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Wulai

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wulai
烏來區

Lage Wulais in Neu-Taipeh
Staat: Taiwan Republik China (Taiwan)
Koordinaten: 24° 52′ N, 121° 33′ OKoordinaten: 24° 52′ 0″ N, 121° 33′ 0″ O
Fläche: 321,1392 km²
 
Einwohner: 6.178 (Oktober 2025[1])
Bevölkerungsdichte: 19 Einwohner je km²
Zeitzone: UTC+8 (Chungyuan-Zeit)
Telefonvorwahl: (+886) (0)2
Postleitzahl: 233
ISO 3166-2: TW-NWT
 
Gemeindeart: Stadtbezirk von Neu-Taipeh
Webpräsenz:
Wulai (Taiwan)
Wulai (Taiwan)
Wulai
Wasserfall in Wulai
Kleine Züge in Wulai

Wulai (chinesisch 烏來區, Pinyin Wūlái Qū) ist ein Bezirk der Stadt Neu-Taipeh in Taiwan. Er ist berühmt für seine heißen Quellen. Der Ortsname geht auf den Begriff ulay aus der Sprache des Volks der Atayal zurück und bedeutet „heiße Quelle“.[2] Es ist heute die nördlichste Ureinwohner-Siedlung Taiwans.

Übersicht und Geographie

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Wulai liegt im Süden von Neu-Taipeh, zwischen der Xueshan- und der Jialishan-Gebirgskette. Es hat ca. 6000 Einwohner (2025) auf einer Fläche von 321 km² und damit die geringste Bevölkerungsdichte aller Bezirke der Stadt. Gleichzeitig ist Wulai mit 15,6 % der Gesamtfläche der Stadt der flächenmäßig größte Bezirk. Es liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 250 Metern. Wulai war bis 2010 eine Landgemeinde (, Xiāng). Als der Landkreis Taipeh im Jahr 2010 in die Stadt Neu-Taipeh umgewandelt wurde, erhielt Wulai den Status eines Bezirks (, ).

In der Mitte der Qing-Dynastie (ungefähr Ende des 18. Jahrhunderts) begannen sich die Atayal in diesem Gebiet anzusiedeln. Nach dem Beginn der japanischen Herrschaft über Taiwan 1895 gehörte Wulai zunächst zur Präfektur Taipeh (jap. 臺北縣 Taihoku-ken). Ab 1901 fiel Wulai unter die Zuständigkeit der Shenkeng-Präfektur (深坑廳 Shinkō-chō) sowie der Unterpräfektur Xindian der Präfektur Taipeh (臺北廳新店支廳 Taihoku-chō Shinten-shichō). 1920 wurde es unter der Zuständigkeit des Landkreises Wenshan in der Präfektur Taipeh (臺北州文山郡 Taihoku-shū Bunsan-gun) als „unzivilisierte Gegend“ bzw. „Ureinwohner-Gegend“ (蕃地 banchi) organisiert (Anmerkung: Die japanischen Bezeichnungen für Präfektur änderten sich im Lauf der Zeit, wohingegen die deutsche Übersetzung stets gleich bleibt). In dieser „unzivilisierten Gegend“ gab es zwanzig Weiler ( aza).

Nach der Übernahme Taiwans durch die Republik China wurde der Bezirk Wulai 1946 in eine Landgemeinde in Wenshan umgewandelt. Im August 1950 wurde Wulai in den Landkreis Taipeh eingegliedert. Zuletzt wurde Wulai am 25. Dezember 2010 zu einem Bezirk der Stadt Neu-Taipeh.

Administrative Gliederung

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Wulai ist in fünf Dörfer unterteilt, welche wiederum mehrere Siedlungen haben.

Sehenswürdigkeiten

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Der Ort ist für seine heißen Quellen, seine Wasserfälle und die Ureinwohner-Kultur bekannt. Der berühmteste Wasserfall ist der Wulai-Wasserfall mit einer Höhe von ca. 80 Metern.[3] Im Bezirk gibt es viele Hotels, in denen man in heißen Quellen baden kann, wie auch direkt im Wulai-Fluss. In der alten Hauptstraße Wulais (烏來老街; vereinfacht: 乌来老街; Pinyin: Wūlái Lǎojiē) befindet sich ein Atayal-Museum. Die Straße ist außerdem für ihre vielen Imbissstände bekannt, die verschiedene traditionelle Gerichte anbieten.

In einiger Entfernung vom Zentrum des Bezirks befinden sich Wasserfälle und ein Erlebnispark, der mit einer Seilbahn erreichbar ist, die das Wulai-Tal überspannt. Die Schmalspurbahn Wulai Taiche, die zur japanischen Kolonialzeit als handbetriebene Eisenbahn angelegt und für den Bergbau und Holztransport genutzt wurde, befördert heute Touristen zu den Wasserfällen.

Einzelnachweise

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  1. 各月人口資料 03. 鄉鎮戶數及人口數 (9701) („Bevölkerungsdaten für jeden Monat 03. Gemeinden und Bevölkerung (9701)“). Taiwanisches Innenministerium, abgerufen am 12. November 2025 (chinesisch).
  2. 烏來區誌第一篇 歷史沿革 („Beschreibung Wulais, Kapitel 1: Geschichte“, S. 24). Bezirk Wulai, abgerufen am 13. November 2025 (chinesisch).
  3. Republic of China (Taiwan) Tourism Bureau: Tourism Bureau, Republic of China (Taiwan)-Taipei County. 19. April 2008, abgerufen am 9. Dezember 2021 (englisch).