Wunderblutkirche (Bad Wilsnack)

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Wunderblutkirche, West- und Südseite

Die Wunderblutkirche St. Nikolai ist eine evangelische Kirche in Bad Wilsnack in der brandenburgischen Prignitz und Wahrzeichen des Kurortes. Die Kirche mit ihrem Hostienwunder war vom Ende des 14. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts eines der bedeutendsten Wallfahrtsziele Europas. Im Jahre 1552 fand die Pilgerbewegung ein jähes Ende, als der erste evangelische Pfarrer von Wilsnack, Joachim Ellefeld, die Überreste der Wunderbluthostien verbrannte.

Als Offene Kirche ist sie täglich geöffnet. Ein Förderverein setzt sich für den Erhalt der Kirche als kultur- und kirchengeschichtliches Denkmal ein und organisiert unter anderem Wanderungen auf dem alten Pilgerweg von Berlin nach Bad Wilsnack. In der Hansestadt Lübeck (Schleswig-Holstein) erinnert das Kleverschusskreuz, ein Wegekreuz aus dem Jahr 1436 an die Pilger, die sich von dort auf den Weg nach Wilsnack machten. Ein weiteres Wegekreuz zur Kirche ist in Havelberg erhalten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kleverschusskreuz in Lübeck wies Pilgern den Weg zur Wallfahrtskirche.
Wegekreuz zur Kirche Wilsnack in Havelberg

Die Ereignisse um das Hostienwunder, die zum Entstehen des Wallfahrtsortes Wilsnack führten sind aus einigen zeitgenössischen Quellen überliefert. Ein erster Bericht ist von einem Havelberger Propst überliefert, der im Jahre 1383, Bischof Thiderikus II. (Dietrich) nach Wilsnack begleitete. Weitere Berichte aus den Jahren 1447, wie auch Drucke aus den Jahren 1509 bis 1520/21 berufen sich auf den vorangegangenen. 1586 stellt der protestantische Domdechant Matthäus Ludecus Fakten zu dem vermeintlichen Wunder zusammen.[1] Eine weitere Zusammenfassung der Quellen und Ereignisse legte 1881 der Oberpfarrer Ernst Breest aus Wilsnack vor.[2]

Entstehung der Legende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. August des Jahres 1383 nutzte Ritter Heinrich von Bülow die Abwesenheit großer Teile der Wilsnacker Gemeinde, die sich zum jährlichen Domweihfest in Havelberg aufhielt, und überfiel die Wilsnack nebst zehn weiteren Dörfern und brannte sie nieder. Seit längerem erhob Ritter von Bühlow Anspruch über diese Dörfer, weswegen er mit deren Herren Henning, Klaus und Gericke von Möllendorf[3] und dem Bistum Havelberg im Zwist lag.

Der Legende nach suchte der aus von der Domweihe heimgekehrte Priester Johannes Calbutz die Ruine der niedergebrannten Kirche ab und barg geschmolzenes Glockenerz aus den Trümmern. An der Stelle des Altars lag die verkohlte Eichenbohle der Altarplatte, in der ein kleines Fach eingearbeitet war worin drei Hostien verwahrt wurden. In der Meinung hier nichts weiter bergen zu können, untersuchte er die Bohle nicht weiter und kehrte ins benachbarte Lüben zurück, wo die Gemeinde übernachtete, da Wilsnack unbewohnbar war. In der folgenden Nacht erschien dem Pfarrer im Traum mehrfach eine kindliche Stimme, die ihn aufforderte zur Kirche zurückzukehren und dort eine Messe zu lesen. Als er mit der Gemeinde am 24. August zur Kirche zurückkehrte, soll die verkohlte Altarplatte mit einem Tuch bedeckt gewesen sein, worauf die drei vom Feuer nahezu unversehrten Hostien lagen die jede eine roten Blutstropfen trug. Nach der Messe nahm Calbutz die Hostien zur Verwahrung zurück nach Lüben. In der Folge kam es im Umkreis zu weiteren wundersamen Ereignissen. So brannten in der Lübener Kirche fünf Kerzen, von denen zwei während der Messe plötzlich erloschen. Die drei brennenden Kerzen wurden anschließend feierlich nach Wilsnack und zurück getragen, wobei sie trotz Windes weder erloschen, noch durch den Abbrand kürzer wurden. Bischof Dietrich II. von Havelberg erfuhr von den Ereignissen, reiste nach Wilsnack um sich persönlich davon unterrichten zu lassen. In der Kirche las er eine Messe in der er eine vierte Hostie zu den drei Bluthostien legte, woraufhich sich die Blutflecken der drei Hostien vergrößerten. Diese Begebenheit wurden von weiteren anwesenden Klerikern bezeugt, worauf der Bischof ein Hostienwunder bescheinigte. Im Zusammenhang mit dem Hostienwunder ereigneten sich auch im ferneren Umkreis wundersame Begebenheiten, so verspottete Ritter Dietrich Wenkstern die Hostien, worauf er augenblicklich erblindete und sein Augenlicht erst wieder erlangte, nachdem er Gott und die heilige Kraft der Hostien anbetete und einen jährlichen Bußgang nach Wilsnack gelobte. 1388 soll der westfälische Adlige Geismar Berthold von Hansen von Ritter Conrad Spiegel überfallen und gehenkt worden sein. Von Hansen erflehte die Hilfe der Wunderbluthostien und, nachdem er nach einem halben Tag immer noch lebend am Galgen hing, wurde er von Ritter Conrad schließlich befreit und um Verzeihung gebeten, worauf der Gerettete nach Wilsnack pilgerte.[4][5]

Hochphase der Wallfahrten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20. Februar 1384 stellte Papst Urban VI. Wilsnack einen Ablassbrief zum Wiederaufbau der Wallfahrtskirche aus.[5] In der Folge verbreitete sich der Ruf des Blutwunders europaweit und Wilsnack entwickelte sich zu einem der zentralen Wallfahrtsorte in Nordeuropa. Im Laufe des 15. Jahrhunderts stieg der Ort zu dem fünftbedeutendsten Wallfahrtsziel des christlichen Abendlandes auf, wodurch der Ort wirtschaftlich aufblühte. 1396 kamen die ersten in Havelberg gegossenen Pilgerzeichen[6] in Wilsnack auf den Markt. Wilsnack war vor allem bei Böhmischen Pilgern als Wallfahrtsziel beliebt, worauf sich Jan Hus 1403 vehement gegen die Verehrung des Wunderblutes aussprach. Zu den Pilgern hatte 1433 auch die englische Mystikerin Margery Kempe gehört, die ihre Pilgerreise in ihrer autobiografischen Schrift The Book of Margery Kempe beschrieb. Das Mitglied der Magdeburger Synode, der Theologe Heinrich Tocke, begutachtete 1443 die Bluthostien. Er stellte fest, dass nur noch ein Gemisch von Krümeln und Spinnweben vorhanden war. Der Havelberger Bischof Konrad von Lintorff setzte sich aber gemeinsam mit Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg, der den Franziskanertheologen Matthias Döring mit einer Stellungnahme beauftragte[7], und mit Unterstützung des Papstes gegen das aus Magdeburg angestrebte Verbot durch. Der Erweiterungsbau der Wilsnacker Kirche wurde vermutlich im Jahr 1446 begonnen. Papst Eugen IV. nahm 1447 in zwei Bullen positiv Stellung zum Wilsnacker Hostienkult. Ein niederländischer Adliger stiftete 1461 das Fenster im Nordquerschiff. Der Wunderblutschrein, das Fresko Christophorus, die farbigen Fenster, Altäre und Skulpturen stammen aus der Zeit nach 1460. Der dreiteilige Altar ist ein Kompositretabel, dessen Einzelwerke aus dem späten 14. und frühen 16. Jahrhundert stammen. Im Jahre 1471 erhielt die Kirche eine große Glocke. Mit der Reformation nahm 1517 die Zahl der Wallfahrer ab. 1520 verbreitete der Verlag des Lübeckers Steffen Arndes Drucke der Wilsnacker Legende (Historia inventionis et ostensionis vivifici Sacramenti), ebenso ein Jahr später Ludwig Dietz in Rostock.[8]

Ende Wunderblutlegende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Einführung der Reformation in der Mark Brandenburg im Jahre 1539 fanden in der Kirche nach den evangelischen stets katholische Gottesdienste statt. Der evangelische Pfarrer von Wilsnack, Joachim Ellefeld, war jedoch mit der Hostienverehrung nicht einverstanden, entgegen der Anordnung des Stadtrats sich nicht um katholische Belange kümmern zu sollen, drang Ellefeld mit zwei Helfern am Samstag den 5. Juni 1552 in die Sakristei ein, zerschlug die Monstranz und verbrannte die darin aufbewahrten Bluthostien.[5] Er wurde zunächst durch das Havelberger Domkapitel auf der Plattenburg inhaftiert, dann aber auf Anordnung des Kurfürsten Joachim II. freigelassen und des Landes verwiesen. Im selben Jahr ließ der Kurfürst die Glocke in seine Berliner Hofkirche bringen.[9] Während der mehr als 170 Jahre lang andauernden Wallfahrten reisten hunderttausende Pilger nach Wilsnack. Als Folge der verbrannten Hostien ebbten die Pilgertröhme im Laufe des 16. Jahrhunderts allmählich ab und bewirkten einem wirtschaftlichen Niedergang der Stadt.

