Wulsbüttel

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Wulsbüttel
Wappen von Wulsbüttel
Koordinaten: 53° 18′ 55″ N, 8° 40′ 22″ O
Höhe: 20 m ü. NHN
Fläche: 33,91 km²
Einwohner: 2028 (27. Nov. 2017)
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2014
Postleitzahl: 27628
Vorwahlen: 04746, 04795
Wulsbüttel (Niedersachsen)
Wulsbüttel

Lage von Wulsbüttel in Niedersachsen

Wulsbüttel in der Gemeinde Hagen im Bremischen
Wulsbüttel in der Gemeinde Hagen im Bremischen

Wulsbüttel (niederdeutsch Wolsbuddel) ist eine Ortschaft der Gemeinde Hagen im Bremischen im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgliederung

Ortsteile km² Einwohner
(Stand: 27. November 2017)
Albstedt 09,50 416
Heine 01,54 143
Hoope 04,41 425
Lehnstedt 13,29 513
Wulsbüttel (Kernort) 05,17 531

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heutige Name entwickelte sich von Waldesbutli über Wulfesbüttel, Wulfsbüttel und Wulsebüttel zu Wulsbüttel. Der Name leitet sich also von Wald und siedlungshistorisch von den Büttel-Ortschaften ab. Büttel kommt vom indogermanischen bhu (bauen, sein), daraus wurden dann u. a. die Endsilben -butli und -büttel. Büttelortschaften sind also Siedlungsgebiete von Haus und Hof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ganggräber Lehnstedt 82 und 83 im Forst Düngel südlich von Lehnstedt stammen in etwa aus der Endphase der Trichterbecherkultur (um etwa 2865 v. Chr.).

Die germanischen Chauken besiedelten vor Christi Geburt das Gebiet beidseitig der Unterweser. Sächsische Stämme eroberten wahrscheinlich ab 300/400 n. Chr. weite Teile Niederdeutschlands und das Volk der Chauken ging in dem Stamm der Sachsen auf.

Im 11. Jahrhundert gelangte das Gebiet zum Bistum Bremen im Bremer Territorium.

Die heute evangelische romanische Kirche St. Lucia entstand um 1200. Die Alte Wassermühle Wulsbüttel ist um 1300 gebaut worden, das Löfflersche Niedersachsenhaus im Jahre 1673.

Nach 1648 ging das Erzbistum Bremen im schwedisch beherrschten Reichsterritorium Herzogtum Bremen auf, wurde 1719/1720 an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (1815 Königreich Hannover) verkauft und kam ab 1866 an Preußen und 1946 an Niedersachsen.

Der 1974 gegründete Bürgerverein Wulsbüttel hat die Geschichte des Ortes, der Kirche, der Schule, der Sitten und Gebräuche, des Handels und der Bauernhöfe in einer Dorfchronik Wulsbüttel festgehalten.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1971 wurde Wulsbüttel Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Hagen.

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Albstedt, Heine, Hoope und Lehnstedt eingegliedert.[1]

Zum 1. Januar 2014 erfolgte die Auflösung der Samtgemeinde Hagen und deren Mitgliedsgemeinden sowie die Neubildung der Gemeinde Hagen im Bremischen.[2] Damit wurde auch Wulsbüttel Teil der neuen Gemeinde Hagen im Bremischen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wulsbüttel (Kernort)

Jahr 1910 1925 1933 1939 1950 2017
Einwohner 138 131 126 116 240 531

(Quellen: 1910,[3] 1925–1939,[4] 1950,[5] 2017 laut Infobox)

Wulsbüttel (mit seinen Ortsteilen)

Jahr 2003 2005 2006 2007 2017
Einwohner 1.822 1.934 1.922 1.919 2.028

(Quellen: 2003–2007 laut Versionsgeschichte, 2017 laut Gemeinde Hagen im Bremischen am 27. November 2017)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf kommunaler Ebene wird die Ortschaft Wulsbüttel vom Rat der Gemeinde Hagen im Bremischen vertreten.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher von Wulsbüttel ist Hannes Mahlstedt (SPD). Die Amtszeit läuft von 2016 bis 2021.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wulsbütteler Kommunalwappens stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der sämtliche Wappen im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.[7]

Wappen von Wulsbüttel
Blasonierung: „In Grün über einem goldenen Eichenzweig mit einer Eichel zwischen zwei Blättern eine silberne Lilie.“[7]
Wappenbegründung: Der Eichenzweig weist auf den alten Waldbestand der Gemeinde hin. Die Lilie erinnert daran, dass das Kloster Lilienthal vom 13. Jahrhundert an die Vogtei über das Dorf besaß.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche in Wulsbüttel

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die romanische St.-Lucia-Kirche wurde um 1200 einschiffig aus Feldsteinen erbaut, der hölzerne Westturm ist jüngeren Datums. Das Kirchenschiff und der eingezogene Chor haben jeweils drei Rundbogenfenster. Der Altaraufsatz stammt von 1669, das Mittelbild von 1894, der Kelch aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und die drei Glocken von um 1300.
  • Die 700 Jahre alte Wassermühle auf dem idyllisch gelegenen Hof Heesen
  • Das Löfflersche Niedersachsenhaus von 1673

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Baudenkmale in Wulsbüttel

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Campingplatz mit den Badeseen

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Die Hügel- und Hünengräber in Lehnstedt

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgerverein Wulsbüttel
  • Schützenverein Wulsbüttel und Umgebung
  • Landfrauenverein Wulsbüttel und Umgebung

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verbandsverwaltung in Hagen
  • Freiwillige Feuerwehr Wulsbüttel

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Hagen im Bremischen – Bildung

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Pape (1745–1805), evangelischer Theologe und Geistlicher, wurde 1770 zum Prediger in Wulsbüttel ernannt

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Bienendieb
  • Der graue Hengst in Albstedt

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Hörmann u. a.: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Sonderveröffentlichungen der „Männer vom Morgenstern“ Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X (Digitalisat [PDF; 431 kB; abgerufen am 15. März 2019] S. 23).
  • Männer vom Morgenstern (Hrsg.): Hake Betken siene Duven. Das grosse Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung. 3. Auflage. Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wulsbüttel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 248.
  2. Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Hagen im Bremischen, Landkreis Cuxhaven. Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 10/2013. Hannover 19. Juni 2013, S. 162 (Digitalisat [PDF; 153 kB; abgerufen am 26. September 2018]).
  3. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Geestemünde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: www.gemeindeverzeichnis.de. 3. Februar 2019, abgerufen am 12. April 2019.
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Siehe unter 95. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Endgültige Ergebnisse nach der Volkszählung vom 13. September 1950. Band 33. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart/Köln 1950, S. 52 (Digitalisat [PDF; 26,4 MB; abgerufen am 27. April 2019] S. 61).
  6. Der Ortsvorsteher von Wulsbüttel. (PDF; 35,7 KB) In: Internetseite der Gemeinde Hagen im Bremischen. Abgerufen am 1. Juni 2017.
  7. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.