Wustweiler

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Wustweiler
Gemeinde Illingen
Ehemaliges Gemeindewappen von Wustweiler
Koordinaten: 49° 23′ 58″ N, 7° 2′ 20″ O
Höhe: 255 m
Fläche: 5,85 km²
Einwohner: 2890 (31. Aug. 2005)
Bevölkerungsdichte: 494 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 66557
Vorwahl: 06825
Wustweiler (Saarland)
Wustweiler

Lage von Wustweiler im Saarland

Blick zur Herz-Jesu-Kirche in Wustweiler
Blick zur Herz-Jesu-Kirche in Wustweiler

Wustweiler ist ein Ortsteil der Gemeinde Illingen im Landkreis Neunkirchen (Saarland).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgrabungsfunde beweisen, dass die Gegend schon in keltischer und römischer Zeit bewohnt war. In der Nähe des heutigen Ortes Wustweiler stand eine Villa Rustica. Auf dem ehemaligen Segelfluggelände oberhalb von Wustweiler wurde ein Gräberfeld mit Brandgräbern aus spätkeltischer bis frührömischer Zeit entdeckt.[1]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1160. Bis zum 31. Dezember 1973 war Wustweiler eine selbständige Gemeinde im Amtsbezirk Illingen mit einem Gemeinderat und einem ehrenamtlichen Bürgermeister.

Seit dem 1. Januar 1974 (Gemeindereform) ist Wustweiler ein Ortsteil der Gemeinde Illingen.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der derzeitige Ortsvorsteher ist Knut Kirsch.[3]

Ehemaliges Gemeindewappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Wustweiler wurde 1954 eingeführt und zeigt drei silberne Rauten auf grünem Grund. Dieser grüne Hintergrund soll an die landwirtschaftlichen Wurzeln Wustweilers und seine Lage im Tal erinnern. Die Rauten symbolisieren die drei Ortschaften Wustweiler, Wustweilerhof und Hosterhof.

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde ist seit 1996 das nur etwa 50 km entfernte Woustviller (Bezirk Sarreguemines-Campagne in Lothringen).

Religion und Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerschaft ist überwiegend katholisch. 1912 begann ein Kirche-Bauverein auf den Bau einer Kirche für Wustweiler hinzuarbeiten, da die Gemeinde bislang nur von wechselnden Pfarreien betreut worden war. 1920 konnte eine Notkirche eingerichtet und feierlich eingeweiht werden. Am 2. April 1934 wurde die neue Kirche – Herz-Jesu – eingeweiht. Die private Statio Dominus Mundi in der Waldstraße in Wustweiler gilt als bedeutender moderner Sakralbau (Architekt: Alexander Freiherr von Branca, München).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich von Wustweiler befanden sich die Überreste der römischen Villa Rustica. Das mit Kellern und Kalt- und Warmwasserbad ausgestattete Gebäude stammte aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. und war wohl bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts bewohnt. In den 1930er Jahren wurde die Ruine als Steinbruch für den Haus- und Straßenbau verwendet.

In der Heimatstube in Wustweiler werden verschiedene Grabungsfunde präsentiert.

Zahlreiche Wegekreuze sind in und um Wustweiler erhalten geblieben, so etwa eines aus dem Jahr 1776 in der Humeser Straße, das zum Dank für die Rettung vor der Schweinepest errichtet wurde.

Aus den 1990er Jahren stammt der Kreuzweg zum Friedhof von Norbert Schlicker.

In Wustweiler sind mehrere Bauern- und Arbeiterhäuser aus dem 19. Jahrhundert und noch früheren Zeiten erhalten geblieben. Bemerkenswert ist ein zweigeschossiges barockes Bauernhaus in der Straße Zum Storckelborn 2, welches zurzeit originalgetreu saniert wird.

Überreste oberirdischen Kohlenabbaus stellen die sogenannten Raublöcher am Urexweiler Bergmannspfad dar.

In der Alt School in der Lebacherstraße ist die Heimatstube, die vom Heimat- und Verkehrsverein betreut wird, untergebracht.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon in den Jahren 1937 bis 1945 gab es in Wustweiler einen Kindergarten. Dann wurde erst 1967 wieder ein Kindergarten eingeweiht, der seit 1972 von der katholischen Kirchengemeinde getragen wird.

Mit Napoleons Niederlage wurde Wustweiler 1815 preußisch und die allgemeine Schulpflicht gewann Gültigkeit. Ab 1817 stand den Kindern in Wustweiler ein Lehrer zur Verfügung. Das älteste Schulhaus von Wustweiler stammt aus diesem Jahr und wird heute als Wohngebäude benutzt. Es wurde schon bald erweitert. 1867 zog die Schule in zwei verschiedene Gebäude in Wustweiler und Wustweilerhof und 1923 in einen Neubau in Hosterhof um, den sie nutzte, bis 1953 bis 1956 das noch heute genutzte Schulgebäude neben der Pfarrkirche erbaut wurde. Hier wurden die Grundschüler aus Wustweiler und Hosterhof unterrichtet. Die Grundschule wurde 2005 im Zuge der Saarländischen Schulreform geschlossen. Die Kinder aus Wustweiler besuchen nun gemeinsam mit den Kindern aus Hirzweiler, Welschbach und Hüttigweiler die Grundschule Hüttigweiler. Der obere Trakt des Gebäudes der ehemaligen Grundschule wird von der VHS – Volkshochschule Illingen genutzt. Der untere Trakt enthält einen Multifunktionsraum für verschiedene Veranstaltungen und Proberäume für Vereine.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle drei Jahre findet ein Dorffest statt. 50 % des Gewinns werden sozialen Zwecken zugeführt (Dorfverschönerung, Heimatstube, Anliegen der Mitbürger und einem Notfonds). Der Erlös des Musikfestivals Wustock, das jährlich (außer im Jahr des Dorffestes) stattfindet, kommt hauptsächlich dem Mukoviszidose e.V. (Regionalgruppe Saar-Pfalz) und der IBSA (Begleitung Schwerstkranker), sowie anderen karitativen Zwecken zugute.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht eine Anbindung ans Schienennetz der Deutschen Bahn. Der Bahnhof Wustweiler ist mit der RB 72 erreichbar.

Wustweiler nahm mehrfach erfolgreich an dem Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden teil. 1991 wurde es Landessieger und erhielt auf Bundesebene eine Bronzemedaille.

Auf einer Anhöhe oberhalb von Wustweiler befindet sich ein ehemaliges Segelfluggelände.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ralf Gleser, Johannes Schönwald: Die spätkeltisch-frührömischen Brandgräber von Wustweiler. Museum Illingen, 1999, ISBN 3-9804733-2-5.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 805.
  3. Archivlink (Memento des Originals vom 25. November 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wustweiler.illingen.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wustweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien