Yazd

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Dieser Artikel behandelt die iranische Stadt Yazd. Für die gleichnamige Provinz, siehe Yazd (Provinz).
Yazd
Yazd In 1 frame.jpg
Yazd (Iran)
Yazd
Yazd
Basisdaten
Staat: IranIran Iran
Provinz: Provinz Yazd
Koordinaten: 31° 51′ N, 54° 22′ OKoordinaten: 31° 51′ N, 54° 22′ O
Höhe: 1216 m
Einwohner: 486.400[1] (2012)
Vorwahl: 351
Zeitzone: UTC+3:30
Die Amir Chakmak-Moschee in Yazd

Yazd (persisch یزد /jæzd/) (auch Yasdi, Jasd oder Jesd) ist eine der ältesten Städte des Iran und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Yazd.

Yazd hat eine Bevölkerung von rund 486.500 Menschen (Berechnungsstand 2012). Die Stadt liegt 250 km östlich von Isfahan.

Oasenstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Yazd wurde an einer Oase gegründet und liegt zwischen den Wüsten der Dascht-e Kavir und der Dascht-e Lut. Die Stadt besteht seit dem dritten Jahrtausend vor Christus und ist das Zentrum der zoroastrischen Religion. Hier findet man heute noch viele Feuertempel (pers. Atashkadeh). Bei ihrer Gründung soll die Stadt an einem heute trocken gefallenen großen Binnensee gelegen haben. Für die Wasserversorgung werden bis heute teilweise schon in der Antike angelegte Wasserkanäle und -röhren (Qanat) eingesetzt. Zur Kühlung und Belüftung der historischen Häuser dienen die berühmten Windtürme.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Untergang des Sassanidenreiches und der Eroberung Persiens durch die muslimischen Araber im 7. Jahrhundert wurde die Stadt im Mittelalter unter anderem von der Lokaldynastie der Kakuyiden und (anschließend) den Atabegs von Yazd beherrscht, bevor sie von den Mongolen erobert, aber nicht zerstört wurde.

Im 15. Jahrhundert entstand unter Amir Tschaghmāgh der Amir-Chakmak-Komplex (persisch مجموعه میدان امیرچقماق; Madschmūʿa Meydān Amir Čaqmaq).

Yazd wurde 1907 historisch bedeutsam, als die Grenz- bzw. Scheitelpunkte der britisch-russischen Interessensphären in Persien vertraglich festgelegt wurden. Der russische Einfluss sollte nördlich einer Linie von Yazd, nordwestlich bis nach Kurdistan bzw. von Yazd nordöstlich zum persisch-afghanisch-russischen Dreiländereck dominieren (heute: iranisch-afghanisch-turkmenisches Dreiländereck), südlich davon der Britische.

Aufgrund seiner Lehm- und Rohziegel-Architektur wurde Yazd zum Weltkulturerbe erklärt.

Zentralgefängnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2008 wurde Ayatollah Sayed Hossein Kazemeyni Boroujerdi in das Zentralgefängnis von Yazd verlegt[2]. Seit 27. Januar 2009 sitzt er dort in Einzelhaft[2]. In dem Gefängnis in Yazd wurde der 50-jährige Geistliche am 5. Mai 2009 mit Schlägen traktiert. Aus diesem Grund rief Amnesty International erneut für Boroujerdi eine Urgent Action aus[2].

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Qom–Zahedan, der südlichen Ost-West-Eisenbahnverbindung des Iran.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Yazd ist Irans bedeutendster Ort für die Herstellung von Brokat- und Seidenstoffen.[3]

Hochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panorama von der Moschee Amir Chakhmâgh aus
Panoramablick auf Yazd von den Türmen des Schweigens aus

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Reisen des Venezianers Marco Polo, Erstes Buch, 14. Kapitel, Wiesbaden 2004, nach der Ausgabe Hamburg 1908, ISBN 3-937715-12-6
  • Sina Vodjani und Gabriele von Kröcher: Zarathustra. Membran International, Hamburg 2006, ISBN 978-3-86562-739-1, S. 190–218.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Yazd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven:@1 @2 Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deWorld Gezatteer Bevölkerungszahlen 2012
  2. a b c Amnesty International, 14. Mai 2009: Urgent Action: Geistlicher in Haft misshandelt
  3. Sina Vodjani und Gabriele von Kröcher: Zarathustra. Membran International, Hamburg 2006, ISBN 978-3-86562-739-1, S. 195