Wyszembork

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wyszembork
?
Wyszembork (Polen)
Wyszembork
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Mrągowo
Gmina: Mrągowo
Geographische Lage: 53° 58′ N, 21° 21′ OKoordinaten: 53° 58′ 4″ N, 21° 20′ 55″ O
Einwohner: 352 (2011)
Postleitzahl: 11-700[1]
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NMR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Zalec/DK 59Brodzikowo
Szestno/DW 591SzczerzbowoSłabowo
Eisenbahn: Rastenburger Kleinbahnen (stillgelegt)
Nächster int. Flughafen: Danzig



Landschaft bei Wyszembork (Weißenburg)

Wyszembork [vɨˈʂɛmbɔrk] (deutsch Weißenburg, 1940 bis 1945 Weißenburg (Ostpr.)) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Gmina Mrągowo (Landgemeinde Sensburg) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wyszembork liegt inmitten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, acht Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Mrągowo (deutsch Sensburg).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das frühere Weißenburg wurde 1376 gegründet.[2]

Am 8. April 1874 wurde es Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk[3], der bis 1945 bestand und zum Kreis Sensburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. In die Gemeinde Weißenburg waren die Ortsteile Berghof (polnisch Biestrzykowo, nicht mehr existent) und Marienhof (Brodzikowo) eingegliedert.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung in den Volksabstimmungen in Ost- und Westpreussen am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Weißenburg stimmten 440 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.[4]

Am 30. September 1928 wurde auch Waldhausen (Boże Małe) nach Weißenburg eingemeindet.[5] Am 25. April 1940 wurde der Ortsname offiziell in „Weißenburg (Ostpr.)“ verändert.[2]

1945 kam in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen zu Polen. Das betraf nun auch Weißenburg, das die polnische Namensform „Wyszembork“ erhielt. Heute ist das Dorf Sitz eines Schulzenamtes (polnisch Sołectwo) und als solches eine Ortschaft innerhalb der Gmina Mrągowo (Landgemeinde Sensburg) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn (Allenstein), seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugeordnet.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Anzahl
1867 783[5]
1885 767
1905 653
1910 652[6]
1933 750[7]
1939 645
2011 352[8]

Amtsbezirk Weißenburg (1874–1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Amtsbezirk Weißenburg – ab 1940 „Amtsbezirk Weißenburg (Ostpr.)“ – bestand 71 Jahre. Anfangs waren vier Kommunen eingegliedert, am Ende war es nur noch Weißenburg allein[3]:

Name Polnischer Name Bemerkungen
Salent-See 1903/08 in den Gutsbezirk Domänenamt Seehesten eingegliedert
Sistiment-See 1903/08 in den Gutsbezirk Domänenamt Seehesten eingegliedert
Waldhausen Boże Małe 1928 nach Weißenburg eingemeindet
Weißenburg
1940–1945 Weißenburg (Ostpr.)
Wyszembork

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gräber auf dem noch aus deutscher Zeit stammenden evangelischen Friedhof in Wyszembork

Evangelisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißenburg war bis 1945 in das Kirchspiel der evangelischen Kirche Seehesten (polnisch Szestno) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingepfarrt.[9] Aus der Zeit vor 1945 stammt noch heute der evangelische Friedhof, der jedoch teilweise einen verwilderten Eindruck macht.

Heute halten sich die evangelischen Einwohner Wyszemborks zu ihrer Pfarrkirche Mrągowo, die der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen zugehörig ist.

Katholisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholischerseits war Weißenburg vor 1945 in die Pfarrkirche St. Adalbert Sensburg (polnisch Mrągowo) im ehemaligen Bistum Ermland eingegliedert.[5] Heute ist die Heilig-Kreuz-Kirche Szestno die zuständige Pfarrkirche für die Katholiken in Wyszembork, das nunmehr zum Erzbistum Ermland gehört.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wyszemborker Hauptstraße mit Bushaltestelle

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wyszembork liegt straßenverkehrsmäßig günstig zwischen zwei Hauptverkehrsstraßen: der polnischen Landesstraße 59 (einstige deutsche Reichsstraße 140), die von Zalec (Salza) aus den Ort erreicht, und die Woiwodschaftsstraße 591, die von Szestno (Seehesten) aus nach Wyszembork bzw. weiter nach Słabowo (Slabowen, 1928 bis 1945 Langenwiese) führt.

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wyszembork verfügt über keine Bahnanbindung mehr. Von 1898 bis 1966 war das Dorf Bahnstation an der Bahnstrecke Sensburg–Rastenburg (polnisch Mrągowo–Kętrzyn), die bis 1945 noch von den Rastenburger Kleinbahnen befahren wurde, heute aber stillgelegt und größtenteils demontiert ist.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wyszembork – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2013, S. 1562
  2. a b Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Weißenburg (Ostpr.)
  3. a b Rolf Jehke, Amtsbezirk Weißenburg (Ostpr.)
  4. Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 116
  5. a b c Weißenburg (Ostpr.) bei GenWiki
  6. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Sensburg
  7. Michael Rademacher: Landkreis Sensburg (poln. Mragowo). Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org.
  8. Wieś Wyszembork w liczbach
  9. Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 3: Dokumente. Göttingen 1968, S. 501