Worobjowo (Kaliningrad)

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Siedlung
Worobjowo/Groß Hohenrade
Воробьёво
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gurjewsk
Frühere Namen Hohen Rade (um 1539), Hogenradt (um 1540),
Hoenrade (nach 1542), Hoenrodt (nach 1563),
Hoenrhade (nach 1565), Hohenrade (vor 1910),
Groß Hohenrade (bis 1946)
Bevölkerung 86 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40151
Postleitzahl 238313
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 209 822 004
Geographische Lage
Koordinaten 54° 42′ N, 20° 50′ OKoordinaten: 54° 41′ 55″ N, 20° 49′ 30″ O
Worobjowo (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Worobjowo (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Worobjowo (russisch Воробьёво, deutsch Groß Hohenrade, litauisch Hohenradė) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Nisowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Nisowje (Waldau)) im Südosten des Rajon Gurjewsk (Kreis Neuhausen).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Worobjowo liegt 20 Kilometer östlich von Kaliningrad (Königsberg) an der alten Trasse der russischen Fernstraße A 229 (ehemalige deutsche Reichsstraße 1). Im Ort zweigt eine Nebenstraße in nordöstliche Richtung ab, die in Roschtschino (Possindern) bereits in den Rajon Gwardeisk (Kreis Tapiau) und über Malinowka (Podewitten) bis nach Jablonowka (Bartenhof) verläuft.

Bis 1945 war Groß Hohenrade Bahnstation an der Strecke von Königsberg (Preußen) und Prawten (russisch: Lomonossowo) nach Possindern (Roschtschino) und Tapiau (Gwardeisk) der Königsberger Kleinbahn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das bis 1946 Groß Hohenrade[2] genannte ehemalige Gutsdorf wurde im Jahre 1874 in den neu errichteten Amtsbezirk Heiligenwalde[3] eingegliedert. Er gehörte zum Landkreis Königsberg (Preußen) (1939 bis 1945 Landkreis Samland) im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen.

Im Jahre 1910 zählte Groß Hohenrade 90 Einwohner[4]. Am 15. November 1928 erlosch die Eigenständigkeit Groß Hohenrades, als sich nämlich das Gutsdorf mit den Landgemeinden Pogauen (russisch: Wyssokoje) und Rogahnen (Dworki) zur neuen Landgemeinde Pogauen zusammenschloss.

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam das nördliche Ostpreußen und mit ihm Groß Hohenrade zur Sowjetunion. Im Jahre 1946 erhielt das Dorf den Namen „Worobjowo“ und war bis 2009 in den Nisowski selski posselenije (Dorfsowjet Nisowje (Waldau)) eingegliedert. Danach wurde Worobjowo im Rahmen einer umfassenden Struktur- und Verwaltungsreform[5] eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufte Ortschaft innerhalb der neuen Nisowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Nisowje) im Rajon Gurjewsk der Oblast Kaliningrad.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner Groß Hohenrades waren vor 1945 fast ohne Ausnahme evangelischer Konfession. Groß Hohenrade war ein Kirchspielort innerhalb der Pfarrei der Kirche Heiligenwalde (russisch: Uschakowo) im Kirchenkreis Königsberg-Land II in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Paul Kortzitzki.

Heute liegt Worobjowo im Einzugsgebiet der evangelisch-lutherischen Auferstehungskirchengemeinde in Kaliningrad (Königsberg), zugehörig zur Propstei Kaliningrad[6] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

Persönlichkeit des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Andersen (1898–2003), Brigadegeneral des Bundesgrenzschutz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Groß Hohenrade
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Heiligenwalde
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Königsberg
  5. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, in Verbindung mit dem Gesetz Nr. 254 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch das Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  6. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info