Wolframs-Eschenbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wolframs-Eschenbach
Wolframs-Eschenbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wolframs-Eschenbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 14′ N, 10° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Verwaltungs­gemeinschaft: Wolframs-Eschenbach
Höhe: 442 m ü. NHN
Fläche: 25,47 km²
Einwohner: 3045 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91639
Vorwahl: 09875
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 229
Stadtgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Wolfram-v.-Eschenbach-Platz 1
91639 Wolframs-Eschenbach
Webpräsenz: www.wolframs-eschenbach.de
Erster Bürgermeister: Michael Dörr (CSU)
Lage der Stadt Wolframs-Eschenbach im Landkreis Ansbach
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Über dieses Bild

Wolframs-Eschenbach, bis 1917 Obereschenbach, ist eine Stadt im Landkreis Ansbach in Mittelfranken. Der Ort ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Wolframs-Eschenbach.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt unweit des Fränkischen Seenlandes an der Burgenstraße.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gebietsreform in Bayern 1972 gehören offiziell zehn Ortsteile zur Stadt Wolframs-Eschenbach[2], daneben gibt es noch eine Mühle:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfram von Eschenbach, Autorbild als Ritter im Codex Manesse

Um 1212/1220 wurde Obereschenbach (seit 1917 Wolframs-Eschenbach) von den Wertheimer Grafen als Geschenk an den Deutschen Orden übergeben. Ab diesem Zeitpunkt spielte der Deutsche Orden eine beträchtliche Rolle in der Geschichte von Eschenbach. Er herrschte über 600 Jahre über die Stadt. Eschenbach lag an einer wichtigen Handelsstraße und wurde nach einiger Zeit zum regionalen Handelsplatz sowie zu einem weltlichen und geistlichen Zentrum. Kaiser Ludwig der Bayer verlieh dem Ort am 18. Dezember 1332 das Stadtrecht.

Von 1500 bis 1806 gehörte die Stadt zum Fränkischen Reichskreis, denn die Deutschordensballei Franken wurde in diesen Reichskreis eingegliedert.

Obwohl die Aufhebung des Deutschen Ordens durch ein Dekret Napoleons I. erst 1809 erfolgte, hatte Bayern bereits 1806 im Zuge der Aufhebung ritterschaftlicher Güter die Kommende Ellingen mit dem Amt (Wolframs-)Eschenbach eingezogen.

Am 19. Juli 1917 wurde die Stadt auf Betreiben von Prälat Johann Baptist Kurz (18. Mai 1881–18. Februar 1968)[3] durch ein Dekret von König Ludwig III. von Bayern von Obereschenbach in Wolframs-Eschenbach umbenannt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Reutern eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam ein Teil der Gemeinde Gerbersdorf (Waizendorf) hinzu.[4] Biederbach und Selgenstadt folgten am 1. Mai 1978.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt Wolframs-Eschenbach mit eingemeindeten Ortsteilen:

  • 1939: 1427
  • 1950: 2114
  • 1961: 1997[5]
  • 1970: 2018r[5]
  • 1979: 2019
  • 2002: 2927
  • 2008: 2870
  • 2011: 2848

Stadt Wolframs-Eschenbach ohne eingemeindete Ortsteile:

  • 1910: 0966[6]
  • 1933: 1039
  • 1939: 0981[7]
  • 1961: 1520[5]
  • 1970: 1531r[5]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Münsterpfarrei Wolframs-Eschenbach gehört zum Dekanat Herrieden innerhalb des Bistums Eichstätt. Derzeitiger Pfarrer ist Jochen Scherzer.[8]

In der Stadt Wolframs-Eschenbach leben 1786 Katholiken mit Hauptwohnsitz (Stand: 1. Dezember 2010). Zur Pfarrei gehören auch 467 katholische Christen in der Nachbarstadt Merkendorf. Für sie finden monatliche Sonntagsgottesdienste in der dortigen evangelischen Friedhofskapelle St. Johannes statt.

Die Wolframs-Eschenbacher Stadtpfarrkirche (auch Liebfrauenmünster genannt) ist der Himmelfahrt Mariens geweiht. Daneben gibt es im Friedhof die St.-Sebastians-Kirche aus dem frühen 16. Jahrhundert (später im Stil des Rokoko umgestaltet). Im Ortsteil Biederbach befindet sich eine Filialkirche mit dem Patronat der Heiligen Familie.

