Yfaat Weiss

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Yfaat Weiss

Yfaat Weiss (* 1962 in Haifa) ist eine israelische Historikerin, Direktorin des Jerusalemer Franz Rosenzweig Minerva Research Center und des Leipziger Simon-Dubnow-Instituts.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Yfaat Weiss arbeitete nach ihrer Promotion an der Universität Tel Aviv von 1997 bis 2000 als Wissenschaftliche Assistentin am Historischen Seminar der Universität München.[1] Sie war Gründerin und zwischen 2001 und 2008 Leiterin des Bucerius Institute for Research of Contemporary German History and Society an der Universität Haifa.[2] 2008 wurde sie als Professorin an die Hebräische Universität Jerusalem berufen und leitete dort bis 2011 die Fakultät für Geschichte. Seit 2010 ist sie Direktorin des Franz Rosenzweig Minerva Research Center an der Hebräischen Universität und seit 2017 Direktorin des Simon-Dubnow-Instituts.[3]

Weiss war 2003 Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien, 2004 Gast am Simon-Dubnow-Institut in Leipzig, 2005 bis 2006 Fellow am Hamburger Institut für Sozialforschung, 2007 Fellow am Remarque Institute der New York University,[4] 2007 bis 2008 am International Institute for Holocaust Research – Yad Vashem, 2008 Gastwissenschaftlerin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung,[2] Visiting Professor und Anna Lindh Fellow am Europe Center der Stanford University,[5] 2014 bis 2015 EURIAS Senior Visiting Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien[6] und 2017 Honorary Fellow am Historischen Kolleg in München[7].

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 erhielt Yfaat Weiss den mit 7.500 Euro dotierten Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken. Anlass war die Veröffentlichung der deutschen Übersetzung Ihres Buches Verdrängte Nachbarn. Wadi Salib – Haifas enteignete Erinnerung, indem sie am Beispiel eines Stadtviertels Haifas die Vertreibung, Enteignung und Ansiedlung verschiedener ethnischer und religiöser Minderheiten und die damit verbundenen zivilgesellschaftlichen Auseinandersetzungen beschreibt. „Durch ihre Forschungen öffnet Frau Weiss den Blick für ein neues Denken über das Zusammenleben von ethnischen Gruppen und Minoritäten in Israel.“ urteilte die Jury zur Begründung.[8]

2015 erhielt Weiss den Polonsky Prize for Creativity and Originality in the Humanistic Disciplines für die hebräische Übersetzung von Lea Goldberg. Lehrjahre in Deutschland 1930-1933.[9]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verdrängte Nachbarn. Wadi Salib – Haifas enteignete Erinnerung. Aus dem Hebr. von Barbara Linner. Hamburg : Hamburger Edition HIS, 2012 (2007, he)
  • Lea Goldberg: Lehrjahre in Deutschland 1930–1933. Aus dem Hebräischen von Liliane Meilinger. Mit einem Vorwort von Dan Diner, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2010
  • Y. Weiss; M. Gilad (Hrsg.): Memory and Amnesia: The Holocaust in Germany. Tel Aviv: Hakibbutz Hameuchad Publishing House, 2005 (he)
  • D. Levy; Y. Weiss (Hrsg.): Challenging Ethnic Citizenship: German and Israeli Perspectives on Immigration. New York: Berghahn Books, 2002 (en)
  • Staatsbürgerschaft und Ethnizität. Deutsche und polnische Juden am Vorabend des Holocaust. Aus dem Hebr. übers. von Matthias Schmidt. München: Oldenbourg, 2000. Tel Aviv, Univ., Diss., 1997
  • M. Brenner; Y. Weiss (Hrsg.): Zionistische Utopie – israelische Realität. Religion und Politik in Israel. München: C.H. Beck, 1999
  • Schicksalsgemeinschaft im Wandel. Jüdische Erziehung im nationalsozialistischen Deutschland. 1933–1938. Hamburg: Christians, 1991

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prof. Dr. Yfaat Weiss Wissenschaftliche Assistentin von 1997 bis 2000 bei LMU
  2. a b Ehemalige Gastwissenschaftler ZCM Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.
  3. Professorin Yfaat Weiss übernimmt Leitung des Simon-Dubnow-Instituts, Nachricht 081/2017, Universität Leipzig, Leipzig 7. April 2017.
  4. Former Fellows Remarque Institute.
  5. Yfaat Weiss Stanford University.
  6. Yfaat Weiss, Institut für die Wissenschaften vom Menschen.
  7. Professor Dr. Yfaat Weiss, Historisches Kolleg.
  8. Hannah Arendt Preis für politisches Denken e.V. - Preisträger, Preisverleihungen, Dokumentation bei Hannah-Arendt.de (Memento vom 2. März 2006 im Internet Archive) bei hannah-arendt.de
  9. Ausgezeichnet!, Verlagsgruppe Vandenhoeck & Ruprecht, 4. September 2015.