Jüngere Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

200 Jahre später (1782) erteilte Friedrich Christoph von Saldern dem Orgelbaumeister Adam Heinrich Rietz aus Magdeburg den Auftrag zum Bau einer Orgel. 1806 wurde Wilsnack von französischen Truppen besetzt; die Kirche diente ihnen als Lazarett. 1825 wurde in der Kirche der kleine Altar eingebaut, weil der große im hohen Chor von der Gemeinde zu weit entfernt war. Auf Anordnung des Kronprinzen Friedrich wurden 1881 die Buntglasfenster restauriert, ihre Inschrift verweist auf eine Arbeit der Königlichen Glashütte zu Berlin.

Die Kirche war zum Ende des 20. Jahrhunderts Schauplatz von politischen Aktionen. Ab Oktober 1989 versammelten sich montags jeweils etwa tausend Menschen zum Friedensgebet und anschließendem Kerzenumzug, entsprechend den Montagsdemonstrationen in anderen Städten der DDR. Der erste Nachwende-Bürgermeister, Dietrich Gappa, wurde im Mai 1990 in der Kirche gewählt.[10]

Architektonische Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Baugeschichte ist noch nicht abschließend geklärt. Die Gründung des Kirchenbaues geht auf die Zeit um 1286 bis 1300 zurück[11], mit einem stetigen Ausbau bis kurz vor der Reformation mit dem Schluss des Langhauses 1525. Erbaut wurde die Kirche als wuchtige, dreischiffige Hallenkirche im Stil der norddeutschen Backsteingotik. Das kurze, unvollendete Langhaus von drei Jochen schließt im ersten Joch den rechteckigen Turm eines Vorgängerbaus ein und zeigt selbst nur einen Dachreiter. Das Querschiff steht mittig zwischen Langhaus und Chor mit östlich dahinter liegenden Kapellen. Die Wunderblutkapelle befindet sich am südlichen Teil des Querschiffs. Der Chor hat einen halbrunden 5/10-Schluss. Erhalten sind Glasmalereien aus dem späten Mittelalter. Der Hochaltar besteht aus drei verschiedenen und übereinander geschichteten Retabeln.

Wunderblutkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wunderblutschrein mit bemalten Türen

Die Wunderblutkapelle birgt das bedeutendste Kunstwerk der St. Nikolaikirche von Bad Wilsnack, den Wunderblutschrein aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Der Schrein ist in einer spitzbogenförmigen Wandniesche eingebaut. Die Türen des hölzernen Schreins sind beidseitig bemalt. Das Giebelfeld des Schreins wird von zwei Engeln geziert, die die Monstranz mit dem Heiligen Blut empor halten. Die Außenflügel der Türen zeigen die Gregorsmesse mit der Vision von Papst Gregor I. (590-604) beim Feiern der Messe. Darüber in lateinischer Schrift: „Dies ist die Anbetung des Heils … wunderbar für meine Augen“. Unter der Szene ist ein Feld mit floralen Mustern und aufgemalter Ziegelmauer. Auf der Innenseite der linken Tür ist die Trinität (Vater, Sohn und Heiliger Geist) in Form eines Gnadenstuhls dargestellt, als Zeichen der Verehrungswürdigkeit des Wunderbluts. Darunter in Latein: „Oh anzubetende Dreieinigkeit, oh zu bestätigende Einigkeit, erbarme Dich unser.“ Die Innenseite des rechten Türflügels trägt Innen die Verspottung Jesu, der mit Dornenkrone, Nimbus, rotem Mantel und Lendenschurz vor seinen Peinigern steht. Darüber ebenfalls ein Schriftband mit lateinischem Text. Unterhalb des von den Flügeltüren verschlossenen Faches befinden sich weitere Fächer, die von vier unverzierten Türen verschlossen sind. Alle Türen können durch aufwändige eiserne Schlösser verriegelt werden.

