Wurmlingen (Rottenburg)

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Wurmlingen
Ehemaliges Gemeindewappen von Wurmlingen
Koordinaten: 48° 30′ 8″ N, 8° 57′ 55″ O
Höhe: 349 (335–475) m
Fläche: 7,14 km²
Einwohner: 2604 (30. Apr. 2015)
Bevölkerungsdichte: 365 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1971
Postleitzahl: 72108
Vorwahl: 07472

Wurmlingen ist ein Stadtteil von Rottenburg am Neckar im Landkreis Tübingen in Baden-Württemberg (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das alte Rathaus
Das neue Rathaus
das alte Schulgebäude
das neue Schulgebäude

Wurmlingen liegt rund vier Kilometer nordöstlich von Rottenburg am Neckar und acht Kilometer südwestlich von Tübingen.

Ausdehnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtfläche des Ortes Wurmlingen beträgt 714 ha. Hiervon entfallen 68,6 % auf landwirtschaftliche Fläche, 15,1 % auf Siedlungs- und Verkehrsfläche, 15,1 % auf Waldfläche, 0,1 % auf Wasserfläche und 1,1 % auf die übrige Nutzung. Früher gehörte noch die unbewohnte Exklave Ammertal zu Wurmlingen.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Orte grenzen an Wurmlingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Unterjesingen, Hirschau, Rottenburg (Kernstadt) und Wendelsheim, Pfäffingen (alle Landkreis Tübingen).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Dezember 1971 wurde Wurmlingen in die Stadt Rottenburg am Neckar eingegliedert.[1]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wurmlingen leben 2.487 Einwohner (Stand Ende Januar 2008) auf einer Fläche von 7,14 km². Die Bevölkerungsdichte Wurmlingens beträgt 348 Einwohner pro Quadratkilometer.

Einwohnerentwicklung
  • 1900: 0623 Einwohner
  • 1915: 0848 Einwohner
  • 1930: 1078 Einwohner
  • 1945: 1302 Einwohner
  • 1960: 1650 Einwohner
  • 1961: 1181 Einwohner
  • 1970: 1574 Einwohner
  • 1975: 1853 Einwohner
  • 1990: 2261 Einwohner
  • 2005: 2589 Einwohner
  • 2009: 2468 Einwohner
  • 2013: 2539 Einwohner
  • 2015: 2604 Einwohner

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1100 wurde Wurmlingen erstmals urkundlich erwähnt.[2] Die Burg im Dorf gehörte den Mörhild von Wurmlingen. Die Burg Brestenegg zu Wurmlingen wurde von den Ammann von Brestenegg erbaut und früher besessen. Wurmlingen war Besitz der Grafen von Hohenberg, lange Zeit gehörte es zu Vorderösterreich, ab 1805 dann zu Württemberg.[3]

Ein geschichtlicher Zusammenhang zu Wurmlingen (bei Tuttlingen)[4] war lange nicht nachzuweisen.[5] Eine Urkunde deutet auf eine Verbindung hin: Die Brüder Albert, Friederich und Heinrich von Wurmlingen, genannt die Hohin, Herren von Wurmlingen (Tuttlingen) (Burg Wurmlingen) und Ministerialen der Grafen von Zollern, verkaufen am 7. Dezember 1252 ihren Weinberg im Pfaffenberg (Kapellenberg) mit Zustimmung ihres Herrn, des Grafen Friedrich von Zollern, an das Frauenkloster Kirchberg.[6]

Nach einer Sage soll der Name Wurmlingen davon herrühren, dass am nahegelegenen Kapellenberg ein Drache (Lindwurm) gelebt haben soll. Heutzutage erinnert daran das Fassadenbild der Dorfpfarrkirche St. Briccius, das den Erzengel Michael als Drachentöter zeigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Briccius

Auf dem Kapellenberg befindet sich die zur Zeit von Papst Leo IX. erbaute Sankt-Remigius-Kapelle Wurmlingen (auch Wurmlinger Kapelle genannt). Ein weiteres erwähnenswertes Bauwerk ist die Pfarrkirche St. Briccius, welche unter anderem vom Rottenburger Kirchenmaler Carl Dehner ausgemalt wurde.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfingstritt: Brauchtumspflege nimmt einen großen Stellenwert ein; alle zwei Jahre findet der traditionelle Pfingstritt statt, nach 2015 nächstmalig im Jahr 2017.
  • Alemannische Fasnet: Die Alemannische Fasnet wird im Raum Rottenburg ausgiebig gefeiert. Am Fasnetsamstag findet in Wurmlingen ein großer Umzug durch das Dorf statt. Die Straßenfasnet – die verschiedenen Vereine der Gemeinde stellen in einzelnen Straßen des Ortskerns kleine Buden und Häuschen auf, wo gegessen, getrunken und gefeiert werden kann – beginnt am „Schmotzigen Donnerstag“ und endet am Aschermittwoch mit der Fastenzeit.
  • Wurmlinger Weinbergfest: Wie noch einige andere umliegende Ortschaften veranstalten die Wurmlinger Weinbauer jedes Jahr Anfang/Mitte Juni in ihren Weinbergen unterhalb der Wurmlinger Kapelle ein Fest, bei dem sie ihren selbstgemachten Wein ausschenken und Kleinigkeiten zum Essen wie z. B. Schmalz- oder Käsebrote anbieten.
  • Wurmlinger Dorffest: Am letzten Wochenende im August ist das Wurmlinger Dorffest.
  • Sichelhenke- bzw. Erntedankfest: Im Gegensatz zu anderen Gemeinden gibt es für dieses Fest in Wurmlingen keinen festen Termin. Es wird an einem Wochenende im Herbst veranstaltet.
  • Besenwirtschaften: Einige der Wurmlinger Weinbauern öffnen für ein paar Tage im Jahr ihre Häuser für Gäste und verköstigen diese mit ihrem selbstgemachten Wein und Kleinigkeiten zum Essen.
  • Vereinsfeste: In den wärmeren Monaten des Jahres veranstalten die unterschiedlichen Vereine der Gemeinde wie z. B. der Musik-, Männergesangs- und Vogelverein über jeweils ein Wochenende ein Fest, zu dem alle eingeladen sind.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde Wurmlingen hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

Posthum Ehrenbürgerwürde entzogen wurde: Stefan Kruschina, Pfarrer. Grund für den Entzug waren Aussagen von ehemaligen Schülern, welche ihn belasteten, Schutzbefohlene sexuell missbraucht zu haben, was später auch als erwiesen galt.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Ort verbundene Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wurmlingen (Rottenburg am Neckar) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 535.
  2. Ortslexikon Wurmlingen leo-bw.de.
  3. Johann Daniel Georg von Memminger - 1828 Beschreibung_des_Oberamts_Rottenburg/Kapitel_B_26.
  4. Beschreibung_des_Oberamts_Tuttlingen/Kapitel_B_23.
  5. Vgl. Ludwig Uhlands Schriften 8, 334 ff.
  6. zitiert nach: Landeskunde entdecken www.leo-bw.de.