World Triathlon Corporation

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World Triathlon Corporation
Rechtsform Corporation
Gründung Dezember 1989
Sitz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Tampa (Florida)
Leitung Andrew L. Messick, CEO
Blair LaHaye, CCO
Christopher Stadler, CMO
Branche Organisation von Ausdauersportveranstaltungen (Triathlon, Radsport, Laufsport), Lizenzierung von Markenzeichen, Merchandising, Medienproduktion
Website www.ironman.com

Die World Triathlon Corporation (WTC) ist ein kommerzielles Unternehmen mit Sitz in Tampa (Florida), das als weltweiter Marktführer Ausdauersportveranstaltungen insbesondere unter der Marke Ironman organisiert und lizenziert sowie vermarktet. Im August 2015 wurde das Unternehmen von der Investmentgesellschaft Providence Equity Partners an die chinesische Wanda Group verkauft. Als Kaufpreis wurde ein Betrag von 650 Millionen US-Dollar genannt.[1]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Übernahme der WTC durch Providence 2008 wurde die WTC eine 100 %tige Tochter der hierzu gegründeten World Endurance Holding. Geschäftsführer (CEO) der WTC ist seit 2011 der US-Amerikaner Andrew Messick.[2][3] Ihren für 2015 erwarteten Umsatz gab die WTC im August 2015 mit 183 Millionen US$ an, wobei eine durchschnittliche Wachstumsrate in den letzten vier Jahren von 21 % genannt wurde.[4] In den unterschiedlichen Märkten wird die WTC durch Tochtergesellschaften vertreten, so bündelt die Ironman Germany GmbH in Liederbach die europäischen Aktivitäten der WTC. 2014 schüttete die WTC eine Dividende von 220 Millionen US$ an ihre Eigner aus, nahm hierzu allerdings einen Kredit in Höhe von 240 Millionen US$ auf.[5]

Insgesamt werden aktuell durch die WTC selbst bzw. ihre Lizenzpartner 219 Ausdauersportveranstaltungen unter ihren verschiedenen Marken organisiert, davon 42 in Europa.(Stand September 2015)[6]

Ein Alleinstellungsmerkmal der WTC stellen die geschützten Markenzeichen dar. So wurde bereits 1981 – einige Jahre bevor unabhängige Sportverbände gegründet wurden, die für einen Ausgleich zwischen den einzelnen Veranstaltern hätten sorgen können – beim United States Patent and Trademark Office der Begriff „Iron Man World Triathlon Championship“ als „registered Trade Mark“ angemeldet.[7]

Geschäftsmodelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lizenzierung von Sportveranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1983 wurden zunächst in den USA, ab 1985 auch außerhalb der USA Triathlonveranstaltungen als Qualifikationswettkämpfe von unabhängigen Veranstaltern unter Lizenz des Inhabers der Rechte an der Marke „Ironman“ für den Ironman Hawaii veranstaltet. Nach Übernahme der WTC durch Providence 2008 wurden die einzelnen Lizenzpartner sukzessive von der WTC aufgekauft. Aktuell sind die einzigen in Europa verbliebenen, von unabhängigen Veranstaltern als Lizenzpartner der WTC organisierten Wettkämpfe der Ironman Lanzarote sowie der Ironman 70.3 Lanzarote. Ebenfalls von unabhängigen Veranstaltern, die lediglich Gebühren zur Nutzung der Markenzeichen der WTC an diese entrichten, organisiert werden zahlreiche Wettkämpfe in Südamerika: (Ironman Brasil, Ironman Brasil Fortaleza, Ironman 70.3 Brasil), die durch Latin Sports organisiert werden, der Ironman 70.3 Buenos Aires durch Eventlive, der Ironman 70.3 Cartagena durch Colombia Tri Events und der Ironman 70.3 Miami durch Miami Tri Events.

