Extensible Markup Language

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Extensible Markup Language
XML-Beispiel

Dateiendung:
.xml
MIME-Type:
application/xml, text/xml
Magische Zahl:

3C 3F 78 6D 6C hex
<?xml

Entwickelt von: World Wide Web Consortium
Art: Auszeichnungssprache
Erweitert von: SGML
Erweitert zu: XHTML, RSS, Atom
Website: 1.0 (Fifth Edition)
1.1 (Second Edition)

Die Erweiterbare Auszeichnungssprache (englisch Extensible Markup Language), abgekürzt XML, ist eine Auszeichnungssprache zur Darstellung hierarchisch strukturierter Daten in Form von Textdateien.

XML wird auch für den plattform- und implementationsunabhängigen Austausch von Daten zwischen Computersystemen eingesetzt, insbesondere über das Internet.

XML wurde vom World Wide Web Consortium (W3C) am 10. Februar 1998 veröffentlicht.[1] Die aktuelle Fassung ist die fünfte Ausgabe vom 26. November 2008.[2] XML ist eine Metasprache, auf deren Basis durch strukturelle und inhaltliche Einschränkungen anwendungsspezifische Sprachen definiert werden. Diese Einschränkungen werden entweder durch eine Document Type Description (DTD) oder durch ein XML Schema ausgedrückt. Beispiele für XML-Sprachen sind: RSS, MathML, GraphML, XHTML, XAML, Scalable Vector Graphics (SVG), GPX, aber auch das XML-Schema selbst.

Ein XML-Dokument besteht aus Textzeichen in der UTF-8-Kodierung. XML kann in allen Texteditoren, die UTF-8 unterstützen, angezeigt und bearbeitet werden. XML ist menschenlesbar.

Wenn das XML-Dokument Binärdaten enthalten soll, müssen diese Daten als Text umkodiert werden. Dazu kann z. B. die Base64-Kodierung verwendet werden.

Fachbegriffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Element[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigste Struktureinheit eines XML-Dokumentes ist das Element. Elemente können Text wie auch weitere Elemente als Inhalt enthalten. Elemente bilden die Knoten des Strukturbaumes eines XML-Dokumentes. Der Name eines XML-Elements kann in XML-Dokumenten ohne Document Type Description (DTD) frei gewählt werden. In XML-Dokumenten mit DTD muss der Name eines Elementes in der DTD deklariert sein und das Element muss sich in einer zugelassenen Position innerhalb des Strukturbaumes gemäß DTD befinden. In der DTD wird u. a. der mögliche Inhalt eines jeden Elementes definiert. Elemente sind die Träger der Information in einem XML-Dokument.

Wohlgeformtheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein XML-Dokument heißt „wohlgeformt“ (oder englisch well-formed), wenn es alle XML-Regeln einhält. Beispielhaft seien hier folgende genannt:

  • Das Dokument besitzt genau ein Wurzelelement. Als Wurzelelement wird dabei das jeweils äußerste Element bezeichnet, z. B. <html> in XHTML.
  • Alle Elemente mit Inhalt besitzen einen Beginn- und einen End-Auszeichner (-Tag) (z. B. <eintrag>Eintrag 1</eintrag>). Elemente ohne Inhalt können auch in sich geschlossen sein, wenn sie aus nur einem Auszeichner bestehen, der mit /> abschließt (z. B. <eintrag />).
  • Die Beginn- und End-Auszeichner sind ebenentreu-paarig verschachtelt. Das bedeutet, dass alle Elemente geschlossen werden müssen, bevor die End-Auszeichner des entsprechenden Elternelements oder die Beginn-Auszeichner eines Geschwisterelements erscheinen.
  • Ein Element darf nicht mehrere Attribute mit demselben Namen besitzen.
  • Attributeigenschaften müssen in Anführungszeichen stehen.
  • Die Beginn- und End-Auszeichner beachten die Groß- und Kleinschreibung (z. B. <eintrag></Eintrag> ist nicht gültig).

Gültigkeit (Validität)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soll XML für den Datenaustausch verwendet werden, ist es von Vorteil, wenn das Format mittels einer Grammatik (z. B. einer Dokumenttypdefinition oder eines XML-Schemas) definiert ist. Der Standard definiert ein XML-Dokument als gültig (oder englisch valid), wenn es wohlgeformt ist, den Verweis auf eine Grammatik enthält und das durch die Grammatik beschriebene Format einhält.

Parser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Programme oder Programmteile, die XML-Daten auslesen, interpretieren und ggf. auf Gültigkeit prüfen, nennt man XML-Parser. Prüft der Parser die Gültigkeit, so ist er ein validierender Parser.

Aufbau eines XML-Dokuments[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiel einer XML-Datei

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" standalone="yes"?>
<verzeichnis>
     <titel>Wikipedia Städteverzeichnis</titel>
     <eintrag>
          <stichwort>Genf</stichwort>
          <eintragstext>Genf ist der Sitz von ...</eintragstext>
     </eintrag>
     <eintrag>
          <stichwort>Köln</stichwort>
          <eintragstext>Köln ist eine Stadt, die ...</eintragstext>
     </eintrag>
</verzeichnis>

XML-Dokumente besitzen einen physischen und einen logischen Aufbau.

Physischer Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Dokument-Entität (engl. Document entity) enthält das Hauptdokument.
  • Weitere mögliche Entitäten sind über
    • Entitätenreferenzen (&name; für das Dokument bzw. %name; für die Dokumenttypdefinition) eingebundene Zeichenketten, eventuell auch ganze Dateien, sowie Referenzen auf Zeichenentitäten zur Einbindung einzelner Zeichen, die über ihre Nummer referenziert wurden (&#Dezimalzahl; oder &#xHexadezimalzahl;).
  • Eine XML-Deklaration wird verwendet, um XML-Version, Zeichenkodierung und eine mögliche Verarbeitbarkeit ohne DTD zu spezifizieren.
  • Eine Dokumenttypdefinition wird verwendet, um Entitäten sowie den erlaubten logischen Aufbau zu spezifizieren. Die Verwendung einer DTD kann in der XML-Deklaration abgewählt werden.

Logischer Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der logische Aufbau entspricht einer Baumstruktur und ist damit hierarchisch organisiert. Als Baumknoten gibt es:

  • Elemente, deren physische Auszeichnung mittels
    • eines passenden Paars aus Start-Tag <Tagname> und End-Tag </Tagname> oder
    • eines Leer-Tags <Tagname/> erfolgen kann,
  • Attribute als bei einem Start-Tag oder Leer-Tag geschriebene zusätzliche Eigenschaften der Elemente in der Syntax Attributname="Attributwert",
  • Verarbeitungsanweisungen <?Zielname Daten?> (engl. Processing Instructions),
  • Kommentare <!-- Kommentar-Text -->, und
  • Text, der als normale Zeichendaten oder in Form eines CDATA-Abschnittes <![CDATA[ beliebiger Text]]> auftreten kann.

Ein XML-Dokument muss genau ein Element auf der obersten Ebene enthalten. Unterhalb dieses Dokumentelements können weitere Elemente und Text verschachtelt werden.

DTD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Dokumenttypdefinition

Eine Dokumenttypdefinition (DTD) beschreibt die Struktur und Grammatik von Dokumenten. Sie ist Systembestandteil von XML und per Standard aktiviert.

Werden Dokumente mit Bezug zu einer externen Dokumenttypdefinition oder mit einer integrierten Dokumenttypdefinition erstellt, so prüft der Parser das Dokument bereits beim Öffnen (Lesen). Ein Dokument auf Basis einer Dokumenttypdefinition ist stets ein valides Dokument. Die Übereinstimmung des Dokumentinhaltes mit den Regeln der Dokumenttypdefinition steht im Vordergrund. Die technische Lesbarkeit, also auch das Lesen von nicht validen Dokumenten ist nachrangig. Das ist für Volltextdokumente (erzählende Dokumente, engl. narrative documents) vorgesehen und der Haupteinsatzzweck.

Dokumente ohne DTD sind eher für den beliebigen Datenaustausch geeignet. Der Parser prüft diese Dokumente nur nach den Regeln der Wohlgeformtheit. Die technische Lesbarkeit steht hier an erster Stelle. Das Prüfen und Auslesen der eigentlichen Informationen wird mit nachgelagerten Prozessen realisiert.

Lesbarkeit von XML-Dokumenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Praktisch alle Webbrowser wie z.B. Apple Safari, Google Chrome, Microsoft Internet Explorer, Mozilla Firefox und Opera können XML-Dokumente mit Hilfe des eingebauten XML-Parsers direkt visualisieren.

Klassifizierung von XML-Dokumenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

XML-Dokumente lassen sich anhand ihres beabsichtigten Gebrauchs und ihres Strukturierungsgrads in dokumentzentrierte und datenzentrierte Dokumente unterteilen. Die Grenze zwischen diesen Dokumentenarten ist jedoch fließend. Mischformen können als semistrukturiert bezeichnet werden.

  • dokumentzentriert: Das Dokument ist an ein Textdokument angelehnt, das für den menschlichen Leser größtenteils auch ohne die zusätzliche Metainformation verständlich ist. XML-Elemente werden hauptsächlich zur semantischen Markierung von Passagen des Dokuments genutzt, das Dokument ist nur schwach strukturiert. Aufgrund der schwachen Strukturierung ist eine maschinelle Verarbeitung schwierig.
  • datenzentriert: Das Dokument ist hauptsächlich für die maschinelle Verarbeitung bestimmt. Es folgt einem Schema, das Entitäten eines Datenmodells beschreibt und definiert, in welcher Beziehung die Entitäten zueinander stehen, sowie, welche Attribute die Entitäten haben. Das Dokument ist somit stark strukturiert und für den unmittelbaren menschlichen Gebrauch weniger geeignet.
  • semistrukturiert: Semistrukturierte Dokumente stellen eine Art Mischform dar, die stärker strukturiert ist als dokumentzentrierte Dokumente, aber schwächer als datenzentrierte Dokumente.

Es ist typisch für datenzentrierte XML-Dokumente, dass Elemente entweder Elementinhalt oder Textinhalt haben. Der sogenannte gemischte Inhalt (mixed content), bei dem Elemente sowohl Text als auch Kindelemente enthalten, ist für die anderen XML-Dokumente typisch.

Verarbeitung von XML[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verarbeitungskriterien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsätzlich sind drei Aspekte beim Zugriff auf ein XML-Dokument von Bedeutung:

  • Wie erfolgt der Zugriff auf die XML-Datei: sequenziell oder wahlfrei?
  • Wie ist der Ablauf beim Zugriff auf die XML-Daten gestaltet: „Push“ oder „Pull“? (Push bedeutet, dass die Ablaufkontrolle des Programms beim Parser liegt. Pull bedeutet, dass die Ablaufkontrolle im Code, der den Parser aufruft, implementiert ist.)
  • Wie erfolgt das Baumstrukturmanagement der XML-Daten: hierarchisch oder verschachtelt?

Programmgesteuerter Zugriff auf XML-Dokumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einlesen von XML-Dokumenten erfolgt auf unterster Ebene über eine spezielle Programmkomponente, einen XML-Prozessor, auch XML-Parser genannt. Er stellt eine Programmierschnittstelle (API) zur Verfügung, über die die Anwendung auf das XML-Dokument zugreift.

Die XML-Prozessoren unterstützen dabei drei grundlegende Verarbeitungsmodelle.

  • DOM: Ein DOM-API repräsentiert ein XML-Dokument als Baumstruktur und gewährt wahlfreien Zugriff auf die einzelnen Bestandteile der Baumstruktur. DOM erlaubt außer dem Lesen von XML-Dokumenten auch die Manipulation der Baumstruktur und das Zurückschreiben der Baumstruktur in ein XML-Dokument. Aus diesem Grund ist DOM sehr speicherintensiv.
  • SAX: Ein SAX-API repräsentiert ein XML-Dokument als sequentiellen Datenstrom und ruft für im Standard definierte Ereignisse vorgegebene Rückruffunktionen (callback function) auf. Eine Anwendung, die SAX nutzt, kann eigene Unterprogramme als Rückruffunktionen registrieren und auf diese Weise die XML-Daten auswerten.
  • Pull-API: Ein XML-Pull-API verarbeitet Daten sequenziell und bietet sowohl ereignisbasierte Verarbeitung als auch einen Iterator an. Es ist hoch speichereffizient und ggf. leichter zu programmieren als das SAX-API, da die Ablaufkontrolle beim Programm und nicht beim Parser liegt.

