Wolfgang Schmidt (Serienmörder)

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Wolfgang Schmidt (* 5. Oktober 1966 in Lehnin) ist der Geburtsname eines deutschen Serienmörders. Er wurde aufgrund von Boulevard-Presseberichten auch als Rosa Riese[1], Beelitz-Mörder[2] oder Bestie von Beelitz[1] bekannt.

Taten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tatorte

Wolfgang Schmidt beging seinen ersten Mord im Alter von 23 Jahren. Zu dieser Zeit war er Grundwehrdienstleistender der 20. Volkspolizei-Bereitschaft Potsdam. Insgesamt verübte Schmidt sechs Morde und drei Mordversuche im Zeitraum von 1989 bis 1991. Die meisten seiner Opfer, die er auch sexuell missbrauchte, waren weiblich und zwischen 34 und 66 Jahren alt. Er tötete auch einen Säugling.[1][3]

Die ihm zur Last gelegten Taten:[4]

  • 24. Oktober 1989: Vergewaltigung und Ermordung einer 51-jährigen Frau in Deetz
  • 24. Mai 1990: Vergewaltigung und Ermordung einer 45-jährigen Frau in Ferch
  • 9. Juni 1990: Überfall auf eine Frau in Wust; das Opfer überlebte schwer verletzt
  • 13. März 1991: Vergewaltigung und Ermordung einer 34-jährigen Frau in Neuendorf
  • 22. März 1991: Doppelmord an einer 34-jährigen Frau und ihrem 3 Monate alten Baby in Beelitz
  • 6. April 1991: Überfall mit einem Messer auf zwei 13-jährige Mädchen in Sputendorf, die schwer verletzt überlebten
  • 6. April 1991: Ermordung einer 66-jährigen Frau in Fichtenwalde

Verhaftung und Verurteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 1991 wurde Wolfgang Schmidt verhaftet und im Jahr 1992 zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren, welche er in der JVA Brandenburg verbüßte, mit anschließender Unterbringung im Maßregelvollzug Brandenburg/Havel verurteilt. Aufgrund seines vorgeblichen Fetischs für rosafarbene Damendessous und seiner Körpergröße wurde Schmidt in den Medien als Rosa Riese betitelt. Da Schmidt die in den Medien am meisten Aufsehen erregende Tat – den Doppelmord – nahe der Ortschaft Beelitz verübte, wurde er auch als Beelitz-Mörder und Bestie von Beelitz bezeichnet.[1][3]

Transsexualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut eigener Aussage sowie zahlreichen Presseberichten zu seiner Transsexualität beantragte Schmidt gerichtlich die Änderung des Vornamens sowie die Korrektur der personenstandsrechtlichen Geschlechtszuordnung. Das Gericht gab dem Antrag auf Namensänderung 2001 statt.[1][3]

Adaptionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben zahlreichen Fernseh-Dokumentationen wurden Schmidts Serienmorde auch in einem Theaterstück thematisiert. Anna Langhoff verfasste für das Berliner Ensemble im Auftrag von Heiner Müller das Theaterstück Schmidt Deutschland – Der Rosa Riese.[5][6] Der Fall diente Rosa von Praunheim als Anregung für einen Theaterworkshop mit Jugendlichen in Brandenburg an der Havel. Daraus entstand sein Film Der rosa Riese aus dem Jahr 2008 mit Charly Hübner in der Titelrolle.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf Pohl: Feindbild Frau: männliche Sexualität, Gewalt und die Abwehr des Weiblichen. Offizin, Hannover 2004, ISBN 3-930345-36-6.
  • Michael Newton (Autor), Jaques Buval (Hrsg.): Die große Enzyklopädie der Serienmörder. Sammler, Graz 2002 (2. Ausgabe), ISBN 3-85365-189-5.
  • Hendrik Werner: Im Namen des Verrats: Heiner Müllers Gedächtnis der Texte (= Epistemata/Reihe Literaturwissenschaft: Reihe Literaturwissenschaft, Bd. 345). Königshausen & Neumann, Würzburg 2001, ISBN 3-8260-1967-9.
  • Birgit Haas: Modern German Political Drama, 1980–2000. Camden House, Rochester (NY) 2003, ISBN 1-57113-285-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Rolf Pohl: Feindbild Frau. S. 357–360.
  2. Jens Blankennagel: „Rosa Riese“ hat Ausgang in der Klinik. In: berliner-zeitung.de. 16. Juli 2013, abgerufen am 24. Mai 2015.
  3. a b c M. Newton, J. Buval: Die große Enzyklopädie der Serienmörder. S. 347–349.
  4. Trotzdem wurde Wolfgang Schmidt lange nicht gefaßt: Der Beelitz-Mörder sah seinem Bild sehr ähnlich. In: berliner-zeitung.de. 21. Juli 1995, abgerufen am 24. Mai 2015.
  5. Hendrik Werner: Im Namen des Verrats. S. 144.
  6. Birgit Haas: Modern German Political Drama. S. 141.
  7. Rosa von Praunheim: Rosa Riese. Abgerufen am 24. Juli 2014.