Bestandteil der Lizenzverträge ist jeweils eine Verschwiegenheitserklärung über die Vertragsdetails. Grundsätzlich sicherte sich die WTC in den Verträgen aber ein Mitspracherecht über Veranstaltungsdetails wie z.B. Startmodus (Massenstart oder Startgruppen), Teilnehmerlimit sowie Veranstaltungstermin zu.[8] Die Lizenzverträge wurden i.d.R. jeweils über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschlossen. Auch über die Höhe der Lizenzgebühren war Stillschweigen zwischen den Vertragspartnern vereinbart, der Veranstalter des Ironman Europe kündigte allerdings an, die Einsparungen für Lizenzgebühren nach dem Auslaufen des Vertrags mit der WTC 2001 an die Teilnehmer der ab dann unter dem Namen Challenge Roth ausgerichteten Veranstaltung 1:1 weiterzugeben. Das Startgeld beim Ironman Europe hatte 2001 noch bei 460 DM (235 €) gelegen und wurde für die Teilnahme am Challenge Roth 2002 auf 195 € reduziert, die Teilnahmegebühr beim Ironman Germany in Frankfurt als neuem Lizenznehmer der WTC in Deutschland betrug gleichzeitig 500 DM (255 €) im Jahr 2002. Die für die Höhe der Lizenzabgaben ebenfalls relevante Anzahl der bei der Veranstaltung vergebenen Qualifikationsplätze für den Ironman Hawaii war beim Ironman Europe 2001 und beim Ironman Germany 2002 gleich (120).[9]

Organisation von Sportveranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste und zunächst einzige von der WTC bzw. ihrer Vorgängergesellschaft „Hawaiian Triathlon Corporation“ organisierte Veranstaltung war ab 1981 der Ironman Hawaii. Nach dem Verkauf der WTC an Providence 2008 änderte diese ihre Strategie, Qualifikationsrennen nicht mehr zu lizenzieren, sondern selbst zu organisieren. Anfang 2009 übernahm die WTC ihren bisherigen Lizenznehmer North American Sports (NA Sports) und damit die Rechte an sieben Triathlon-Wettkämpfen auf dem nordamerikanischen Festland.[10] Im gleichen Jahr übernahm die WTC auch zahlreiche weitere bisherige Lizenzpartner, wie z.B. die Firma Xdream als Veranstalter des Ironman Germany, des Ironman Regensburg und des Ironman 70.3 Germany,[11] die Firma Triangle als Veranstalter des Ironman Austria, des IronmanSouth Africa, des Ironman France und des Ironman 70.3 Austria[12] sowie die Firma BK Sportpromotion als Veranstalter des Ironman Switzerland und des Ironman 70.3 Switzerland.[13]

Beispiele für weitere Veranstalterfirmen, die von der WTC aufgekauft wurden, waren

Nachdem 2015 bereits mit dem ITU World Triathlon Gold Coast ein Wettkampf der ITU World Championship Series 2015 durch die WTC organisiert worden war,[29] werden mit der Übernahme der Largardère-Sparte 2016 sechs von neun der Rennen der ITU World Championship Series 2016 von Dalian Wanda bzw. der WTC veranstaltet.

Lotterie und Passport Club[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1983 war eine Lotterie als – neben einer sportlichen Qualifikation – weitere Möglichkeit, einen Startplatz beim Ironman Hawaii zu erwerben ins Leben gerufen wurden. 1990 wurde ergänzend der „Passport Club“ als Möglichkeit, sich die Gewinnchancen bei der Lotterie zu erhöhen, ins Leben gerufen. Der überwiegende Teil der über die Lotterie vergebenen Hawaii-Startplätze war jeweils für US-Amerikaner reserviert.

Im Mai 2015 gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass sich die WTC zur Zahlung eines Bußgelds von 2,76 Millionen US$ verpflichtete. Die Summe entsprach den seit Oktober 2012 erzielten Einnahmen aus einer Lotterie. Die Praxis, dass hierbei keine Startplätze vergeben wurden, sondern nur das Recht zum Erwerb eines solchen gegen eine zusätzliche Teilnahmegebühr, bewertete die zuständige Staatsanwaltschaft als illegal.[30] Die WTC kündigte daraufhin an, die Lotterie ab 2016 nicht mehr anzubieten.[31]

Medienproduktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1980 bis 1990 bestanden Verträge mit der amerikanischen Fernsehgesellschaft ABC, die jeweils eine 45-minütige Zusammenfassung des Ironman Hawaii in ihrer Sendung Wide World of Sports brachte. Zunächst zahlte ABC für ihre Rechte 5.000 US$, ab 1983 wurde dies auf 100.000 US$ erhöht. 1991 wurde ein Vertrag mit der NBC abgeschlossen und der Beitrag auf 90 Minuten ausgeweitet. Später übernahm ESPN die Übertragungsrechte.

