Xiaomi

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Xiaomi
北京小米科技有限责任公司
Logo
Rechtsform privat
Gründung 2010
Sitz Peking, China
Leitung Lei Jun (CEO)
Branche Smartphone
Website www.mi.com

Xiaomi Tech (chinesisch 小米科技, Pinyin Xiǎomĭ Kējì) ist ein chinesischer Smartphone-Hersteller, der 2010 von Lei Jun[1] gegründet und bereits im Dezember 2013 in China Marktführer [2] wurde. Im Oktober 2014 wurde Xiaomi nach dreistelligen Wachstumsraten als drittgrößter Smartphonehersteller aufgeführt[3]. Xiaomi rückte erstmals in den Blickpunkt der Mobilfunk-Branche, als man das Smartphone Xiaomi M1, ein günstiges High-End-Gerät, der Öffentlichkeit vorstellte.[4][5] Xiaomi Tech hat auch MIUI entwickelt, eine alternative Firmware für Smartphones, die auf Android basiert.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Xiaomi Corporation, gegründet im April 2010, ist ein Smartphone-Hersteller, der sich auf günstige High-End-Smartphones und die Entwicklung von MIUI konzentriert. Der Kern des Unternehmens besteht aus den MiPhones, der MIUI-Android-Firmware und Miliao.

Xiaomi wird von Mitgründer Lei Jun geleitet, der auch der Hauptinvestor ist. Zu den weiteren Gründern von Xiaomi gehörten Lin Bin, Li Wanqiang, Zhou Guangping, Huang Jiangji, Liu De und Hong Feng, Nebengründer und Vizepräsidenten von Xiaomi.

Im ersten Halbjahr 2012 erzielte Xiaomi Tech etwa 810 Millionen Euro Umsatz.[6] 2013 hat das Unternehmen 17 Millionen Smartphones verkauft und steht in einem starken Wachstum. Bereits im ersten Quartal des Jahres 2014 wurden 11 Millionen Smartphones verkauft. Seit dem zweiten Quartal 2014 ist Xiaomi in China der größte Smartphonehersteller.[7]

Im August 2013 wechselte der Vizepräsident von Googles Android-Sparte, Hugo Barra, zu Xiaomi. Er sollte für die internationale Entwicklung und strategische Partnerschaften zuständig sein.[8]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Smartphones[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mi 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mi 1 war das erste Xiaomi-Smartphone, ausgestattet mit einem 1,5-GHz-Dualcore-Prozessor von Qualcomm (Snapdragon S3), dem Grafikprozessor Adreno 220, 1 GB Arbeitsspeicher und 4 GB Speicherplatz, Touchscreen mit 4,3 Zoll Diagonale und 480×854 px Auflösung und einer 8-MP-Kamera. Es läuft bei Auslieferung mit MIUI, basierend auf Android 2.3.

Xiaomi Mi 1

Mi 1 Youth Edition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich dabei um eine etwas günstigere Version des Mi 1 mit einem 1,2-GHz-Dualcore-Prozessor und 768 MB Arbeitsspeicher.

Mi 1S[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist eine etwas teurere Version des Mi 1 mit einem 1,7-GHz-Prozessor und einer zusätzlichen Frontkamera mit 2 MP.

Mi 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mi 2 ist mit einem 1,5-GHz-Quadcore-Prozessor von Qualcomm (Snapdragon S4 Pro Typ APQ8064), dem Grafikprozessor Adreno 320, 2 GB Arbeitsspeicher und 16 GB Speicherplatz, einem IPS-Display mit 4,3 Zoll Diagonale und 1280×720 px Auflösung, einer 8-MP-Kamera und einer 2-MP-Frontkamera ausgestattet. Es läuft bei Auslieferung mit MIUI, basierend auf Android 4.1.

Mi 2S[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mi 2S ist mit einem 1,7-GHz-Quadcore-Prozessor von Qualcomm (Snapdragon 600 Typ APQ8064T) und in der 32-GB-Version mit einer 13-MP-Hauptkamera ausgestattet. Bei der 16-GB-Version bleibt es bei der 8-MP-Kamera des Mi 2. Die restliche Ausstattung entspricht dem Mi 2. Zeitgleich mit dem Mi 2S wurde die Generation 5 des MIUI-Betriebssystems eingeführt, die weiterhin auf Android 4.1.1 basiert und in erster Linie Anpassungen der Benutzeroberfläche enthält.