Die ca. 500 evangelischen Christen in Wolframs-Eschenbach gehören zur evangelischen Pfarrei im drei Kilometerentfernten Merkendorf. Für Gottesdienste in Wolframs-Eschenbach steht ihnen u. a. die katholische Friedhofskirche St. Sebastian zur Verfügung.

Jüdische oder muslimische Glaubensangehörige gibt es nicht. Die nächsten Einrichtungen befinden sich in Gunzenhausen, Ansbach und Weißenburg.

In Wolframs-Eschenbach gab es seit 1802 einen jüdischen Gebetssaal, der 1933 aufgegeben wurde. Einige Juden wurden über Erlangen nach Hamburg gebracht und emigrierten 1933/1934 in die USA, einige davon in die Neuengland-Staaten, andere nach Texas und Kalifornien.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl vom 2. März 2008 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalterliche Befestigungsanlage (70er Jahre)

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Museum Wolfram von Eschenbach
    • Das Museum zeigt Gegenstände aus der Stadtgeschichte wie Feuerwehrutensilien, Zunfttruhen und Zinsbücher.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die mittelalterliche Stadt wird von einer vollständig erhaltenen Befestigungsanlage (Stadtmauer) umgeben mit zwei großen Tortürmen als Zugang zur Stadt. Außerdem gibt es noch den Pulverturm und den Hungerturm an der Südseite ohne Tore.
  • Das Liebfrauenmünster, katholische Pfarrkirche und Grablege Wolframs von Eschenbach wurde zwischen 1220 und 1300 vom Deutschen Orden als Hallenkirche erbaut.
  • Deutschordenschloss
  • Alte Vogtei
  • Altes Rathaus
  • Hohes Haus
  • Pfründehaus
  • Haus Arche Noah
  • Unteres Stadttor
  • Oberes Stadttor
  • St. Sebastian

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Wolframs-Eschenbach

Wolframs-Eschenbach als Filmkulisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1974 diente Wolframs-Eschenbach als Kulisse für den Kinderfilm-Klassiker Der Räuber Hotzenplotz mit Gert Fröbe, Josef Meinrad, Rainer Basedow und Lina Carstens. Im Abspann des Films nannte Regisseur Gustav Ehmck ausdrücklich auch die Bevölkerung des Ortes als Darsteller, und der Name „Eschenbach“ wird im Film auch erwähnt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jährlich die Verleihung des Kulturpreises des Bezirkes Mittelfranken
  • Kirchweih am dritten Sonntag im August
  • Altstadtfest (im Juli, alle zwei Jahre)
  • Sternlesmarkt (im Dezember)
  • Räuber-Hotzenplotz-Fest (am ersten Sonntag im August)
  • Faschingsumzug (Januar/Februar)
  • Seit 2009 findet am ersten Samstag im September auf einer naheliegenden Wiese das Open-Air-Festival Echolot mit elektronischer Musik statt.[10]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gastronomie/Unterkünfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gasthäuser in Wolframs-Eschenbach bieten zahlreiche Möglichkeiten, die typische fränkische Küche kennenzulernen (z. B. eine fränkische Brotzeit oder fränkische Bratwürste mit Sauerkraut). Es gibt ca. 150 bis 200 Betten in Hotels, Pensionen, Ferienhäusern und bei Privatpersonen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Koch, Allgemeinarzt, wirkte von 1938 bis 1974 in der Stadt
  • Johann Baptist Kurz, Stiftsdekan und päpstlicher Prälat, Wolfram-Forscher
  • Josef Maget (2002)[11]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Dumm: Kurze Geschichte der Stadt Eschenbach in Mittelfranken. Nebst einer Abhandlung über das Leben und Dichten Wolfram's von Eschenbach. Ansbach 1860 (E-Kopie).
  • Oskar Geidner: Wolframs-Eschenbach. Die Bürger und ihre Bauten. Häusergeschichte 1423 bis 1945. Nürnberg 2015 (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 30). ISBN 978-3-929865-66-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. www.bayerische-landesbibliothek-online.de
  3. Ehrenbürger Dr. Dr. Johann Baptist Kurz auf den Seiten der Stadt.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 477.
  5. a b c d e Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 707.
  6. Gemeindeverzeichnis.de
  7. Verwaltungsgeschichte.de
  8. Pressemeldung des Bistums Eichstaett: Jochen Scherzer wird Pfarrer in Wolframs-Eschenbach
  9. Geschichte der mittelfränkischen Juden. Band I. Fürth, 2000. Sp. 778
  10. Homepage des Echolot-Festivals (History)
  11. Verleihung Ehrenbürgerwürde auf der Internet-Seite der Stadt (PDF; 151 kB)