Wuhan Institute of Virology

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China VolksrepublikVolksrepublik China Wuhan Institute of Virology
Website http://english.whiov.cas.cn/

Das Wuhan Institute of Virology (WIV; chinesisch 中国科学院武汉病毒研究所) ist eine Forschungseinrichtung für Virologie mit Sitz im Bezirk Jiangxia von Wuhan, in der chinesischen Provinz Hubei.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet 1956 als Wuhan Microbiology Laboratory innerhalb der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) folgten eine Reihe von Umbenennungen: South China Institute of Microbiology (1961), Wuhan Microbiology Institute (1962), Microbiology Institute of Hubei Province (1970), seit 1978 der heutige Name, Wuhan Institute of Virology.[1]

2015 wurde das erste Labor der Schutzstufe BSL-4 des Landes eingeweiht.[2][3]

Die Forscherin Shi Zhengli fand (gemeinsam mit Cui Jie) den Ursprung von SARS.

Anschuldigungen in Zusammenhang mit Coronavirus Ausbruch 2019/2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut geriet in den Fokus der Öffentlichkeit, als verbreitet wurde, das Coronavirus 2019–20 sei im Zuge des chinesischen Biowaffenforschungsprogramm entwickelt worden.[4][5] Diese Theorie wurde jedoch von der Washington Post als Verschwörungstheorie entlarvt.[6] Die Washington Post zitierte US-Experten, die erklärten, warum das Institut nicht für die Biowaffenforschung geeignet sei; dass die meisten Länder Biowaffenforschung aufgegeben hätten und dass es keine Beweise dafür gebe, dass das Virus gentechnisch hergestellt worden sei.[6] Im Februar 2020 zitierte die Financial Times den Virusexperten und führenden Coronavirus-Forscher Trevor Bedford: „Wir haben Beweise dafür, dass die Mutationen [im Virus] vollständig mit der natürlichen Evolution übereinstimmen.“[7]

Im Januar und Februar 2020 wurde das Institut erneut als mögliche Quelle der Coronavirus-Epidemie genannt: Durch unsachgemäßes Verhalten der Forscher sei das Virus in die Umwelt entlassen worden.[8] Dieser Darstellung widersprach Shi Zhengli, Virologin und Forscherin am WIV.[9][10]

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Generaldirektorin ist Yanyi Wang, der Vertreter der Kommunistischen Partei ist Changcai He.[11] Nach eigenen Angaben sind derzeit 37 Forschungsgruppen in fünf Zentren organisiert:

  • Molekularvirologie
  • Analytische Mikrobiologie und Nanobiologie
  • Mikrobielle Virus Stammkulturen und Anwendungen
  • Virus-Pathologie
  • Neuartige Infektions-Krankheiten.

Unter Xi Jinping ist in China die Trennung zwischen ziviler und militärischer Forschung praktisch aufgehoben.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. History. In: Wuhan Institute of Virology, CAS. Abgerufen am 26. Januar 2020.
  2. China Inaugurates the first biocontainment level 4 laboratory in Wuhan. In: Wuhan Institute of Virology, CAS. Abgerufen am 26. Januar 2020.
  3. David Cyranoski: Inside the Chinese lab poised to study world's most dangerous pathogens. In: Nature. 23. Februar 2017, doi:10.1038/nature.2017.21487.
  4. Bill Gertz: Virus-hit Wuhan has two laboratories linked to Chinese bio-warfare program. Virology institute there has China’s only secure lab for studying deadly viruse. In: Washington Times. 24. Januar 2020, abgerufen am 28. Januar 2020 (englisch).
  5. Josh Taylor: Bat soup, dodgy cures and 'diseasology': the spread of coronavirus misinformation. In: The Guardian. 31. Januar 2020, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 27. Februar 2020]).
  6. a b Adam Taylor: Experts debunk fringe theory linking China’s coronavirus to weapons research. 19. Januar 2020, abgerufen am 27. Februar 2020 (englisch).
  7. Coronavirus was not genetically engineered in a Wuhan lab, says expert. Abgerufen am 27. Februar 2020 (englisch).
  8. 卷入疫情风暴眼中的武汉病毒研究所. In: BBC News 中文. 5. Februar 2020 (bbc.com [abgerufen am 27. Februar 2020]).
  9. Wuhan Virology Lab Deputy Director Again Slams Coronavirus Conspiracies. In: Caixin Global. Abgerufen am 27. Februar 2020 (englisch).
  10. Stephen Chen: Bat scientist’s cave exploits offer hope to beat virus ‘sneakier than Sars’. 6. Februar 2020, abgerufen am 27. Februar 2020 (englisch).
  11. About Us. Directors. In: Wuhan Institute of Virology. Abgerufen am 6. März 2020 (englisch).
  12. Barbara Gillmann und Dana Heide: Die Angst der Forscher vor China - Handelsblatt, 10. Dezember 2019

Koordinaten: 30° 22′ 36″ N, 114° 15′ 42″ O