichler ab 2004 die deutsche Langläuferin Evi Sachenbacher-Stehle.[1][2]

Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin konnte Pichler seinen größten Erfolg als Trainer feiern. Olofsson gewann zunächst die Silbermedaille im Sprint. Am Abschlusstag der Biathlonwettbewerbe wurde sie Olympiasiegerin im Massenstart vor Kati Wilhelm, was die erste Goldmedaille für eine schwedische Biathletin und die erste Goldmedaille im Biathlon für Schweden seit 46 Jahren bedeutete. Bei den Biathlon-Weltmeisterschaften 2007 im italienischen Antholz gewann seine schwedische Mixed-Staffel (2×6 km und 2×7,5 km) die Goldmedaille. 2007 erhielt er bei der schwedischen Sportlerwahl den Sportspegelns specialpris für seine Leistungen für den schwedischen Biathlon.[3]

Bei den Biathlon-Weltmeisterschaften 2009 gewann mit Helena Jonsson ein weiterer Schützling von Pichler eine Goldmedaille, nämlich beim Verfolgungsrennen in Pyeongchang, sie wurde außerdem Dritte im Massenstart, die schwedische Mixed-Staffel wurde Zweite. Jonsson gewann auch den Gesamtweltcup 2008/2009, sie war nach Magdalena Forsberg die zweite von ihm trainierte Athletin, der dieser Erfolg gelang.

In der Saison 2010/2011 wurde er als Cheftrainer von Staffan Eklund abgelöst und war in dieser Saison nur noch für die Damen zuständig. Seit Frühjahr 2011 war er Cheftrainer der russischen Damen, die er insbesondere auf die in Russland (in Sotschi) stattfindenden Olympischen Winterspiele 2014 vorbereiten sollte. Anfang April 2013 wurde er von diesem Posten entbunden, blieb aber als Verantwortlicher für das funktionelle Training im Trainerstab.[4]

2016 kehrte Pichler wieder zum schwedischen Biathlonverband zurück, um diesen bis zu den Heim-Weltmeisterschaften 2019 wieder an die Weltspitze zu führen. Dieser Plan ging auf, bereits bei den Olympischen Spielen 2018 gewannen Hanna Öberg im Einzel und die schwedische Männer-Staffel überraschend Gold. Im Januar 2019 kündigte er an, nach der WM seine Karriere als Trainer beenden zu wollen.[5]

Beruflich ist er beim deutschen Zoll beschäftigt, der ihn für seine Trainertätigkeit freistellt. Sein Cousin Walter Pichler ist ebenfalls ehemaliger Biathlet und Biathlontrainer, sein Bruder Claus Pichler ist seit Mai 2008 Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Ruhpolding.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ego-Trip statt Gruppentrott taz.de 23. Oktober 2004
  2. Die prominente Biathlon-Anfängerin ksta.de 13. Dezember 2012
  3. Galans alla pristagare (schwedisch) In: sydsvenskan.se. 15. Januar 2007. Abgerufen am 30. März 2009.@1@2Vorlage:Toter Link/sydsvenskan.se (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Pichler nicht mehr russischer Biathlon-Trainer. In: www.freiepresse.de. 5. April 2013. Abgerufen am 6. April 2013.
  5. Wolfgang Pichler beendet erfolgreiche Trainer-Karriere, abgerufen am 28. Januar 2019