Xue Long

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Xue Long
Xue Long im Fremantle, Australien
Xue Long im Fremantle, Australien
Schiffsdaten
Flagge China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China
Rufzeichen BNSK
Heimathafen Shanghai
Eigner Polar Research Institute of China
Bauwerft Kherson Shipyard, Cherson
Verbleib In Fahrt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
167,0 m (Lüa)
147,2 m (Lpp)
Breite 22,6 m
Seitenhöhe 13,5 m
Tiefgang max. 9,0 m
Verdrängung 21.025 t
Vermessung 15.352 BRZ / 4.605 NRZ
Maschinenanlage
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
13.200 kW (17.947 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
17 kn (31 km/h)
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 10.125 tdw
Ausstattung
Eisklasse (chin.)

B1

Eisklasse (skan.)

1A Super

Kojen

128

Reichweite

20.000 sm

Sonstiges
Klassifizierungen

China Classification Society

Registrier-
nummern

IMO 8877899

Die Xue Long (雪龍 / 雪龙, Xuě Lóng, übersetzt: „Schneedrache“, zuweilen auch als Snow Dragon bezeichnet) ist ein chinesischer Forschungseisbrecher. Heimathafen ist Shanghai.

Die Xue Long ist Chinas einziges eisbrechendes Schiff und nach Angaben von newzeal.com der größte derzeit regelmäßig in der Antarktis verkehrende Versorger. Im Auftrag des Chinesischen Polarforschungsinstitut (PRIC) werden die von ihm verwalteten Polarforschungsstationen versorgt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bau, Ankauf und Umbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff, ein arktisches Versorgungsschiff mit der Eisklasse 1A Super, wurde 1993 von der Werft Kherson Shipyard in der Ukraine als drittes Schiff seiner Klasse gebaut.[1][2] Das Schiff wurde 1994 von der Volksrepublik China gekauft und in China für 31 Millionen Yuan (damals zehn Millionen DM) in ein Polarforschungsschiff umgebaut.[2] Seit 1994 ist das Schiff als fünftes Polarforschungsschiff und erster Eisbrecher Chinas als Ersatz für die Jidi im Einsatz. Nach einer Modernisierung des Schiffes 2007 wurde es 2013 erneut überholt. Ab 2014 soll die Xue Long durch einen zweiten Forschungseisbrecher unterstützt werden.

Einsätze bis 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abladen von Material in der Arktis

Im Jahr 1999 startete China die CHINARE-XVI Expedition (Chinese National Antarctic Research Expedition). Anfang November 1999 begann die Antarktisfahrt der Xue Long von Shanghai über Fremantle (Australien) zur chinesischen Station Zhongshan in der Ostantarktis. Von dort fuhr das Schiff im Dezember 1999 über Punta Arenas zur Große-Mauer-Station in der Westantarktis. Anschließend ging die Fahrt nochmals in die Ostantarktis, um chinesische Wissenschaftler der Sommerexpedition abzuholen.

Das Schiff tauchte unerwartet für die USA und Kanada 1999 in einem kanadischen Hafen auf.[3][4]

Im November 2011 startete das Schiff von der Hafenstadt Tianjin aus zu einer fünfmonatigen Expedition in die Antarktis.

Rettungsversuch der Akademik Shokalskiy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Xue Long versuchte im Dezember 2013 die im Eis der Commonwealth-Bucht eingeschlossene Akademik Shokalskiy, ein russisches Kreuzfahrtschiff mit 74 Personen an Bord, aus dem Eis zu befreien, musste jedoch am 28. Dezember in nur sechseinhalb Seemeilen Entfernung von der Akademik Shokalskiy aus Sicherheitsgründen ihren Rettungsversuch abbrechen, da die Eisdecke zu dick war.[5] Nachdem der australische Eisbrecher Aurora Australis ebenfalls vergeblich versuchte, zur Akademik Shokalskiy vorzudringen, begann ein Hubschrauber der Xue Long am 2. Januar 2014 die Menschen an Bord des eingeschlossenen Schiffs in Gruppen auf den chinesischen Eisbrecher auszufliegen.[6][7] Die auf der Akademik Shokalskiy befindlichen Personen wurden schließlich vom Hubschrauber der Xue Long auf die Aurora Australis ausgeflogen, um mit dieser nach Australien zurückzukehren. Nach der Rettungsaktion blieb jedoch die Xue Long selbst im Eis stecken, konnte sich jedoch am 7. Januar mit Anlauf befreien. Das russische Schiff kam frei, da der Wind gedreht hatte und im Eis ein Spalt entstanden war.[8][9] Zwei Tage vorher war bereits der Eisbrecher Polar Star der United States Coast Guard vom Hafen in Sydney aufgebrochen, um die eingeschlossenen Schiffe zu befreien.[10]

Suche nach Wrackteilen des Malaysia-Airlines-Flug 370[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem auf Satellitenbildern vom 16. März 2014, von einem Bereich im Indischen Ozean 2500 Kilometer südwestlich der australischen Stadt Perth, Objekte ausgemacht wurden, die möglicherweise Wrackteile der seit mehreren Tagen verschollenen Maschine des Fluges 370 der Malaysia Airlines sein könnten, erhielt die Xue Long den Auftrag, sich an der Suche nach dem Flugzeug zu beteiligen.[11]

Ausstattung und Leistung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff verdrängt 21.025 Tonnen und kann 1,1 Meter dickes Eis mit der Geschwindigkeit von 1,5 Knoten brechen, mit Anlauf soll sie 4m geschafft haben.[2][9] Ein Bordhubschrauber vom Typ Kamow Ka-32A11BC[12], drei Boote und 128 Kojen stehen zur Verfügung.[13] An Bord des Schiffes können bis zu 200 Wissenschaftler arbeiten. Das Schiff hat eine Reichweite von 20.000 Seemeilen.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Xue Long – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ARCTIC SUPPLY SHIPS - Project 10621, Kherson Shipyard
  2. a b c d A Brief Introduction of R/V Xuelong, Chinese Arctic and Antarctic Administration.
  3. Jane George: Arctic borders need tighter control, former commander says, Nunatsiaq News.
  4. Aldo Chircop: The Emergence of China as a Polar-Capable State (PDF; 316 kB), Canadian Naval Review, Vol. 7, Nr. 1/2011.
  5. Eisbrecher kann nicht vordringen, auf spiegel.de, abgerufen am 28. Dezember 2013
  6. Hubschrauber statt Eisbrecher (Memento vom 31. Dezember 2013 im Internet Archive), tagesschau.de, 30. Dezember 2013, abgerufen am 31. Dezember 2013.
  7. tagesschau.de: Rettungsmission für "Akademik Shokalskiy": "Der Hubschrauber ist da". 2. Januar 2014, archiviert vom Original am 2. Januar 2014; abgerufen am 2. Januar 2014.
  8. http://www.ksta.de/panorama/-antarktis-eisbrecher-steckt-nach-rettung-fest,15189504,25780506.html%20Eisbrecher%20steckt%20nach%20Rettung%20fest
  9. a b Happy End im ewigen Eis, orf.at, 7. Januar 2014.
  10. US icebreaker to rescue 2 ships in Antarctica, The Washington Post, 5. Januar 2014 (Memento vom 5. Januar 2014 im Webarchiv archive.is) (englisch)
  11. Flug MH370: "Schneedrache" hilft bei der Trümmer-Suche. Spiegel Online, 21. März 2014, abgerufen am gleichen Tage.
  12. Die 52 Passagiere der Akademik sind gerettet, 20 Minuten vom 2. Januar 2013
  13. Deutsch Chinesische Allgemeine, Nr. 5/2011 26. Oktober 2011.