2000 begann die WTC mit der Produktion einer Berichterstattung als Live-Streaming über ihre Internetplattform ironmanlive.com.

2010 gab die WTC den Start der Zeitschrift „Lava Magazine“ bekannt.[32] Die Zeitschrift erscheint neunmal jährlich, der Name orientiert sich an der Landschaft beim Ironman Hawaii.[33] Für ein Foto von Craig Alexander erhielt das Magazin 2011 den Maggie Award der Western Publishing Association.[34][35]

Merchandising[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hersteller Timex vertreibt bereits seit 1986 Sportuhren mit dem Markenzeichen Ironman.

Erster Lizenzpartner, der seine Produkte mit dem Ironman-Logo verkaufte, war seit 1986 Timex.[36] Zeitweise hatte Timex sechzig verschiedene Varianten von Uhren in seinem Sortiment,[37] sogar der US-Präsident trug eine solche Uhr, von der zwischen 500.000 und einer Million Exemplare jährlich verkauft wurden und die heute im National Museum of American History ausgestellt ist.[38]

Fünfzehn verschiedene Sonnenbrillen aus dem Sortiment von Foster Grant zierten das M-Dot-Signet. Twinlab stellte Ironman-Energieriegel in mindestens sechs verschiedenen Geschmacksrichtungen her. Wo man in einem Sportgeschäft auch hinschaute, sprang einem das Ironman-Logo ins Auge.[37] Blue Seventy, ein neuseeländischer Hersteller von Neopren-Anzügen,[39] schloss 1993 einen Exklusiv-Vertrag mit der WTC und vertrieb seither bis Mitte der 2000er-Jahre seine Wetsuits unter dem Logo Ironman.[40]

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ironman[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Ironman

The finishing shute at Ironman Melbourne.jpg

Mit seinen Markenzeichen „Ironman“ und „Ironman 70.3“ ist die zur chinesischen Wanda Group gehörende World Triathlon Corporation weltweiter Marktführer unter den Triathlonveranstaltern

Die WTC ist Rechteinhaber der Markenzeichen Ironman, Ironman Triathlon World Championship und anderer damit verbundener Wort- und Bildmarken[41][42].[43] Die ursprünglichen Rechte an der Bezeichnung Iron Man liegen seit den 60er Jahren beim Verlag Marvel Comics. Das bekannteste Rennen der WTC und Ursprung der Marke Ironman ist der Ironman Hawaii.

Ironman 70.3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Ironman 70.3

Die WTC organisiert bzw. lizenziert unter diesem Namen Triathlonwettkämpfe über die halbe Ironman-Distanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen). Seit 2006 veranstaltet sie jeweils einen Wettkampf jährlich unter dem Markennamen Ironman 70.3 World Championship.

IronKids[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2010 wird von der WTC in den Vereinigten Staaten auch eine Rennserie für Kinder und Jugendliche von 6 bis 15 Jahren durchgeführt.

2011 wurden zwischen April und September 25 IronKids-Rennen ausgetragen.[44] Am 17. September starteten die fünf Bestplatzierten aus allen Rennen der Serie beim Hy-Vee IronKids U.S. Championship in West Des Moines (Iowa). Partner und Sponsor dieser Serie ist mit Hy-Vee ein im Einzelhandel tätiges US-amerikanisches Unternehmen.

5150 Triathlon Series[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2011 veranstaltet die WTC auch eine Rennserie über die Olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen) unter dem Namen 5150 Triathlon Series.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1981 gründeten Valerie Silk und Hank Grundman, Inhaber von zwei Fitnessstudios unter dem Namen Naultilus, die Hawaiian Triathlon Corporation und ließen sich am United States Patent and Trademark Office die Rechte an den Marken „Iron Man World Triathlon"Championship“ eintragen. Unter diesem Namen organisierte Valerie Silk den Ironman Hawaii. Im Dezember 1989 verkaufte Valerie Silk die Hawaiian Triathlon Corporation inklusive der Markenrechte und dem Ironman Hawaii an Dr. James Pitzer Gills, Inhaber einer Augenklinik in Florida und 1982 erstmals selbst Teilnehmer am Ironman Hawaii gewesen.Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Silk alleine in den USA ein Netzwerk aus einundzwanzig Qualifikations-Wettkämpfen aufgebaut, dazu gab es fünf Lizenzpartner außerhalb der USA, die Lotterie sowie Partner wie z.B. Timex, die für die Nutzung des Logos zahlten. Aus 3.500 Volunteers waren jeweils beim Ironman Hawaii als Unterstützer dabei. Silk erhielt von Gills rund 3 Millionen US$ als Kaufpreis, von denen 49 % an einen stillen Teilhaber gingen, der 1983 mit 145.000 US$ in die Firma eingetreten war, damit Valerie Silk ihren Ex-Mann auszahlen konnte. 50 % vom Rest gingen an das IRS. Gills hatte auf einer Haftungsfreistellung für eine handvoll laufende Prozesse bestanden, u.a. wg. Nutzung des M-Dot-Logos mit Mistral sowie Gordon Haller, dem Premierensieger des Ironman Hawaii, der seinerseits Rechte an der Veranstaltung geltend machte und den Verkauf zu verhindern suchte. Mit dem Rest, der nach Abschluß der Prozesse übrig blieb, wurde Silk zum Opfer der Junk-Bond-Ära in den USA und stand schließlich mit leeren Händen da.

Gills benannte die Firma in World Triathlon Corporation (WTC) um und baute unterstützt durch Lew Friedland in den kommenden Jahren das Geschäft rund um die Marke aus.[46] Alljährlich kamen neue Qualifier rund um den Globus hinzu, das Ironman-Logo prangte von Kleidungsstücken, Sonnenbrillen, Waagen u.v.m. 1992 wurde David Yates CEO der WTC, emotional geführte Auseinandersetzungen zwischen der kommerziellen WTC und dem 1989 als Non-Profit-Organisation gegründeten Dachverband International Triathlon Union (ITU) begannen. Staatliche Fördermittel für Leistungssportförderung werden in den meisten Staaten primär für Olympische Sportarten gezahlt, Triathlon war zu diesem Zeitpunkt nur ein Kandidat für die Aufnahme in das Olympische Wettkampfprogramm, und die ITU befürchtete, dadurch, dass die WTC für den Ironman Hawaii ohne Absprache mit den Verbänden den Begriff Ironman Triathlon World Championship nutzen, ihre Chancen zu verschlechtern, weil beim IOC der Eindruck mangelnder Organisation innerhalb der jungen Sportart entstehe. ITU-Präsident Les McDonald schlug vor, einen Vertrag aufzusetzen, wonach der Ironman Hawaii für die nächsten zehn Jahre auch offiziell als Weltmeisterschaft gelten solle, um danach allen Veranstaltern zu ermöglichen, sich um die Ausrichtung von Weltmeisterschaften innerhalb ihrer Triathlonwettkämpfe zu bewerben – Yates lehnte jegliche Mitbestimmung ab: "wir waren zuerst da".[45]

Kompromiss im weiter schwelenden Konflikt mit der ITU: die WTC versah den Ironman Hawaii 1997 offiziell mit der Bezeichnung Ironman World Championship – auch wenn dessen CEO David Yates sein Unverständnis äußerte, wieso es die offizielle Genehmigung durch den amerikanischen Triathlonverband USAT erleichtere, wenn ausgerechnet das Wort Triathlon entfällt.[46] Yates zog zur Klärung vor das Bezirksgericht in Tampa.[47] Am 15. Mai 1998 einigten sich WTC, USAT und ITU in einem Vergleich: die WTC sei berechtigt, ihr eingetragenes Warenzeichen Ironman Triathlon World Championship zu verwenden, ohne das die WTC den Anspruch erhebe, dies im Sinne einer von einem sportlichen Dachverband regulierten Weltmeisterschaft zu betrachten. Im Gegenzug verpflichtete sich die ITU, Drafting ausschließlich bei Elite- und Juniorenrennen zu erlauben, nicht aber bei Wettkämpfen mit Wertungen in den Altersklassen.[48][49] Lew Friedland löste David Yates als CEO der WTC ab.

2003 nahmen weltweit 40.000 Menschen an Wettkämpfen, die Lizenzgebühren für das M-Dot-Logo an Gills' World Triathlon Corporation zahlten, teil und entrichteten dafür durchschnittlich 375 US$ Startgeld.[50] Der ursprüngliche Wettkampf hatte sich zum Lifestyle entwickelt: wo man in einem Sportgeschäft auch hinschaute, sprang einem das Ironman-Logo ins Auge.[37] Lew Friedland verließ die World Triathlon Corporation als CEO, Jim Gills bat sieben Kandidaten, einen Business Plan für die Weiterentwicklung seines Unternehmens WTC auszuarbeiten. Ben Fertic, ein IT-Berater und erfolgreicher Teilnehmer des Ironman Hawaii 1996, überzeugte mit seinem Konzept und wurde neuer CEO.[51]

Damit brach auch der Konflikt mit der ITU brach neu auf: hatte die WTC in den Neunzigerjahren die Athleten noch mit dem Argument, die ITU ruiniere mit der Freigabe von Drafting die Sportart Triathlon, auf ihre Seite gezogen, wollte sie jetzt selbst die Draftingregel aufweichen, um mehr Athleten bei ihren Rennen zulassen zu können. Sie kündigte ihr eigenes Regelwerk[52] abweichend von dem des USAT an.[53][54] Musste zuvor jeder Teilnehmer beim Ironman Hawaii mit weniger als zehn Metern Abstand zum vorausfahrenden Athleten mit einer Zeitstrafe rechnen,[55] so sollten jetzt 7 m Abstand zulässig werden.[56] Die ITU beschloss daraufhin – auch wegen der fehlenden Anerkennung der Anti-Doping-Bestimmungen der WADA beim Ironman Hawaii – auf einem Kongress in Gamagōri,[57] weltweit keine Triathlonveranstaltungen der WTC mehr zu genehmigen.[58][59][60][61] Die WTC behielt trotzdem ihre 2004 beim Ironman Hawaii eingeführte[62] Reduzierung der Drafting-Regel von 10 m auf 7 m auch 2005 bei.[63]

Nachdem es im März zu einer Einigung mit dem Dachverband „USA Triathlon“ bzgl. Genehmigungen kam,[64] wandte sich die WTC wegen der ITU-Sanktionen noch an den Internationalen Sportgerichtshof, um zu klären, ob sie berufend auf ihre vor Gründung der ITU eingetragenen Markenzeichen[65] den Ironman Frankfurt jetzt „Ironman European Championship“ sowie den Triathlon in Clearwater „Ironman 70.3 World Championship“ nennen darf. Im April 2006 hob das CAS die Sanktionen der ITU mit Verweis auf die seit 1998 bestehenden Verträge, in denen die ITU der WTC das Recht zur Nutzung ihrer Markenzeichen zugestand, ohne das die WTC damit den Anspruch erheben würde Welt- oder Europameisterschaften im Sinne eines von einem sportlichen Dachverband geregelten Wettbewerbs zu veranstalten,[66] auf.[67][68] Die auf 7 m reduzierte Drafting-Regel behielt die WTC aber auch 2006[69] und in den Folgejahren[70][71] bei, obwohl sie selbst ermittelte, das sogar ein mit 10 m Abstand zum vorausfahrenden Athleten fahrender Teilnehmer noch rund 10-15 Watt weniger Leistung aufbringen muss.[72] Bis 2014[73] blieb die Drafting-Regel beim Ironman Hawaii auf 7 m reduziert, erst in 2015 hob die WTC den Mindestabstand wieder auf 10 m an.[74]

Im Jahr 2008 nahmen bereits weltweit 88.000 Menschen an Wettkämpfen mit dem M-Dot-Logo teil. Der Anstieg der Startgebühren in den fünf Jahren um 40 % störte nicht:[50] Rennen waren oft innerhalb von Minuten ausgebucht.[75] Die WTC gab an, das durchschnittliche Jahreseinkommen seiner Teilnehmer betrage rund 160.000 US$. Die Lotterie, über die 200 Startplätze vergeben wurden, hatte 2007 über 8000 Teilnehmer, eine Handvoll Startplätze, die in einer Charity-Aktion über eBay versteigert wurden, erzielten jeweils mehr als 40.000 US$.[50] Zusätzlich zu den Ironman-Rennen wurde mit Ironman_70.3 ein neues Format über die Hälfte der klassischen Hawaii-Distanz mit 2007 bereits 27 Events weltweit platziert.[76]

2008 verkaufte Jim Gills die World Triathlon Corporation an die Investmentgesellschaft Providence.[77] Als Kaufpreis ist von 50-80 Millionen US$ die Rede.[78] Die neue Strategie wird, Qualifikationsrennen nicht mehr zu lizenzieren, sondern selbst zu organisieren, viele der bisherigen Lizenznehmer wurden von der WTC aufgekauft.[79][80][81] Seit Mai 2011 ist Andrew Messick, zuvor Präsident von AEG sports, neuer Geschäftsführer der WTC.[82]

Im August 2015 wurde bekanntgegeben, dass Verhandlungen über den Verkauf des Veranstalters an die chinesische Wanda Group laufen.[83][84][85] Am 26. August wurde der Verkauf der Marken Ironman und Ironman 70.3 für 650 Millionen US$ an die Wanda Group offiziell bestätigt.[86][1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b IRONMADE IN CHINA! IRONMAN an chinesischen Investor verkauft (27. August 2015)
  2. Exclusive Interview With Ironman CEO – Andrew Messick (25. März 2014)
  3. Bloomberg: Company Overview of World Triathlon Corporation
  4. Wanda Group acquires IRONMAN for equity value of $650 million from Providence Equity Partners (englisch) In: Lava Magazine. 26. August 2015.
  5. Moody's assigns B2 corporate family rating to World Triathlon Corporation. In: Moody’s. 17. Juni 2014.
  6. Events of WTC. World Triathlon Corporation.
  7. „Iron Man World Triathlon Championship“ Trademark Details (Memento vom 19. September 2015 im Internet Archive)
  8. Steffen Gerth: Ironman in Deutschland: Wechselt Frankfurt nun Roth ab?. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 6. Juli 2001.
  9. Steffen Gerth: Die Hessen kommen - alles zu spät für Roth?. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 9. Juli 2201.
  10. WTC Acquires North American Sports’ U.S. Race Assets. In: ironman.com. World Triathlon Corporation. 6. Januar 2009.
  11. Michael Eder und Ralf Weitbrecht: Im Gespräch: Kurt Denk. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 4. Juli 2009, abgerufen am 16. August 2015.
  12. Kärntner des Tages - Diese zwei leben für die drei. In: Kleine Zeitung. 23. Juni 2012, abgerufen am 16. August 2015.
  13. BK Sportpromotion, Medienmitteilung: Swiss Triathlon - Führungswechsel bei BK Sportpromotion AG in Schlieren/Zürich. In: swisstriathlon.ch. 31. Dezember 2010, abgerufen am 16. August 2015.
  14. Ironman Acquires Boulder-based 5430 Sports (englisch) In: ironman.com. World Triathlon Corporation. 10. Juni 2009.
  15. Dan Empfield: It's now Ironman Cairns! (englisch) In: slowtwitch.com. 12. März 2012.
  16. IRONMAN Acquires YWC Sports ApS (englisch) World Triathlon Corporation. 25. Juni 2013.
  17. Iron Girl Celebrates 10th Anniversary With Exciting Additions To The 2013 Event Series. In: prnewswire.com. 26. Februar 2013.
  18. Jens Sägert: Challenge Family verliert Kraichgau-Klassiker. In: tri-mag.de. 31. Oktober 2013.
  19. Arthur Hirsch: Columbia-based endurance race organizer to shut down. In: The Baltimore Sun. 1. April 2014.
  20. Herbert Krabel: It is acquisition time in Spain (englisch) In: slowtwitch.com. 16. April 2014.
  21. IRONMAN Announces IRONMAN 70.3 Victoria (englisch) World Triathlon Corporation. 6. Mai 2014.
  22. IRONMAN Announces Acquisiton of Iconic Auckland Marathon in New Zealand (englisch) World Triathlon Corporation. 7. Mai 2014.
  23. Gary Roethenbaugh: And another acquisition: Firstwave Events deal gives rise to IRONMAN 70.3 Santa Cruz (englisch) In: triathlonbusiness.com. 16. Januar 2015.
  24. Superfrog joins Ironman race list (englisch) In: firstoffthebike.com. 16. Januar 2015.
  25. IRONMAN ANNOUNCES ACQUISITION OF OPTIMUM SPORTS EVENTS IN FRANCE (englisch) In: xtri.com. 12. Januar 2015.
  26. Ironman Announces Two New Races in the UK. World Triathlon Corporation. 26. Oktober 2015.
  27. Ironman Announces New 70.3 Race In Thailand (englisch) In: triathlete.com. 15. Dezember 2015.
  28. Ironman übernimmt Ausdauersparte von Lagardère. In: tri-mag.de. 21. Januar 2016. Abgerufen am 24. Januar 2016.
  29. Gold Coast to host 2015 ITU World Triathlon Series
  30. World Triathlon Corporation (Ironman) forfeits more than $2.7 million in lottery proceeds (13. Mai 2015)
  31. Letitia Stein: Ironman triathlon ran illegal lottery for athletes: U.S. prosecutors (englisch) In: Reuters. 13. Mai 2015.
  32. Dan Empfield: Ironman to launch Lava Magazine (englisch) In: slowtwitch.com. 1. März 2010.
  33. Lava Magazine: Building a Power Foods Pantry: Whole Grains (englisch) In: ironman.com. World Triathlon Corporation. 23. August 2010.
  34. 2011 Maggie Winners (englisch) Western Publishing Association. Mai 2011.
  35. LAVA Accepts Major Magazine Award (englisch) In: Lava Magazine. World Triathlon Corporation. 19. Mai 2011.
  36. Kevin Mackinnon: Ironman And Timex: A Relationship That Keeps On Ticking (englisch) In: ironman.com. 9. April 2003.
  37. a b c Bill Scheppler: The Ironman Triathlon.. The Rosen Publishing Group, 2002, ISBN 978-0-8239-3556-7.
  38. Timex Ironman Watches Information. In: sportswatchinformant.com.
  39. Blue Seventy – Our Company.
  40. Kevin Mackinnon: Ironman Wetsuits: Check Out The New VO2 Stealth. WTC. 16. Juni 2003.
  41. Trademark Electronic Search System (TESS) des United States Patent and Trademark Office
  42. World Triathlon Corporation: Intellectual Property Usage. 19. April 2013.
  43. Steffen Guthardt: Die Verzinsung des Eisenmannes. In: sponsors.de. September 2009.
  44. IronKids National Triathlon Series Schedule and Registration Now Available (27. Januar 2011)
  45. Sean Phelps: The creation and development of an international sport federation: A case study of the International Triathlon Union from 1989-2000 (englisch, PDF) In: Electronic Theses, Treatises and Dissertations. 2006.
  46. Ergebnisliste Ironman Hawaii 1997
  47. Ironman Triathlon sues world sanctioning body (englisch) In: Boca Raton News, Boca Raton. 20. November 1997.
  48. Agreement between the Non-Profit-Organisations International Triathlon Union (ITU) and USA Triathlon (USAT) and the For-Profit-Organisation World Triathlon Corporation (WTC) (Memento vom 23. September 2014 im Internet Archive) 15. Mai 1998
  49. Press Release: World Triathlon Corporation, USA Triathlon & The International Triathlon Union Reach Agreement. International Triathlon Union. 10. Juni 1998. Archiviert vom Original am 2. Februar 1999.
  50. a b c Christie Aschwanden: When Iron Is a Precious Metal. In: New York Times. 11. September 2008.
  51. Amy Zipkin: When Iron Is a Precious Metal. In: New York Times. 20. Dezember 2009.
  52. Competitive Rules GTG V2. Archiviert vom Original am 10. Januar 2006.
  53. WTC bolts from USAT, will self-sanction from now on (englisch) In: slowtwitch.com. 12. Juni 2005.
  54. Ironman Embarks On A More Standardized Frontier. World Triathlon Corporation. 13. Juni 2005. Archiviert vom Original am 18. Januar 2006.
  55. Ironman World Championship 2003 Athlete Guide (englisch, PDF) In: ironman.com. WTC. Archiviert vom Original am 25. Mai 2004.
  56. Kai Baumgartner: World Triathlon Corporation kündigt Rennserie über Mitteldistanz an, unmittelbare Konkurrenz für ITU Serie. In: 3athlon.de. 22. Juni 2005. Archiviert vom Original am 1. Juni 2008.
  57. Congress votes to no longer sanction Ironman (englisch) In: triathlon.org. International Triathlon Union. 14. September 2005.
  58. USA Triathlon has announced that it will no longer sanction events owned by the World Triathlon Corporation (WTC) or Ironman North America (IMNA).. In: beginnertriathlete.com. 14. Juni 2005.
  59. ITU smacks down Ironman with a worldwide ban on sanctioning (englisch) In: slowtwitch.com. 13. September 2005.
  60. Kai Baumgartner: ITU vs. WTC: International Triathlon Union (ITU) und World Triathlon Corporation (WTC) reiben weiter aneinander.. In: 3athlon.de. 12. September 2005. Archiviert vom Original am 13. Januar 2006.
  61. Cameron Elford: ITU votes to withhold sanctioning of WTC events. In: Triathlete. Archiviert vom Original am 12. Januar 2009.
  62. Ironman World Championship 2004 Athlete Guide (englisch, PDF) In: ironman.com. WTC. Archiviert vom Original am 1. April 2005.
  63. Ironman World Championship 2005 Athlete Guide (deutsch, PDF) In: ironman.com. WTC. Archiviert vom Original am 10. Dezember 2005.
  64. Press Release: WTC and USAT reach agreement (englisch) In: ironman.com. World Triathlon Corporation. 28. März 2006. Archiviert vom Original am 8. Mai 2006.
  65. „Iron Man World Triathlon Championship“ Trademark Details (Memento vom 19. September 2015 im Internet Archive)
  66. Agreement between the Non-Profit-Organisations International Triathlon Union (ITU) and USA Triathlon (USAT) and the For-Profit-Organisation World Triathlon Corporation (WTC) (Memento vom 23. September 2014 im Internet Archive) 15. Mai 1998
  67. Kai Baumgartner: Internationaler Sportgerichtshof (CAS) hebt Sanktionen der International Triathlon Union (ITU) gegen Ironman-Rennen auf. In: 3athlon.de. 28. April 2006. Archiviert vom Original am 1. Mai 2006.
  68. ITU Resolution Rescinded (englisch) In: ironman.com. WTC. Archiviert vom Original am 8. Mai 2006.
  69. Ironman World Championship 2006 Athlete Guide (englisch, PDF) In: ironman.com. WTC. Archiviert vom Original am 16. Oktober 2006.
  70. Ironman World Championship 2008 Athlete Guide (englisch, PDF) In: ironman.com. WTC. Archiviert vom Original am 20. September 2008.
  71. Ironman World Championship 2009 Athlete Guide (englisch, PDF) In: ironman.com. WTC. Archiviert vom Original am 7. Oktober 2009.
  72. Aaron Hersh: Kona’s Secret Rule (englisch) In: triathlon.competitor.com. 7. Oktober 2012.
  73. Ironman World Championship 2014 Athlete Guide (englisch, PDF) In: ironman.com. WTC.
  74. Ironman World Championship 2015 Athlete Guide (englisch, PDF) In: ironman.com. WTC. 11. September 2015.
  75. Ironman Germany in 60 Minuten ausgebucht. In: triathlon.de. 17. Juli 2008.
  76. Ironman 70.3 Qualifier 2007. 4. Januar 2007, archiviert vom Original am 13. September 2012, abgerufen am 16. August 2015.
  77. Dan Empfield: WTC sold to private equity firm. In: slowtwitch.com. 8. September 2008.
  78. World Triathlon Corporation (WTC), Owners of the Ironman brand, Acquired by Providence Equity. In: xtri.com.
  79. Michael Eder und Ralf Weitbrecht: Im Gespräch: Kurt Denk. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 4. Juli 2009, abgerufen am 16. August 2015.
  80. Bk Sportpromotion, Medienmitteilung: Swiss Triathlon - Führungswechsel bei BK Sportpromotion AG in Schlieren/Zürich. In: swisstriathlon.ch. 31. Dezember 2010, abgerufen am 16. August 2015.
  81. Kärntner des Tages - Diese zwei leben für die drei. In: Kleine Zeitung. 23. Juni 2012, abgerufen am 16. August 2015.
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