Wolfhart Spangenberg

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Wolfhart Spangenberg (* 6. November 1567 in Mansfeld; † nach 1636) war ein Straßburger Dichter von Tierfabeln und Schuldramen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sohn des Theologen Cyriacus Spangenberg wurde Wolfhart Spangenberg in Mansfeld geboren, musste jedoch schon als Kind mit seinem Vater aus der Heimat fliehen. In Straßburg fand die Familie 1577 sowohl Unterkunft als auch eine neue Existenz. Spangenberg wurde zunächst privat erzogen und immatrikulierte sich sodann 1586 in Tübingen; 1591 erwarb er den theologischen Magistertitel. Ohne Aussichten auf eine akademische Karriere fand er eine Anstellung als Korrektor bei dem berühmten Straßburger Drucker Bernhard Jobin und dessen Sohn Tobias Jobin. Ähnlich den Dichtern Erasmus Finx und Philipp von Zesen fand auch er dadurch unmittelbaren Zugang zum Druck- und Verlagswesen. Für das Straßburger akademische Theater verfasste er Schuldramen und Übersetzungen. Er trat auch der Straßburger Gesellschaft der Meistersinger bei und beteiligte sich aktiv an deren Veranstaltungen und Publikationen. Zu seinen bedeutendsten Beiträgen zur deutschen Literatur zählen die beiden Tierfabeln vom Gans-König und vom Esel-König.

Im Jahr 1611, also noch vor Kriegsbeginn, verließ er Straßburg, um seine erste und einzige Stelle als Seelsorger in Buchenbach an der Jagst anzutreten. Noch 1634 zeichnete er als solcher, doch nach 1636 verlor sich seine Spur.

Werkausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sämtliche Werke. Herausgegeben von András Vizkelety, 7 Bände in 9 Teilbänden (= Ausgaben deutscher Literatur des XV. bis XVIII. Jahrhunderts). de Gruyter, Berlin 1971 bis 1982:
    • Band 1: Von der Musica: Singschul, bearbeitet von András Vizkelety, 1971, ISBN 3-11-001846-2.
    • Band 2: Salomon, bearbeitet von Martin Bircher, Glückswechsel. Wie gewunnen so zerrunnen [u.a.], bearbeitet von András Vizkelety, 1975, ISBN 3-11-005883-9.
    • Band 3: Teil 1: Tierdichtungen 1, bearbeitet von András Vizkelety, 1977, ISBN 3-11-006938-5.
    • Band 3: Teil 2: Tierdichtungen 2, bearbeitet von András Vizkelety, 1978, ISBN 3-11-007465-6.
    • Band 4: Teil 1: Anbind- oder Fangbriefe, Gelegenheitsdichtungen, bearbeitet von András Vizkelety. Beschreibung des Glückhafens, bearbeitet von Martin Bircher, 1981, ISBN 3-11-008030-3.
    • Band 4: Teil 2: Predigten, Meisterlieder. Krönung Matthiae, bearbeitet von András Vizkelety, 1982, ISBN 3-11-008904-1.
    • Band 5: Anmutiger Weisheit Lustgarten 1, bearbeitet von Andor Tarnai, 1982, ISBN 3-11-008648-4.
    • Band 6: Anmutiger Weisheit Lustgarten 2, bearbeitet von Andor Tarnai, 1982, ISBN 3-11-008647-6.
    • Band 7: Dramenübersetzungen, bearbeitet von Andor Tarnai, 1979, ISBN 3-11-007937-2.

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Bossert: Spangenberg, Wolfhart. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 35, Duncker & Humblot, Leipzig 1893, S. 46–50.
  • Walter Blank: Strassburger Meistersang und Spangenbergs <Von der Musica>. in: Alemannica. Festschrift f. Bruno Boesch, Bühl 1976, S. 355–372
  • Gerhard Dünnhaupt: Wolfhart Spangenberg, in: Personalbibliographien zu den Drucken des Barock, Bd. 5. Hiersemann, Stuttgart 1991, ISBN 3-7772-9133-1, S. 3909–3927 (Werk- und Literaturverzeichnis)
  • Leopold Freisler: Wolfhart Spangenbergs Tierdichtungen (= Jahrbuch der Philosophischen Fakultät Prag 1926/1927) Prag 1927 OCLC 60497021 (Dissertation Karls-Universität Prag, Philosophische Fakultät, 1926, Mikrofilm, 35 mm).
  • Thomas Kaufmann: Spangenberg, Wolfhart. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 24, Duncker & Humblot, Berlin 2010, ISBN 978-3-428-11205-0, S. 624 f. (Digitalisat).
  • Walter Ernst Schäfer: Die satirischen Schriften Wolfhart Spangenbergs (= Untersuchungen zur deutschen Literaturgeschichte, Band 94), Niemeyer, Tübingen 1998, ISBN 3-484-32094-X.
  • Joseph Schwaller: Untersuchungen zu den Dramen Wolfhart Spangenbergs. Sutter, Rixheim 1914, OCLC 15304743 (Dissertation Universität Straßburg 1914, 106 Seiten).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: ADB:Spangenberg, Wolfhart – Quellen und Volltexte