Die Wunderblutkapelle diente vermutlich nach der Reformation ab 1560 als Familiengruft der protestantischen Patronatsfamilie von Saldern. Die Grabstätten wurden ab 1952 in die Chorgrüfte und in andere Bereiche der Kirche verlegt. Die Kapelle wurde renoviert und wieder zugänglich gemacht. 1992 wurde die Kapelle saniert und mit einer Fußbodenheizung versehen.[12]

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hochaltar der Kirche, gestiftet vom brandenburgischen Kurfürsten Friedrich II., ist dreiteilig. Der mittlere Teil stammt aus dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts und zeigt Maria, die von den zwölf Aposteln umgeben ist. Der obere Teil, ein Dreifigurenschrein, stellt die Mutter Jesu mit den Vierzehn Nothelfern dar. Im Zentrum des fünfteiligen Retabels steht eine Mondsichelmadonna, die links von zwei Frauenbüsten und rechts von einem Mönch sowie einer Bischofsfigur flankiert wird. Der Gemeindealtar stammt aus dem Jahr 1960.

Die Kanzel ist ein Werk des späten 17. Jahrhunderts. Sie wurde von Jakob Friedrich von Saldern nach dem Tod seiner Frau Elisabeth von Bismarck (1659–1695) gestiftet. Geschmückt ist die Kanzel mit dem Saldernschen Wappen, einer Rose, sowie dem Bismarck-Wappen, einem dreiblättrigen Kleeblatt.

Der Osterleuchter erinnert an die Wallfahrer, die aus Ungarn zur Wallfahrtskirche pilgerten. Er befindet sich im Chorraum links in Höhe des Gemeindealtars.

Die Kirche weist eine Reihe von Skulpturen auf, darunter aus dem späten 14. Jahrhundert die farbig gefasste Sandsteinfigur von Bischof Johann Wöpelitz an einem Pfeiler im nördlichen Langhaus. Sie steht den Werken aus dem Umkreis der Prager Parlerwerkstatt am Havelberger Lettner nahe. Möglicherweise handelt es sich um eine Figur des Kirchenpatrons St. Nikolaus, die nachträglich als Darstellung des Bischofs Wöpelitz umgedeutet wurde.[13] Wöpelitz war von 1385 bis 1401 Bischof in Havelberg. Aus dem 15. Jahrhundert stammt eine gut einen Meter große Marienfigur mit dem Jesusknaben. Die Sandsteinskulptur befindet sich im Chor an einem Vierungspfeiler.

Die Tauffünte aus Sandstein ist mit acht Wappenschildern versehen, von denen vier ausgestaltet sind. Sie zeigen mit dem Tatzenkreuz das Wappen des Bistums Havelberg, das Wappen von Johann Wöpelitz als Bischof von Havelberg, das Wappen des Bistums Lebus und das Wappen des Bistums Brandenburg.

Rechts und links neben der Orgel sind zwei Epitaphe angebracht. Das rechte ist Matthias Friedrich von Saldern (* 22. April 1650; † 3. Juni 1680) gewidmet. Das ovale Porträt, in Öl auf Holz gemalt, hat an beiden Seiten je eine Putte. Darunter befindet sich ein Relief mit der Darstellung von Saldern in Kriegsausrüstung mit Waffen. Das Epitaph links der Orgel erinnert an den preußischen Hof- und Kammergerichtsrat Friedrich August von Saldern (* 28. Juni 1694; † 20. Februar 1720) und seine Frau Elisabeth Charlotta von Saldern (* 17. Dezember 1688; ohne Sterbedatum) sowie weitere Mitglieder der Familie.

Direkten Bezug zum Blutwunder hat ein Gedenkstein im Nordquerschiff, der ins Mauerwerk eingelassen ist. Der Wunderblut-Stein zeigt an dessen Ostseite zwei kniende Figuren, die gemeinsam ein Sakramentshaus halten. Sie stellen den Dominus Johannes Bielefelt und den Dominus Johannes Cabbues dar. Johannes Cabbues (vermutlich Cabues, † 1412) war Priester in Legde, Bielefelt um 1415 in Wilsnack.

