Women in Black

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Women in Black (hebräisch נשים בשחור) ist eine Anti-Kriegs-Bewegung von Frauen mit geschätzt 10.000 Aktivistinnen rund um die Welt. Die erste Gruppe wurde 1968 in Jerusalem gegründet.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Women in Black bei einem Protest in New Paltz, New York
Women in Black bei einem Protest am Paris Square, Jerusalem, mit den charakteristischen Stoppschildern mit der Aufschrift "Stoppt die Okkupation" in drei Sprachen

Women in Black kann als Antwort erachtet werden, auf sie als schwere Menschenrechtsverletzungen durch israelische Soldaten in den besetzten Gebieten erlebt haben. Die Frauen hielten jeden Freitag im Zentrum von Jerusalem eine Mahnwache, während deren sie schwarze Kleider trugen, um Trauer für alle Opfer des Konflikts auszudrücken. Ursprünglich hatte die Gruppe keinen Namen, wurde aber schnell mit den schwarzen Kleidern identifiziert, was auch half, charakteristische und schwer zu ignorierende Demonstrationen zu schaffen.[2]

Schnell breitete sich die Initiative aus zu anderen Orten in Israel, wo Frauen wöchentlich auf zentralen Plätzen von Städten oder an wichtigen Kreuzungen standen. Früh wurde beschlossen, dass die Bewegung kein formelles Programm haben sollte neben dem Widerstand gegen die Okkupation. Lokale Gruppen waren autonom in der Entscheidung über Fragen wie ob die Teilnahme auch Männern offen stehen sollte, und es gab viele politische Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen. Auf dem Höhepunkt der Intifada gab es dreißig Mahnwachen an verschiedenen Orten in ganz Israel. Nach dem Beginn des Oslo-Friedensprozesses 1993, als Frieden in greifbarer Nähe zu sein schien, schrumpfte die Anzahl, stieg aber wieder, nachdem die Hoffnungen zerschlagen wurden durch neue Gewaltausbrüche.

Die ersten Mahnwachen in anderen Ländern wurden in Solidarität mit der israelischen Gruppe gehalten, aber nahmen bald auch andere soziale und politische Themen auf. Besonders bemerkenswert war die Women in Black Gruppe im ehemaligen Jugoslawien, die sich in den 1990er Jahren dem grassierenden Nationalismus, Hass, und Blutvergießen entgegenstellte, und oft Gewalt von Seiten der Nationalisten begegnete.

Women in Black in Indien wehren sich gegen Hindu-Fundamentalismus und die Gewalt die er über Frauen brachte. In Italien protestieren Women in Black gegen Krieg und organisiertes Verbrechen. In Australien stellen sich Women in Black gegen häusliche Gewalt.[3]

Während jede Gruppe frei ihren eigenen Ziele und Aktivitäten nachgehen kann, stehen die Frauen in regelmäßigem Kontakt via Email und Internet und halten jährliche internationale Konferenzen. Die am meisten verbreitete Strategie ist es, in regelmäßigen Abständen zusammen an öffentlichen Orten zu stehen, oft schweigend, außer wenn Fußgänger Fragen stellen, die sich manchmal zu Diskussionen entwickeln.

Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Fall wurde eine Gruppe von Women in Black in den USA beschuldigt, amerikanische Soldaten zu verspotten und nicht zu respektieren. In Athens, Georgia hielt bei einem Protest eine nicht identifizierte Person, angeblich kein Mitglied des Militärs, aber eine Uniform tragend, mit pazifistischen Buttons daran, zusammen mit den Women in Black Schilder.[4]

Women in Black in Austin, Texas, erklärten, wöchentliche Mahnwachen abhalten zu wollen gegen die Bombardierung von Afghanistan durch das US-Militär nach den Anschlägen vom 11. September.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In 2001 wurde die Bewegung ausgezeichnet mit dem Millennium Peace Prize for Women des United Nations Development Fund for Women. Im gleichen Jahr waren die Women in Black Gruppen in Israel und in Serbien nominiert für den Friedensnobelpreis.[5]

Bibliographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Melanie S. Rich, Kalpana Misra: Jewish feminism in Israel: some contemporary perspectives, Brandeis University Press, Hanover, NH 2003, ISBN 978-1584653257, Seite 114
  2. Dale Spender, Cheris Kramarae: Routledge International Encyclopedia of Women: Global Women's Issues and Knowledge. Hrsg.: Routledge. ISBN 978-1-135-96315-6, S. 1517 (google.co.il).
  3. Marguerite Waller, Jennifer Rycenga: Frontline Feminisms: Women, War, and Resistance. Hrsg.: Routledge. ISBN 978-1-135-95454-3 (google.tn).
  4. Charles A. Jones, Jr.: Peace protesters must respect U.S. soldiers (Memento des Originals vom 1. März 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/onlineathens.com Athens Banner-Herald, 3. Oktober 2007
  5. Women in Black. In: Mary Zeiss Stange, Carol K. Oyster, Jane E. Sloan (Hrsg.): Encyclopedia of Women in Today's World. ISBN 978-1-4129-7685-5, S. 1561 (google.co.il).