Xanadu (Ort)

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Xanadu ist ein fiktiver Ort, der auf Shangdu (chinesisch: 上都, Shàngdū), den Namen der Sommer-Residenzstadt Kublai Khans, des mongolischen Kaisers von China, zurückgeht.

Xanadu steht oft als Metapher für Prunk und Wohlstand.

Rezeption[Bearbeiten]

Bekannt wurde das Wort durch das 1816 veröffentlichte Gedicht Kubla Khan[1] von Samuel Taylor Coleridge, dessen erste Strophe lautet:

In Xanadu did Kubla Khan
A stately pleasure-dome decree:
Where Alph, the sacred river, ran
Through caverns measureless to man
Down to a sunless sea.

In deutscher Übersetzung:

In Xanadu schuf Kubla Khan
Ein prunkvolles Vergnügungsschloss.
Wo Alph, der heil’ge Strom, durchfloss,
die tiefen Höhlen, unendlich groß,
hinab zum dunklen Ozean.

Trivia[Bearbeiten]

  • Als Wohlstandssymbol fand der Name Eingang in Orson Welles’ Film Citizen Kane, dessen Protagonist sein mit Antiquitäten angefülltes Schloss Xanadu nannte.
  • Douglas Adams zitiert Coleridges Gedicht im sechsten Kapitel von Dirk Gently’s Holistic Detective Agency.
  • Xanadu ist Namensgeber des Hypertext-Projektes von Ted Nelson 1960 mit dem Versuch, eine universale Bibliothek mit zahllosen miteinander vernetzten Dokumenten entstehen zu lassen.
  • In Tad Williams’ Buchreihe Otherland existiert Xanadu als eine der virtuellen Welten, die als Rückzugsort machtbesessener Menschen auf der Suche nach Unsterblichkeit angelegt wurden.
  • Die kanadische Rockgruppe Rush brachten 1977 ihr Album A Farewell to Kings heraus, darauf u.a. ein elfminütiges Stück „Xanadu“, basierend auf Coleridges Gedicht.
  • Im Musikfilm Xanadu, in dem das titelgebende Tanzlokal so benannt ist, wird das Gedicht ebenfalls zitiert.
  • Electric Light Orchestra brachte 1980 Xanadu (einen Soundtrack, sozusagen ein „halbes“ Studioalbum) mit Olivia Newton-John heraus.
  • Im Jahr 1984 inspirierte der Begriff die Popgruppe Frankie Goes to Hollywood bei der Namensgebung ihres Debütalbums Welcome to the Pleasure Dome, das dank einer Million Vorbestellungen direkt auf Platz 1 der UK-Albumcharts einstieg. Auch in der Anfang 1985 ausgekoppelten gleichnamigen Single wird auf Xanadu und Kublai Khan Bezug genommen.
  • Xanadu kommt auch im Onkel-Dagobert-Band Nr. 8 von Don Rosa, in der Geschichte „Wiedersehen mit Tralla La“, vor.
  • Im Psychothriller Sanctum 3D (Kinostart in Deutschland 21. April 2011) wird das genannte Gedicht mehrfach passend vorgetragen.
  • Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich hatten 1968 einen Hit mit dem Lied The Legend of Xanadu.
  • Im Computerspiel GTA 2 heißt das Hauptquartier der Zaibatsu-Corporation im Downtown-District ebenfalls Xanadu.
  • Im Computerspiel Ni no Kuni: Der Fluch der Weißen Königin heißt ein gefallenes Königreich Xanadu.
  • Der Waffenhersteller und Chemiker DuPont nannte seine Villa in Varadero (Kuba) Xanadu Mansion. Heute ist das Haus ein Hotel und Nobelrestaurant.
  • Im Spielfilm Sky Captain and the World of Tomorrow aus dem Jahre 2004 wird Xanadu als geheimer Ort im Himalaya beschrieben, an dem der verbrecherische Forscher Totenkopf Menschenversuche anstellt.
  • Der österreichische Autor Wilfried Steiner greift mit seinem 2003 erschienenen Roman „Der Weg nach Xanadu“ die Thematik auf.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volltext unter: http://www.poetryfoundation.org/poem/173247