Xerophthalmie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Klassifikation nach ICD-10
E50.1 Vitamin-A-Mangel mit Bitot-Flecken und Xerosis conjunctivae
E50.6 Vitamin-A-Mangel mit xerophthalmischen Narben der Hornhaut
E50.7 Sonstige Manifestationen des Vitamin-A-Mangels am Auge
Xerophthalmie ohne nähere Angaben
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Die Xerophthalmie (aus gr. ξηρός xeros „trocken“ und ὄφθαλμος ophthalmos „Auge“) ist eine Vitamin-A-Mangel-bedingte Form des trockenen Auges, die insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern vorkommt. Da hauptsächlich Kleinkinder betroffen sind, wird sie auch als "Kinderblindheit" bezeichnet[1]. Sie ist von dem in westlichen Industrienationen häufig auftretenden Syndrom des trockenen Auges zu unterscheiden.

Symptome[Bearbeiten]

  • Bitot-Flecken bei Vitamin-A-Mangel: ausgetrocknet erscheinende Flecken auf der Bindehaut
  • Hornhaut erscheint matt und ausgetrocknet
  • Starkes Jucken des Auges

Ursachen[Bearbeiten]

Diagnostik[Bearbeiten]

  • Schirmer-Test: Beim Schirmer-Test wird die Tränensekretion durch Einhängen von Löschpapier-Streifen in den Bindehautsack gemessen.
  • Diagnostik der Grunderkrankung

Folgen[Bearbeiten]

Xerose-Keratitis[Bearbeiten]

Entzündung der Hornhaut auf Grund der Ansiedelung von Xerose-Bakterien mit Bildung von zähem Schleim.

Keratomalazie[Bearbeiten]

Die Keratomalazie ist eine Erweichung und Trübung der Hornhaut. Die Keratomalazie kann in schweren Fällen zum völligen Funktionsverlust führen.

Therapie[Bearbeiten]

Die Therapie richtet sich nach der Grunderkrankung. Symptomatisch lässt sich die fehlende Tränenflüssigkeit durch Ersatzflüssigkeit therapieren.

In einer Studie konnte gezeigt werden, dass Augentropfen mit Anakinra (humaner Interleukin-Antagonist für die Behandlung rheumatoider Arthritis) bei Funktionsstörungen der Meibom-Drüsen die Xerophthalmie lindern können.[2] Eine Zulassung ist jedoch noch ausständig.

Als Off-Label-Use werden heute oft antibiotische Augentropfen mit Azithromycin verwendet. Das Antibiotikum wirkt direkt auf die Epithelien der Meibom-Drüsen und fördert die Bildung fettigen Sekretes, welches die Augen feucht hält.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  V. Klauß, U. C. Schaller: Tropenophthalmologie—Prävention und Therapie. In: Der Ophthalmologe. 101, Nr. 7, 2004-06-16, ISSN 0941-293X, S. 741-765, doi:10.1007/s00347-004-1039-8 (http://link.springer.com/article/10.1007/s00347-004-1039-8, abgerufen am 10. Januar 2016).
  2. Francisco Amparo, Mohammad H. Dastjerdi, Andre Okanobo, Giulio Ferrari, Leila Smaga, Pedram Hamrah, Ula Jurkunas, Debra A. Schaumberg, Reza Dana: Topical Interleukin 1 Receptor Antagonist for Treatment of Dry Eye Disease: A Randomized Clinical Trial. In: JAMA ophthalmology. Band 131, Nr. 6, 2013, ISSN 2168-6173, S. 715–723, doi:10.1001/jamaophthalmol.2013.195, PMID 23599118.
  3. Yang Liu, Wendy R. Kam, Juan Ding, David A. Sullivan: Effect of Azithromycin on Lipid Accumulation in Immortalized Human Meibomian Gland Epithelial Cells. In: JAMA Ophthalmology. 2014;132(2), S. 226–228. doi:10.1001/jamaophthalmol.2013.6030.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Xerophthalmie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!