Wolfgang Schuller

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Wolfgang Schuller (* 3. Oktober 1935 in Berlin) ist ein deutscher Althistoriker.

Leben[Bearbeiten]

Der Nachfahre des Philosophen Johann Caspar Lavater studierte nach dem Abitur 1955 zunächst Rechtswissenschaften in Heidelberg, Lausanne und Hamburg. Nach dem Assessorexamen war er zwischen 1965 und 1967 als Assistent an der Juristischen Fakultät der Universität Hamburg tätig. Dort begann er während seiner rechtswissenschaftlichen Promotionsarbeit zudem mit einem Studium der Klassischen Altertumswissenschaften, der Ägyptologie und der Geschichte. 1967 wurde er in Hamburg mit einer Dissertation zum Politischen Strafrecht in der DDR 1945–1963 zum Dr. iur. promoviert und ging nach Berlin, wo er das Zweitstudium beendete und sich 1971 in Alter Geschichte habilitierte. An der PH Berlin erhielt er darüber hinaus 1972 seine erste ordentliche Professur für Alte Geschichte. 1976 folgte er einem Ruf als Ordinarius an die Universität Konstanz, wo er bis zu seiner Emeritierung Anfang 2004 als Lehrstuhlinhaber für Alte Geschichte verblieb. Sein Nachfolger wurde Ulrich Gotter.

In der Forschung beschäftigte sich Schuller neben der Rechtswissenschaft auch mit der Geschlechtergeschichte und trat außerdem mit mehrfach aufgelegten Einführungswerken in die Antike hervor, u.a. als Verfasser des ersten Bandes der Reihe Oldenbourg Grundriss der Geschichte. Seit 1990 ist Schuller ordentliches Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt. Neben der Antike gilt sein Forschungsinteresse auch der Geschichte der DDR, zu der er ebenfalls mehrere Publikationen vorgelegt hat, zuletzt 2009 zu den Ereignissen von 1989.

Wolfgang Schuller publizierte u.a. in der Gedächtnisschrift für den Carl Schmitt-Schüler Roman Schnur und in der Zeitschrift Mut.[1]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1965 Politisches Strafrecht in der DDR 1945–1953 (Dissertation)
  • 1974 Die Herrschaft der Athener im Ersten Attischen Seebund
  • 1980 Geschichte und Struktur des politischen Strafrechts der DDR
  • 1980 Griechische Geschichte (= Oldenbourg Grundriss der Geschichte. Bd. 1), 6. Auflage 2008
  • 1985 Frauen in der Griechischen Geschichte
  • 1987 Frauen in der Römischen Geschichte
  • 1994 Einführung in die Geschichte des Altertums
  • 2004 Das Erste Europa 1000 v. Chr.–500 n. Chr. (= Handbuch der Geschichte Europas. Bd. 1; UTB. Bd. 2497)
  • 2008 Die Welt der Hetären. Berühmte Frauen zwischen Legende und Wirklichkeit
  • 2009 Die deutsche Revolution 1989
  • 2010: Als Herausgeber in Zusammenarbeit mit Gerd Giesler: Carl Schmitt. Tagebücher 1930 bis 1934. Akademie Verlag, Berlin, ISBN 978-3-05-003842-1
  • 2013: Cicero oder Der letzte Kampf um die Republik. Eine Biographie, C. H. Beck, München.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Schuller, Der Rechtsstaat bei Carl Schmitt. Der Einbruch der Zeit in das Spiel, in: Rudolf Morsey / Helmut Quaritsch / Heinrich Siedentopf (Hg.), Staat, Politik, Verwaltung in Europa. Gedächtnisschrift für Roman Schnur, Duncker & Humblot: Berlin, 1997, 117 - 133. Dort findet sich auf S. 130 in FN 58 die Selbstzitierung: Aufgesetzte Blindheit. Carl Schmitt als zeitgenössische Erscheinung, in: Mut, Nr. 337, Mai 1997, 62 - 67.
Vorgänger Amt Nachfolger
erster Lehrstuhlinhaber Inhaber des Lehrstuhls für Alte Geschichte an der Pädagogischen Hochschule Berlin
19721976
Klaus Meister