Im Nordquerschiff befinden sich zwei in die Kirchenwand eingelassene Grabplatten aus dem 16. Jahrhundert. Eine gehörte zum Grab Burchard von Salderns, der zusammen mit seinem Bruder Jakob Wilsnack und die Plattenburg geerbt hatte. Der zweite Grabstein ist der des Rektors Johann Tettendorf. Er war bis 1571 Geistlicher in Wilsnack und starb 1572.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Konzerte, etwa im Rahmen des Prignitzsommers und der Brandenburgischen Sommermusiken
  • Ausstellungen, Vorträge, Lesungen
  • Fachtagungen, teilweise gemeinsam mit der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin
  • Pilgerfest im August und Weihnachtsmarkt

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Architektur und Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelia Aman: Die Glasmalereien der Wilsnacker Nikolaikirche. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Prignitz. Nr. 4, 2004, S. 5–77.
  • Folkhard Cremer: Die St. Nikolaus- und Heiligblutkirche zu Wilsnack 1383-1552. Eine Einordnung ihrer Bauformen in die Kirchenarchitektur zwischen Verden und Chorin, Doberan und Meißen im Spiegel bischöflicher und landesherrlicher Auseinandersetzungen (= Beiträge zur Kunstwissenschaft. Nr. 63). Scaneg, München 1996, ISBN 3-89235-063-9 (Dissertation, 1994 an der Universität Marburg).
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2000, ISBN 3-422-03054-9, S. 37–40.
  • Karl-Uwe Heußner, Tilo Schöfbeck, Dirk Schumann: Die spätgotische Wallfahrtsarchitektur in der Prignitz. Überraschende Ergebnisse aus mittelalterlichen Dachwerken. In: Brandenburgische Denkmalpflege. Nr. 14, 2005, ISSN 0942-3397.
  • Gordon Thalmann: Neue Erkenntnisse zur Baugeschichte und Ausstattung der Wallfahrtskirche St. Nikolai zu Wilsnack. In: Peter Knüvener, Dirk Schumann (Hrsg.): Die Mark Brandenburg unter den frühen Hohenzoller: Beiträge zu Geschichte, Kunst und Architektur im 15. Jahrhundert (= Schriften der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg). N.F. 5. Lukas, Berlin 2015, ISBN 978-3-86732-150-1.
  • Gordon Thalmann: Wilsnack und Havelberg - Spuren böhmischer Kunst und Architektur um 1400 im Bistum Havelberg. In: Jan Richter, Peter Knüvener, Kurt Winkler (Hrsg.): Karl IV.: Ein Kaiser in Brandenburg. Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2016, ISBN 978-3-945256-62-6, S. 125–129 (Ausstellungskatalog zur gleichnamigen Ausstellung im HBPG Potsdam).

Wunderblutlegende und Pilgerwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Primärquellen

  • Dyt ys dy Erfindunge vnd wunderwerke des hilligẽ sacramentes tho der Wilsnagk. Jakob Winter, Magdeburg 1509 ([3] [abgerufen am 23. August 2017] Wiegendruck in niederdeutscher Sprache).
  • Historia inventionis et ostensionis vivifici sacramenti in Wilsnagk. Stephan Arndes, Lübeck 1520 ([4] [abgerufen am 23. August 2017] Wiegendruck in lateinischer Sprache).
  • Van der Vyndinge unde Wunder=werken des hilligen Sacramentes to der Wilßnack. Ludwig Dietz, Rostock 1521.
  • Matthäus Ludecus: Historia Von der erfindung / Wunderwercken und zerstörung des vermeinten heiligen Blutes zu Wilssnagk. Clemens Schleich, Wittenberg 1586 ([5] [PDF; abgerufen am 16. August 2017]).

