Xiamen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Stadt Xiamen in der chinesischen Provinz Fujian. Für die Großgemeinde Xiamen (峡门镇) des Kreises Minhe in der Provinz Qinghai, siehe Xiamen (Minhe).
Xiàmén Shì
厦门市
Amoy

Xiamen
Xiamen montage.png
Stadtsilhouette, Xiamen-Universität, Haus in Gulangyu und Haicang Brücke
Xiamen (China)
Xiamen
Xiamen
Koordinaten 24° 28′ N, 118° 5′ OKoordinaten: 24° 28′ N, 118° 5′ O
Lage von Xiamen in der Volksrepublik ChinaLage von Xiamen in der Volksrepublik China
Basisdaten
Staat Volksrepublik China

Provinz

Fujian
Region Ostchina
Status Unterprovinzstadt
Sonderwirtschaftszone
Gliederung 6 Stadtbezirke
Fläche 212 km²
Metropolregion 1565 km²
Einwohner 1.770.000 (2009[1])
Metropolregion 2.520.000 (2009)
Dichte 8349,1 Ew./km²
Metropolregion 1610,2 Ew./km²
Postleitzahl 361000
Telefonvorwahl (+86) 592
Zeitzone China Standard Time (CST)
UTC+8
Kfz-Kennzeichen 闽D
Website www.xiamen.gov.cn
Politik
Bürgermeister Pei Jinjia[2]
Wirtschaft
GDP 156.000 Mio. ¥
62.651 pro Kopf(2008)[3]

Xiamen (chinesisch 廈門市 / 厦门市, Pinyin Xiàmén shì) ist eine Küstenstadt im Südosten der Volksrepublik China und im Süden der Provinz Fujian. Sie ist eine der 15 Unterprovinzstädte des Landes. Ihr Zentrum liegt auf einer dem Festland vorgelagerten Insel gleichen Namens und verfügt über einen eigenen Flughafen.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Xiamen ist auch bekannt unter dem lokalen Namen Amoy, der gleichzeitig der Name des dortigen Dialekts ist. Die Stadt gehört zu den ökonomischen Zentren des chinesischen Küstengebietes. Xiamen hat den Beinamen Kranich-Stadt, weil sich angeblich durchziehende Kraniche hier niedergelassen hatten. Vor der Insel Xiamen liegt das berühmte Inselchen Gulangyu (鼓浪屿), das zum Stadtbezirk Siming gehört. Das Klima der Stadt ist subtropisch, die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 21 °C.

Xiamen
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
37
 
17
10
 
 
65
 
17
10
 
 
99
 
19
12
 
 
147
 
23
16
 
 
152
 
27
20
 
 
196
 
29
23
 
 
140
 
32
25
 
 
155
 
32
25
 
 
117
 
31
24
 
 
29
 
27
21
 
 
37
 
23
16
 
 
25
 
19
12
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: China Meteorological Administration
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Xiamen
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 16,8 16,5 18,8 23,0 26,7 29,4 32,4 32,2 30,7 27,4 23,4 19,1 Ø 24,7
Min. Temperatur (°C) 9,7 9,8 11,9 16,1 20,3 23,3 25,3 25,2 23,8 20,5 16,4 11,7 Ø 17,9
Niederschlag (mm) 37 65 99 147 152 196 140 155 117 29 37 25 Σ 1.199
Regentage (d) 8 13 17 16 16 14 10 10 11 3 5 4 Σ 127
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
16,8
9,7
16,5
9,8
18,8
11,9
23,0
16,1
26,7
20,3
29,4
23,3
32,4
25,3
32,2
25,2
30,7
23,8
27,4
20,5
23,4
16,4
19,1
11,7
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
37
65
99
147
152
196
140
155
117
29
37
25
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Administrative Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Xiamen setzt sich auf Kreisebene aus sechs Stadtbezirken zusammen. Zwei dieser Stadtbezirke – Siming und Huli – nehmen die Insel Xiamen (inklusive Gulangyu) ein:

