World Discoverer

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World Discoverer
Die World Discoverer auf Grund in der Roderick Dhu Bay

Die World Discoverer auf Grund in der Roderick Dhu Bay

Schiffsdaten
Flagge LiberiaLiberia Liberia
andere Schiffsnamen
  • Bewa Discoverer
Schiffstyp Kreuzfahrtschiff
Rufzeichen ELDU3 [1]
Heimathafen Monrovia
Eigner Adventurer Cruises
Reederei Discoverer Reederei
Bauwerft Schichau-Unterweser, Bremerhaven
Baunummer 2250
Stapellauf 8. Dezember 1973[2]
Übernahme 19. Oktober 1975[2]
Indienststellung Oktober 1975
Streichung aus dem Schiffsregister 2000
Verbleib Am 30. April 2000 vom Kapitän auf Grund gesetzt, halb gesunken, geplündert
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
87,51 m (Lüa)
Breite 15,12 m
Tiefgang max. 4,4 m
Vermessung 3.724 BRZ[1]
 
Besatzung 75
Maschine
Maschine 2 × Atlas-MaK-Dieselmotor (8M452AK)
Maschinen-
leistung
4.800 PS (3.530 kW)
Dienst-
geschwindigkeit
12,8 kn (24 km/h)
Höchst-
geschwindigkeit
16,5 kn (31 km/h)
Propeller 1 × Verstellpropeller
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 152
Ausstattung
Bugstrahlruder

400 PS

Sonstiges
Registrier-
nummern

IMO-Nr. 7349053[1]

Die World Discoverer war ein 1975 in Dienst gestelltes Kreuzfahrtschiff. Das ursprünglich unter dem Namen Bewa Discoverer gebaute Schiff wurde am 30. April 2000 vor Honiara (Salomonen) auf Grund gesetzt und kenterte daraufhin, nachdem es auf das zur damaligen Zeit noch unkartierte Mid-Reef auflief.

Das in der Zwischenzeit von den Bewohnern der Insel geplünderte Wrack der World Discoverer liegt bis Heute vor Honiara und ist ein beliebtes Ziel für Touristen der Inselgruppe.

Geschichte[Bearbeiten]

Dienstzeit[Bearbeiten]

Das Schiff wurde 1974 in der Werft Schichau-Unterweser in Bremerhaven gebaut. Es sollte ursprünglich den Namen Bewa Discoverer tragen, wurde jedoch nie unter diesem Namen in Dienst gestellt.

Die World Discoverer besaß bis 1984 einen roten Rumpf, bis sie von Society-Expeditions in Seattle, Washington, USA übernommen wurde. Anschließend wurde das Schiff auf der Jurong-Shipyard in Singapur innen komplett neu ausgestattet und der Rumpf dunkelblau angepönt. Sie sollte dann als Yacht-Class-Cruiser für Heritage-Cruises in New York in Charter fahren. Zuletzt wurde sie vom Expeditions-Kreuzfahrtenveranstalter Society Expeditions mit Sitz in Bremen betrieben. Konzipiert war sie als Expeditions-Passagierschiff, das Kreuzfahrtpassagiere an die entlegensten Orte der Erde bringen sollte. Dazu gehörten auch besondere schiffsbautechnische Eigenschaften, die das Vordringen in Polarregionen ermöglichten (Eisklasse A-1). Um Passagiere auch außerhalb von Hafenanlagen an Land bringen zu können, war das Schiff mit zehn Zodiac-Schlauchbooten, zwei Tenderbooten (mit Namen Castor und Pollux) und später auch einem Glasbodenboot ausgerüstet.

im Hafen von Toronto, Juli 1989

Die World Discoverer war das erste Passagierschiff, das 1985 die Nordwestpassage mit Kreuzfahrtpassagieren an Bord von West nach Ost bewältigte.[3] Die Reise unter dem Kommando von Kapitän Heinz Aye dauerte 32 Tage vom Abgangshafen Nome (Alaska) zum Zielhafen Halifax (Nova Scotia)/Kanada. Als eines der ersten Schiffe brachte die World Discoverer Touristen auf die antarktische Halbinsel, nach Südgeorgien, die Südorkneys und in die Arktis. Zusammen mit der kleineren Lindblad Explorer leistete sie Pionierarbeit in der Erschließung des Amazonas für Kreuzfahrtpassagiere. Der Amazonas wurde bis nach Iquitos befahren. Zu ihrem Operationsgebiet gehörten die entlegensten Gebiete des Südpazifik, darunter Inseln wie Pitcairn, Ducie, Henderson (Pitcairninseln), Puka-Puka (Tuamotu-Inseln), Puka Rua, Fatu Hiva, die kaum auf andere Weise erreichbar waren. Nach der Grenzöffnung im Osten wurden auch das russische Polarmeer und vorher für Besucher unerreichbare Gebiete wie Kamtschatka, Sachalin und die Kurilen angefahren.

Havarie[Bearbeiten]

Am 30. April 2000 05:00 UTC lief die World Discoverer in der Sandfly-Passage nördlich von Honiara (Salomonen) auf das noch unkartierte Mid-Reef auf (9° 0′ 0″ S, 160° 7′ 12″ O-9160.12) und schlitzte sich die Steuerbordseite auf. Um ein Sinken zu verhindern, setzte der Kapitän das Schiff in der 1,4 sm weiter südlich liegenden Roderick Dhu Bay auf Grund. Personenschaden entstand nicht. Nach einer Untersuchung des Rumpfes durch Taucher wurde das Schiff als Totalschaden abgeschrieben. Das gestrandete Schiff wurde in der Folgezeit durch Bewohner der sich im Bürgerkrieg befindenden Salomonen geplündert und weiter beschädigt. Bereits begonnene Bergungsversuche einer australischen Bergungsfirma wurden abgebrochen. Das Wrack liegt immer noch mit etwa 38° Schlagseite vor der Insel auf Position 9° 1′ 23,1″ S, 160° 7′ 23,2″ O-9.0230805555556160.12311111111Koordinaten: 9° 1′ 23,1″ S, 160° 7′ 23,2″ O.

Nach dem Verlust des Schiffes wurde im Jahre 2002 die ehemalige Dream 21 als neue World Discoverer in Dienst gestellt. Dieses Schiff hieß zwischenzeitlich Prince Albert II und fährt seit 2011 unter dem Namen Silver Explorer. 2004 wurde das Unternehmen Expeditions-Kreuzfahrtenveranstalter Society Expeditions insolvent.

Ausstattung[Bearbeiten]

Die World Discoverer konnte 134 Personen in 5 Suiten und 67 Außenkabinen auf 7 Passagierdecks befördern. Das Schiff besaß außerdem ein Kino (das auch als Konferenzsaal genutzt werden konnte), drei Lounges, einen Pool am Heck, eine Bücherei, einen Bordshop sowie das Hauptrestaurant Marco Polo.

Fotogalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: World Discoverer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b c Equasis
  2. a b MS World Discoverer, Fakta om Fartyg (schwedisch)
  3. An Adventure in the Arctic, Going West to East. Los Angeles Times, 6. April 1986 (englisch).