Rezente Literatur

  • Ernst Breest: Das Wunderblut von Wilsnack (1383–1552). In: Märkische Forschungen. Nr. 16. Berlin 1881, S. 131–320.
  • Paul Heinz (Hrsg.): Das Wunderblut zu Wilsnack - Niederdeutscher Einblattdruck mit 15 Holzschnitten aus dem Zeit von 1510–1520 (= Drucke und Holzschnitte des XV. und XVI. Jahrhunderts in getreuer Nachbildung. Nr. 10). Heitz & Mündel, Straßburg 1904 ([6] [abgerufen am 1. August 2017]).
  • Hartmut Kühne, Anne-Katrin Ziesak (Hrsg.): Wunder, Wallfahrt, Widersacher: Die Wilsnackfahrt. Friedrich Pustet, Regensburg 2005, ISBN 3-7917-1969-6.
  • Rainer Oefelein: Brandenburg: mittelalterlicher Jakobsweg Berlin - Wilsnack – Tangermünde. Conrad Stein, Welver 2008, ISBN 978-3-86686-189-3 (Mit Tipps für Radpilger).
  • Olaf B. Rader: Hokuspokus. Bluthostien zwischen Wunderglaube und Budenzauber. Fink, Paderborn 2015, ISBN 978-3-7705-5738-7.
  • Klaus Stolte: Vergängliche Wallfahrt. Der Streit um das Wunderblut von Wilsnack im Spiegel päpstlicher Verlautbarungen, zugleich ein Beitrag zur Baugeschichte der Nikolaikirche. In: Berichte und Forschungen aus dem Domstift Brandenburg. Nr. 1. Traugott Bautz, 2008, ISSN 1866-4695, S. 5–64.
  • Gordon Thalmann: Der Heilige Olav in der Wallfahrtskirche zu Wilsnack. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Prignitz. Nr. 17, 2017, S. 25–34.
  • Hartmut Kühne: „Ich ging durch Feuer und Wasser…“ Bemerkungen zur Wilsnacker Heilig Blut-Legende. In: Gerlinde Strohmaier-Wiederanders (Hrsg.): Theologie und Kultur: Geschichten einer Wechselbeziehung. Festschrift zum einhundertfünfzigjährigen Bestehen des Lehrstuhls für Christliche Archäologie und Kirchliche Kunst an der Humboldt-Universität zu Berlin. Gursky, Halle 1999, ISBN 3-929389-26-6, S. 51–84 ([7] [Text; abgerufen am 16. August 2017]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wunderblutkirche Bad Wilsnack – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Matthäus Ludecus: Historia Von der erfindung / Wunderwercken und zerstörung des vermeinten heiligen Blutes zu Wilssnagk. Clemens Schleich, Wittenberg 1586 ([1] [abgerufen am 24. August 2017]).
  2. Ernst Breest: Das Wunderblut von Wilsnack (1383–1552). In: Märkische Forschungen. Nr. 16. Berlin 1881, S. 131–320.
  3. Möglicherweise aus dem Adelsgeschlecht der Moellendorff
  4. Rita Buchholz, Klaus-Dieter Gralow: De hystorie und erfindighe des hilligen Sacraments tho der wilsnagk (Die Geschichte von der Erfindung des heiligen Sakraments zu Wilsnack) (= Kleine Schriftenreihe zur Geschichte von Bad Wilsnack. Nr. 1). Bad Wilsnack 1992.
  5. a b c Paul Heinz (Hrsg.): Das Wunderblut zu Wilsnack - Niederdeutscher Einblattdruck mit 15 Holzschnitten aus dem Zeit von 1510–1520 (= Drucke und Holzschnitte des XV. und XVI. Jahrhunderts in getreuer Nachbildung. Nr. 10). Heitz & Mündel, Straßburg 1904 ([2] [abgerufen am 1. August 2017]).
  6. Abbildung eins Wilsnacker Pilgerzeichens auf www.pilgerzeichendatenbank.de
  7. Dieter Berg (Hrsg.): Spuren franziskanischer Geschichte. Chronologischer Abriß der Geschichte der Sächsischen Franziskanerprovinzen von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Werl 1999, S. 167.
  8. Hartmut Kühne: „Ich ging durch Feuer und Wasser…“ Bemerkungen zur Wilsnacker Heilig Blut-Legende. Halle 1999, Digitalisat (Memento vom 6. Mai 2010 im Internet Archive)
  9. Renate Veigel: Die Kirchen- und Rathausglocken im Stadtmuseum Berlin, in: Generaldirektor des Stadtmuseums Berlin Reiner Güntzer (Hrsg.): Jahrbuch Stiftung Stadtmuseum Berlin, Bd. VI 2000, Henschel-Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89487-375-2, S. 93–101.
  10. Ev. Kirche St. Nikolai Bad Wilsnack, Schnell-Kunstführer Nr. 2125, Schnell & Steiner, Regensburg 1994, S. 37.
  11. Eintrag Objekt-Dok-Nr. 09161186 Denkmalliste AIDAweb des BLDAM Brandenburg
  12. Ev. Kirche St. Nikolai Bad Wilsnack, Schnell-Kunstführer Nr. 2125, Schnell & Steiner, Regensburg 1994, S. 12–15.
  13. Ernst Badstübner: Brandenburg. DuMont Kunstreiseführer. DuMont Reiseverlag, Köln 2010, S. 166.

Koordinaten: 52° 57′ 22″ N, 11° 56′ 45″ O