Wolfgang Thiess
| Wolfgang Thiess |
|---|
| um 1941 |
| Quelle: Privatbesitz In: Gedenkstätte Plötzensee, Berlin, Deutschland |
Wolfgang Thiess (* 30. Oktober 1911 in Altenburg; † 9. September 1943 in Berlin-Plötzensee) war ein deutscher kommunistischer Widerstandskämpfer mit Kontakten zur Roten Kapelle.
Leben
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Seine Eltern waren der Opernsänger Erich Thiess und Claire geborene Zimmermann (1877–1950). Thiess erlernte den Beruf eines Kaufmanns. Zunächst war er Lehrlingssprecher in der Kreuzberger Hitlerjugend, bis er 1931 in einer spektakulären Aktion mit anderen Hitlerjungen zum Kommunistischen Jugendverband übertrat und seither dort aktiv mitarbeitete.
Auch nach 1933 blieb er seiner Gesinnung treu, malte Parolen an Häuserwände, entwarf Flugblätter und verteilte sie dann. So hatte er zum Beispiel 1934 mit einem Freund aus dem letzten Wagen eines Hochbahnzuges an der Kreuzung Gitschiner Straße/Ecke Belle-Alliance-Straße Flugblätter abgeworfen. Beide konnten beim nächsten Halt der Hochbahn unbemerkt entkommen. 1937 wurde er jedoch festgenommen und zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau verbrachte.
Nach seiner Entlassung traf er seine Freunde und Genossen wieder. Sie diskutierten in illegalen Zirkeln, hörten ausländische Sender ab und knüpften Kontakte zu Hitlergegnern in Betrieben und anderen Widerstandsgruppen. Über John Sieg und Hans Coppi bekam er 1939 Kontakt zur Gruppe um Arvid Harnack und Harro Schulze-Boysen. Dabei lernte er auch Ruthild Hahne kennen, mit der er später zusammenlebte. Mitte Mai 1942 war er an der Zettelklebeaktion gegen die antisowjetische Propagandaausstellung Das Sowjet-Paradies beteiligt.
Am 21. Oktober 1942 wurde Wolfgang Thiess verhaftet und am 21. August 1943 vom 2. Senat des Volksgerichtshofes wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tod verurteilt. In einem letzten Brief an seine Lebensgefährtin schrieb er: „… schlaf gut, Ruthild, liebe kleine Frau und guter Kamerad.“[1]
Wolfgang Thiess wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. September 1943 während der sogenannten Blutnächte im Strafgefängnis Plötzensee erhängt.[2]
Andenken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Das Torpedoschnellboot 183/27 der Nationalen Volksarmee der DDR wurde 1961 nach Wolfgang Thiess benannt.[3]
- Am U-Bahnhof Hallesches Tor, dort wo Thiess Flugblätter aus dem Zug geworfen hatte, hängt seit 1988 eine von Gerhard Moritzen gestaltete Gedenktafel. Anlässlich des 100. Geburtstags von Wolfgang Thiess wurde sie 2011 gereinigt und am Eingangsbereich des U-Bahnhofs angebracht.[4]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Stefan Roloff: Die Rote Kapelle. Ullstein 2002. ISBN 3-548-36669-4.
- Gert Rosiejka: Die Rote Kapelle. „Landesverrat“ als antifaschistischer Widerstand. Mit einer Einführung von Heinrich Scheel. ergebnisse, Hamburg 1986, ISBN 3-925622-16-0.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Good bye, Thälmann. In: Tagesspiegel. 8. November 2004 (archive.org).
- ↑ Wolfgang Thiess im Totenbuch der Gedenkstätte Plötzensee
- ↑ Traditionsnamen in der NVA auf nva-forum.de
- ↑ Wolfgang Thiess Gedenktafeln in Berlin
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Thiess, Wolfgang |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher kommunistischer Widerstandskämpfer |
| GEBURTSDATUM | 30. Oktober 1911 |
| GEBURTSORT | Altenburg |
| STERBEDATUM | 9. September 1943 |
| STERBEORT | Berlin-Plötzensee |