Wolzig

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Wolzig
Gemeinde Heidesee
Koordinaten: 52° 16′ 3″ N, 13° 50′ 18″ O
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 6,9 km²
Einwohner: 581 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner/km²
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15754
Vorwahl: 033767
Dorfanger in Wolzig
Dorfanger in Wolzig
Wolziger Mole

Wolzig (niedersorbisch Wólsk[2]) ist seit dem 26. Oktober 2003 ein Ortsteil in der Gemeinde Heidesee in Brandenburg, südöstlich von Berlin im Landkreis Dahme-Spreewald.[3] Der Ort liegt am Wolziger See, dem größten See in der Gemeinde Heidesee, welcher nach dem Ort benannt ist, nahe beim Hauptort der Gemeinde, Friedersdorf.

Wolzigs Ursprung reicht auf eine alte slawische Siedlung zurück.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Spreenhagener Straße 1 wurde 1929 ein jüdisches Jugend- und Pflegeheim erbaut, in dem straffällig gewordene Jugendliche im Sinne der Reformpädagogik resozialisiert wurden. Im Juni 1933 überfielen SA-Männer das Heim und verschleppten 40 Jugendliche und fünf Erzieher nach Berlin und weiter in das KZ Oranienburg. Das Haus wurde NS-Organisationen übertragen und war ab 1948 Alters- und Pflegeheim. Nach längerem Leerstand wurde das Gebäude von 2001 an saniert und zum Labor umgebaut. Seit 2003 ist dort das biopharmazeutische Unternehmen Seramun Diagnostica ansässig.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolziger Wurzelbaum

Im Flechten- und Heidekrautkiefernwald, etwa 500 Meter vom Ortseingang entfernt, befindet sich ein Wurzelbaum, der als Naturdenkmal geschützt ist; die Kiefer ist 17 Meter hoch und hat einen Wurzelumfang von 19,7 Metern. Durch Abfahren der unter der Kiefer befindlichen Binnendüne in den 1930er Jahren, steht die Kiefer nun auf ihren freigelegten Wurzeln.

Die Mole in Wolzig, die am Storkower Kanal bis zur Mündung in den See führt, ist wieder begehbar. Von hier hat man eine sehenswerte Aussicht über den See. Der Storkower Kanal trennt die Ortschaft, kann aber über eine Brücke überquert werden; der Kanal zieht sich quer durch den Ort und bietet so eine lange Anlegefläche für Boote und kleine Yachten.

Bis kurz vor seiner Mündung in den Wolziger See begleitet den Kanal das Naturschutzgebiet Storkower Kanal, das das Stahnsdorfer Fließ mit einbezieht und wild lebende Pflanzengesellschaften, Bruchwaldgesellschaften und Tierarten in der vermoorten Niederung zwischen dem Wolziger und Stahnsdorfer See bewahren soll. Dazu zählen Hochstaudenfluren und Krebsscherenfluren und gefährdete Tierarten wie Fischotter, Rapfen und Bitterling. Das Gebiet ist zudem als FFH-Gebiet im Natura 2000 Verbund ausgewiesen.[5][6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nächste Bahnhof befindet sich im 3 Kilometer entfernten Ort Friedersdorf, auf der Linie RB 36 zwischen Königs Wusterhausen und Frankfurt (Oder). Die einzige Anbindung des Ortes an den ÖPNV besteht über Buslinien nach Storkow und Königs Wusterhausen (über Friedersdorf). Die Busse halten in Wolzig an drei Stationen.

Zwischen Friedersdorf und Wolzig befindet sich der Flugplatz Friedersdorf.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Strand mit Strandbar und Strandhaus
  • Bürgerhaus und Jugendtreff „Alte Kaufhalle“

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis des Landes Brandenburg. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB), abgerufen am 20. Juni 2020.
  2. Sophie Wauer: Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow (= Brandenburgisches Namenbuch. Band 12 = Berliner Beiträge zur Namenforschung. Band 13). Nach Vorarbeiten von Klaus Müller. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08664-1, S. 226–228 → Wolzig / Wólsk.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  4. Firmengeschichte von Seramun Diagnostica
  5. Minister für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg: Verordnung über das Naturschutzgebiet „Storkower Kanal“ vom 24. Mai 2004. (GVBl.II/04, Nr. 13, S. 338). Potsdam, den 24. Mai 2004.
  6. 3749-306 Storkower Kanal.  (FFH-Gebiet) Steckbriefe der Natura-2000-Gebiete. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Abgerufen am 18. November 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wolzig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien