Yesterday (2019)

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Filmdaten
OriginaltitelYesterday
ProduktionslandVereinigtes Königreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2019
Länge117 Minuten
AltersfreigabeFSK 0[1]
Stab
RegieDanny Boyle
DrehbuchRichard Curtis
ProduktionBernard Bellew,
Tim Bevan,
Danny Boyle,
Richard Curtis,
Eric Fellner,
Matthew James Wilkinson
MusikDaniel Pemberton
KameraChristopher Ross
SchnittJon Harris
Besetzung
Synchronisation

Yesterday ist eine Musikkomödie von Danny Boyle, die am 28. Juni 2019 in die Kinos im Vereinigten Königreich und in den USA und am 11. Juli 2019 in die deutschen Kinos kam.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als der 27-jährige, erfolglose indisch-britische Singer-Songwriter und ehemalige Lehrer Jack Malik von einem Bus angefahren wird und in diesem Moment gerade auf der ganzen Welt für 12 Sekunden der Strom ausfällt, geschehen zwei Dinge. Zum einen schlägt er sich zwei Zähne aus, zum anderen verschwinden die Beatles und mit ihnen alle ihre Songs aus der Geschichte und der Erinnerung der Menschen. Nur Jack kennt plötzlich als scheinbar einziger Mensch die Band und ihre zahlreichen Megahits. Bislang spielte er selbstkomponierte Songs an Straßenecken und in kleinen Cafés. Nur seine Freunde und seine Amateur-Managerin Ellie, die Lehrerin ist, kamen, um ihn zu sehen und anzufeuern. Seit sie Jack bei einem Talentwettbewerb in der Schule Wonderwall von Oasis singen gehört hatte, glaubte Ellie an sein Talent und seinen Erfolg.

Als Jack nach seinem Unfall im privaten Kreis Yesterday begleitet auf seiner Akustikgitarre vorstellt, denken seine Freunde, er hätte den Song geschrieben. Auch bei Hey Jude und Let It Be glauben Freunde und Familie, diese Lieder stammten von ihm. Umgekehrt fühlt Jack sich auf den Arm genommen, als alle zusammen beteuern, keine Beatles zu kennen. Erst als er auch im Internet und in seiner eigenen Schallplattensammlung keine Spuren und Alben der Beatles mehr finden kann, begreift er, dass seine Freunde die Wahrheit sagen und er anscheinend in einer neuen Welt lebt, in der es diese Band und ihre Welterfolge nie gegeben hat; ebenso wenig wie die Band Oasis, Zigaretten, Coca-Cola und Harry Potter. Jack nutzt seinen Vorteil, sich an viele der Songs zu erinnern, und tritt nun mit den übernommenen Songs auf, die er als seine ausgibt. An die meisten Texte der Beatles-Songs kann sich Jack ganz gut erinnern, bei Eleanor Rigby und Penny Lane hat er jedoch Schwierigkeiten, die Wörter in die richtige Reihenfolge zu bringen. Der berühmte Singer-Songwriter Ed Sheeran wird auf ihn aufmerksam und heuert ihn als Vorband an, was Jacks Bekanntheit rasend schnell vergrößert. Ed Sheerans Produzentin Debra holt Jack nach Los Angeles, um mit ihm weitere Songs aus dem Beatles-Repertoire zu produzieren. Als Jack hierzu seine Heimatstadt Lowestoft verlassen muss, gesteht ihm Ellie ihre Liebe, ist aber auch nicht bereit, ihren Job als Lehrerin aufzugeben und mitzukommen. Durch die große Distanz reduziert sich der Kontakt der beiden, wenngleich sie einander vermissen. Jack kann den Verlockungen der Musikkarriere jedoch nicht widerstehen, denn er hat nun gerade jenen Erfolg, an den Ellie für ihn in der Vergangenheit immer geglaubt hat. Nach einiger Zeit werden Ellie und Gavin, ein gemeinsamer Freund, ein Paar; Jack nimmt dies äußerlich mit Fassung auf.

