Wuhu

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Dieser Artikel behandelt die bezirksfreie Stadt Wuhu (芜湖市) in der chinesischen Provinz Anhui. Für den gleichnamigen, in ihrem Gebiet gelegenen Kreis Wuhu (芜湖县), siehe Wuhu (Kreis).
Wúhú Shì
芜湖市
Wuhu
Yijishan Hospital prospect from Yangtze River.jpg
Wuhu (China)
Wuhu
Wuhu
Koordinaten 31° 20′ N, 118° 21′ OKoordinaten: 31° 20′ N, 118° 21′ O
Lage von Wuhu in der chinesischen Provinz AnhuiLage von Wuhu in der chinesischen Provinz Anhui
Basisdaten
Staat Volksrepublik China

Provinz

Anhui
Region Ostchina
Status bezirksfreie Stadt
Gliederung 4 Stadtbezirke und 4 Kreise
Höhe 8 m
Fläche 972 km²
Metropolregion 1292 km²
Einwohner 1.264.539 (2010)
Metropolregion 1.498.917 (2010)
Dichte 1301 Ew./km²
Metropolregion 1.160,2 Ew./km²
Postleitzahl 241000
Telefonvorwahl (+86) 553
Zeitzone China Standard Time (CST)
UTC+8
Kfz-Kennzeichen 皖B
Website www.wuhu.gov.cn
Politik
Bürgermeister Yang Jiongnong

Wuhu (chinesisch 蕪湖市 / 芜湖市, Pinyin Wúhú Shì, wörtlich "Unkraut überwucherter See"), ist eine bezirksfreie Stadt mit etwa 3,84 Mio. Einwohnern (Ende 2011) und einer Fläche von 5.988 km² im Südosten der chinesischen Provinz Anhui, rund 360 Kilometer westlich von Shanghai und 90 Kilometer von Nanjing entfernt.[1]

Die nächste Großstadt ist Ma’anshan, im Norden.

Administrative Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Kreisebene setzt sich Wuhu aus vier Stadtbezirken und vier Kreisen zusammen. Diese sind:

  • Stadtbezirk Jinghu (镜湖区), 58 km², 439.100 Einwohner, Zentrum, Sitz der Stadtregierung;
  • Stadtbezirk Yijiang (弋江区), 154 km², 187.500 Einwohner;
  • Stadtbezirk Jiujiang (鸠江区), 232 km², 234.200 Einwohner;
  • Stadtbezirk Sanshan (三山区), 276 km², 144.200 Einwohner;
  • Kreis Wuhu (芜湖县), 730 km², 381.300 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Wanzhi (湾沚镇);
  • Kreis Fanchang (繁昌县), 604 km², 316.100 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Fanyang (繁阳镇);
  • Kreis Nanling (南陵县), 1.264 km², 550.000 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Jishan (籍山镇);
  • Kreis Wuwei (无为县), 2.413 km², 1,41 Mio. Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Wucheng (无城镇).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend um Wuhu ist seit spätestens 770 v. Chr. bewohnt gewesen. Wuhu war eine strategisch wichtige Stadt während der Zeit der Drei Reiche (208–280 n. Chr.), als sie von der Wu-Dynastie kontrolliert wurde. Zu dieser Zeit wurde die Stadt Jiuzi (Chiu- tzu鸠 兹) genannt. Im 3. Jahrhundert fand hier eine grausame Schlacht der Königreiche Wu und Shu statt.

Während der Ming-Dynastie wurde Wuhu zu einem wichtigen Handelszentrum und Binnenhafen entwickelt, und war in dieser Zeit als ein Zentrum des Reishandels bekannt. Im Jahre 1644 wurde der Hongguang Kaiser (besser als der Prinz von Fu bekannt), einer der letzten Kaiser der Ming-Dynastie, durch Kräfte der neuen Qing-Dynastie in Wuhu besiegt.

