Wyssachen
| Wyssachen | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Verwaltungskreis: | Oberaargau |
| BFS-Nr.: | 0960 |
| Postleitzahl: | 4954 |
| UN/LOCODE: | CH WSC |
| Koordinaten: | 629743 / 214282 |
| Höhe: | 707 m ü. M. |
| Höhenbereich: | 658–1023 m ü. M.[1] |
| Fläche: | 11,69 km²[2] |
| Einwohner: | 1124 (31. Dezember 2024)[3] |
| Einwohnerdichte: | 96 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) |
5,6 % (31. Dezember 2024)[4] |
| Gemeindepräsident: | Hans Peter Baltensperger |
| Website: | www.wyssachen.ch |
Dorfzentrum von Wyssachen
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| Lage der Gemeinde | |
Wyssachen (; bis 1908 offiziell Wyssachengraben genannt; berndeutsch Wisseche oder Wyssache) ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Oberaargau des Kantons Bern in der Schweiz.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wyssachen liegt ungefähr 20 km südlich von Langenthal am gleichnamigen Bach in einem Seitental der Langete. Die Nachbargemeinden von Wyssachen sind im Norden Huttwil, im Osten Eriswil, im Süden Sumiswald und im Westen Dürrenroth.
Das Dorf besteht aus den zwei Teilen Dürrenbühl und Wyssachen.
Wyssachen gilt als Streusiedlung, namhafte Flurnamen sind Heimigen, Hägsbach, Mannshus, Roggegrat, Frauchige, Stäublere, Staule, Mösli und Schweinbrunnen.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Gebiet der Gemeinde Wyssachen ist nicht nur eine landschaftlich reizvolle Gegend, sondern auch ein Gebiet mit recht bedeutsamer, historischer Vergangenheit. Die Landschaft um Eriswil und Wyssachen gehörte zum ältesten Klosterbesitz im Oberaargau, nämlich zu demjenigen des Klosters St. Gallen rings um den Meier- und Kelnhof zu Rohrbach.
Im 13. Jahrhundert hatten die Freiherren von Balm (Altbüron) Vogtei und Meieramt über die St. Gallischen Güter inne. Nach der Ermordung König Albrechts (1308) übernahm Dietrich von Rüti die Nachfolge der durch den Königsmord ins Unglück geratenen Familie von Balm. Aber auch ihm wurde, da er ein Schwager des Königsmörders war, 1314 das Amt entzogen. Die St. Gallischen Güter kamen darauf an die Herren von Signau, welche sie aber 1370 den Grafen von Kyburg verpfänden mussten. Die Kyburger verkauften den Besitz bereits 1371 dem Ritter Berchtold von Grünenberg. Der Rat von Bern sprach Ritter Johann Grimm von Grünenberg 1421 das hohe Gericht zu Eriswil-Wyssachen ab und legte es zum Landgericht Ranflüh. 1458 erwarb Bern die mit dem Kelnhof von Rohrbach verbundenen Zinsen und Gülten und schliesslich 1504 auch Twing und Bann.
In Wyssachen findet man kaum bauliche Zeugen aus mittelalterlicher oder vorreformatorischer Zeit. Bloss eine Reihe von Ortsnamen wie Heimigen, Boppigen, Ännigen erinnern an die Zeit der Besiedlung durch die Alemannen. So ist in einer Urkunde des Klosters St. Gallen im Jahre 886 der Name Heimo erwähnt, welcher die Verbindung zum Ortsnamen Heimigen erlaubt. Ausserdem weisen eine Anzahl Geländenamen wie Rütimatt, Schwändeli auf Rodungen hin.
Der Siedlungsraum ist durch Bauten geprägt, die vereinzelt aus dem 17., grösstenteils aber aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert stammen. Im Haupttal und im eigentlichen Siedlungsgebiet prägen mehrheitlich wenig charaktervolle Bauten aus der Zeit des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts das Dorfbild. Während des Zweiten Weltkrieges waren in Wyssachen Italiener interniert.[5]
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bevölkerungszusammensetzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im August 2025 lebten in Wyssachen 572 Männer und 577 Frauen. Davon verfügten 1071 über das Schweizer Bürgerrecht. Stand 2025 gehörten 68,8 % der Einwohner (790 Personen) der evangelisch-reformierten Landeskirche und 6,9 % (80 Personen) der römisch-katholischen Landeskirche an. Für 23,8 % (274 Personen) wurde als Konfession «andere» angegeben.
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Blasonierung: In Rot eine silberne, gewellte Deichsel, oben begleitet von einem goldenen Stern[5]
Das 1920 geschaffene Wappen der Gemeinde Wyssachen zeigt einen Stern, welcher vom Amtswappen des ehemaligen Amtsbezirks Trachselwald übernommen worden war und eine gewellte Y-Deichsel, welche den Dorfbach symbolisiert.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Wyssachen wurden folgende Persönlichkeiten geboren:
- Johann Ulrich Heiniger (* 8. Februar 1808; † 28. Mai 1892 in Bern), der spätere Berner Stadtmissionar
- Sam Jaun (* 30. September 1935; † 9. Februar 2018 in Bern), Krimiautor
Bilder
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Ortseingang Wyssachen
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Schulhaus Wyssachen
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Ausblick von Stäublern
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Reformierte Kirche
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website der Gemeinde Wyssachen
- Anne-Marie Dubler: Wyssachen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen - Suche Gemeindestand 06.04.2025. Bei späteren Gemeindefusionen Höhenbereich aufgrund Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst. Abruf am 29. August 2025.
- ↑ Geographische Kennzahlen - Suche Gemeindestand 06.04.2025. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst. Abruf am 29. August 2025.
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
- ↑ Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
- ↑ a b Gemeinde | Gemeinde Wyssachen. Abgerufen am 20. November 2025.

