Wublitz

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Wublitz
Wublitz

Wublitz

Daten
Lage Brandenburg, Deutschland
Flusssystem Elbe
Abfluss über Havel → Elbe → Nordsee
Ursprung bei Uetz, ursprünglich bei Dyrotz
Mündung In die Potsdamer Havel (Großer Zernsee)Koordinaten: 52° 24′ 56″ N, 12° 56′ 13″ O
52° 24′ 56″ N, 12° 56′ 13″ O
Länge 7,3 km[1]
Wird vom Sacrow-Paretzer Kanal gequert
Wublitz (Havelkanal)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Location dot green.svg = frühere Wublitzquellen, Location dot blue.svg = ehemaliger Wublitzsee,
Location dot cyan.svg = Wublitzseengebiet

Die Wublitz (von „Voblica“ = slawisch für „Havel“ bzw. „Kleine Havel“) ist ein rechter Nebenarm, ursprünglich Nebenfluss der Havel. Sie besteht aus einem mehrfach unterbrochenen Oberlauf und einer im Zusammenhang erhaltenen Seenkette, die bei Marquardt beginnt und im Großen Zernsee Anschluss an die Havel hat.

Geschichte und Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Woblitz hatte ursprünglich einen Oberlauf, der länger war als die bekannte Seenkette, aber der Oberlauf ist durch zwei Kanäle und den äußeren Berliner Autobahnring mehrfach zerschnitten worden.

Vor diesen Verkehrsbauten lag das Quellgebiet der Wublitz in der feuchten Rinne bei Wustermark. Diese Rinne enthielt schon im 18. Jahrhundert eine Pseudobifurkation aus Gräben, die nordwärts in den Großen Havelländischen Hauptkanal und südwärts zur Potsdamer Havel entwässerten. Der Schöppengraben, später durch den Bau des Havelkanals verschwunden, hatte seinen Scheitelbereich etwa dort, wo heute die B 5 den Kanal überquert. Südlich von Dyrotz zweigte nach Osten der Priorter Graben (GKZ = 585282, Länge = 6,115 km)[1] ab, der heute noch besteht und über den Satzkornschen Graben in den Havelkanal entwässert wird. Nahe diesen heutigen Mündungen vereinigten sich vor dem Kanalbau Schöppengraben und Priorter Graben im Wublitzsee.[2] Von ihm floss die Wublitz durch das Feucht- und heutige Naturschutzgebiet Falkenrehder Wublitz, in dessen Mitte heute ein nächstes Rinnsal entspringt, das wiederum am Havelkanal endet, hier von Westen. Auf gleicher Höhe, aber jenseits des Kanals am Ortsrand von Paaren befindet sich seit 1951/52 die Wublitzquelle. Aber zum Schluss des Berliner Rings 1979 wurde das dort entspringende Gewässer unterbrochen. Da der Weitertransport des Wassers hier durch Versickerung erfolgt, sind Überflutungen bei feuchtem Wetter hier jetzt stärker als unter natürlichen Bedingungen.[3]

Unterhalb des Autobahndamms ist die Wublitz eine Seenkette, ein nordwärts blind endender Querarm der Havel, und nicht auf Zufluss von oben angewiesen. Schon seit 1876 durchquert der Sacrow-Paretzer-Kanal (vom Durchfluss her der künstliche Hauptarm der Havel), in Ost-West-Richtung den größten See der nordsüdwärts verlaufenden Wublitz, den Schlänitzsee. Unterhalb von Nattwerder mündet sie in den Großen Zernsee der Havel.

Definitionen und Maße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bereich unterhalb der Autobahn wird geografisch Wublitzseengebiet genannt.[1] Es besteht aus der Bundeswasserstraße Wublitz (Wl) mit 2,424 km zwischen den Brücken bei Einhaus (ohne Haus) und der Brücke in Grube, dem Schlänitzsee als Teil des Sacrow-Paretzer Kanals mit einer Nordsüdausdehnung von 4,4 km, einschließlich Buchten, und einem Gewässer II. Ordnung von 452 m Länge, zusammen also 7,3 km. Dazu kommen noch 1,4 km von der Brücke Einhaus bis zur Gewässermitte der Havel. Die mittlere Höhe der Wasserfläche liegt bei 29,3 m ü. NHN. Die Länge an verlorenen Oberläufen beträgt 2,4 km ab Paaren und gut 10 km ab Wustermark.

Siedlung und Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An den zu großen Teilen unter Naturschutz stehenden Ufern der Wublitz liegen im Osten die zu Potsdam gehörenden Ortschaften Marquardt, Grube und Nattwerder, im Norden Uetz und im Westen die Werderaner Wohnplätze Leest und Eichholz.

Am Ostufer gibt es zwischen Grube und Nattwerder ein Pumpwerk, das den Wasserspiegel in den Gräben der angrenzenden Müllwiese (Name, keine Deponie) bei 28,4 m über NHN hält.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV), Brandenburg: Gewässerverzeichnis. (Fließgewässer), Version 4.1., Stand 14. Juli 2015. S. 31.
  2. Messtischblatt vor 1948 mit Schöppengraben, Priorter Graben und Wublitzsee
  3. Winfried Gutzeit/Hans Becker: Wublitz soll wieder fließen Potsdamer Neueste Nachrichten, 20. April 2007

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wublitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien