Yadegar Asisi

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Yadegar Asisi

Yadegar Asisi (* 8. April 1955 in Wien; eigentlich Yadegar Asisi Namini) ist Künstler, Architekt und ehemaliger Hochschullehrer. Er erschafft die größten 360°-Panoramen der Welt, mit bis zu 32 Meter Höhe und bis zu 110 Metern Umfang.

Yadegar Asisi in his studio
Yadegar Asisi im Atelier

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asisi wurde als Sohn persischer Eltern in Wien geboren. Sein Vater war einer von zwanzig kommunistischen Offizieren, die der Schah von Persien hinrichten ließ.[1] Er hat fünf Geschwister. Kindheit und Schulzeit verbrachte er in Halle (Saale) und Leipzig.[2][3] Von 1973 bis 1978 studierte er Architektur an der Technischen Universität Dresden und schloss sein Studium als Diplom-Ingenieur für Architektur ab. Es folgte ein Studium der Malerei an der Hochschule der Künste in Berlin von 1978 bis 1984. Danach hatte Asisi von 1987 bis 1994 einen Lehrauftrag für perspektivisches Zeichnen an dieser Hochschule, 1991 war er Gastprofessor im Fachbereich Architektur ebenda. Von 1996 bis 2008 war er Professor für freie Darstellung im Fachbereich Architektur an der Beuth-Hochschule für Technik Berlin.

Nach mehreren Preisen in städtebaulichen Wettbewerben – gemeinsam mit seinen Kollegen aus dem Architekturbüro Brandt-Asisi-Böttcher bekam Asisi 1989 den Mies-van-der-Rohe-Preis für den Entwurf des Endbahnhofs der Berliner Magnetbahn verliehen – wandte sich Asisi zu Beginn der 1990er Jahre besonders den Panoramadarstellungen zu. Seit 2003 kreiert er die größten Panoramen der Welt.

Mit seinen monumentalen Panoramabildern knüpft er an die großen Panoramen des 19. Jahrhunderts an. Panometer ist eine Wortschöpfung des Künstlers, gebildet durch das Zusammenziehen der Wörter Panorama und Gasometer. Es bezeichnet einen umfunktionierten ehemaligen Gasometer, der heute als Ausstellungsgebäude für 360-Grad-Panoramen und besonderer Veranstaltungsort dient.

Das Panometer Leipzig besteht seit 2003, das Panometer Dresden seit Dezember 2006. Das erste Asisi-Panorama 8848Everest360° im Panometer Leipzig betrachteten zwischen 2003 und Anfang 2005 rund 450.000 Besucher. Weitere Standorte sind Berlin (bisher Panorama-Rotunde im Hof des Pergamonmuseums und Checkpoint Charlie), der Gasometer Pforzheim in Baden-Württemberg und das Panorama XXL in Rouen, Frankreich. An allen Ausstellungsorten sind großformatige Panoramadarstellungen zu sehen, die größten über 100 Meter lang und rund 30 Meter hoch. Ein ca. 3000 Quadratmeter großes Bild besteht aus einzelnen Stoffbahnen aus Polyester und wiegt 750 Kilogramm.[4]

Asisi hat sein Atelier in Berlin-Kreuzberg.[5]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panoramen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Musik zu den jeweiligen Ausstellungen wurde von Eric Babak komponiert.