  • Stadtbezirk Siming 思明区, 75 km², 440.000 Einwohner (2002), Süden der Xiamen-Insel
  • Stadtbezirk Huli 湖里区, 61 km², 130.000 Einwohner (2002), Norden der Xiamen-Insel
  • Stadtbezirk Haicang 海沧区, 155 km², 130.000 Einwohner (2002) im Südwesten
  • Stadtbezirk Jimei 集美区, 268 km², 290.000 Einwohner (2002), im mittleren Westen
  • Stadtbezirk Tong’an 同安区, 658 km², 330.000 Einwohner (2002), im Nordwesten
  • Stadtbezirk Xiang’an 翔安区, 352 km², 250.000 Einwohner (2002), im Nordosten

Ethnische Gliederung der Bevölkerung Xiamens (2000)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zensus des Jahres 2000 zählte 2.053.070 Einwohner Xiamens.

Name des Volkes Einwohner Anteil
Han 2.028.169 98,79 %
She 7.115 0,35 %
Hui 4.770 0,23 %
Tujia 4.490 0,22 %
Miao 2.766 0,13 %
Zhuang 1.070 0,05 %
Mandschu 946 0,05 %
Mongolen 874 0,04 %
Dong 689 0,03 %
Koreaner 509 0,02 %
Bouyei 324 0,02 %
Sonstige 1.348 0,07 %

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Xiamen wurde seit 1541 von Europäern als Handelshafen genutzt und war im 19. Jahrhundert der Hauptexporthafen für Tee. Xiamen war bis zu seinem Rückzug vor der Qing-Dynastie nach Taiwan der letzte Stützpunkt von Zheng Chenggong (genannt Koxinga), der als Kriegsherr der Ming-Dynastie und Piratenanführer bekannt wurde.

Mit dem Vertrag von Nanjing (1842), der den Ersten Opiumkrieg beendete, wurde Xiamen einer der für Großbritannien geöffneten Vertragshäfen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1981 wurde Xiamen eine der ersten vier Sonderwirtschaftszonen Chinas. Seit 2001 bestehen im Rahmen der Three Mini Links regelmäßige Post-, Transport- und Handelsverbindungen zur nahe gelegenen von der Republik China auf Taiwan kontrollierten Insel Kinmen.

Wirtschaftliche Daten:

  • Bruttoinlandsprodukt: 64,8 Milliarden ¥ Renminbi
  • Bruttoinlandsprodukt pro Kopf: 42.270 ¥ Renminbi – Platz 1 in Fujian
  • Exporte: 8.793 Millionen US-Dollar
  • Importe: 6.391 Millionen US-Dollar

Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt hier um ein Mehrfaches über dem Durchschnitt der Provinz.
Zahlen: Fujian Statistical Yearbook 2003 (Zahlen von 2002)

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Großraum Xiamen haben sich zahlreiche Betriebe der Elektroindustrie niedergelassen, so auch die Xiamen Hongfa Electroacoustic Co. Ltd, die Relais und elektronische Bauteile – etwa für Haushaltsgeräte – für den Weltmarkt herstellt, unter anderem für den deutschen Markt. Ebenso dort ansässig ist das auch auf dem europäischen Markt aktive Unternehmen King Long (einer der größten Omnibushersteller der Welt), sowie die Neonlite Electronic & Lighting (H. K.) Ltd. die für die deutsche IDV GmbH Energiesparlampen herstellt (siehe auch Megaman).

Zu den landesweit bekannten Unternehmen aus Xiamen gehört die Fluggesellschaft Xiamen Airlines, die dem drittgrößten Fluggesellschaftsbündnis China Southern Airlines beigetreten ist. Im Logo von Xiamen Airlines ist ein Kranich zu sehen, der auf die Kraniche von Xiamen (s. o.) zurückgeht.

Hafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 schloss sich der Hafen von Xiamen mit dem benachbarten Hafen Zhangzhou zusammen. Dieser größte Umschlagplatz im Südosten Chinas hatte im Jahr 2013 einen Seegüter-Umschlag von 191 Mio. Tonnen, davon 8,1 Mio. TEU, und war damit der achtgrößte Containerhafen Chinas. Bis zum Jahr 2018 sollen für umgerechnet 16 Mio. US-Dollar vier Terminals mit speziellen Liegeplätzen für Kreuzfahrtschiffe ausgebaut werden.[4]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche führende Universitäten sind in Xiamen angesiedelt. Zu den führenden Hochschule gehören die Xiamen-Universität, die Jimei-Universität und die Universität der Übersee-Chinesen.

