Wulsbüttel

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Koordinaten: 53° 18′ 55″ N, 8° 40′ 22″ O

Wulsbüttel
Ortswappen Wulsbüttel
Höhe: 22 m ü. NHN
Fläche: 38,25 km²
Einwohner: 1893 (18. Aug. 2014)
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2014
Postleitzahl: 27628
Vorwahl: 04746, 04795
Wulsbüttel (Niedersachsen)
Wulsbüttel

Lage von Wulsbüttel in Niedersachsen

Wulsbüttel in der Gemeinde Hagen im Bremischen

Wulsbüttel in der Gemeinde Hagen im Bremischen

Wulsbüttel (plattdeutsch: Wolsbuddel) ist eine Ortschaft der Gemeinde Hagen im Bremischen im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heutige Name entwickelte sich von Waldesbutli über Wulfesbüttel, Wulfsbüttel und Wulsebüttel zu Wulsbüttel. Der Name leitet sich also von Wald und siedlungshistorisch von den Büttel-Ortschaften ab. Büttel kommt vom indogermanischen bhu (bauen, sein), daraus wurden dann u.a. die Endsilben -butli und -büttel. Büttelortschaften sind also Siedlungsgebiete von Haus und Hof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ganggräber Lehnstedt 82 und 83 liegen im Forst Düngel südlich von Lehnstedt. Sie stammen in etwa aus der Endphase der Trichterbecherkultur (um etwa 2865 v. Chr.).

Die germanischen Chauken besiedelten vor Christi Geburt das Gebiet beidseitig der Unterweser. Sächsische Stämme eroberten wahrscheinlich ab 300/400 n. Chr. weite Teile Niederdeutschlands und das Volk der Chauken ging in dem Stamm der Sachsen auf.

Im 11. Jahrhundert gelangte das Gebiet zum Bistum Bremen im Bremer Territorium.

Die heute evangelische romanische Kirche St. Lucia entstand um 1200. Die Alte Wassermühle Wulsbüttel ist um 1300 gebaut worden, das Löfflersche Niedersachsenhaus im Jahre 1673.

Nach 1648 ging das Erzbistum Bremen im schwedisch beherrschten Reichsterritorium Herzogtum Bremen auf, wurde 1719/1720 an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (1815 Königreich Hannover) verkauft und kam ab 1866 an Preußen und 1946 an Niedersachsen.

1971 wurde Wulsbüttel Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Hagen.

Der 1974 gegründete Bürgerverein Wulsbüttel hat die Geschichte des Ortes, der Kirche, der Schule, der Sitten und Gebräuche, des Handels und der Bauernhöfe in einer Dorfchronik Wulsbüttel festgehalten.

Zum 1. Januar 2014 erfolgte die Auflösung der Samtgemeinde Hagen und deren Mitgliedsgemeinden sowie die Neubildung der Gemeinde Hagen im Bremischen.[1] Damit wurde auch Wulsbüttel Teil der neuen Gemeinde Hagen im Bremischen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Albstedt, Heine, Hoope und Lehnstedt eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher von Wulsbüttel ist Hannes Mahlstedt (SPD). Die Amtszeit läuft von 2016 bis 2021.[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wulsbütteler Wappens[4] stammt von dem in Belgien geborenen und später in Otterndorf lebenden Heraldiker und Wappenmaler Professor Albert de Badrihaye,[5][6] der auch schon die Wappen von Hetthorn, Wanhöden, Holte-Spangen und vielen anderen Ortschaften im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.

Wappen von Wulsbüttel
Wappenbeschreibung: „In Grün über einem goldenen Eichenzweig mit einer Eichel zwischen zwei Blättern eine silberne Lilie.“
Wappenbegründung: Der Eichenzweig weist auf den alten Waldbestand der Gemeinde hin. Die Lilie erinnert daran, dass das Kloster Lilienthal vom 13. Jahrhundert an die Vogtei über das Dorf besaß.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Hagen im Bremischen#Wulsbüttel stehen die in der Denkmalliste des Landeskreises Cuxhaven eingetragenen Baudenkmale.

Die Kirche in Wulsbüttel

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die romanische Kirche St. Lucia wurde um 1200 einschiffig aus Feldsteinen erbaut, der hölzerne Westturm ist jüngeren Datums. Das Kirchenschiff und der eingezogene Chor haben jeweils drei Rundbogenfenster. Der Altaraufsatz stammt von 1669, das Mittelbild von 1894, der Kelch aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und die drei Glocken von um 1300.
  • Die 700 Jahre alte Wassermühle auf dem idyllisch gelegenen Hof Heesen
  • Das Löfflersche Niedersachsenhaus von 1673

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Campingplatz mit den Badeseen

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hügel- und Hünengräber in Lehnstedt[7]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemein
  • Verbandsverwaltung in Hagen
  • Freiwillige Feuerwehr Wulsbüttel
Bildung

Siehe bei Hagen im Bremischen#Bildung

Vereine
  • Bürgerverein Wulsbüttel
  • Schützenverein Wulsbüttel und Umgebung
  • Landfrauenverein Wulsbüttel und Umgebung

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Bienendieb
  • Der graue Hengst in Albstedt

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wulsbüttel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Hagen im Bremischen, Landkreis Cuxhaven vom 19. Juni 2013, In: Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 10/2013 vom 25. Juni 2013, S. 162
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 248.
  3. Ortsvorsteher von Wulsbüttel. Von: Internetseite der Gemeinde Hagen im Bremischen, PDF-Datei, abgerufen am 1. Juni 2017
  4. Landkreis Wesermünde: Wappen des Landkreises Wesermünde. Verlag: Grassé Offset, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-980031-80-2
  5. Wappenbuch gegen Kirchturmspende/ Albert de Badrihaye, in: Wilstersche-Zeitung, vom 7. März 2012, abgerufen am 9. März 2017
  6. Albert de Badrihaye 90 Jahre, in: Niederdeutsches Heimatblatt, Nr. 247 vom Juli 1970, Seite 4, abgerufen am 9. März 2017
  7. "Hünengräber" auf der Internetseite von Lehnstedt