Yamaha MT-09

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Yamaha
Yamaha MT-09.jpg
MT-09, „Blazing Orange“
MT-09
Hersteller: Yamaha Motor Corporation, Ltd.
Verkaufsbezeichnung MT-09
Produktionszeitraum ab 2013–2016 (Modell RN29),

2017 - (Modell RN43)

Klasse Motorrad
Bauart Naked Bike (MT-09) bzw. Retro (XSR) bzw. Sporttourer (Tracer)
Motordaten
flüssigkeitsgekühlter 3-Zylinder-4-Takt-Motor, Einspritzanlage, Katalysator, 12 Ventile
Hubraum (cm³) 847
Leistung (kW/PS) 84,6 (115) bei 10.000/min
Drehmoment (N m) 87,5 bei 8.500/min
Höchst­geschwindigkeit (km/h) 210
Getriebe 6-Gang-Schaltung
Antrieb Kettenantrieb
Bremsen vorn Ø 298 mm Doppelscheibenbremse
hinten Ø 245 mm Scheibenbremse, ABS
Radstand (mm) 1.440 (MT-09 bzw. XSR bzw. Tracer bis Modelljahr '17)

1.500 (Tracer ab Modelljahr '18)

Maße (L × B × H, mm): 2.075 × 815 × 1.135 (Tracer: 2.160 × 950 × 1345)
Sitzhöhe (cm) 82 (Tracer: 84,5-86)
Leergewicht (kg) fahrfertig 193 (MT-09) bzw. 195 (XSR) bzw. 210 (Tracer)

Die Yamaha MT-09 ist ein Motorrad des japanischen Fahrzeugherstellers Yamaha. Nachdem auf der Motorradmesse Intermot 2012 ein Dreizylinder-Motorenkonzept präsentiert wurde, stellte Yamaha im Juni 2013, erstmals seit der Yamaha XS 750 in den 1970er Jahren, wieder ein Motorrad mit Dreizylindermotor vor. In einigen Ländern wird sie auch als FZ-09 bzw. FZ-9 angeboten. Auf der Mailänder Motorradmesse EICMA 2013 kam mit der Street-Rally-Version eine Modellvariante dazu, die sich vom Basismodell durch zusätzliche Verkleidungsteile abhebt. Eine weitere Modellvariante kam im August 2014 mit der Sport-Tracker heraus. Zum Modelljahr 2015 wurde die Variante „Tracer“ vorgestellt, die sich deutlicher vom Basismodell unterscheidet und die MT-09 für längere Tourenfahrten mit Beifahrer und Gepäck tauglich macht.

Mitte des Jahres 2015 wurde von Yamaha die XSR 900 vorgestellt, die durch überwiegend optische Veränderungen an ein klassisches Erscheinungsbild erinnert und auch als eigenständiges Modell propagiert wird.

Bauweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der neu entwickelte Dreizylindermotor hat einen Hubzapfenversatz von 120°. Die regelmäßige Zündfolge (0, 240, 480°) sorgt für eine gleichförmige, lineare Entfaltung von Leistung und Drehmoment.[1]

Aus Gründen der Fertigungsgenauigkeit sind die Kolben über bruchgetrennte Pleuel mit der Kurbelwelle verbunden und laufen in beschichteten Zylindern ohne Laufbuchsen. Die Yamaha MT-09 ist die erste Mehrzylinder-Serienmaschine von Yamaha bei der alle Zylinder zur Kurbelwellenmitte leicht versetzt sind, was zu weniger Reibungsverlusten führen soll. Die Einspritzanlage arbeitet mit 12-Loch-Einspritzdüsen direkt am Zylinderkopf des Vierventilers.[2]

Die speziell angepassten Auspuffkrümmer sowie unterschiedlich lange Zuführungen zum Ansaugtrakt unterstützen diese Leistungsabgabe noch. Gleichzeitig wird durch Krümmerführung und 3-in-1-Auspuffanlage das Motorengeräusch optimiert.

Mittels einer einstellbaren Ansteuerung der Motorelektronik kann der Fahrer zwischen den Modi STD (Standard), A (Sport) und B (Regen) wechseln und damit für ein verändertes Ansprechverhalten des Motors sorgen. Im B-Modus spricht der Motor sanfter an und verliert 10 PS Höchstleistung.[3]

Fahrwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Verwendung eines unter der Sitzbank liegenden Zentralfederbeines, einer Upside-Down-Gabel, des unter dem Motor verbauten Endschalldämpfers und leichter Aluminiumräder wird eine Zentralisierung der Massen herbeigeführt. Dieses ursprünglich von Buell entwickelte Konzept führt zu einem verbesserten Handling. Die Federelemente sind in der Zugstufe verstellbar, bei Tracer ist das Heckfederbein auch in Druckstufe änderbar. Die Wahl des Fahrmodus wirkt sich nicht auf die Fahrwerkseinstellung aus (kein elektronisch einstellbares Fahrwerk).

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sitzposition ist aufrecht und leicht vorderradorientiert. Das Multifunktionsdisplay ist digital als Flüssigkristallanzeige ausgeführt und umfasst neben Drehzahlanzeige und Geschwindigkeitsanzeige auch Uhrzeit und eine Ganganzeige. Der Kraftstofftank fasst 14 Liter (Tracer: 18 Liter), der Hersteller empfiehlt die Verwendung von Superbenzin E10. Die Street-Rally-Version verfügt über eine kleine Lenkerverkleidung, Handprotektoren, Lufthutzen am Kühler und eine höhere Sitzbank.[4] Die Variante Sport-Tracker verfügt über spezielle Anbauteile, wie geänderte Fußrasten, Startnummernschilder, kurze Radabdeckungen und weitere Extras. Das Modell Tracer besitzt eine rahmenfeste Verkleidung, die mit unterschiedlich großen Windschildern ausgestattet werden kann. Außerdem ein verlängerter Heckrahmen, höhenverstellbare Sitzbank und Gepäckhalter. Ein größerer Tank und eine andere Instrumenteneinheit sowie ein serienmäßiger Hauptständer sind weitere Unterscheidungsmerkmale. Dadurch steigt das fahrfertige Leergewicht auf 210 und die Abmessungen ändern sich geringfügig.

Die XSR wurde mit einem anderen Tank, verändertem Auspuff-Endtopf, Rundscheinwerfer und einem geänderten Heck auf ein sog. Retro-Erscheinungsbild ausgelegt. Diese Variante kann mittels einer großen Zubehörauswahl vom Besitzer weiter individuell verändert werden.

Ab 2016 wurde die Elektronik serienmäßig um eine zweistufige Traktionskontrolle ergänzt. Zusätzlich wurden die Fahrmodi überarbeitet und anders abgestimmt.

Modellreihe RN43 (ab 2017)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MT-09 RN43 2017 "night fluo"

Es wurden umfangreiche Änderungen in Design[5] und Technik vorgenommen. Ausgenommen der Motor, dieser ist in weiten Teilen unverändert. Es wurde eine neue Abgasanlage konstruiert und er erfüllt die Vorgaben der Euro 4 Abgasnorm. Die Motormappings zu den Fahrmodi (1/Std./2) sind angepasst worden und entsprechen in etwa dem letzten Update der RN29 in welchem die Gasannahme weicher und homogener gestaltet wurde. Es wurde das zuvor teilweise als zu weich empfundene Federbein durch ein strafferes ersetzt und die Federgabel ist in Vorspannung, sowie in Zug- und Druckstufe verstellbar. Die Frontmaske ist aggressiver gestaltet und tiefer angebracht, wodurch der Tacho gleichzeitig etwas nach vorn wandert und somit besser abgelesen werden kann. Abblend-, Fern- und Standlicht sind in Led-Technik ausgeführt. Die vorderen Blinker sind nicht mehr teil der Frontmaske und befinden sich nun seitlich an den neu gestalteten Kühlerblenden. Das Heck wurde dem neuen Design entsprechend angepasst und das Rücklicht integriert. Zudem wurde der Kennzeichenhalter an der Schwinge montiert. Weitere kleinere Änderungen gibt es an der Kunststoffabdeckung der Kupplungsglocke, wie auch dem Fersenschoner der rechten Fußrastenanlage. Der Quickshifter (nur hoch) ist nun ab Werk serienmäßig.

Zum Modelljahr 2018 ist das Grau Farbwahl "Night Fluo" nun seidenmatt und dunkler.

Seit 2018 gibt es die MT-09 auch in der SP-Variante mit nochmals verbessertem Fahrwerk und einer Sonderlackierung in Yamaha typischem blau/silber.

Marktpositionierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naked Bike positioniert sich in der Motorradklasse zwischen 600 und 900 cm³ und kann als japanischer Gegenentwurf zur Triumph Street Triple und der MV Agusta Brutale 800 gesehen werden. Innerhalb der Yamaha-Palette ist sie eine Alternative zur vierzylindrigen FZ-8. Die Tracer Variante zielt auf den Markt der leichten Reiseenduros wie die Triumph Tiger 800 oder die Suzuki DL 650 V-Strom.

Die XSR hingegen zielt hingegen auf den Markt der sog. Cafe Racer, also individuell durch den Besitzer angepasste Straßenmotorräder.

MT-09 Tracer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Yamaha MT-09 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Yamaha MT-09. In: 1000ps.de. Abgerufen am 30. April 2015.
  2. Yamaha MT-09: Nächste Generation der MT-Modellreihe. Vorstellung, Bilder & Details zu der Yamaha MT-09
  3. Rolf Henniges: Hurra, ein Drilling! Dauertest Yamaha MT-09. In: Paul Pietsch, Ernst Troeltsch (Hrsg.): Motorrad. Nr. 01. Motorpresse, 20. Dezember 2013, ISSN 0027-237X, S. 40–41 (online [abgerufen am 3. Juni 2015]).
  4. MT-09 Street Rally ABS. (Memento vom 22. November 2013 im Internet Archive) Yamaha-Webseite-Modellvariante auf: yamaha-motor.eu
  5. Yamaha MT-09 2017 – Fahrbericht. In: bikerszene.de. (bikerszene.de [abgerufen am 25. Februar 2018]).