Mi 2A[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mi 2A ist mit einem 1,7-GHz-Dualcore-Prozessor von Qualcomm (Snapdragon S4 Pro Typ APQ8064) ausgestattet. Die 8-MP-Kamera entspricht der des Mi 2. Neu ist im Mi 2A ein NFC-Chip und das 4,5-Zoll-Display mit 326 ppi. Die restliche Ausstattung entspricht dem Mi 2, auch das Display besitzt die gleiche Pixelzahl, jedoch ist nur 1 GB Arbeitsspeicher vorhanden. Das Mi 2A ist nur in einer 16-GB-Version verfügbar. Es wird mit dem Betriebssystem MIUI in der Version 5 geliefert. Der Preis beträgt ¥ 1499.

Mi 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mi 3 hat ein 5-Zoll-IPS-Display mit 1080p-Auflösung und einen Touchscreen, der sich auch z. B. mit Handschuhen bedienen lässt. Es wird mit zwei verschiedenen Quadcore-Prozessoren angeboten – einem 1,8 GHz Nvidia Tegra 4 und einem 2,3 GHz Snapdragon 800 von Qualcomm. Ersterer wird nur für China-Mobile-Kunden angeboten. Es wird eine Version mit 16 und eine mit 64 GB internem Speicher angeboten. Die Hauptkamera mit einem Exmor-RS-Sensor von Sony hat eine 13-MP-Auflösung, die Frontkamera 2 MP. Es verfügt über 2 GB Arbeitsspeicher und NFC. Der Akku hat eine Kapazität von 3050 mAh.

Mi 4[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Xiaomi Mi 4

Im Juni 2014 wurde das Mi 4 für den chinesischen Markt vorgestellt. Es verfügt über ein 5-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung, den SoC-Quadcore-Prozessor Snapdragon 801 (je 2,5 GHz pro Kern) und 3 GB RAM, wahlweise 16 oder 64 GB internen Speicher, zwei Kameras mit 13 Megapixel (Rückseite) bzw. 8 MP (Frontseite). Eine internationale Version mit FDD-fähigem LTE-Modul ist in Vorbereitung.

Mi 5[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Xiaomi Mi 5

Im Rahmen des Mobile World Congress 2016 stellte das Unternehmen den Nachfolger des Mi 4 vor, das Mi 5. Das Gerät verfügt wahlweise über 32, 64 oder 128 GB internen Speicherplatz, einer Hauptkamera mit 16 MP Auflösung sowie einer Frontkamera mit einer Auflösung von 4 MP. Das Gerät ist mit dem Snapdragon 820 des Herstellers Qualcomm ausgestattet. Der Akku besitzt eine Kapazität von 3.000 mAh und kann nicht vom Benutzer selber gewechselt werden.

Mi Note[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Xiaomi Mi Note wurde im Januar 2015 ein 5,7-Zoll großes Phablet veröffentlicht. Die Punktdichte beträgt, bei einer Auflösung von 1080x1920 px, rund 386ppi. Als SoC-Prozessor kommt ein Snapdragon 801 (4 x 2,5 GHz) zum Einsatz. Weiterhin ist das Gerät wahlweise mit 16 oder 64 GB internem Speicher, 3 GB Arbeitsspeicher und einer 13 MP Kamera auf der Rückseite bzw. 4 MP auf der Vorderseite verfügbar. Die Kapazität des fest verbauten Akkus beträgt 3000 mAh.

Mi Band / Mi Band 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Xiaomi Mi Band

Neben dem Verkauf und der Entwicklung von Smartphones ist Xiaomi noch auf anderen Gebieten tätig. So wird u. a. das Mi Band, ein Activity Tracker der sowohl die Erfassung der täglichen Schritte als auch des Schlafzyklus ermöglicht, angeboten. Das Mi Band hat, gemäß Herstellerangaben, eine Akkulaufzeit von rund 30 Tagen und kann das Telefon durch die bestehende Bluetooth-Verbindung entsperren. Durch die Verwendung von Applikationen unabhängiger Entwickler ist es zudem möglich, sich bei Benachrichtigungen und Anrufen direkt auf dem Mi Band benachrichtigen zu lassen. Das geschieht entweder über ein voreingestelltes Vibrations- oder Lichtmuster. Mit 2,8 Millionen verkauften Geräten im ersten Quartal 2015 ist Xiaomi der zweitgrößte Hersteller von Wearables mit einem Anteil von 24,6 % am Weltmarkt. Auf dem ersten Platz befindet sich weiterhin der Hersteller Fitbit mit einem Anteil von 34,2 %.[9]

Der Nachfolger zum Mi Band, das Mi Band 2 wurde im Mai / Juni 2016 vorgestellt. Das Mi Band 2 besitzt ein Display zur Anzeige verschiedener Daten und einen berührungsempfindlichen Punkt, mit dem das Display umgeschaltet werden kann. [10]

Transfer persönlicher Daten nach China[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das RedMi Note 1, ein in Asien erhältliches Xiaomi-Gerät, verfügt über eine verborgene Funktion, die Fotos, SMS und E-Mails zu einem Server in der Volksrepublik China sendet, solange es mit einem WLAN verbunden ist. Der Benutzer wird über diese Funktion nicht in Kenntnis gesetzt und kann sie auch nicht deaktivieren. Selbst das Rooten oder Installieren einer alternativen Firmware unterbindet den Transfer nicht; er wurde vom Hersteller sehr tief in das System, nahe der Treiberebene, verankert.[11] Xiaomi bestätigte die Datenübertragungen und kündigte ein Update an, das dem Nutzer künftig die Wahl lasse, ob die Nutzung des Cloud-Messaging-Systems stattfindet.[12] Das Update wurde im August 2014 veröffentlicht.[13]

Lizenzverletzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da Xiaomi keine Quellcodes für den in den Produkten verwendeten Linux-Kernel bereitstellt, verstößt der Hersteller gegen dessen Lizenzbestimmungen (GPL). In einer Petition wird die Herausgabe des Quellcodes für den Kernel und einige Teile der MIUI-Firmware gefordert. Laut einer Ankündigung im September 2013 wollte Xiaomi den Quellcode der Kernel seiner Mi-Smartphones veröffentlichen.[14] Umgesetzt wurde dies im März 2015.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Xiaomi Tech – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. New China-made smartphone unveiled as Chinese Internet firms eye domestic handset market. xinhuanet.com. 30. August 2011. Abgerufen am 19. Oktober 2011.
  2. Guardian, 15. Januar 2013
  3. Worldwide Smartphone Shipments Increase 25.2% in the Third Quarter with Heightened Competition and Growth Beyond Samsung and Apple, Says IDC. IDC. 29. Oktober 2014. Abgerufen am 30. November 2014.
  4. Chinese co Xiaomi Tech launches iPhone 4 'rival'. In: August 30, 2011, The Times of India, 30. August 2011. Abgerufen am 18. Oktober 2011. 
  5. Microblog insights. China Daily. 20. September 2011. Abgerufen am 19. Oktober 2011.
  6. Billionaire tech entrepreneur who’s exploiting the geeks. Irish Times. 21. August 2012. Abgerufen am 11. November 2012.
  7. http://www.golem.de/news/canalys-xiaomi-wird-groesster-smartphone-hersteller-in-china-1408-108343.html
  8. Android-Vize wechselt von Google zu Xiaomi. golem.de. 29. August 2013. Abgerufen am 27. September 2013.
  9. Samuel Gibbs: Xiaomi now world’s second-biggest wearables maker. The Guardian. 4. Juni 2015.
  10. mobilegeeks.de
  11. RedMi Note alleged to be sending photos and sms to China servers secretly?. ocworkbench.com. 1. August 2014. Abgerufen am 6. August 2014.
  12. http://www.golem.de/news/cloud-messaging-xiaomi-erklaert-ursache-der-heimlichen-datenuebertragungen-1408-108481.html?utm_source=nl.2014-08-11.html&utm_medium=e-mail&utm_campaign=golem.de-newsletter
  13. http://www.zdnet.de/88201663/kritik-sicherheit-von-xiaomis-cloud-messaging
  14. Mi Kernel will be opensourced. miuiandroid.com. 17. September 2013. Abgerufen am 19. September 2013.
  15. Xiaomi Releases Kernel Sources. 31. März 2015, abgerufen am 3. Juli 2016 (amerikanisches englisch).