Wolhusen

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Wolhusen
Wappen von Wolhusen
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern LU
Wahlkreis: Entlebuch
BFS-Nr.: 1107i1f3f4
Postleitzahl: 6110 (Wolhusen)
6114 (Steinhuserberg)
UN/LOCODE: CH WHN
Koordinaten: 648302 / 212519Koordinaten: 47° 3′ 43″ N, 8° 4′ 28″ O; CH1903: 648302 / 212519
Höhe: 582 m ü. M.
Fläche: 14,28 km²
Einwohner: 4317 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 302 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
17,3 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.wolhusen.ch
Wolhusen

Wolhusen

Karte
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Wolhusen ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Entlebuch des Kantons Luzern in der Schweiz. Auf den 1. Januar 2013 wechselte die Gemeinde vom Wahlkreis Sursee zum Wahlkreis Entlebuch.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolhusen ist ein regionales Zentrum. Die Besonderheit des Orts liegt darin, dass er zu zwei verschiedenen Gemeinden des Kantons Luzern gehört.

Das heutige Wolhusen als Gemeinde bezeichnet daher den Teil von Wolhusen, der am linken, nördlichen Ufer der Kleinen Emme liegt und bis 1857 Wolhusen-Wiggern hiess. Das Gebiet am rechten Ufer der Kleinen Emme heisst Wolhusen-Markt und ist ein Ortsteil der Gemeinde Werthenstein.

Das Dorf Wolhusen ist als regionales Zentrum in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen und umfasst auch einige Gebiete, die früher eigene Häusergruppen oder Gehöfte waren. Im Ort fliesst die Wolhuser Wigger (auch Wiggern genannt) von links in die Kleine Emme.

Der Nordteil der Gemeinde ist ein welliges Gebiet mit einigen Hügeln, darunter der Krähenbühl (716 m ü. M.), der Mühlebühl (666 m ü. M.) ganz im Norden der Gemeinde und der Merzhubel (697 m ü. M.) gleich nördlich des Dorfs. In diesem Teil der Gemeinde gibt es zahlreiche Häusergruppen und Gehöfte. Das Gebiet ist von wenigen Ausnahmen abgesehen (der Fluhwald ist hier das grösste Waldstück) wenig bewaldet.

Ganz anders sieht es dagegen im Hügel- und Bergland westlich und südwestlich des Dorfs aus. Dieses Gebiet zwischen Wolhuser Wigger im Norden und dem Flühbach, der in die Kleine Fontanne fliesst, und ebendieser im Süden liegt eine Region, die aus zahllosen Weilern, Häusergruppen und Einzelgehöften besteht und unter dem Namen Steinhuserberg zusammengefasst wird. Zwar sind auch dort viele Gebiete in den letzten Jahrhunderten gerodet worden, aber es gibt auch zahlreiche grosse Wälder. Der Wiggerenwald am Südufer der Wolhuser Wigger ist der grösste und liegt westlich des Dorfs Wolhusen. Der von einem Bach durchflossene Stampfigraben und das ebenfalls von einem Bach durchflossene Badtobel, beide südwestlich des Dorfs, und der Geierbühlwald an der Westgrenze der Gemeinde sind die nächstgrösseren Waldpartien. In diesem Teil der Gemeinde sind auch die höchsten Erhebungen zu finden. Der höchste Punkt der Gemeinde ist die Hochwart (1'016 m ü. M.) nördlich des Flühbachs ganz im Südwesten der Gemeinde, die Fluh (945 m ü. M.) östlich davon und der Steinhuserberg (820 m ü. M.) westlich der Kleinen Emme.

Die Gemeindegrenze folgt vielfach Gewässern. Darunter sind die Kleine Emme, Grosse und Kleine Fontanne, der Flühbach, die Wolhuser Wigger und der Schwarzenbach.

Vom Gemeindeareal von 1'429 ha werden 58,0 % landwirtschaftlich genutzt. Weitere 32,6 % sind von Wald und Gehölz bedeckt und 8,7 % Siedlungsfläche.

Wolhusen grenzt an Doppleschwand, Entlebuch, Menznau, Romoos, Ruswil und Werthenstein

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 1'600
1860 1'524
1888 1'658
1920 2'443
1960 3'446
1970 3'556
1980 3'670
1990 3'818
2000 4'086
2004 4'060

Die Bevölkerung blieb in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts trotz eines grossen Geburtenüberschusses stabil. Nur von 1850-1860 war ein kleiner Bevölkerungsrückgang zu vermerken (1850–1860: -4,75 %). Bis 1888 gab es ein langsames Wachstum (1860–1888: +8,8 %). Anschliessend wuchs die Bevölkerung bis 1960 rasch an und verdoppelte sich (1888–1960: +107,8 %). Bis zum Jahr 2000 wuchs sie weiter (1960–2000: +18,6 %), seither stagniert sie bei knapp über 4'000 Einwohnern.

