Wprost

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der polnischen Wochenzeitschrift Wprost, für die polnische Künstlergruppe Wprost, siehe Wprost (Künstlergruppe)
Wprost
Logo von Wprost
Beschreibung Polnisches politisches Magazin
Erstausgabe 5. Dezember 1982
Erscheinungsweise wöchentlich
Verkaufte Auflage 52.000[1] Exemplare
Reichweite 2,0 Mio. Leser
Chefredakteur Sylwester Latkowski
Herausgeber Platforma Mediowa Point Group SA
Weblink wprost.pl (Polnisch/Englisch)
ISSN 0209-1747Vorlage:Infobox Publikation/Unspezifische ISSN-Angabe

Wprost („Direkt“) ist ein wöchentlich erscheinendes überparteiliches Nachrichtenmagazin in Polen.

Es erschien ab dem 5. Dezember 1982 zunächst in der polnischen Wojewodschaft Großpolen und wurde ab 1989 landesweit herausgegeben. Der Redaktionssitz befindet sich seit 2000 in Warschau, vorher war er in Posen.

Wprost ist mit einer verkauften Auflage von rund 52.000 Exemplaren (Druckauflage 132.500)[1] das sechstgrößte Nachrichtenmagazin Polens. Die behandelten Themen sind unter anderem Börse, Bildung, Geschichte, Kultur und Politik. Herausgeber des Magazins ist das Medienunternehmen Platforma Mediowa Point Group, Chefredakteur seit Januar 2013 Sylwester Latkowski.

Außerhalb Polens wurde das Magazin insbesondere durch polemisierende Titelbilder bekannt. So zeigte das Magazin Erika Steinbach als Domina in SS-Uniform auf dem Rücken Gerhard Schröders. Schröder und Wladimir Putin wurden zudem anstatt mit Händen mit Gasleitungen karikiert. Im Juni 2007 wurde Angela Merkel als „Stiefmutter Europas“ in einer Fotomontage mit entblößten, authentisch wirkenden Brüsten, an denen die Zwillinge Lech und Jarosław Kaczyński nuckeln, dargestellt.[2][3]

2012 verbreitete Wprost die Version eines russischen Militärs, wonach Amerikaner die Kursk versenkt hätten.[4]

Im Juni 2014 löste das Magazin durch die Veröffentlichung abgehörter Gespräche des Innenministers Bartlomej Sienkiewicz mit dem Leiter der Zentralbank Marek Belka eine Abhöraffäre und infolgedessen eine Regierungskrise aus. Sienkiewicz soll Belka beeinflusst haben, die Regierungspartei zu begünstigen. Im Zusammenhang der Ermittlungen des Staatsanwalts wurden die Redaktionsräume durchsucht, was als Beeinträchtigung der Pressefreiheit kritisiert wurde. Das Magazin weigerte sich, die Dokumente und Speichermedien herauszugeben.[5][6]

Im Januar 2016 montierte die Zeitschrift auf ihrem Titelbild in ein Foto, das Adolf Hitler im Kreis von Wehrmachtsgenerälen zeigt, die Köpfe von Angela Merkel, Jean-Claude Juncker, Martin Schulz, Günther Oettinger und Guy Verhofstadt unter den Schriftzug Sie wollen Polen wieder kontrollieren.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wprost – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „Gazeta Polska“, „Wprost“ i „Newsweek“ z coraz mniejszą sprzedażą. In: WirtualneMedia.pl. 22. Januar 2014
  2. Jaroslaw Kaczynski: In Deutschland geschieht „etwas sehr Ungutes“. In: stern.de. 26. Juni 2007
  3. Carolin Jenkner: Gipfel-Nachwehen: Polnisches Magazin verhöhnt Merkel und Kaczynskis. In: Spiegel Online. 25. Juni 2007, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  4. Wprost nr 19: To Amerykanie zatopili „Kursk“. 6. Mai 2012
  5. Klaus Brill: Lauschaffäre in Polen: Mauschelei beim Mittagessen. In: Süddeutsche Zeitung. 18. Juni 2014, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  6. Abhöraffäre in Polen: Tusk schließt Neuwahl nicht aus. In: FAZ.net. 19. Juni 2014, abgerufen am 13. Dezember 2014.
  7. Severin Weiland: Deutsch-polnische Beziehungen: Freundschaft. In: Spiegel Online. 11. Januar 2016