Im Jahr 1876 wurde die Stadt ein Vertragshafen und ist seit dieser Zeit ein Handelszentrum. Aus dieser Zeit stammt auch die römisch-katholische St. Joseph Kathedrale (圣 若瑟 主教 座 堂). Der Großteil der Innenstadt nahe dem Yangtze River wurde als britische Konzession übergeben.

Der Handel mit Reis, Holz und Tee ließ Wuhu bis zum Anfang der Generalskriege aufblühen, als Banditen in der Gegend aktiv wurden.

Zu Beginn des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges, auch während Teilen des Zweiten Weltkrieges war Wuhu von Japan besetzt. Dies war auch der Auftakt zur Schlacht von Nanjing, endend im Massaker von Nanjing.

Während der japanischen Besatzung im Zweiten Weltkrieg versteckten sich chinesische Widerstandskämpfer in den Seen um Wuhu, indem sie untertauchten und durch Schilfrohre atmeten.

Wichtige Wirtschaftszweige begannen sich in Wuhu nach dem Zweiten Weltkrieg zu entwickeln, besonders die Textil- Industrie, Schiffbau und Papierfabriken. Trotzdem blieb Wuhu jahrzehntelang hinter der industriellen Entwicklung von Ma'anshan und Tongling zurück und blieb in erster Linie ein kommerzielles Zentrum für den Handel mit Reis, Seide, Baumwolle, Tee, Weizen und Eiern. Innerhalb der letzten Jahrzehnte ist Wuhu jedoch auch ein wirtschaftlicher Aufstieg zu einem Zentrum für industrielle Produktion und Fertigung in der Region gelungen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt hat die zweitgrößte Wirtschaftskraft in Anhui, nach der Provinzhauptstadt Hefei. Im Jahr 2011 erreichte das BIP von Wuhu 165,8 Mrd. RMB, was einen Anstieg von 16,0 % gegenüber dem Vorjahr bedeutete. Das durchschnittliche Pro- Kopf-Einkommen betrug 47.028 RMB, mit einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von 15,3 %.

In der Nähe von Wuhu befinden sich die höchsten für die HGÜ verwendeten Freileitungsmasten, und zwar die der Jangtse-Freileitungskreuzung Wuhu. In Wuhu befindet sich auch der Stammsitz von Chery Automobile und Anhui Conch Cement Company, dem größten Hersteller von Zement in China.

Wuhu besitzt den fünftgrößten Hafen des Yangtze und den letzten Tiefwasserhafen des Flusslaufes. Yuxikou Pier ist der größte Binnenhafen für Kohle in China.

Transport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wuhu wird als Haltestelle der Anhui – Jiangxi und der Nanjing – Tongling Eisenbahnlinie angefahren. Bereits für das Jahr 2011 war eine Anbindung an das chinesische Hochgeschwindigkeitszugnetz der Strecke Nanjing-Anqing geplant[2], Anfang 2016 wurde die Strecke in Betrieb genommen. Die Reisezeit nach Nanjing beträgt weniger als eine halbe Stunde. Momentan (Stand Frühjahr 2016) gibt es dreimal täglich eine Verbindung über Nanjing direkt nach Shanghai.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wuhu listet vier Gemeindepartnerschaften auf: [3]

Stadt Land seit
Kōchi JapanJapan Japan 1985[4]
Pavia ItalienItalien Italien 1988
Torrejón de Ardoz SpanienSpanien Spanien 1999
West Covina Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Kalifornien, Vereinigte Staaten 2010

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Welcome to Anhui. The People's Government of Anhui Province, 2006, abgerufen am 8. November 2013 (englisch).
  2. Wuhu. Yangtze Business Services, 2006, abgerufen am 8. November 2013 (englisch).
  3. Welcome to Anhui. Abgerufen am 23. Mai 2016.
  4. Sister Cities. Kōchi, 23. Dezember 2008, abgerufen am 16. Juli 2011 (englisch).