XVIII. Reserve-Korps (Deutsches Kaiserreich)

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Das XVIII. Reserve-Korps war ein Großverband der Armee des Deutschen Kaiserreiches im Ersten Weltkrieg.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Korps entstand bei Kriegsbeginn aus preußischen und hessischen Kontingenten und war wie folgt gegliedert:

21. Reserve-Division

  • 41. Reserve-Infanterie-Brigade
    • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 80
    • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 87
  • 42. Reserve-Infanterie-Brigade
    • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 81
    • Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 88
    • Reserve-Dragoner-Regiment Nr. 7
    • Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 21
    • 4. Kompanie/Kurhessisches Pionier-Bataillon Nr. 11

25. Reserve-Division

Korpstruppen

  • Reserve-Fernsprech-Abteilung Nr. 18 (XVIII. RK)
  • 2 Reserve-Munitions-Kolonnen Abteilungen
  • 2 Reserve-Train-Abteilungen
  • 4 Reserve-Feldlazarette
  • 7 Reserve-Fuhrpark-Kolonnen
  • 2 Reserve-Bäcker-Kolonnen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kuno von Steuben

General der Infanterie Kuno Arndt von Steuben wurde am 2. August 1914 erster Kommandeur des mit der Mobilmachung aufgestellten Reserve-Korps. Mit seinem Korps kam er im Verbund mit der 4. Armee an der Westfront zum Einsatz. Zusammen mit seinem Stabschef, Oberst Friedrich von Studnitz führte General Steuben das Korps beim Durchmarsch durch Luxemburg. Das XVIII. Reserve-Korps und das VIII. Reserve-Korps standen dabei im zweiten Treffen der in die Ardennen eindringenden 4. Armee. Während der Schlacht bei Neufchateau ging das XVIII. Reserve-Korps auf Libramont und das VIII. Reserve-Korps auf Neufchâteau vor. Am 21. August rückte das Korps ohne Feindberührung mit der 21. Reserve-Division unter Generalleutnant von Rampacher auf Ebly vor, dahinter folgte die 25. Reserve-Division bis Anlier nach.

Am 22. August ins Zentrum der 4. Armee vorgezogen, erreichte die 21. Reserve-Division die Höhen westlich und südlich von Neufchâteau, links davon hatte die 25. Reserve-Division unter Generalleutnant Torgany nach Straimont vorzugehen. Gegen Mittag kam die rechte Flanke der 21. Division unter Generalmajor von Oven bei Petitvoir durch französische Gegenangriffe in Bedrängnis. Das Eingreifen des rechten Flügels der rückwärts über Hampire eingreifenden 25. Reserve-Division stabilisierte diesen Abschnitt. Südlich von Neufchâteau geriet das XVIII. Reserve-Korps dann selbst in Bedrängnis, bei der 21. Reserve-Division musste die 41. Reserve-Brigade (Generalleutnant von Mey) ihre letzte Reserve einsetzen, um die französischen Angriffe auf die Höhen südwestlich Neufchâteau abzufangen. Erst gegen 13.00 Uhr nahm das erschöpfte XVIII. Reserve-Korps die Verfolgung wieder auf, die 21. Reserve-Division rückte auf Martilly nach, die 25. Reserve-Division setzte drei Kolonnen auf Suxy an. Das französische 17. Korps unter General Poline ging vor dem Druck des deutschen XVIII. Armee-Korps und XVIII. Reserve-Korps über Messincourt auf Sedan, das französische 12. Korps unter General Roques von Florenville auf Carignan über die Maas zurück. Die 21. Reserve-Division nahm bis zum Abend noch Straimont, die 25. Reserve-Division erreichte Jamoigne.[1] Später war das Korps noch bei Temblois und Charignon in schwere Kämpfe verwickelt. Anfang September ging das Korps zusammen mit dem VI. Armee-Korps über Grandpré nach Süden vor. Am 4. September wurde das am linken Flügel der 4. Armee eingesetzte Korps über Ville sur Tourbe auf Valmy angesetzt während das VI. Korps (General von Pritzelwitz) westlich von Varennes auf Sainte-Menehould vorging. Während der Schlacht an der Marne rang das Korps bei Pargny und führte noch vor dem taktischen Rückzug bis 11. September letzte Vorstöße bei Revigny in Richtung auf Bar-le-Duc durch.[2]

Nach dem Übergang zum Stellungskrieg bildete Steubens Korps den rechten Flügel der 5. Armee. Im September 1915 stand die 21. Reserve-Division als rechter Flügel des Korps bei Cernay-Servon mit den Verbänden der 3. Armee während der Herbstschlacht in der Champagne im Großkampf.

