Wolfgruben (Dautphetal)

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Wolfgruben
Gemeinde Dautphetal
Wappen der ehemaligen Gemeinde Wolfgruben
Koordinaten: 50° 52′ 21″ N, 8° 32′ 40″ O
Höhe: 267 (250–300) m ü. NHN
Fläche: 2,14 km²[1]
Einwohner: 637 (31. Dez. 2017)[2]
Bevölkerungsdichte: 298 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35232
Vorwahl: 06461
Karte
Lage von Wolfgruben in Dautphetal
Bild von Wolfgruben

Wolfgruben ist ein Ortsteil der Gemeinde Dautphetal im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Er ist der nordwestlichste Ortsteil der Gemeinde und über die Gewerbesiedlung Wilhelmshütte mit Dautphe, dem Hauptort der Gemeinde, zusammengewachsen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Wolfgruben liegt auf einer rechten westlichen Niederterrasse des Lahntals und an den auslaufenden Hängen eines hier einmündenden Seitentales. Wolfgruben liegt etwa 5 km südlich der ehemaligen Kreisstadt Biedenkopf und etwa 17 km nordwestlich des Oberzentrums Marburg. Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 453 von Biedenkopf nach Gladenbach. Die Gemarkung liegt überwiegend in den Naturräumen Oberes Lahntal und Breidenbacher Grund und umfasst eine Fläche von 214 Hektar, davon sind in den Höhenlagen 85 Hektar bewaldet (Stand: 1961). Die höchsten Erhebungen sind der Beilstein mit 461 m und Das Roth mit 378 m, während der höchste Punkt bei etwa 500 m liegt und den östlichen Ausläufer des Nimerich darstellt.

Der alte Ortskern liegt südwestlich der Bundesstraße 453 auf einer Höhe von etwa 257 m und schmiegt sich senkrecht zur heutigen Hauptsiedlungsachse an den Nordhang des Roths. Er umfasst in etwa die Straßen Haselheide, Am Roten Weg und Bornwiese. Mit dem Bau der Straße von Biedenkopf über Gladenbach und die Zollbuche nach Gießen sowie der Wilhelmshütte verlagerte sich die Siedlungsentwicklung entlang der ‚alten Chaussee‘.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bestehen von Wolfgruben lässt sich seit dem Jahr 1299 urkundlich belegen. Im Jahr 1465 gehörte es zum Amt Biedenkopf, zunächst in der Landgrafschaft Hessen, später in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und danach im Großherzogtum Hessen.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Wolfgruben:

„Wolfgruben (L. Bez. Battenberg) evangel. Filialdorf; liegt an der Lahn, so wie an der von Biedenkopf nach Giessen ziehenden Chaussee und 4 St. von Battenberg. Der Ort hat 30 Häuser und 138 Einwohner, die außer einem Katholiken evangelisch sind. Wolfgruben gehörte im 15. Jahrhundert wahrscheinlich zum Kirchengebiet von Dautphe.“[3]

Seit 1867 war Wolfgruben eine Gemeinde im Kreis Biedenkopf in der Provinz Hessen-Nassau des Königreichs Preußen.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Wolfgruben zum 1. Juli 1974 kraft Gesetzes mit 11 weiteren Gemeinden zur neuen Großgemeinde Dautphetal im Landkreis Marburg-Biedenkopf zusammengeschlossen.[4][5] Für Wolfgruben wurde wie für alle Ortsteile ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Wolfgruben lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][6][7]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1577: 9 Hausgesesse
• 1630: 7 Hausgesesse (1 dreispänniges, 2 zweispännige, 4 einspännige Ackerleute).
• 1677: 11 Hausgründe, 1 Witwe, 1 ledige Personen.
• 1742: 75 Haushalte
• 1791: 126 Einwohner[13]
• 1800: 115 Einwohner[14]
• 1806: 123 Einwohner, 23 Häuser[11]
• 1829: 138 Einwohner, 30 Häuser[3]
Wolfgruben: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2017
Jahr  Einwohner
1791
  
126
1800
  
115
1806
  
123
1829
  
138
1834
  
194
1840
  
246
1846
  
240
1852
  
215
1858
  
249
1864
  
235
1871
  
236
1875
  
247
1885
  
236
1895
  
237
1905
  
267
1910
  
300
1925
  
290
1939
  
344
1946
  
557
1950
  
520
1956
  
479
1961
  
486
1967
  
488
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2008
  
666
2011
  
642
2016
  
661
2017
  
637
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]>; nach 2000: Gemeinde Dautphetal (webarchiv); Zensus 2011[15]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1829: 137 evangelische, 1 römisch-katholischer Einwohner.[3]
• 1885: 235 evangelische, (= 100 %) Einwohner
• 1961: 406 evangelische (= 83,54 %), 59 römisch-katholische (= 12,14 %) Einwohner

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1867: Erwerbspersonen: 51 Landwirtschaft, 26 Bergbau und Hüttenwesen, 9 Gewerbe und Industrie, 2 Verkehr, 1 Erziehung und Unterricht.
• 1961: Erwerbspersonen: 48 Land- und Forstwirtschaft, 131 produzierendes Gewerbe, 35 Handel und Verkehr, 24 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. September 1964 wurde der Gemeinde Wolfgruben im damaligen Landkreis Biedenkopf, Regierungsbezirk Wiesbaden, ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: Von Gold und Grün im Querschnitt einer Grube geteilt. In dieser ein roter Wolf. Im Schildfuß ein silberner Wellenbalken.[16]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbeirat wird von Ortsvorsteher Harald Fett (BLW) seit 2017 angeführt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wolfgruben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Wolfgruben, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. „Einwohnerzahlen der Gemeinde Dautphetal“ im Internetauftritt der Gemeinde Dautphetal, abgerufen am 28. März 2018
  3. a b c Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt August 1830, OCLC 312528126, S. 330 (Online bei google books).
  4. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 20 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,0 MB]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 350–351.
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 13. G. Jonghause's Hofbuchhandlung, Darmstadt 1872, DNB 013163434, OCLC 162730471, S. 12 ff. (Online bei google books).
  8. Die Zugehörigkeit des Amtes Biedenkopf anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866.
  9. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, OCLC 165696316, S. 7 (Online bei google books).
  10. a b Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 13. G. Jonghause's Hofbuchhandlung, Darmstadt 1872, DNB 013163434, OCLC 162730471, S. 27 ff., § 40 Punkt 6d) (Online bei google books).
  11. a b Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 240 (Online in der HathiTrust digital library).
  12. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 415 (online bei Google Books).
  13. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 186 (Online in der HathiTrust digital library).
  14. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 198 (Online in der HathiTrust digital library).
  15. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt;
  16. Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Wolfgruben, Landkreis Biedenkopf, Regierungsbezirk Wiesbaden vom 29. Juni 1964. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1964 Nr. 41, S. 1255, Punkt 1173 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,3 MB]).