Zu einer bedeutenden Partnerschaft im Bildungsbereich zählt die Hochschulkooperation zwischen der Jimei-Universität (ca. 42.000 Studenten) im Stadtbezirk Jimei und der Technischen Hochschule Wildau in Deutschland, die im Jahr 2008 unterzeichnet wurde. Seitdem hat sich ein reger Austausch zwischen den Studenten und Dozenten beider Hochschulen entwickelt.

Das Freshman Institute der Fachhochschule Aachen wählt seit dem Jahr 2007 in Xiamen einen Teil seiner künftigen internationalen Studenten im Rahmen eines ganztägigen Assessment Centres aus.

Die Xiamen-Universität betreibt ein Konfuzius-Institut an der Universität Trier. Im internationalen Bereich hat die von ihr veranstaltete "Xiamen Academy of International Law", die einmal jährlich stattfindet, Bedeutung erlangt.

Die Stadt-Berufshochschule Xiamen (厦门城市职业学院, Xiamen City University) unterhält freundschaftliche Kontakte zu Hochschulen in Polen, Italien und Deutschland.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2002 besuchten 673.718 Touristen die Stadt Xiamen, auch wegen ihrer attraktiven Küstenlandschaft. Wesentlicher Teil des Tourismus dürfte chinesischer Tourismus sein.

Bedeutendes Ausflugsziel Xiamens ist die nur wenige hundert Meter entfernt liegende Insel Gulangyu, die autofrei ist und die den Blick erlaubt auf die Schulstadt Jimei sowie auf die größtenteils zu Taiwan gehörende Inselgruppe Quemoy. Die Überfahrt im Stehen mit der Personenfähre, die die Strecke in ein paar Minuten hinter sich bringt, kostet hin und zurück 8 RMB (Nov 2013; aktuell in Diskussion ist die Erhöhung des Fahrpreises auf 35 RMB ab September 2014). An Sonntagen ist die Fähre eng gefüllt. Die Insel lässt sich an einem halben Tag gut „erwandern“. Die Wege sind - um sie trotz der starken Niederschläge gut begehbar zu belassen - keine Naturwege. Die Insel ist eigentlich ein Kleinod an kolonialer Architektur. Leider ist der Zustand der Bauten und der umliegenden Grundstücke oft jämmerlich. Es ist Vieles dem Verfall preisgegeben, obwohl es sicherlich, insbesondere aus touristischer Sicht erhaltenswert wäre. Das Orgelmuseum ist aus musealer Sicht desaströs. Das Aviarium entspricht offensichtlich nicht (mehr) internationalem Standard. Highlights: die Statue von Zheng Chenggong (genannt Koxinga) und der Sunlight Rock (63 m), letzterer mit Rundblick vom höchsten Punkt der Insel. Die Insel bietet ein typisches Beispiel für eine chinesische touristische Attraktion mit ihren Straßenhändlern, Restaurants und Devotionalienläden etc. Touristischer Anziehungspunkt ist auch der am Meer gelegene, im traditionellen Stil gehaltene Campus der Xiamen-Universität.

Von Xiamen aus können die Rundhäuser der Hakka im Kreis Yongding besucht werden, die 2008 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurden.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Xiamen unterhält zahlreiche Partnerschaften zu ausländischen Städten:

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Xiamen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zhuhai Lokalregierung
  2. http://english.xm.gov.cn/aboutgovernment/leadingbody/ Bürgermeister
  3. HKTDC
  4. Wolfhart Fabarius: 16 Millionen Dollar für Hafen Xiamen. In: Täglicher Hafenbericht vom 17. August 2015, S. 4
  5. Weichen für Partnerschaft mit Xiamen gestellt. Internetauftritt Stadt Trier, Rathaus aktuell, 2. März 2009.