Im Rahmen der 5. Armee war das Korps ab Herbst 1916 auch an der Schlacht um Verdun beteiligt. Am 3. September 1916 stürmten Truppen des XVIII. Reserve-Korps unter Steubens Kommando die französischen Stellungen beiderseits der Souville-Schlucht. Im November 1916 verlor die dem Korps unterstellte 50. Division das Fort Vaux und den Ort Damloup.

Am 5. Juni 1917 wurde der bayerische Generalleutnant Karl von Wenninger neuer Kommandierender General des Korps. Das Korps kam im Juli nach Rumänien und beteiligte sich an der Durchbruchschlacht an Putna und Susita. Die übergeordnete deutsche 9. Armee versuchte in der Schlacht bei Mărășești (6. August bis 3. September 1917) vergeblich die gegnerische Front zu durchbrechen. Links wurde das XVIII. Reserve-Korps mit der 217. Division angesetzt, in der Mitte die 89. und die 76. Reserve-Division, am rechten Flügel die 216. Division, dahinter stand die 212. Division als Eingreif-Reserve zur Verfügung. Während der Schlacht gelang die Einnahme von Muncelul, dann führten starke rumänische Gegenangriffe zur Einstellung des Angriffes. Nach dem Abbruch der Offensive fiel Wenninger im Verlauf weiterer Kämpfe am 8. September 1917 auf der Seuclui-Höhe.

Ludwig Sieger

Generalleutnant Ludwig Sieger wurde am 11. September 1917 zum Kommandierenden General ernannt. Im Dezember 1917 wurde das Korps nach Flandern zur 4. Armee verlegt. Hier kämpfte es im April 1918 in der Vierten Flandernschlacht, unterstellt waren die 7. Division, sowie der 17. und 49. Reserve-Division. Für die Einnahme des Kemmel zeichnete der Kaiser Sieger mit dem Orden Pour le Mérite aus. Anfang Juli wurde das Korps der 18. Armee am Matz-Abschnitt zwischen Marest-Chevincourt-Cambronne unterstellt. Wegen französischer Angriffe in Richtung auf Assainvillers und Orvillers (10. August) wurde das Korps Sieger Anfang September über Noyon auf die Siegfriedstellung zurückgedrängt. Nach dem November 1918 wurde das Korps demobilisiert.

Kommandierender General[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum
General der Infanterie Kuno Arndt von Steuben 2. August 1914 bis 5. Juni 1917[3]
Generalleutnant Karl von Wenninger 5. Juni 1917 bis 8. September 1917 †[3]
Generalleutnant Ludwig Sieger 11. September 1917 bis Kriegsende[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reichsarchiv (Hrsg.): Der Weltkrieg 1914–1918, Band 1: Die Grenzschlachten im Westen, E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1925, S. 675
  • Hanns Möller: Geschichte der Ritter des Ordens pour le mérite im Weltkrieg, Band 2 M-Z, Verlag Bernard & Graefe, Berlin 1935, S. 312–314 und 375–376
  • Rudolf Kramer, Otto Freiherr von Waldenfels: VIRTUTI PRO PATRIA. Der königlich bayerische Militär Max-Joseph-Orden. Selbstverlag des bayerischen Militär-Max-Joseph-Ordens. München 1966. S. 428.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reichsarchiv: Band I. Die Grenzschlachten im Westen 1914, E. S. Mittler Verlag, Berlin 1925, S. 303–344
  2. Kronprinz Wilhelm: Meine Erinnerungen, E.S. Mittler, Berlin 1923, S. 65 und 84
  3. a b c Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939 Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815–1939, Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1