Xonrupt-Longemer

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Xonrupt-Longemer
Wappen von Xonrupt-Longemer
Xonrupt-Longemer (Frankreich)
Xonrupt-Longemer
Region Grand Est
Département Vosges
Arrondissement Saint-Dié-des-Vosges
Kanton Gérardmer
Gemeindeverband Hautes Vosges
Koordinaten 48° 5′ N, 6° 56′ OKoordinaten: 48° 5′ N, 6° 56′ O
Höhe 642–1.306 m
Fläche 30,71 km2
Einwohner 1.526 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 50 Einw./km2
Postleitzahl 88400
INSEE-Code

Lage der Gemeinde Xonrupt-Longemer
im Département Vosges

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Xonrupt-Longemer ist eine französische Gemeinde im Département Vosges in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Saint-Dié-des-Vosges und zum 2017 gegründeten Gemeindeverband Hautes Vosges.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1526 Einwohner (1. Januar 2016) zählende Gemeinde Xonrupt-Longemer liegt auf ca. 720 Metern Meereshöhe in den Vogesen, unmittelbar östlich der Stadt Gérardmer. Das Gemeindegebiet umfasst das Tal der oberen Vologne einschließlich ihrer Quelle und die von ihr durchflossenen Gebirgsseen Lac de Longemer und Lac de Retournemer. Der Lac de Longemer ist mit 76 ha Fläche nach dem Lac de Gérardmer der zweitgrößte natürliche See im Département Vosges und wird im Sommer als Badesee genutzt. Der Karsee Lac de Retournemer ist fünf Hektar groß und wie die anderen beiden Seen in der Würmeiszeit entstanden. Das Gebiet der Gemeinde ist außerhalb der Siedlungszonen fast vollständig bewaldet (Forêt de Longemer, Forêt de Retournemer) und reicht im Osten bis zum Vogesenkamm, der die Grenze zum Département Haut-Rhin bildet. Der Kamm der Vogesen ist hier waldfrei, er erreicht mit 1306 Metern über dem Meer unweit des Hohneck die größte Höhe in der Gemeinde.

Lac de Longemer
Lac de Retournemer

Nachbargemeinden von Xonrupt-Longemer sind Gerbépal im Norden, Ban-sur-Meurthe-Clefcy und Le Valtin im Nordosten, Stosswihr im Osten, La Bresse im Süden sowie Gérardmer im Westen.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Xonruz wird der Ort 1593 bezeugt[1], weitere Namensformen sind Xonrux (1593), Xonrup (1670) und Xonrupt (1777).

Die Silbe -rupt leitet sich von -ru[2], „Bach“ ab. Die Schreibweise „ru-pt“ begegnet später.[3]

Albert Dauzat verstand das Xon- als ursprüngliches summum und deutete den Namen Xonrupt als Ganzes daher zunächst als „Bach in der Höhenlage“ oder „oberen Bachlauf“.[4] Infolge seiner Zusammenarbeit mit Charles Rostaing gelangte Daurat zu der Auffassung, das sich Xon- vom germanischen Namen Sivo herleiten könne, was gleichfalls für Xonville im Département Meurthe-et-Moselle, das 849 als Sione villa bezeugt ist, zutreffe.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand am 22. Oktober 1919 durch Abtrennung vom Gebiet der Stadt Gérardmer.[6]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2016
Einwohner 930 1.027 1.101 1.333 1.415 1.497 1.573 1.526

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kapelle Saint-Florent-des-Graviers
  • Pont des Fées, eine Brücke über die Vologne aus dem 18. Jahrhundert
  • Roche du Diable, ein Felsentor
  • Vogesenkamm mit alpiner Vegetation (Jardin d’Altitude, Jardin alpin du Haut Chitelet)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haupterwerbszweig ist der Tourismus mit zahlreichen Hotels und Pensionen. Im Sommer ist der Lac de Longemer Anziehungspunkt für die Touristen, im Winter die Skigebiete am und auf dem Vogesenkamm.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde Xonrupt-Longemer führt die wichtige überregionale Straße von Colmar über den Col de la Schlucht nach Épinal. Von dieser Straße (D417) zweigt in Xonrupt-Longemer die D8 über den Col de Martimpré nach Saint-Dié-des-Vosges ab. Auch die Vogesenkammstraße Route des Crêtes führt durch das Gebiet der Gemeinde.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel „Xonville“ in: Albert Dauzat, Charles Rostaing: Dictionnaire étymologique des noms de lieu en France. Librairie Guénégaud, Paris, 1979, ISBN 2-85023-076-6, S. 736b.
  2. Auguste Longnon: Les noms de lieu de la France: leur origine, leur signification (= Burt Franklin bibliography and reference series, 487). B. Franklin, New York, 1973, ISBN 0833721429, S. 243 (Reprint der Ausgabe 1920–1929).
  3. Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. Librairie Droz, Genf, 2. Auflage, 1996, ISBN 2-600-00133-6, S. 1102.
    Artikel „Rupt“ in: Albert Dauzat, Charles Rostaing: Dictionnaire étymologique des noms de lieu en France. Librairie Guénégaud, Paris, 1979, ISBN 2-85023-076-6.
  4. Albert Dauzat: Le français moderne, Band 10. J. L. L. d’Artrey, 1942, S. 318: „Au sujet des composés en -ru (rupt, ruisseau), Xonrupt doit être le ruisseau de la hauteur, summum (cf. le signal du Xon, entre Metz et Nancy). Et Xamontarupt, (Chamontarus, XIVe s.) ne représente-t-il pas dans son premier élément, un calmis-mons, formation si répandue?“
  5. Albert Dauzat, Charles Rostaing: Dictionnaire étymologique des noms de lieu en France.
  6. Geschichte von Xonrupt-Longemer (französisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Xonrupt-Longemer – Sammlung von Bildern