Yamamoto (Miyagi)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Yamamoto-chō
山元町
Yamamoto (Miyagi) (Japan)
Red pog.svg
Geographische Lage in Japan
Region: Tōhoku
Präfektur: Miyagi
Koordinaten: 37° 58′ N, 140° 53′ OKoordinaten: 37° 57′ 42″ N, 140° 52′ 40″ O
Basisdaten
Fläche: 64,58 km²
Einwohner: 12.035
(1. April 2018)
Bevölkerungsdichte: 186 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 04362-1
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Yamamoto
Baum: Japanische Schwarzkiefer
Blume: Azalee
Vogel: Rauchschwalbe
Rathaus
Adresse: Yamamoto Town Hall
32 Aza Sakudayama, Asōhara
Yamamoto-chō,
Miyagi 989-2292
Webadresse: www.town.yamamoto.miyagi.jp
Lage Yamamotos in der Präfektur Miyagi
Lage Yamamotos in der Präfektur

Yamamoto (jap. 山元町, -chō) ist eine Stadt im Landkreis Watari, Präfektur Miyagi, Japan.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand am 1. Februar 1955 aus der Zusammenlegung der beiden Dörfer (mura) Yamashita (山下村) im Norden und Sakamoto (坂元村) im Süden. Die 1869 geschleifte Burg Sakamoto war während der Edo-Zeit Sitz der Adelsfamilie Ōeda.

Tōhoku-Erdbeben 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Sendai-Ebene war man im Vergleich zur Sanriku-Küste von einem verhältnismäßig geringem Tsunami-Risiko ausgegangen. So hatte beispielsweise der vom Shōwa-Sanriku-Erdbeben 1933 ausgelöste Tsunami, der an der Sanriku-Küste in Showa-Sanriku eine maximale Auflaufhöhe von 28 m hatte, in Yamamoto lediglich 3,9 m Höhe erreicht, und während der vom Meiji-Sanriku-Erdbeben 1896 ausgelöste Tsunami an der Sanriku-Küste in Ōfunato mit einer maximalen Auflaufhöhe von 38,2 m verzeichnet worden war, hatte die gemessene Höhe in Sendai weniger als 5 m betragen. Als Ergebnis dessen, dass man sich vor dem Tōhoku-Erdbeben von 2011 als größtes Erdbebenrisiko in Japan hauptsächlich auf ein mögliches Miyagi-oki-Erdbeben mit einer Magnitude zwischen 7,5 und 8,0 eingestellt hatte, für das von einer Wahrscheinlichkeit von 99 % innerhalb von 30 Jahren ausgegangen wurde, waren die getroffenen Tsunami-Gegenmaßnahmen in der Präfektur Miyagi nicht ausreichend für das folgende Tōhoku-Erdbeben von 2011 mit einer Stärke von 9,0 Mw.[1] Die Yamamoto-Bucht bildete dann während des Tsunamis von 2011 einen besonderen Schwerpunkt für die im südlichen Teil der Sendai-Buchtküste in hoher Dichte aufgetretenen Küstendeichbrüche.[2]

Am 11. März 2011 wurde die Stadt vom Tōhoku-Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami getroffen. Über 2200 Wohngebäude wurden völlig zerstört.[3]

Die Brand- und Katastrophenschutzbehörde meldete in ihrem Schadensbericht vom 19. Mai 669 Tote und 78 Vermisste.[4][5] Die Zahl der Toten erhöhte sich in der späteren Schadenserfassung auf 700 Tote, während 18 Menschen vermnisst blieben.[3][6] Der Anteil der Opfer betrug 4,3 Prozent der Bevölkerung von Yamamoto,[7][8][3] die bei der Volkszählung von 2010 mit 16,704 angegeben worden war.[7][8]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernstraßen sind die Jōban-Autobahn nach Misato oder Watari, sowie die Nationalstraße 6 nach Chūō, Tokio oder Sendai.

Anschluss an das Schienennetz besteht mit der JR Jōban-Linie zum Bahnhof Nippori in Arakawa oder Iwanuma. Bahnhöfe in Yamamoto sind Yamashita und Sakamoto.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Yamamoto befinden sich Grundschulen Yamashita, 1. Yamashita (Yamashita Dai-ichi), 2. Yamashita (Yamashita Dai-ni) und Sakamoto, sowie die Mittelschulen Yamashita und Sakamoto, als auch die Präfekturförderschule Yamamoto.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Yamamoto, Miyagi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fumihiko Imamura, Suppasr Anawat: Damage Due To The 2011 Tohoku Earthquake Tsunami And Its Lessons For Future Mitigation. In: Proceedings of the International Symposium on Engineering Lessons Learned from the 2011 Great East Japan Earthquake, March 1-4, 2012, Tokyo, Japan. 2012, S. 21–30., (Keynote Presentation, URL: http://www.jaee.gr.jp/event/seminar2012/eqsympo/proceedings.html; Gesamtdownload: http://www.jaee.gr.jp/event/seminar2012/eqsympo/Proc_GEJES.zip).
  2. Tatsuki Iida, Akira Mano, Keiko Udo, Hioshi Tanaka: Destruction Patterns and Mechanisms of Coastal Levees on the Sendai Bay Coast Hit by the 2011 Tsunami. In: Yev Kontar, V. Santiago-Fandiño, Tomoyuki Takahashi (Hrsg.): Tsunami Events and Lessons Learned: Environmental and Societal Significance (= Advances in Natural and Technological Hazards Research). Springer Science & Business Media, 2013, ISBN 978-94-007-7268-7, ISSN 1878-9897, Chapter 16, S. 309–320, doi:10.1007/978-94-007-7269-4 (in Kontar et al. teilweise online zugreifbar auf Google Books [abgerufen am 8. März 2016]).
  3. a b c 平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震(東日本大震災)について(第157報) (Memento vom 18. März 2018 auf WebCite) (PDF (Memento vom 18. März 2018 auf WebCite)), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 7. März 2018.
  4. 平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震(第124報) (Memento vom 25. März 2018 auf WebCite) (PDF (Memento vom 25. März 2018 auf WebCite)), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 124. Bericht, 19. Mai 2011.
  5. 東日本大震災 図説集 (Memento vom 19. Juni 2011 auf WebCite) (japanisch), mainichi.jp (Mainichi Shimbun), 20. Mai 2011.
  6. 県の広報活動と報道機関の活動 第5章 (Memento vom 8. März 2016 auf WebCite) (japanisch), Präfektur Miyagi, Seite 822, Abb. 5-3-2.
  7. a b 東日本大震災記録集 (Memento vom 23. März 2018 auf WebCite), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), März 2013, hier in Kapitel 3 (第3章 災害の概要) das Unterkapitel 3.1/3.2 (3.1 被害の概要/3.2 人的被害の状況) (PDF (Memento vom 23. März 2018 auf WebCite)).
  8. a b 平成 22年国勢調査 - 人口等基本集計結果 -(岩手県,宮城県及び福島県) (Memento vom 24. März 2018 auf WebCite) (PDF, japanisch), stat.go.jp (Statistics Japan - Statistics Bureau, Ministry of Internal Affairs and communication), Volkszählung 2010, Zusammenfassung der Ergebnisse für die Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima, URL: http://www.stat.go.jp/data/kokusei/2010/index.html.
  9. Miyagi driving school ordered to pay damages over 3/11 tsunami deaths (Memento vom 8. März 2016 auf WebCite), japantimes.co.jp, 13. Januar 2013.