Jack wird binnen weniger Monate zum größten Songwriter und Musiker aller Zeiten, beginnt jedoch an der Richtigkeit seines Weges zu zweifeln und ängstigt sich zusehends vor seiner Enttarnung. Zwei andere Menschen, die sich ebenfalls noch an die Beatles erinnern können, sind ihm jedoch dankbar und ermuntern ihn, seinen Weg weiterzugehen, um die schöne Musik der Beatles in diese neue Welt herüberzuretten, da sie diese selbst vermissen. Sie raten ihm jedoch, ehrlich zu sein, wo immer es möglich ist. Auf eigene Faust sucht Jack den 78-jährigen John Lennon auf, der in dieser Welt tatsächlich noch lebt, aber kein weltbekannter Musiker war, sondern zur See gefahren ist. Jack sieht davon ab, ihn mit der Beatles-Sache zu konfrontieren, versucht ihm aber seine Lebensweisheit zu entlocken. Lennon gibt ihm mit, welche große Bedeutung die Liebe im Leben spielt. Daraufhin fasst Jack den Entschluss, den Schwindel aufzudecken, alle von ihm gecoverten Beatles-Lieder über das Internet kostenlos allen Menschen zugänglich zu machen, und zuletzt Ellie seine Liebe zu gestehen; alles live und gleichzeitig am Ende eines Ed-Sheeran-Konzerts im ausverkauften Wembley-Stadion. Sein Plan geht auf und er kann Ellie von Gavin zurückgewinnen.

Jack gründet mit Ellie eine Familie und wird Musiklehrer.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie führte Danny Boyle, der 2009 für die beste Regie bei dem Film Slumdog Millionär mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.[2] Das Drehbuch schrieb Richard Curtis. Yesterday, der Titel des Films, bezieht sich auf den gleichnamigen Beatles-Song, zugleich einen der erfolgreichsten Titel der Band. Dieser wurde von MTV und Rolling Stone zum besten Popsong seit 1963 erklärt. Auf der Rolling-Stone-Liste der 500 besten Songs aller Zeiten belegt Yesterday Platz 13. Auch im Hörfunk gilt es als das am meisten gespielte Musikstück.

Die Hauptrolle von Jack Malik wurde mit Himesh Patel besetzt

Die Hauptrolle von Jack Malik wurde mit Himesh Patel besetzt. Lily James spielt seine Managerin Ellie, Kate McKinnon übernahm die Rolle von Ed Sheerans fiktiver Managerin Debra.[3]

Gedreht wurde der Film unter anderem von April bis Juni 2018 in Gorleston-on-Sea in Norfolk[4] und am dortigen Strand, wo eine Konzertszene entstand.[5] Ende Mai 2018 drehte man in der Penny Lane in Liverpool.[6] Weitere Aufnahmen entstanden in Los Angeles.

Die Filmmusik komponierte Daniel Pemberton. Ein Soundtrack, der neben Pembertons Arbeit auch die Cover-Versionen der Songs der Beatles enthält, wurde am 21. Juni 2019 von Universal Music/Polydor Records veröffentlicht.[7] Dieser stieg am 28. Juni 2019 auf Platz 4 in die Soundtrack Album Charts[8] und auf Platz 68 in die Official Albums Chart Top 100 im Vereinigten Königreich ein.[9]

Ein erster Trailer wurde im Februar 2019 vorgestellt.[10][11] Der Film wurde am 4. Mai 2019 beim Tribeca Film Festival als Abschlussfilm gezeigt und feierte hier seine Weltpremiere.[12] Am 28. Juni 2019 kam er in die US-Kinos und die Kinos im Vereinigten Königreich. Zuvor erfolgte hier eine Vorstellung beim Edinburgh International Film Festival.[13] Mitte Juni 2019 sollte er als Abschlussfilm beim Sydney Film Festival präsentiert werden.[14] Der Kinostart in Deutschland erfolgte am 11. Juli 2019[15], ebenso in Österreich.[16] Zuvor wurde er Ende Juni und Anfang Juli 2019 beim Filmfest München in der Sektion Spotlight gezeigt und feierte hier seine Deutschlandpremiere.[17]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt stieß der Film bei den Kritikern auf geteiltes Echo.[18]

Regie führte Danny Boyle

Owen Gleiberman von Variety erklärt, Yesterday enthalte nur die ikonischen Beatles-Tracks, die man in eine Sammlung der „12 besten Songs der Beatles!“ aufnehmen würde, stellt sich gleichzeitig aber die Frage, warum es Lieder wie Lovely Rita, You Won’t See Me, Dig a Pony oder Martha My Dear nicht in den Film geschafft haben. Dies führt Gleiberman auf die Art und Weise zurück, wie die Filmemacher die Beatles zu einer Art Karaoke-Kitsch-Epiphanie reduzieren. Der Film bewege sich nur an der musikalischen und emotionalen Oberfläche der Weißglut der Band entlang und sei nur wenig daran interessiert, die Welt der Beatles zu entdecken. Wäre dem so, hätten Richard Curtis und Danny Boyle seiner Ansicht nach einen Weg gefunden, uns zu zeigen, dass die Welt ohne die Beatles ein kargerer Ort wäre. In Yesterday jedoch sehe eine Welt ohne die Beatles nicht anders aus, so dass die Fantasie des Films, dass die Beatles wiederkommen, wenig Wirkung hat, so Gleiberman.[3]

Gaby Sikorski von der Arbeitsgemeinschaft Kino schreibt, Boyle und Curtis hätten gemeinsam eine Liebeserklärung an die Beatles und ihre Musik geschaffen, und manche Szenen könnten unvergesslich werden und damit den Film ebenfalls unsterblich machen: „Wie Jack versucht, sich in komischer Verzweiflung an den Text von Eleanor Rigby zu erinnern, oder wie er seinen musikalisch ahnungslosen, ansonsten goldigen Eltern mit großer Inbrunst Let it be vorspielen will und dabei ständig unterbrochen wird. Am Ende heißt es All you need is Love, und diese größte aller Beatles-Hymnen setzt den gelungenen Schlusspunkt hinter einen Gute-Laune-Film der Extraklasse.“ Boyle setze dabei in beeindruckender Weise seinen Hauptdarsteller in Szene, so Sikorski weiter, und der Newcomer Himesh Patel habe viel vom jungen Hugh Grant, obwohl er ihm äußerlich denkbar unähnlich sei.[19]

Oliver Kube von Filmstarts meint, dass Boyle es verstehe, mit einem überzeugenden Cast „die Story so temporeich umzusetzen, dass sie lange Zeit viel Spaß macht“. Die Nebenfiguren Rocky und Debra sorgten effektiv für die humoristischen Einlagen und Ed Sheeran zeige Selbstironie. Mit „viel Liebe und visuellem Einfallsreichtum“ seien Referenzen an die realen Beatles eingestreut. Die Feel-Good-Komödie verflache aber zum Ende hin und habe ein „unnötig sentimentales“ Ende mit einem „einfachen Ausweg aus der Geschichte“.[20] Bert Rebhandl schreibt in der FAZ, der Duktus sei „genuin heutig, die Generation, die mit den spielerischen Tools der Wisch- und Like-Erscheinungen aufgewachsen ist“, finde hier ein filmisches Idiom. Zugleich sei Yesterday „dezidiert altmodisch in dem Sinn, in dem die Beatles inzwischen auch nostalgisch gehört werden könnten“.[21]

Frank Schnelle von epd Film meint, Regisseur und Drehbuchautor hätten es „auf den Clash von Welthits und Erfolglosigkeit, von Vertrautheit und Ignoranz, von Sixties-Rock und digitaler Ära“ abgesehen. Nebenbei nehme der Film die Mechanismen der zeitgenössischen Musikindustrie aufs Korn, bliebe „im Grunde aber stets bei der Frage, wohin geklauter Ruhm und unverdiente Ehren den Helden am Ende eigentlich führen sollen“. Man hätte sich noch mehr auf das Musikthema fokussieren sollen und zum Beispiel „ergründen können, wie sich das Fehlen der Beatles tatsächlich auf unsere Popkultur ausgewirkt hätte“. In der zweiten Hälfte liege der Schwerpunkt mehr auf einer Love Story, die sich an Curtis’ romantische Komödien anlehne. Am Ende erinnere der Film „mit Witz und Esprit an die großen Errungenschaften der Britishness“.[22]

Einsatz im Schulunterricht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Onlineportal kinofenster.de empfiehlt Yesterday für die Unterrichtsfächer Musik, Englisch, Deutsch und Geschichte und bietet Materialien zum Film für den Unterricht. Philipp Bühler schreibt dort, die zentrale Idee einer Welt ohne die Beatles stelle jede Schulklasse im Musik- und Englischunterricht vor einen Test: „Wer kennt sie noch, die alten Songs? [...] Der Film selbst thematisiert das Internet als riesiges Archiv, in dem Erinnerungen gespeichert, aber möglicherweise auch irgendwann gelöscht werden. Wie also konstituiert sich das kulturelle Gedächtnis? Welchen Schwankungen unterliegt der Wert von Büchern, Filmen oder der schnelllebigen Popmusik?“[23]

Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die weltweiten Einnahmen des Films aus Kinovorführungen belaufen sich auf 142,3 Millionen US-Dollar.[24] In Deutschland verzeichnet er bisher 747.734 Besucher.[25]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film befindet sich in einer Vorauswahl für den Europäischen Filmpreis 2019.[26][27] Im Folgenden weitere Nominierungen.

