Yasmin Fahimi

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Yasmin Fahimi (2014)
Unterschrift Yasmin Fahimis

Yasmin Fahimi (* 25. Dezember 1967 in Hannover) ist eine deutsche Gewerkschafterin (IG BCE) und Politikerin (SPD). Seit dem 1. Januar 2016 ist sie beamtete Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium (Ministerin: Andrea Nahles, SPD). Sie war von 2014 bis 2015 Generalsekretärin der SPD.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahimi wuchs mit ihrem älteren Bruder als Halbwaise in Hannover auf. Fahimis Mutter ist eine deutsche Sozialpädagogin, ihr Vater war ein iranischer Chemiker, der noch vor ihrer Geburt bei einem Autounfall starb. Fahimi besuchte von 1974 bis 1978 die Grundschule in Altwarmbüchen und von 1978 bis 1987 das Gymnasium in Isernhagen. Sie studierte von 1987 bis 1989 Elektrotechnik und von 1989 bis 1998 Chemie, jeweils an der Universität Hannover. Das Studium der Chemie beendete sie 1998 als Diplom-Chemikerin.

Von 1998 bis 2000 war Fahimi als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Stiftung Arbeit und Umwelt der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) beschäftigt. Im selben Jahr trat sie ebenso der Gewerkschaft bei. Anschließend arbeitete sie im Rahmen ihrer Ausbildung zur Gewerkschaftssekretärin in den IG BCE-Bezirken Berlin-Brandenburg, Münster-Bielefeld, sowie in der Abteilung Jugend im Bezirk Recklinghausen.[1] Von 2005 bis 2014 arbeitete Fahimi als Abteilungsleiterin für Grundsatz und Organisationsentwicklung beim Hauptvorstand der IG BCE in Hannover. Darüber hinaus war sie von 2011 bis 2014 geschäftsführendes Vorstandsmitglied des IG BCE Innovationsforums Energiewende e.V. (If. E).[2]

Ihr Lebensgefährte ist der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) Michael Vassiliadis.

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1986 ist Fahimi Mitglied der SPD. Sie engagierte sich zunächst bei den Jusos und war Mitglied im Vorstand des Juso-Bezirks Hannover und im Juso-Bundesvorstand. Sie gehörte der Leitung der aus dem Hannoveraner Kreis („Stamokap“) hervorgegangenen marxistischen „Juso-Linken“ an.[3][4][5]

Von 1994 bis 2002 war sie im SPD-Unterbezirksvorstand Hannover-Land und von 1999 bis 2002 im Bezirksvorstand Hannover. 2002 bewarb sie sich erfolglos um die SPD-Kandidatur für den Bundestagswahlkreis Hannover-Land I. Von 2009 bis 2013 war sie stellvertretende Vorsitzende des SPD-Stadtverbands Hannover.[6] Sie ist Mitglied im Vorstand des „Denkwerks Demokratie“, einer 2011 von SPD, Grünen und Gewerkschaften gegründeten Denkfabrik.[7]

SPD-Generalsekretärin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einem Sonderparteitag am 26. Januar 2014 wurde Fahimi mit 88,5 Prozent Zustimmung zur Nachfolgerin von Andrea Nahles als Generalsekretärin der SPD gewählt.[8] Die WamS porträtiert Fahimi als zielstrebig und in Organisationsfragen erfahren; sie habe im Willy-Brandt-Haus eine zentrale Steuerungseinheit geschaffen, die ihr direkt zuarbeitet: „Ihr Hang zu Zentralismus entspringt gewerkschaftlichem Hierarchiedenken aus der IG BCE und einem Misstrauen, wie es im linken ,Stamokap‘-Flügel der Jusos üblich war.“[9]

Hatte der damalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering bei der Landtagswahl in Thüringen 2009 eine Führungsrolle der Linkspartei noch strikt abgelehnt, zeigte sich Fahimi offen für einen Ministerpräsidenten der Linkspartei. Am Beispiel von Thüringen schloss Fahimi nicht aus, dass die SPD in einer Koalition mit der Linken Juniorpartner wäre.[10] Nach der Landtagswahl in Thüringen 2014 bildete sich erstmals eine Koalition aus Linken, SPD und Grünen mit einem Ministerpräsidenten der Linkspartei.

Zu ihrer Nachfolgerin wurde am 11. Dezember 2015 auf dem SPD Bundesparteitag in Berlin Katarina Barley gewählt.

Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. Januar 2016 wechselte Fahimi als Staatssekretärin ins Bundesarbeitsministerium. Dort folgte sie Jörg Asmussen.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Yasmin Fahimi – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Yasmin Fahimi: Kurzbiografie. In: fona.de. Abgerufen am 7. Januar 2014.
  2. Innovationsforum Energiewende: Impressum. In: innovationsforum-energiewende.de. Abgerufen am 7. Januar 2014.
  3. Yasmin Fahimi, Ulf-Birger Franz: 25 Jahre Hannoveraner Kreis/Juso-Linke. In: SPW - Zeitschrift für Sozialistische Politik und Wirtschaft. Band 97, Nr. 2. spw-Verlag 1997, ISSN 0170-4613 (spw.de [abgerufen am 13. Dezember 2015]).
  4. Sie ruft zurück. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 12. Januar 2014.
  5. In der Schlangengrube. In: Welt am Sonntag 19. Januar 2014.
  6. Lebenslauf Yasmin Fahimi. In: spd.de. Abgerufen am 28. November 2015: „2007 – 2013: Mitglied des SPD-Stadtverbandvorstandes Hannover; davon stellv. Vorsitzende 06/2009 – 04/2013“
  7. Denkwerk Demokratie: Vorstand. In: denkwerk-demokratie.de. Abgerufen am 28. November 2015: „Dem Vorstand des Denkwerk Demokratie gehören folgende Mitglieder an: Yasmin Fahimi, Generalsekretärin der SPD, Michael Kellner […]“
  8. SPD-Sonderparteitag in Berlin: Gabriel warnt vor anti-europäischen Kräften. Yasmin Fahimi zur neuen SPD-Generalsekretärin gewählt. In: Süddeutsche Zeitung. 26. Januar 2014, abgerufen am 28. November 2015: „Auf dem außerordentlichen Bundesparteitag der SPD in Berlin ist Yasmin Fahimi zur neuen Generalsekretärin gewählt worden. Mit 88,5 Prozent Stimmen erzielte die 46-Jährige [...] ein überzeugendes Ergebnis [...]“
  9. Der Ignorant und die Auster. In: Welt am Sonntag 13. Juli 2014.
  10. Landtagswahlen: SPD-Spitze billigt Votum für Ministerpräsidenten der Linken. In: Spiegel online. Abgerufen am 26. Januar 2014.
  11. Generalsekretärin Fahimi wechselt ins Arbeitsministerium. Rochade bei der SPD. In: spiegel.de. 31. Oktober 2015, abgerufen am 28. November 2015: „Im Arbeitsministerium soll Fahimi Jörg Asmussen ersetzen, der den Staatssekretärsposten nach nur zwei Jahren wieder aufgibt...“