Women in Red

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Logo von „Women in Red“

Women in Red („Frauen in Rot“), abgekürzt WiR, ist ein kollaboratives Schreibprojekt innerhalb der Wikipedia mit dem erklärten Ziel, den Gender Gap (Geschlechterabstand) in der Wikipedia zu verringern. Das Projekt bemüht sich darum, dass mehr Artikel über bemerkenswerte Frauen erstellt werden, die bisher noch nicht bestehen. Das Potenzial für solche fehlenden Artikel kann mithilfe der roten Wikilinks in bestehenden Artikeln ermittelt werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Video: Women in Red-Präsentation von Roger Bamkin auf der Wikimania 2017 (10 Minuten)

Women in Red geht zurück auf zwei Wikipediaautoren: Roger Bamkin hatte 2015 die ursprüngliche Idee, und bald schloss sich Rosie Stephenson-Goodknight ihm an. Bamkins ursprüngliche Idee für den Namen des Projektes, Project XX, wurde schnell verworfen zugunsten von WikiProject Women in Red.[1] Nachdem das Projekt gestartet war, schloss sich die feministische Wissenschaftlerin und Wikipedia-Autorin Emily Temple-Wood an. Sie hat sich vorgenommen, jedes Mal, wenn sie belästigt wird wegen ihres freiwilligen Engagements für Wikipedia, einen neuen Artikel über Wissenschaftlerinnnen zu schreiben.[1]

An der Wikimania 2016 in Esino Lario (Italien) ernannte Jimmy Wales, der Wikipedia 2001 mitbegründet hatte, Stephenson-Goodknight und Temple-Woods zu Wikipedians of the Year („Wikipedianerinnen des Jahres“) für ihre gemeinsamen Anstrengungen, den Gender Gap zu füllen.[1][2]

Methoden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Women in Red-Edit-a-thon am Newnham College (2017)
Button zur Präsentation der WiR-Edit-a-thons am International Women’s Day 2017

Women in Red führt Wikipedia-Schreibaktionen – „Edit-a-thons“ genannt – in Städten rund um die Welt durch, außerdem einen ständigen virtuellen Edit-a-thon.[3] Die ganztägigen Edit-a-thons vor Ort sind fokussierte Events, um neue Beitragende auszubilden, den Gender Gap in der Wikipedia kleiner werden zu lassen und mehr Artikel über bemerkenswerte Frauen einzubinden.[4] Ein weiteres Ziel ist es, die Anzahl der weiblichen Autoren zu erhöhen. 2011 waren ungefähr 15 % aller Autoren Frauen.[5][6][4] Eine Erhebung im Jahr 2014 in der englischsprachigen Wikipedia bemaß den Anteil von Frauenbiografien auf 14,5 % aller Biographien.[4]

Die Teilnehmenden von Women in Red helfen, rund 150 Arbeitslisten von rot verlinkten und somit nicht vorhandenen Artikeln zu sortieren, um das Suchen und Erstellen von fehlenden Artikeln zu erleichtern.[7] Am 22. Dezember 2016 hatte das Kernteam der Women in Red-Editoren über 45.000 Artikel erstellt und die Prozentzahl der nachgezählten Frauenbiografien auf ungefähr 17 % aller Biografien in der englischsprachigen Wikipedia erhöht.[8][4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Logo des WikiProjekts „Frauen in Rot“ (international: Women in Red) WikiProjektFrauen in Rot – Workshops zur Erstellung von Frauenbiografien
  • Art+Feminism (Wikipedia-Schreibaktionen zu Frauen in der Kunst)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Molly Redden: Women in science on Wikipedia: will we ever fill the information gap? In: The Guardian. 19. März 2016, abgerufen am 5. Oktober 2019 (englisch).
  2. Meldung: Sexismus: Wie Emily Temple-Wood Wikipedia weiblicher macht. In: Geo.de. 6. Januar 2020, abgerufen am 6. Januar 2020; Zitat: „Wikipedia-Mitgründer Jimmy Wales ehrte Temple-Wood 2016 als ‚Wikipedianerin des Jahres‘.“
  3. Claire Murray, Alice White, Jess Wade: Improving gender balance on Wikipedia. In: RSC.org. 21. August 2017, abgerufen am 5. Oktober 2019 (englisch).
  4. a b c d Maggie Gordon: Wikipedia editing marathons add women’s voices to online resource. In: Houston Chronicle. 9. November 2017, abgerufen am 5. Oktober 2019 (englisch).
  5. Andrew Lih: Opinion: Can Wikipedia Survive? In: The New York Times. 20. Juni 2015, abgerufen am 5. Oktober 2019 (englisch): „[…] the considerable and often-noted gender gap among Wikipedia editors; in 2011, less than 15 percent were women.“
  6. Wikimedia Foundation: Wikipedia Editors Survey 2011 November. Studie November 2011 (englisch; Bearbeitungsstand: 13. Oktober 2017).
  7. Lucia Stein: Wikipedia edit-a-thon tackles internet gender gap. In: ABC News. 9. Dezember 2016, abgerufen am 5. Oktober 2019 (australisches Englisch).
  8. Dimitra Kessenides, Max Chafkin: Is Wikipedia Woke? The ubiquitous reference site tries to expand its editor ranks beyond the Comic Con set. In: Bloomberg Businessweek. 22. Dezember 2016, abgerufen am 5. Oktober 2019 (englisch).