Weitere Verarbeitungsmodelle:

  • Data Binding: Diese Möglichkeit stellt XML-Daten als Datenstruktur direkt für einen Programmzugriff bereit. Die XML-Daten werden per Unmarshalling direkt in z. B. Objekte gewandelt.
  • Nicht extrahierendes XML-API: Die Daten werden auf Byte-Ebene sehr effizient verarbeitet.

Oftmals greift der Anwendungscode nicht direkt auf die Parser-API zu. Stattdessen wird XML weiter gekapselt, so dass der Anwendungscode mit nativen Objekten / Datenstrukturen arbeitet, welche sich auf XML abstützen. Beispiele für solche Zugriffsschichten sind JAXB in Java, der Data Binding Wizard in Delphi oder das XML Schema Definition Toolkit in .Net. Die Umwandlung von Objekten in XML ist üblicherweise bidirektional möglich. Diese Umwandlung wird als Serialisierung oder Marshalling bezeichnet.

XML-Parser-API-Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

XML-Parser-APIs sind für verschiedene Programmiersprachen vorhanden, z. B. Java, C, C++, C#, Python, Perl und PHP. Parser-API-Beispiele:

  • XML::Parser (Perl): Ein XML-Parser für Perl. Ein sehr einfaches API bietet z. B. auch das CPAN-Modul XML::Simple an.
  • DOM Functions (PHP5): Modul in PHP5, um XML-Dokumente einzulesen; alternativ simpleXML; für PHP4 gibt es DOM XML.
  • StAX (Java): Eine hochgradig speichereffiziente Parserimplementierung (Pull) und gleichzeitig einfach zu programmieren. Es werden Cursor- und Iteratorverarbeitungsmodelle angeboten.
  • JAXB: Data Binding für Java. Beispielsweise kann aus einem XML-Schema die entsprechende Java-Klasse generiert werden und umgekehrt.
  • Apache XMLBeans Java Data Binding Framework, kann bereits mit Java 1.4.2 verwendet werden
  • Xerces: Ein validierender XML-Parser für C++, Java und Perl für eine große Anzahl an Plattformen.
  • ElementTree iterparse: Ein Parser-API für Python, die über Teilbäume iteriert. Es kombiniert die Speichereffizienz eines Pull-Parsers mit der Einfachheit eines DOM-Parsers.
  • VTD-XML: Beispiel für ein nicht extrahierendes XML-API.
  • MSXML: Microsoft XML Core Services, die Microsoft XML Softwarebibliothek für XML-Unterstützung über DOM, SAX, XSLT, XML Schemata und andere zu XML gehörende Technologien
  • Pugixml: Ein DOM XML-Parser für C++ bei dessen Entwicklung besonders Wert auf effizienten Code gelegt wurde.

Zur Erstellung von XML-Dokumenten gibt es spezielle Programme, sogenannte XML-Editoren. Zur Speicherung und Verwaltung von XML-Dokumenten gibt es ebenfalls spezielle Programme, sogenannte XML-Datenbanken.

Transformation und Darstellung von XML-Dokumenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein XML-Dokument kann mittels geeigneter Transformationssprachen wie XSLT oder DSSSL in ein anderes Dokument transformiert werden. Oftmals dient die Transformation zur Überführung eines Dokuments aus einer XML-Sprache in eine andere XML-Sprache, beispielsweise zur Transformation nach XHTML, um das Dokument in einem Webbrowser anzuzeigen.

Schemasprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Struktur von XML-Sprachen zu beschreiben, bedient man sich sogenannter Schemasprachen.

XML Schema/XSD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: XML Schema

XML Schema (beziehungsweise XSD für XML-Schema-Definition) ist die moderne Möglichkeit, die Struktur von XML-Dokumenten zu beschreiben. XML Schema bietet auch die Möglichkeit, den Inhalt von Elementen und Attributen zu beschränken, z. B. auf Zahlen, Datumsangaben oder Texte, z. B. mittels regulärer Ausdrücke. Ein Schema ist selbst ein XML-Dokument, welches erlaubt, komplexere (auch inhaltliche) Zusammenhänge zu beschreiben, als dies mit einer formalen DTD möglich ist.

Weitere Schemasprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Schemasprachen sind Document Structure Description, RELAX NG und Schematron.

XML-Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zusammenhang mit XML wurden vom W3-Konsortium auf Basis von XML viele Sprachen definiert, welche XML-Ausdrücke für häufig benötigte allgemeine Funktionen anbieten wie etwa die Verknüpfung von XML-Dokumenten. Zahlreiche XML-Sprachen nutzen diese Grundbausteine.

  • Transformation von XML-Dokumenten: XSLT, STX
  • Adressierung von Teilen eines XML-Baumes: XPath
  • Verknüpfung von XML-Ressourcen: XPointer, XLink und XInclude
  • Selektion von Daten aus einem XML-Datensatz: XQuery
  • Datenmanipulation in einem XML-Datensatz: XUpdate
  • Abfassen von elektronischen Formularen: XForms
  • Definition von XML-Datenstrukturen: XML Schema (= XSD, XML Schema Definition Language), DTD und RELAX NG
  • Signatur und Verschlüsselung von XML-Knoten: XML Signature und XML-Encryption
  • Aussagen zum formellen Informationsgehalt: XML Infoset
  • Formatierte Darstellung von XML-Daten: XSL-FO
  • Definition zum Methoden- bzw. Funktionsaufruf durch verteilte Systeme: XML-RPC
  • Standardisierte Attribute: XML Base und ID (DTD)
  • XML-basierte deklarative Programmiersprache: MXML

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute bedienen sich viele formale Sprachen der Syntax von XML. So ist XML ein wesentliches Instrument, um – wie es das W3C vorsieht – eine offene, für Mensch und Maschine verständliche Informationslandschaft (semantic Web) zu schaffen.

Auch die bekannte Dokumentsprache HTML wurde als „Extensible HyperText Markup Language“ (XHTML) im Anschluss an die Version 4.01 in dieses Konzept integriert, so dass ihr nun XML als Definitionsbasis zu Grunde liegt. Vielfacher Grund für den Einsatz von XML ist das zahlreiche Vorhandensein von Parsern und die einfache Syntax: die Definition von SGML umfasst 500 Seiten, jene von XML nur 26.

Die folgenden Listen stellen einige dieser XML-Sprachen dar.

Text[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • XSL-FO (Textformatierung)
  • DocBook
  • DITA
  • XHTML (XML-konformes HTML)
  • TEI (Text Encoding Initiative)
  • NITF (News Industry Text Format)
  • OPML (Outline Processor Markup Language)
  • OSIS (Open Scripture Information Standard)

Grafik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SVG (Vektorgrafiken)
  • X3D (3D-Modellierungssprache)
  • Collada (Austauschformat für Daten zwischen verschiedenen 3D-Programmen)

Geodaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Multimedia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • MEI (Music Encoding Initiative)
  • MusicXML (Notendaten, aufgeschriebene Musik)
  • SMIL (zeitsynchronisierte, multimediale Inhalte)
  • MPEG-7 (MPEG-7 Metadaten)
  • Laszlo (LZX)

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ingenieurwissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • AutomationML, ein Format zur Speicherung von Anlagenplanungsdaten
  • CAEX, ein Format zur Speicherung hierarchischer Objektinformationen
  • GSDML, ein Format zur Beschreibung von Automatisierungsgeräten, die mit Profinet kommunizieren können
  • IODD, ein Format zur Beschreibung von Sensoren und Aktoren
  • PLMXML, ein Format zur Beschreibung von Produktdaten als Teil der Siemens PLM Software[3]
  • LandXML, ein Format zur Speicherung georeferenzierter Objekte
  • RTML (Remote Telescope Markup Language), ein Format für die Beschreibung astronomischer Beobachtungsanfragen[4]

