Wonfurt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wonfurt
Wonfurt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wonfurt hervorgehoben
Koordinaten: 50° 1′ N, 10° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Haßberge
Verwaltungs­gemeinschaft: Theres
Höhe: 220 m ü. NHN
Fläche: 17,37 km2
Einwohner: 1980 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 97539, 97478
Vorwahlen: 09521, 09528Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HAS, EBN, GEO, HOH Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Gemeindeschlüssel: 09 6 74 219
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstr. 3
97531 Theres
Webpräsenz: www.wonfurt.de
Bürgermeister: Holger Baunacher (CSU/Dampfacher Liste/Steinsfelder Liste)
Lage der Gemeinde Wonfurt im Landkreis Haßberge
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Über dieses Bild

Wonfurt ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Haßberge und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Theres.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wonfurt liegt im Landkreis Haßberge, nahe der Kreisstadt Haßfurt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fünf Ortsteile (in Klammern Einwohnerzahl, Stand: Jan. 2009) sind[2]:

Es existieren folgende Gemarkungen: Dampfach, Steinsfeld, Reinhardswinden, Wonfurt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Haßfurt, Knetzgau, Donnersdorf und Theres.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte Wonfurts beginnt spätestens in der jüngeren Hallstattperiode, wie die Grabhügel im Waldbezirk Dickerschlag bezeugen. Da dort wahrscheinlich schon zu keltischer Zeit ein wichtiger Flussübergang bestand, war die Furt, deren Beiname sich sowohl auf das keltische won = Wiesensumpf als auch auf das althochdeutsche wunnja = Weideland beziehen könnte, lange ein Zankapfel höchster Interessen.

Laut Überlieferung war das Schloss in Wonfurt ursprünglich ein Gerichtshof. Nach der Besiedelung des Maingebietes durch die Franken wurde dort unter Karl dem Großen eine Zentralstelle (Centurie) gegründet, ein Hauptsitz von Gericht und Verwaltung der umliegenden Siedlungen.

Der Überlieferung nach soll Wonfurt seinen Namen von der ersten Besitzerin dieses Gerichtshofes erhalten haben, einer Frau Unfordi, deren Mann in einem Feldzug gegen die Thüringer gefallen war und die den Hof 810 bis 850 besaß. Da sie keine Nachkommen hatte, übergab sie ihren Besitz dem Grafen Albert von Babenberg, Burggraf zu Theres, mit der Bedingung, dass der Hof nur an eine geistliche Bruderschaft übergeben werden dürfe, falls der Graf oder seine Nachkommen den Hof veräußerten.

Der Ort wurde erstmals im Jahre 905 in einer Fuldaer Urkunde als Uniforti erwähnt. Graf Adalberd, einer der Babenberger Brüder, übergab im Tauschwege „dem heiligen Bonifatius“, also dem Kloster Fulda, einige Orte im Volkfeld, darunter auch Uuunfurten (Wonfurt) mit allen Rechten. Der Tauschvertrag wurde von König Ludwig dem Kind (900–911) im Jahre 904 im Königshof zu Forchheim genehmigt.

Im 10. Jahrhundert wurde Wonfurt Klostergut der Abtei Hersfeld. Am 5. Februar 1015 tauschte es Kaiser Heinrich II. ein, der damit das 1007 gegründete Bistum Bamberg ausstattete.[3]

Das Rittergut (Schloss Wonfurt) der seit 1569 in Wonfurt ansässigen Freiherren von Seckendorff wurde 1806 durch das Großherzogtum Würzburg des Erzherzogs Ferdinand von Toskana mediatisiert und fiel mit diesem 1814 an Bayern. Seit 1978 ist es im Privatbesitz der Familien von Bismarck.

21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2005 feierte die Gemeinde ihr 1100-jähriges Bestehen mit einem großen Dorffest.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Wonfurt gehören seit der Gebietsreform, die am 1. Mai 1978 wirksam wurde, die ehemals selbstständigen Gemeinden Dampfach und Steinsfeld.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seckendorff-Schloss
St.-Andreas-Kirche
St. Sebastians-Kirche im Gemeindeteil Steinsfeld
  • Seckendorff-Schloss
Das Schloss ist eine wehrhafte Anlage vom Ende des 16. Jahrhunderts mit quadratischem Grundriss und vier Ecktürmen. Es wurde 1695 barockisiert. Im Innenhof befindet sich ein Arkadenbau. Das ehemalige Wasserschloss wird für Kammermusikkonzerte und literarische Veranstaltungen genutzt und kann auch gemietet werden.
  • St.-Andreas-Kirche
Der Bau der Kirche begann im Jahr 1817 nach den Plänen des königlichen Bauinspektors Bernhard Morell. Als Vorbild diente das Pantheon in Rom. Nähert man sich der Ortsmitte, von Haßfurt kommend, dominiert sie das Ortsbild. Auf der großen Freitreppe vor der Kirche stehen die Statuen des heiligen Benedikts und der heiligen Katharina. Diese Figuren stammen von der Benediktinerabteikirche Obertheres, die im Zuge der Säkularisation abgerissen wurde und deren behauene Steine und Quadern zum Bau der Sankt-Andreas-Kirche verwendet wurden.
  • Die Katholische Friedhofskapelle
von 1755 enthält Grabsteine der Herren von Fuchs aus dem 16./17. Jahrhundert und eine Rokoko-Kreuzigungsgruppe um 1750.
liegt nordöstlich von Wonfurt. Der Quelltrichter der Mineralquelle ist durch Kalktuffablagerungen erhöht.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2014 und 2008 brachten folgende Sitzverteilungen im Gemeinderat:

CSU Wonfurter Liste-SPD/Freie Wähler Grüne Steinsfelder Liste Dampfacher Liste Gesamt
2014 4 2 2 2 2 12 Sitze
2008 3 2 2 2 3 12 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2013 Holger Baunacher (CSU/Dampfacher Liste/Steinsfelder Liste). Sein Vorgänger war Dieter Zehendner (CSU).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wonfurt ist zu einem der Recycling-Standorte des Landkreises geworden, neben einer großen Autoverwertung und einer Firma für Kabelrecycling befindet sich hier auch das Kreisabfallzentrum.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wonfurt liegt direkt an der Maintal-Autobahn (A 70), Anschlussstelle Theres/Hassfurt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergarten Wonfurt

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seit 2005 findet jährlich im Sommer das Musikfest Schloss Wonfurt statt. Veranstalter ist der Bismarck’sche Salon.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der TSV Wonfurt bietet neben den Hauptabteilungen Fußball, Turnen, Volleyball, Tennis, Speedminton, auch ein vielseitiges Kursprogramm an.
  • Der Sportanglerverein Wonfurt, gegründet 1965, zählte im Jahre 2004 150 Mitglieder.
  • Der Verein für Hundesport Wonfurt bietet regelmäßige Veranstaltungen wie Hindernislauf und Hundeturnier.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wonfurt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1100 Jahre Wonfurt 905–2005, Das alte Wonfurt in Bildern, erschienen 2004, ISBN 3-00-014175-8
  • Schriftenreihe des Historischen Vereins Landkreis Haßberge e. V., Beihefte, Heft 2, Vortrag anlässlich des Jubiläumsabends zur 1100-Jahrfeier am 12. März 2005 1100 Jahre Geschichte in Wonfurt ISBN 3-938438-01-0

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111025/164732&attr=OBJ&val=1646
  3. Urkunde vom 5. Februar 1015 = RI II,4 n. 1859 in: Regesta Imperii Online. Abgerufen am 5. Februar 2015.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 760.