Yanagi Muneyoshi

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Yanagi Muneyoshi

Yanagi Muneyoshi (japanisch 柳 宗悦; 21. März 1889 in Tokio3. Mai 1961; im Westen bei gleicher Schreibweise auch Yanagi Sōetsu gelesen) war ein japanischer Kunstkritiker, Religionsphilosoph und Begründer der japanischen Volkskunst-Bewegung. Er war verheiratet mit der Sängerin Kaneko Yanagi, geborene Nakashima.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Muneyoshi wurde als Sohn des Admirals der Kaiserlichen Marine Yanagi Narayoshi in Tokyo geboren. Nach Absolvierung der Adelsschule Gakushuin[A 1] studierte er an der Universität Tokyo an der Fakultät für Geisteswissenschaften und machten 1913 seinen Abschluss in Psychologie. In seiner Zeit am Gakushuin hatte er sich 1910 an der Zeitschrift Shirakaba als Mitherausgeber beteiligt. Später interessierte er sich für koreanische Volkskunst und für die Skulpturen von Mokujiki Yōnin. Er befasste sich auch mit den Gedichten von William Blake und Walter Whitman und stellte sie vor.

Gegen Ende der Taishō-Zeit beschäftigte Muneyoshi sich mit der Volkskunst, für die er den Begriff Mingei (民芸) prägte. Er führte Untersuchungen durch und sammelte Objekte, hielt Vorträge darüber, reiste dafür durch ganz Japan und war auch im Ausland unterwegs. Er verkehrte mit Shiga Naoya, Mushanokōji Saneatsu, Kawai Kanjirō, Hamada Shōji, Bernard Leach und anderen literarisch und künstlerisch Interessierten. So entwickelte sich eine Volkskunst-Bewegung, für die Muneyoshi die Zeitschriften Kōgei (工芸) und „Mingei“ herausgab. – An der Tōyō-Universität unterrichtete er Religionsphilosophie.

1924 gelang es Muneyoshi, in Korea ein Museum für koreanische Volkskunst zu eröffnen, 1936 gelang es ihm, unterstützt u. a. von dem Unternehmer Ōhara Magosaburō[A 2], im Stadtteil Komaba ein Museum für Volkskunst zu errichten, das einen großen Beitrag liefere, das Wesen der Volkskunst darzustellen. Zu seinen zahlreichen Publikationen gehören „Schönheit in der Vielfalt von Gefäßen“ (雑器の美, Zakki no bi; 1926), „Volkskunst in Japan“ (日本の民芸, Nihon no mingei; 1960), „Wesen der Kunst“ (美の法門, Bi no hōmon). – 1957 wurde er für seine Arbeit als „Person mit besonderen kulturellen Verdiensten“ ausgezeichnet.

Sein ältester Sohn war der Industriedesigner Yanagi Sōri, sein zweitältester Sohn ist der Kunsthistoriker Yanagi Munemoto (柳宗玄) und sein dritter Sohn war der Gartenarchitekt Yanagi Munetami (柳宗民).

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Später ein Teil der Gakushūin-Universität.
  2. Ōhara war Gründer des Ōhara-Kunstmuseums in Kurashiki.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • S. Noma (Hrsg.): Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993, ISBN 4-06-205938-X, S. 318–349
  • Suzuki, Toshihiko (Hrsg.): Nihon daihyakka zensho (Denshibukku-han), Shogakukan, 1996.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Yanagi der Familienname, Muneyoshi der Vorname.