Weitere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darüber hinaus existieren XML-Sprachen für Webservices (z. B. SOAP, WSDL und WS-*), für die Einbindung von Java-Code in XML-Dokumente (XSP), für die Synchronisation von Kalenderdaten SyncML, mathematische Formeln (MathML), Repräsentation von Graphen (GraphML), Verfahren im Bereich des Semantischen Webs (RDF, OWL, Topic Maps, UOML), Service Provisioning (SPML), den Austausch von Nachrichten (XMPP) oder Finanzberichten wie bspw. Jahresabschlüssen (XBRL), in Bereichen der Automobilindustrie (ODX, MSRSW, AUTOSAR-Templates, QDX, JADM, OTX), automatisierter Test z. B. von Schaltkreisen (ATML) über Systembiologie (SBML) sowie Landwirtschaft (AgroXML) bis zum Verlagswesen (ONIX) oder Chemie (CIDX) und viele weitere mehr.

Eine Zusammenfassung von XML-Sprachen für Office-Anwendungen findet sich im OpenDocument-Austauschformat (OASIS Open Document Format for Office Applications).

Alternative Formate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • S-Expressions (Lisp-Syntax für Listen)
  • JSON (JavaScript Object Notation)
  • YAML (YAML Ain't Markup Language)

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linus Torvalds bezeichnete XML als Markup-Sprache als wenig geeignet [5] (Kommentar Nr. 19):

"XML is crap. Really. There are no excuses. XML is nasty to parse for humans, and it's a disaster to parse even for computers. There's just no reason for that horrible crap to exist." Linus Torvalds, 2014

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Charles F. Goldfarb, Paul Prescod: XML Handbuch. Markt und Technik, 1999, ISBN 3-8272-9575-0.
  • Wiebke Möhr, Ingrid Schmidt: SGML und XML: Anwendungen und Perspektiven. Springer-Verlag, 1999, ISBN 3-540-65543-3.
  • Robert Eckstein: XML - kurz & gut. O'Reilly Verlag GmbH & Co. KG, 2000, ISBN 3-89721-219-6.
  • Henning Lobin: Informationsmodellierung in XML und SGML. Springer, Berlin/Germany 2000, ISBN 3-540-65356-2.
  • Michael Seeboerger-Weichselbaum: Das Einsteigerseminar XML. 2. Auflage. BHV Software, Kaarst 2000, ISBN 978-3-8287-1018-4.
  • Elliotte Rusty Harold: Die XML Bibel. 2. Auflage. mitp, 2002, ISBN 978-3-8266-0821-6.
  • Stefan Mintert: XML & Co. Die W3C-Spezifikationen für Dokumenten- und Datenarchitektur. Addison-Wesley, München 2002, ISBN 3-8273-1844-0.
  • Christine Kränzler: XML/XSL - ... für professionelle Einsteiger . für Buch und Web. Markt+Technik, München/Germany 2002, ISBN 978-3-8272-6339-1.
  • Frank Bitzer: XML im Unternehmen. Briefing fürs IT-Management. Galileo Press, Bonn 2002, ISBN 978-3-89842-288-8.
  • Erik T. Ray: Einführung in XML. O’Reilly, 2004, ISBN 3-89721-286-2.
  • Margit Becher: XML : DTD, XML-Schema, XPath, XQuery, XSLT, XSL-FO, SAX, DOM. W3L Verlag, Witten 2009, ISBN 978-3-937137-69-8.
  • Marco Skulschus, Marcus Wiederstein: XML: Standards und Technologien. Comelio Medien, Berlin 2009, ISBN 978-3-939701-21-7.
  • Helmut Vonhoegen: Einstieg in XML. Aktuelle Standards: XML Schema, XSL, XLink. 8. Auflage. Rheinwerk, 2015, ISBN 978-3-8362-3798-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: XML – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikibooks: Websiteentwicklung: XML – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Extensible Markup Language (XML) 1.0, in: archive.org. 10. Februar 1998, archiviert vom Original am 15. Juni 2006, abgerufen am 12. Februar 2017 (englisch).
  2. Extensible Markup Language (XML) 1.0 (Fifth Edition). 26. November 2008, abgerufen am 12. Februar 2017 (englisch).
  3. http://www.plm.automation.siemens.com/de_de/products/open/plmxml/
  4. Remote Telescope Markup Language (RTML) harvard.edu
  5. Kommentar in Diskussion um XML als Markup-Sprache (06.03.2014). (google.com [abgerufen am 10. April 2017]).