People’s Choice Awards 2019

  • Nominierung in der Kategorie Comedy Movie of 2019[28]

Saturn-Award-Verleihung 2019

Teen Choice Awards 2019

  • Nominierung in der Kategorie Choice Summer Movie
  • Nominierung in der Kategorie Choice Summer Movie Actor (Himesh Patel)[29]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Oliver Rohrbeck im Auftrag der Interopa Film GmbH, Berlin.

Darsteller Synchronsprecher Rolle
Himesh Patel Nicolás Artajo Jack Malik
Sophia Di Martino Isabelle Schmidt Carol
Kate McKinnon Katrin Fröhlich Debra
Ed Sheeran Nico Sablik Ed Sheeran
Lily James Yvonne Greitzke Ellie
Alexander Arnold Amadeus Strobl Gavin
Javon Prince Kaze Uzumaki Hans
Sanjeev Bhaskar Hans Hohlbein Jed Malik
Robert Carlyle Tobias Lelle John Lennon
Harry Michell Gerrit Schmidt-Foß Nick
Joel Fry Julien Haggège Rocky

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Yesterday. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 190295/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Clarisse Loughrey: Yesterday trailer: New Danny Boyle film imagines world where Beatles never existed. In: independent.co.uk, 13. Februar 2019.
  3. a b Owen Gleiberman: Tribeca Film Review: 'Yesterday'. In: Variety, 4. Mai 2019.
  4. Behind the scenes of Danny Boyle's new film Yesterday. In: itv.com, 13. Februar 2019.
  5. https://www.bbc.co.uk/news/uk-england-norfolk-44634364
  6. Emilia Bona und Jamie McLoughlin: Why will Penny Lane be closed? Filming starts for new blockbuster set in Liverpool. In: liverpoolecho.co.uk, 28. Mai 2018.
  7. Soundtrack Album for Danny Boyle’s 'Yesterday' Announced. In: filmmusicreporter.com, 13. Mai 2019.
  8. https://www.officialcharts.com/charts/soundtrack-albums-chart/
  9. https://www.officialcharts.com/charts/albums-chart/
  10. Christian Fußy: Britischer als Bond: Der erste Trailer zu Danny Boyles Beatles-Komödie „Yesterday“! In: filmstarts.de, 12. Februar 2019.
  11. https://www.stereogum.com/2031913/danny-boyle-yesterday-beatles-film-trailer/video/
  12. Sara Aridi: 'Yesterday' to Premiere at the Tribeca Film Festival. The New York Times, 14. März 2019.
  13. Programm des Edinburgh International Film Festivals. Abgerufen am 30. Mai 2019. (PDF; 83,8 MB)
  14. https://www.timeout.com/sydney/news/sydney-film-festivals-closing-film-has-been-announced-052819
  15. Starttermine Deutschland. In: insidekino.com. Abgerufen am 11. Juli 2019.
  16. Juli 2019. In: skip.at. Abgerufen am 27. Mai 2019.
  17. Yesterday. In: filmfest-muenchen.de. Abgerufen am 3. Juli 2019.
  18. https://www.rottentomatoes.com/m/yesterday_2019
  19. https://www.programmkino.de/content/Filmkritiken/yesterday/
  20. Kritik auf filmstarts.de, abgerufen am 21. Juli 2019.
  21. Reiskörner sammeln mit Eleanor Rigby. In: faz.net, 10. Juli 2019.
  22. Kritik zu Yesterday auf epd-film.de, 5. Juni 2019.
  23. Yesterday. In: kinofenster.de. Abgerufen am 12. Juli 2019.
  24. Yesterday. In: boxofficemojo.com. Abgerufen am 24. September 2019.
  25. Top 100 Deutschland 2019. In: insidekino.com. Abgerufen am 24. September 2019.
  26. Jochen Müller: Lola-Abräumer in Vorauswahl für Europäischen Filmpreis. In: Blickpunkt:Film, 20. August 2019.
  27. EFA Feature Film Selection. In: europeanfilmawards.eu. Abgerufen am 20. August 2019.
  28. Hilary Lewis und Annie Howard: People's Choice Awards: 'Avengers: Endgame,' 'Game of Thrones,' BTS Among Nominees. In: The Hollywood Reporter, 4. September 2019.
  29. Rachel Yang: Teen Choice Awards 2019: See the full list of winners and nominees. In: Entertainment Weekly, 11. August 2019.