Blick auf das Gemeindehaus Wolhusen
Dorfplatz mit Dorfbrunnen
Wolhusen im Zentrum: der Kreisel
Blick auf die kath. Kirche
Blick auf die ref. Kirche

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 92,44 % Deutsch, 2,55 % Albanisch und 1,10 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung wie folgt aus: Es gibt 76,36 % römisch-katholische, 8,39 % evangelisch-reformierte und 1,30 % orthodoxe Christen. Daneben findet man 5,19 % Muslime und 3,82 % Konfessionslose. Bei den Orthodoxen handelt es sich um Mazedonier, Montenegriner und Serben. Die Muslime sind mehrheitlich Albaner; es gibt aber auch viele Personen türkischer und kurdischer Herkunft unter ihnen.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 4'294 Einwohnern 3'621 Schweizer und 673 (= 15,7 %) Ausländer.[3] Die Einwohnerschaft bestand aus 84,3 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Serbien inklusive Kosovo (32,1 %), Deutschland (22,9 %), Portugal (8,9 %), der Türkei (3,4 %), Italien (1,9 %) und Spanien (1,3 %). 16,9 % stammten aus dem übrigen Europa und 12,5 % waren aussereuropäischer Herkunft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste indirekte Erwähnung findet der Ort als Vuolhusen im Jahr 1070, als ein Mitglied der Freiherren von Wolhusen Abt im Kloster Einsiedeln wird. Die Freiherren von Wolhusen waren eines der mächtigsten Herrschergeschlechter der Region. Ihnen unterstanden das Rottal und das ganze Entlebuch, sowie die heute bernischen Gemeinden Schangnau und Trub. Um 1300 veräusserten sie ihren Besitz an die Habsburger. Diese setzten Vögte ein, welche mit den Luzernern und den Entlebuchern in Konflikt gerieten. Am 3. Januar 1386 griffen sie den Vogt Peter von Thorberg an und zerstörten beide seiner Burgen. Nach der Schlacht bei Sempach im gleichen Jahr verloren die Habsburger die Kontrolle über das Gebiet. Ab 1389 verpfändeten sie die Gemeinde an die Stadt Luzern, welche 1405 die volle Herrschaft über Wolhusen erlangte. Die Gemeinde gehörte bis 1798 zur Landvogtei Ruswil, danach bis 1803 zum Distrikt Ruswil und dann bis 1814 zum neu geschaffenen Amt Entlebuch. Seither gehört sie als Grenzgemeinde zum Amt Sursee.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Wolhusen besteht aus sechs Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Peter Bigler (FDP): Gemeindepräsident
  • Willi Bucher (CVP): Gemeindeammann
  • Iwan Fellmann: Gemeindeschreiber
  • Rita Brunner-Lipp (CVP)
  • Ueli Lustenberger (SVP)
  • Guido Zihlmann (CVP)

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Wolhusen: CVP 44,6 %, SVP 25,5 %, FDP 20,3 %, GPS 5,0 %, SP 4,6 %.[5]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Wolhusen: CVP 36,5 %, SVP 33,1 %, FDP 14,9 %, SP 6,8 %, GPS 4,5 %, glp 2,5 %, BDP 0,6 %.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolhusen ist ein Verkehrsknotenpunkt. Hier verzweigen sich die Bahnlinien Luzern-Bern und Luzern-Langenthal. Und von hier verkehren die Buslinien Wolhusen-Doppleschwand-Romoos-Holzwegen und Wolhusen Spital sowie die Linie Wolhusen-Ruswil (mit Anschluss nach Buttisholz, Sursee).

Wolhusen ist auch für den privaten Verkehr ein wichtiger Ort. Strassen gehen von hier nach Luzern, Ruswil (ins Rottal), ins Entlebuch (und von dort nach Thun und Bern) und Richtung Willisau. Die nächsten Autobahnanschlüsse sind in Dagmersellen in 21 km und in Emmen (Nord und Süd) in 20 km Entfernung. Beide liegen an der A2.

Die erstgebaute Re 620 Streckenlokomotive der SBB mit der Betriebsnummer 11601 (frühere Bauartbezeichnung Re 6/6) trägt seitlich das Wappen der Gemeinde Wolhusen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Beinhaus oberhalb der Pfarrkirche St. Andreas ist ein hervorragend restaurierter Totentanzzyklus zu sehen, der von Fachleuten als der qualitätvollste der Innerschweiz (außer Luzern) bezeichnet wird. An den Längswänden der Kapelle stehen sich je vier Vertreter der geistlichen und weltlichen Obrigkeit gegenüber (Papst, Kardinal, Bischof, Priester sowie Kaiser, König, Kurfürst, Edelmann), während an der Giebelseite vier Vertreter der niederen Stände abgebildet sind (Wirt, Wucherer, Bäcker, Mönch). Außergewöhnlich ist, dass den 17 gemalten Todesgestalten hier echte Totenschädel mit der jeweils zur Szene passenden Drehung des Kopfes aufgesetzt sind. Die vierzeiligen Verse enthalten die Klagen der Sterbenden und vereinzelt auch Monologe des Todes.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wolhusen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  4. Gemeindeprofil Wolhusen
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Wolhusen
  6. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 1. Juni 2016.
  7. Hans Georg Wehrens: Der Totentanz im alemannischen Sprachraum. "Muos ich doch dran - und weis nit wan". Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2563-0. S. 215ff.