Wolfram Ortner

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Wolfram Ortner Ski Alpin
Nation OsterreichÖsterreich Österreich
Geburtstag 10. März 1960 (59 Jahre)
Geburtsort Bad Kleinkirchheim, Österreich
Größe 181 cm
Karriere
Disziplin Slalom, Riesenslalom,
Kombination
Verein SC Bad Kleinkirchheim
Status zurückgetreten
Karriereende Oktober 1982
 

Wolfram Ortner (* 10. März 1960 in Bad Kleinkirchheim) ist ein ehemaliger österreichischer Skirennläufer. Seine größten Erfolge erzielte er im Slalom, Riesenslalom und in der Kombination. Im Slalom und Riesenslalom gewann er um die Wende der 1980er Jahre zahlreiche Europacup- und FIS-Rennen, war jahrelang in der ersten Startgruppe platziert und hatte mehrere Top-10-Platzierungen im Weltcup. Am Höhepunkt und am Ende seiner Karriere im Jahr 1982 belegte Wolfram Ortner bei der Alpinen Skiweltmeisterschaft 1982 in Schladming den vierten Rang in der Kombination. Nach dem Ende seiner Karriere gründete er unter anderem neben seiner Destillerie (1989) auch den World-Spirits Award (2004), der international in Fachkreisen als hochwertige Spirituosenprämierung anerkannt ist.[1]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfram Ortner wurde am 10. März 1960 in Bad Kleinkirchheim geboren. Sein Vater war Hauptschullehrer in Radenthein, tätig als Turnlehrer und Landesschülerwart – mit ein Grund für das „natürlich notgedrungene“ Hineinwachsen in den Skirennsport. Schnell begann der Parallelslalom zwischen Schulalltag und Sportkarriere: Mit zehn Jahren kam er als Jüngster in den ÖSV-Schülerkader, weil er bei den Schüler-Skimeisterschaften bereits gewonnen hatte. Mit elf Jahren war er auf Landesebene schneller als die 14-Jährigen und mit zwölf wurde er zweifacher österreichischer Schülerskimeister. 1974 bestand Ortner die Aufnahmsprüfung für das Skigymnasium Stams. Ein Jahr später war er „weltbester Jugend-I-Läufer im Slalom“ und rangierte in der FIS-Liste unter 40 Punkten. 1976 folgte die Berufung in den C-Kader des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV), im selben Jahr die Berufung in den ÖSV-B-Kader.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skikarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz darauf, am 17. Dezember 1976 hatte Wolfram Ortner seinen ersten Weltcup-Einsatz in Madonna di Campiglio und wurde aus der vierten Startgruppe heraus 15., danach in Laax in der Schweiz 14., drittbester Österreicher hinter Phil Mahre und Christian Neureuther.

Es kam zu weiteren Erfolgen bei FIS-Rennen. Nach zwei Slalomsiegen in Bad Kleinkirchheim vor Andy Wenzel und Paolo De Chiesa und in Pernitz wurde er am 6. März 1977 Vize-Europameister im Slalom und Riesenslalom in Kranjska Gora bei der Europa-Juniorenmeisterschaft. Das hieß nach der FIS-Rangliste im Slalom: 2. Startgruppe bei Weltcuprennen. Nach dem Sieg beim Europacuprennen in Jahorina und dem 1. Rang mit dem OPA-Pokal, dem Preis der Organisation der Alpenländer-Skiverbände, in Sportgastein war er in der Skisaison 1977/78 auf Platz 16 der FIS-Rangliste gelandet und Führender im Europacup. Am 22. Jänner 1978 ist Wolfram Ortner die „Sensation in Kitzbühel“: Rang 5 beim Weltcup-Slalom und Berufung ins WM-Team für Garmisch. Als 15. in der FIS-Rangliste war der Aufstieg ins Nationalteam fällig, gefolgt vom Gewinn des Europacup-Slaloms in Zakopane. Nächstes Highlight war der 4. Rang beim Riesenslalom in Jasná in der Niederen Tatra am 4. Februar 1979.

Wolfram Ortners Skikarriere war von zahlreichen Verletzungen geprägt: Ein Leistenbruch und mehrere Bänderrisse verwehrten dem Skifahrer 1980 die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Lake Placid. Trotzdem konzentrierte er sich weiterhin auf seine Skikarriere und konnte am 1. Februar 1982 den 5. Rang beim Slalom in St. Anton, und dies mit Startnummer 57, erzielen, wobei er nach dem ersten Lauf sogar geführt hatte. Und beim ersten in der Ski-Geschichte ausgetragenen Super-G auf der 2,6 km langen Strecke in La Villa in Hochabtei in den Dolomiten konnte er in dieser neuen Disziplin den 2. Rang mit 0,73 s Rückstand hinter Pirmin Zurbriggen belegen. Dieses Rennen am 10. Dezember 1981 zählte allerdings nicht zum Weltcup. Am 8. Jänner 1982 hieß es nach einem Bandscheibenvorfall: Stützkorsett im Training und Ende Jänner in Adelboden in der Schweiz bei der Ausscheidung für die WM in Schladming. Ortner holte den 4. Rang in der Kombination bei dieser Weltmeisterschaft; nach dem Slalom am 1. Februar auf Rang 2 platziert, riss er am 5. Februar in der Abfahrt, in der er durchaus unerfahren war, einen zu großen Zeitrückstand (Rang 21) auf. Im Spezialslalom am 7. Februar gehörte er zu jenen 31 Fahrern, die nicht ins Klassement kamen.

Nach der Weltmeisterschaft war Wolfram Ortner sehr gut in Form (Rang 5 beim Riesentorlauf von Kirchberg am 9. Februar und Rang 6 beim Slalom am 14. März in Jasna), wurde aber im selben Monat wieder vom Verletzungspech verfolgt: Knieverletzung und Knorpelschäden mit Operation in Innsbruck sowie Meniskusverletzung beim Weltcupfinale am 26. März in Sestriere (Montgenèvre) mit Operation in Klagenfurt. Trotz Trainingsrückstand konnte er sich auch in diesem Jahr noch immer als 12. in der Weltrangliste im Slalom behaupten. Erst im Oktober 1982 zeigte sich, dass noch so hartes Training keine Leistungssteigerung mehr erwarten ließ. Und der letzte Versuch eines Rennens ohne Training in Courmayeur bedeutete das frühzeitige Ende einer großen Skirennläuferkarriere – und den Beginn eines neuen Lebens in den verschiedensten Bereichen.

Weiterer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Skikarriere 1982 übernahm Wolfram Ortner den elterlichen Hotelbetrieb, den er bis zum Verkauf 1995 führte. Als Schnapsbrenner[2] und Initiator der Destillata (1992), einer vorwiegend nationalen Spritiuosenmesse und -prämierung, machte er sich als Unternehmer im Spirituosenbereich einen Namen. Nach dem Verkauf der Destillata (1998) gründete er 2004 den World-Spirits Award, eine internationale Spirituosenmesse und -prämierung, die alljährlich bis 2014 in Klagenfurt (Kärnten) abgehalten wurde. 2015 ging Ortner mit dem WSA erstmals auf Welttour. In welchem Land die Award-Verleihung stattfindet, hängt davon ab, wie viele Award-Gewinner aus einem Land kommen bzw., wer der Superstar des aktuellen WSA ist. In Einklang mit den Gewinnern bzw. möglichen Veranstaltern wird entschieden.

Ortner war auch Buchautor – am 15. Jänner 1988 präsentierte er in seinem Birkenhof das Buch Aufbau- und Heilgymnastik über Vermeidung und Behandlung von Sportverletzungen.[3]

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortner ist seit 1985 verheiratet, hat zwei Söhne und lebt in Bad Kleinkirchheim.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Der von Wolfram Ortner ins Leben gerufene World Spirits Award zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen in der Welt der Spirituosen.“ (Memento vom 3. April 2013 im Webarchiv archive.is). In: Prost-Journal.at. 11. April 2012.
  2. Camilla Kleinsasser: Wolfram Ortner: Ein hochprozentiges Multitalent. (Memento vom 3. Oktober 2011 im Internet Archive). In: Kleine Zeitung. 1. Oktober 2011, abgerufen am 23. Februar 2013.
  3. «Aufgegabelt». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 16. Jänner 1988, S. 22 (arbeiter-zeitung.at – das offene Online-Archiv – Digitalisat). Glosse links, Mitte: erster Beitrag.