Wormersdorf

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Wormersdorf
Stadt Rheinbach
Koordinaten: 50° 36′ 24″ N, 6° 59′ 20″ O
Höhe: 204 m ü. NHN
Fläche: 10,42 km²
Einwohner: 3438 (31. Mrz. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 330 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahl: 53359
Vorwahl: 02225
Wormersdorf (Nordrhein-Westfalen)
Wormersdorf

Lage von Wormersdorf in Nordrhein-Westfalen

Bild von Wormersdorf
Tomburg mit Blick auf Wormersdorf.

Wormersdorf ist ein Stadtteil und eine Ortschaft der Stadt Rheinbach im Rhein-Sieg-Kreis im Süden von Nordrhein-Westfalen, volkstümlich auch als „Land der Liebe“ bezeichnet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt in der Voreifel südöstlich von Rheinbach und südwestlich der Nachbarstadt Meckenheim. Nächstgelegener Nachbarort ist Meckenheim-Ersdorf (2 km SO). Westlich am bewaldeten Abhang des Ahrgebirges liegt die in der Region bekannte Burgruine Tomburg, um die sich zahlreiche Sagen ranken.

Regelmäßige Busverbindungen bestehen nach Meckenheim, nach Rheinbach und nach Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der nächste Bahnhof ist Meckenheim (Bz Köln) an der Voreifelbahn Bonn HbfRheinbachEuskirchen, Kursbuchstrecke 475.

Wormersdorf, Luftaufnahme (2015)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wormersdorf wurde erstmals im Jahr 832 als Wormarstorp urkundlich erwähnt. Es handelte sich dabei um eine fränkische Siedlung im Swistgau. Der Name wird von dem Personennamen „Wurmmar“ hergeleitet. Archäologische Funde belegen ebenfalls, dass Wormerdorf bereits im 9. Jahrhundert besiedelt war. So stieß man bei Ausschachtungen auf einen Brunnen, der teilweise mit Gefäßen, Scherben und Eisengeräten gefüllt war, die dem 9. Jahrhundert angehören und die beweisen, dass zu dieser Zeit bereits in Wormersdorf eine Siedlung bestand. Aus dieser Zeit stammen auch die Anfänge der Tomburg.

Um 900 nahm Hermann aus der Familie der lothringischen Pfalzgrafen der Ezzonen seinen Sitz auf der Tomburg. Sein Sohn Ezzo heiratete Mathilde, eine Tochter Ottos II., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs. Aus der Ehe gingen zehn Kinder hervor, darunter Richeza, die 1025 Königin von Polen wurde. Richeza soll auf der Tomburg geboren sein.

Wormersdorf wurde am 1. August 1969 in die Stadt Rheinbach eingegliedert.[2] Bis zu diesem Zeitpunkt gehörte Klein Altendorf zu dieser Ortschaft.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelischen Christen gehören zur Evangelischen Kirchengemeinde Meckenheim.

Die katholische Pfarrgemeinde St. Martin Wormersdorf bildet mit den Pfarreien St. Johannes der Täufer (Meckenheim) Meckenheim, St. Jakobus der Ältere Ersdorf-Altendorf, St. Petrus Lüftelberg und St. Michael Merl die Pfarreiengemeinschaft Meckenheim im Dekanat Meckenheim-Rheinbach im Erzbistum Köln. Die heutige Pfarrkirche wurde 1935 geweiht, weil die Kirche im Stadtteil Ipplendorf (heute „Ipplendorfer Kirche“, geweiht 1717) zu klein geworden war. In Wormersdorf bestand zwischen dem 26. Juli 1860 und dem 1. April 1962 eine Niederlassung der Ordensgemeinschaft der Armen Dienstmägde Jesu Christi (Dernbacher Schwestern). Sie versorgten den Ort in ambulanter Krankenpflege und in der Altenversorgung, sie betrieben einen Kindergarten und eine Nähschule.

Kinder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wormersdorf besteht eine viergruppige katholische Tageseinrichtung für Kinder und eine katholische Grundschule.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der älteste Musikverein ist der „Männer-Gesang-Verein Wormersdorf“, der 1879 gegründet wurde.

Seit 1923 existieren in Wormersdorf die „Musikfreunde Fidelia Wormersdorf“, zunächst als Tambourcorps gegründet und 1981 in eine Blaskapelle umgewandelt. Heute widmen sie sich hauptsächlich dem Spiel sinfonischer Blasmusik.[3]

Seit 1951 besteht das Fanfanrencorps der Landsknechte Wormersdorf, und 1986 gründeten sich schließlich die „Original-Tomburg-Musikanten“, eine Blaskapelle.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artenschutzturm des Naturschutzbunds (NABU), Kreisgruppe Bonn

Im März 2018 wurde am Ortsrand von Wormersdorf Klein-Altendorf ein Artenschutzturm eingeweiht. Das ist ein ehemaliger Trafoturm, der dem Energieunternehmen Innogy (früher RWE) gehörte und nicht mehr gebraucht wurde. Durch Übergabe des Gebäudes an das Land NRW und durch den Einsatz des Naturschutzbundes Deutschland (NABU Bonn) sowie vieler ehrenamtlicher Helfer und Spender konnte das funktionslos gewordene Gebäude zur Herberge für viele bedrohte Vogelarten, Fledermäuse und Insekten umgenutzt werden. In Zeiten, wo z. B. durch Dachausbauten und Wärmedämm-Maßnahmen ständig Nistplätze und Brutstätten verschwinden, erfüllt der Turm damit eine wichtige Artenschutzfunktion. Die frühere Aufgabe der Trafoturmstation wird von einer neuen Anlage übernommen, die sich direkt daneben befindet und wesentlich kleiner und kompakter ist.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wormersdorf – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Rheinbach, Sachgebiet Bürgerbüro, SGL Volker G., Stand 31. Oktober 2014(Gesamteinwohnerzahl: Hauptwohnung = 3286; Nebenwohnung = 200)
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 83.
  3. http://www.musikfreunde-wormersdorf.de Internetpräsenz
  4. Svenja Burgschat: Klein-Altendorf: Artenschutzturm in ausgedientem Trafoturm eingeweiht. In: General-Anzeiger (Bonn). 4. März 2018, abgerufen am 2. Dezember 2018.