  • Everest war das erste Riesenpanorama des Künstlers und wurde im Panometer Leipzig von 2003 bis 2005 sowie 2012 und 2013 war es erneut in Leipzig zu sehen. Das Panorama führt auf eine Expedition ins Himalaya. Von 6000 Metern Höhe erschließt sich aus dem letzten Basislager vor Aufstieg der Blick auf den Mount Everest und die umgebenden Achttausender.
  • Rom 312 wurde erstmals in Leipzig, dann in Dresden und ab Dezember 2014 in Pforzheim und Rouen (Frankreich) gezeigt. In Pforzheim wird ein historischer Gasometer umgenutzt, in Rouen eigens eine Rotunde an der Seine errichtet. Zu entdecken ist das spätantike Rom im Jahr 312 n.Chr. in seiner architektonischen Blüte und zur Zeitenwende von Kaiser Konstantin.
  • Dresden im Barock zeigt im Wechsel mit Dresden 1945 im Sommer, Herbst und Winter in Dresden das barocke Florenz an der Elbe, u. a. durch Inspiration der Veduten von Canaletto. Wie vom Turm der Katholischen Hofkirche betrachtet der Besucher das Elbtal und blickt auf die Altstadt und jenseits der Elbe die Neustadt von Dresden zwischen 1697 und 1763, der Augusteischen Zeit, als die sächsischen Kurfürsten in Personalunion Könige von Polen waren. Eine begleitende Ausstellung mit Rauminstallationen führen die Besucher ins Thema und die Geschichte des Dresdner Barock ein.
  • Dresden 1945 zeigt seit 2015 im Wechsel mit Dresden im Barock im ersten Jahresquartal in Dresden das zerstörte Elbflorenz nach den alliierten Bombenangriffen im Februar 1945.[6] Der Blickpunkt des Besuchers ist vom Rathausturm am Rande der Altstadt am 15. Februar 1945 nachmittags. Begleitende Rauminstallationen führen die Besucher in die Thematik und die Zeitgeschichte von etwa 1900 bis 1945 ein. Das Panorama war 2015 Highlight des Dresdner Gedenkjahres zur 70-jährigen Zerstörung und wurde von fast 165.000 Besuchern in vier Monaten gesehen.
  • Amazonien ist ein Panoramagemälde, welches die Welt des südamerikanischen Regenwaldes (Amazonasbecken) auf einem 360°-Panorama mit über 3200 Quadratmetern Bildfläche zeigt. Es wurde erstmals 2009 bis 2012 in Leipzig und außerdem 2015/2016 in Rouen gezeigt. Ab Herbst 2017 ist es in Hannover zu entdecken. Man erlebt einen ganzen Tag von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang und Nacht und kann auch einen typischen Gewitterguss erleben. Abgerundet wird das Panorama von einer Ausstellung über Flora und Fauna des Amazonasbeckens, Daten und Fakten seiner Erforschung durch z. B. Alexander von Humboldt und einem Riesenmodell eines Moskitos.
  • Pergamon – Panorama der antiken Metropole wurde in Kooperation mit der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin gezeigt. Das zweite Antikenpanorama Asisis war von Oktober 2011 bis einschließlich September 2012 im Ehrenhof des Pergamonmuseums auf der Berliner Museumsinsel zu sehen und war eine Attraktion der ersten umfassenden gleichnamigen Ausstellung der Antikensammlung zu Kultur, Alltag und Bedeutung der antiken Stadt Pergamon – heute Bergama in der Türkei – im Nordflügel des Pergamonmuseums. Das Panorama zeigt die vielbesungene Architektur und umgebende Landschaft Pergamons und stellt das Leben in römischer Zeit, zur Regierungszeit von Kaiser Hadrian, dar. Gezeigt wird u. a. die künstlerische Rekonstruktion eines Teils des Frieses des Pergamonaltars, das im Museum betrachtet werden kann. Außerdem waren zahlreiche Exponate im Museum – zum Teil erstmals ausgestellt – im 360°-Panorama Asisis wiederzufinden und lassen sich auf diese Weise in ihren antiken Alltag einordnen. Zu sehen ist ein ganzer Tag in der Antike von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang und auch während der Nacht in Pergamon. 2018 soll das Panorama – überarbeitet – in einem temporären Bau des Pergamonmuseums zurückkehren.
  • Die Mauer wird seit September 2012 in einer extra für das Panorama gebauten Rotunde am Checkpoint Charlie in Berlin gezeigt. Es zeigt einen Blick auf die Anlagen der Berliner Mauer an einem grauen Novembertag in den 1980er Jahren in der Sebastianstraße. Yadegar Asisi verdichtet zahlreiche Aspekte des Kalten Krieges im Panorama. Er zeigt seine persönliche Beziehung zur Mauer und stellt dar, wie der Alltag und zugleich subtil grausam das Leben in der geteilten Stadt war.
  • Leipzig 1813 ist ein weiteres Panorama von Asisi. Es wurde 2013 bis 2015 im Panometer Leipzig gezeigt und hat die Völkerschlacht bei Leipzig aus der Perspektive der Stadt Leipzig vom Turm der Thomaskirche zum Thema. Das Panorama war Teil des Leipziger Jubiläumsjahres Leipzig 1813–1913–2013.
  • Great Barrier Reef ist ein 360°-Panorama, das die Unterwasserwelt des Great Barrier Reefs auf einem Riesenrundbild mit etwa 3500 Quadratmetern Bildfläche zeigt. Es war 2015 bis 2017 im Panometer Leipzig und ist seit September 2017 in Rouen zu sehen. Der Betrachter erlebt eine Expedition unter Wasser vor der Nordostküste von Australien.
  • Rouen 1431 führt auf eine Zeitreise in die Spätgotik nach Frankreich in die Normandie. Auf den Spuren von Jeanne d’Arc erleben die Besucher einen ganzen Tag in einer Epoche am Vorabend der Morgendämmerung in die Neuzeit. Es wird seit 2016 im Panorama XXL gezeigt. Begleitet wird das Panorama von einer kleinen einführenden Ausstellung über die Stadt Rouen und den Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Eine Vielzahl an gotischen Bauwerken und Szenen stellen das Leben der Zeit dar.
  • Titanic ist seit Ende Januar 2017 im Panometer Leipzig zu sehen. Das 360°-Panorama führt die Besucher auf eine Expedition zu den Überresten des Schiffswracks in 3.800 Metern Meerestiefe im Nordatlantik.

Ehrungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Berlin 2005: Architektur-Panoramen; Ausstellung Juni/Juli 1995, Aedes East, Hackesche Höfe/Yadegar Asisi, Berlin, Aedes 1995.
  • Yadegar Asisi: Architekt der Illusionen, Leipzig, Faber & Faber 2004. ISBN 3-936618-43-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. MDR-Sendung vom 3. Februar 2015
  2. MDR-Sendung vom 3. Februar 2015
  3. Die Mauer – Yadegar Asisi, Staatsbürgerkunde-Podcast, Folge 32.
  4. MDR-Sendung vom 3. Februar 2015.
  5. MDR-Sendung vom 3. Februar 2015
  6. Torsten Hampel: Die Gedenkaufgabe. In: Der Tagesspiegel, 9. Februar 2014.