Wolfgang Völz

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Dieser Artikel behandelt den Fernsehschauspieler Wolfgang Völz, ein Fotograf heißt Wolfgang Volz.
Wolfgang Völz 2011

Wolfgang Otto Völz (* 16. August 1930 in Danzig-Langfuhr, Freie Stadt Danzig) ist ein deutscher Bühnen-, Fernseh- und Filmschauspieler, der durch seine markante und vielseitige Stimme auch großen Erfolg als Synchron- und Hörspielsprecher hat.

Völz debütierte 1950 als Theaterschauspieler. In den folgenden Jahren spielte er Theater, in Film und Fernsehen und war eine Zeit lang Mitglied der Berliner „Stachelschweine“. Seinen Durchbruch und einen der größten Erfolge feierte Völz Mitte der 1960er Jahre in der Fernsehserie Raumpatrouille. Weitere Erfolge hatte er in dem Edgar Wallace-Film Der grüne Bogenschütze und in der Fernsehserie Graf Yoster gibt sich die Ehre. Völz ist bis in die 2000er Jahre hinein ein viel beschäftigter Darsteller, zumeist in Nebenrollen. In den Der Wixxer-Filmen nimmt er seine früheren Rollen selbstironisch aufs Korn.

Neben der Schauspielerei ist Völz vor allem wegen seiner markanten Stimme als Synchronsprecher gefragt. Unter anderem sprach er Peter Ustinov, Mel Brooks, Walter Matthau, aber auch sieben Jahre lang Dana Elcar in der Rolle des Pete Thornton in MacGyver sowie Häuptling Majestix in Asterix-Produktionen und Käpt’n Blaubär im Kinderfernsehen.

Leben[Bearbeiten]

Wolfgang Völz stammt aus Danzig, wo seine Mutter ein Milchwarengeschäft betrieb. Bereits in seiner Kindheit spielte er Theater. 1947 siedelte Völz aus Danzig aus.[1] Anschließend absolvierte er zunächst eine Bäckerlehre in Hameln, nahm in Hannover Schauspielunterricht und lernte danach bei Theodor Becker und Max Gaede (1882–1969). 1950 debütierte Völz als „Page“ in Friedrich Schillers Don Karlos am Landestheater Hannover und drehte in den 1950er-Jahren auch schon neben Stars wie Hans Albers oder Gert Fröbe Kinofilme. Seit den 1950ern ist er auch mit Dietmar Schönherr eng befreundet und es gab einige gemeinsame Film- und Fernsehauftritte – unter anderem in Raumpatrouille. Diese Serie war wohl für beide der größte Erfolg in ihrer Filmlaufbahn. Das trifft wohl auch auf die übrigen Besatzungsmitglieder Claus Holm, Eva Pflug, Friedrich G. Beckhaus und Ursula Lillig zu. Ab 1954 war Völz auch eine Zeit lang Mitglied bei dem Kabarett der Berliner Stachelschweine.

Außer Auftritten in den Kriminalserien Stahlnetz und Das Kriminalmuseum und auch in Edgar-Wallace-Filmen folgten 1967 78 Folgen der Fernsehserie Graf Yoster gibt sich die Ehre, eine seiner größten Erfolge in einer langen Reihe von Serienauftritten. Er erinnert sich gern an diese Rolle, in der er unter anderem auch zwei Rolls Royce „kaputtfahren durfte”.

Wolfgang Völz während der Synchronisation des Films Der Gründer 2010 in Berlin

Neben etlichen Film- und Theaterrollen wirkte Wolfgang Völz in einem der ersten Aids-Aufklärungsspots mit und ist eifriger Synchronsprecher – unter anderem auch in der Werbung („Toyota: Nichts ist unmöglich”). Er lieh seine Stimme Peter Ustinov, Mel Brooks, Walter Matthau (den er als seinen Lieblingsschauspieler beim Synchronsprechen bezeichnete) und Michel Piccoli. Außerdem sprach er die Figuren Majestix, Käpt’n Blaubär, den Wirt „Butterblume“ in Der Herr der Ringe: Die Gefährten, Käpt'n Iglo sowie „Jeff Smart“ in Clever & Smart. In der Zeichentrickserie Captain Future sprach er den Androiden Otho. Völz war außerdem in der US-Serie Airwolf die deutsche Stimme von Ernest Borgnine, der das Crewmitglied Dominic Santini spielte. Er war außerdem die deutsche Stimme von Dana Elcar, alias Pete Thornton, in der Serie MacGyver. Ironischerweise wurde Völz bei seinem einzigen Auftritt in einer englischsprachigen Produktion (Finale in Berlin, 1966) in der deutschen Fassung von seinem Kollegen Rolf Schult synchronisiert. 1994 spielte er bei Pumuckl und der blaue Klabauter den Steuermann des Schiffes und sprach unter anderem die Stimme des blauen Klabauters. Außerdem synchronisierte er Roy Dotrice in Angel – Jäger der Finsternis (S05E07 Mein Vater und ich).

Von seinen vielen Serien hat Völz einmal gesagt: „Ich habe an die 600 Fernsehrollen gespielt. Es war immer die gleiche Grütze.” Er sieht sich als „allerersten Mann der zweiten Klasse”; Schönherr vergleicht ihn dagegen mit Walter Matthau.

Heute reist er ständig zwischen München, Hamburg und seinem eigentlichen Wohnsitz Berlin hin und her, um seinen schauspielerischen Verpflichtungen nachzukommen.

