Wolkersdorf (Schwabach)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wolkersdorf
Stadt Schwabach
Koordinaten: 49° 21′ 43″ N, 11° 1′ 27″ O
Höhe: 309–361 m ü. NHN
Einwohner: 3766 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91126
Vorwahl: 0911
Oberwolkersdorf (1753)
Oberwolkersdorf (1753)
Am Wasserschloß 36: Ehemaliges Wasserschloss
Schloss Wolkersdorf auf einer Silbermedaille von 1674
Am Wasserschloß 34: Ehemaliges Verwalterhaus des Schlosses
Baimbacher Straße 4: Ehemaliges Jagd- und Landhaus

Wolkersdorf ist ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Schwabach in Mittelfranken.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Pfarrdorf fließt der Zwieselbach, der unmittelbar östlich des Ortes als linker Zufluss in die Rednitz mündet. Im Südwesten liegt das Waldgebiet „Waldspitz“, im Westen der „Hörmannsberg“ und der „Heroldsberg“, im Norden liegt das „Schneittental“, im Nordosten das Flurgebiet „Grund“ und im Südwesten das „Katzwanger Hölzlein“.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1241 wird der Ort als „Wolcolfesdorf“ erstmals urkundlich erwähnt.[3] Zu dieser Zeit gehörte der Ort zur Katzwanger Mark, die dem Kloster Ellwangen unterstand. 1296 verkaufte das Kloster Ellwangen die Katzwanger Mark an das Kloster Ebrach. 1297 wird ein Ortsadel zu „Vokoltstorf“ erwähnt, der bis zum 14. Jahrhundert nachweisbar ist. In der Folgezeit wurden Nürnberger Patrizier Grundherren des Ortes und des Schlosses. Am längsten hatten die Fürer von Haimendorf das Schloss in Besitz (1630–1843).[4] 1732 gab es laut den Oberamtsbeschreibungen von Johann Georg Vetter in Oberwolkersdorf 7 Haushalte und in Unterwolkersdorf 11 Haushalte. Alle Anwesen unterstanden dem Nürnberger Eigenherrn von Fürer.[5] Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Oberwolkersdorf 11 und in Unterwolkersdorf 11 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte der Nürnberger Eigenherr von Fürer inne. Alle Anwesen hatten den Nürnberger Eigenherren von Fürer als Grundherrn. Neben den Haushalten gab es noch zwei Hirtenhäuser, die beide kommunale Gebäude waren.[6]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Wolkersdorf dem Steuerdistrikt Dietersdorf, II. Sektion zugeordnet. Es gehörte auch der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Dietersdorf an. Am 14. Oktober 1959 wurde die Gemeinde nach Wolkersdorf umbenannt. Am 1. Juli 1972 wurde Wolkersdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Schwabach eingegliedert.[7]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Diverse Wohngebäude
  • Ehemaliges Wasserschloss
  • Ehemaliges Jagd- und Landhaus
  • Wohnhaus mit Atelier des Künstlers Wilhelm Schiller
  • Ehemaliges Gasthaus
  • Eisenbahnbrücke

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 208 228 331* 299 334 312 462 1401 1759 2516 3766
Häuser[8] 38 46 54 65 100 224 364 1102
Quelle [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [1]
* inklusive Raubershof

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend evangelisch-lutherisch. Die Einwohner von Oberwolkersdorf waren ursprünglich nach St. Georg in Dietersdorf gepfarrt, während die Einwohner von Unterwolkersdorf nach Katzwang gepfarrt waren.[6] Mittlerweile ist ganz Wolkersdorf in die 1952 gegründete Pfarrei St. Christophorus gepfarrt.[19] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Heimatvertriebene römisch-katholischer Konfession angesiedelt. Seitdem gibt es die römisch-katholische Kirchengemeinde Verklärung Christi.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 2 führt nach Holzheim bzw. nach Schwabach. Die Kreisstraße SC 1 führt nach Dietersdorf. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Unterbaimbach und nach Katzwang.

Brauwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seit 2015 gibt es in Wolkersdorf die kleine Brauerei Zwieselbrau.[20]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wolkersdorf (Schwabach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 324 (Digitalisat).
  2. Wolkersdorf im BayernAtlas
  3. F. Eigler, S. 296.
  4. W. Ulsamer (Hrsg.), S. 646f.
  5. F. Eigler, S. 297.
  6. a b F. Eigler, S. 411, 428.
  7. F. Eigler, S. 469.
  8. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  9. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 105 (Digitalisat).
  10. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 234 (Digitalisat). Oberwolkersdorf: 132 Einwohner, 21 Häuser; Unterwolkersdorf: 96 E., 25 H.
  11. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1086, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  12. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1251, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat). Oberwolkersdorf: 96 Einwohner; Unterwolkersdorf: 203 E.
  13. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1186 (Digitalisat). Oberwolkersdorf: 105 Einwohner, 17 Wohngebäude; Unterwolkersdorf: 229 E., 37 Wgb.
  14. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1258 (Digitalisat). Oberwolkersdorf: 85 Einwohner, 19 Wohngebäude; Unterwolkersdorf: 227 E., 46 Wgb.
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1296 (Digitalisat). Oberwolkersdorf: 170 Einwohner, 29 Wohngebäude; Unterwolkersdorf: 392 E., 61 Wgb.
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1123 (Digitalisat). Oberwolkersdorf: 379 Einwohner, 66 Wohngebäude; Unterwolkersdorf: 1022 E., 158 Wgb.
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 827 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 167 (Digitalisat).
  19. W. Ulsamer (Hrsg.), S. 646.
  20. Zwieselbrau. Abgerufen am 17. Juli 2018 (deutsch).