Völz ist seit 1955[2] mit der bei Tatjana Gsovsky ausgebildeten Tänzerin Roswitha Völz, geborene Karwath aus Berlin-Wilmersdorf, verheiratet, die auch bei den Dreharbeiten zu Raumpatrouille mitgewirkt hatte. Ihre beiden Kinder, Benjamin Völz und Rebecca Völz, sind ebenfalls in der Synchronisation aktiv. Die Duisburgerin Silvia Acker, geb. Völz, eine Nichte von Wolfgang Völz, spielt im Theaterensemble “Heiße Hosen”.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Wolfgang Völz wurde im selben Haus geboren wie der Schauspieler Eddi Arent. Später traten sie auch öfter gemeinsam in Film und Fernsehen auf.
  • Völz ist Mitglied der SPD.
  • Inzwischen ist eine Biographie über ihn und seinen Sohn Benjamin Völz mit dem Titel Benjamin und Wolfgang Völz – eine Biografie erschienen.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Gastauftritte[Bearbeiten]

  • Stahlnetz – Die Zeugin im grünen Rock (1960, Fernsehen)
  • Stahlnetz – E 605 (1960, Fernsehen)
  • Stahlnetz – In der Nacht zum Dienstag (1961, Fernsehen)
  • Stahlnetz – In jeder Stadt… (1962, Fernsehen)
  • Orden für die Wunderkinder (1963, Fernsehen)
  • Funkstreife Isar 12 – Polizeialarm (1963, Fernsehen, Staffel 3, Folge 5)
  • Das Kriminalmuseum – Zahlencode N (1963, Fernsehen)
  • Kommissar Freytag - Grauer Wollhandschuh links (1964, Fernsehserie)
  • Hafenpolizei – Reisebegleiterin gesucht (1964, Fernsehserie)
  • Das Kriminalmuseum – Der Brief (1965, Fernsehen)
  • Das Kriminalmuseum – Die Mütze (1965, Fernsehen)
  • Das Kriminalmuseum – Kaliber 9 (1967, Fernsehen)
  • Das Kriminalmuseum – Das Kabel (1967, Fernsehen)
  • Die fünfte Kolonne – Ein Anruf aus der Zone (1967, Fernsehen)
  • Babeck (1968, Fernsehen)
  • Der Kommissar, Episode 2: Das Messer im Geldschrank (1969, Fernsehen)
  • Pippi geht von Bord (1969)
  • Pippi in Taka-Tuka-Land (1970)
  • Die Unverbesserlichen und ihr Stolz (1971, Fernsehen)
  • Der Kommissar, Episode 72: Drei Brüder (1974, Fernsehen)
  • Tatort – Kassensturz (1976, Fernsehen)
  • Steiner's Musikantenparade (irgendwann in den 90ern)
  • Hans im Glück (1999, Fernsehen)
  • Pfarrer Braun – Der siebte Tempel (2003, Fernsehen)

Hörspielsprecher (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Asterix (80er-Jahre Hörspielserie; als Stimme von Majestix)
  • Benjamin Blümchen (Folgen 100 und 101, Stimme von Kinderarzt Dr. Wunderlich, 2005)
  • Die drei ??? – Der unsichtbare Gegner (Folge 38, Stimme von Ben Peck, Peters Großvater, 1986)
  • Die drei ??? – Der giftige Gockel (Folge 47, Stimme von Big Barny Crown, 1990)
  • Die drei ??? – Die Musikpiraten (Folge 52, Stimme von Toningenieur Hank Rivers, 1991)
  • Die drei ??? – Die Rache des Tigers (Folge 61, Stimme von Portland, 1995)
  • Die drei ??? – Der Biss der Bestie (Folge 146, Stimme von Fitzwilliam Waterfield, 2011)
  • Die Abenteuer des Odysseus (alle Folgen 1–6, Stimme von „Göttervater“ Zeus)
  • Die Dr3i – Die Pforte zum Jenseits (Folge 2, Stimme von Sylvester Meyzel, 2006)
  • Die Klexe (Alle Folgen 1–9, als Stimme von Direktor Historiux / Erzähler, 1986–1987)
  • Hexe Lilli bei den Piraten, Stimme von Kapitän Bartbacke (2007)
  • Käpt’n Blaubärs Geschichten und Käpt’n Blaubärs Seemannsgarn (alle 12 bzw. 9 Folgen, Stimme von Käpt’n Blaubär, ab 1991)
  • Kleiner König Kalle Wirsch von Tilde Michels („Eltern“-Edition „Abenteuer Hören“, 2006)
  • LEGO Piraten (Alle Folgen 1–6, Stimme von Käpt’n Roger, 1990)
  • TKKG – Abenteuer im Ferienlager (Folge 9, Stimme von Günther, genannt „Rasputin“, dem Betreuer der TKKG-Bande im Camp an der Nordsee, 1982)
  • TKKG – Im Schattenreich des Dr. Mubase (Folge 74, Stimme des Hausmeisters [im Inlay als „Opa“ bezeichnet], 1990)
  • The Return of Captain Future – Die Rückkehr von Captain Future (Folge 1, Stimme von Otto dem Androiden, 2012)
  • The Return of Captain Future – Kinder der Sonne (Folge 2, Stimme von Otto dem Androiden, 2012)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ralph Keim: Benjamin und Wolfgang Völz – Eine Biografie. SWB Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 3-938-71942-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Tagesspiegel vom 6. November 2002.
  2. Bericht zur Goldenen Hochzeit von Wolfgang Völz und seiner Frau Roswitha in der Berliner Morgenpost

Weblinks[Bearbeiten]