Yorck Kinogruppe

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Yorck Kino GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1978
Sitz Berlin
Website yorck.de

Die Yorck Kinogruppe (eigentlich: Yorck Kino GmbH) ist ein Berliner Kinounternehmen. Zu ihr gehören zwölf Kinos im Stadtgebiet sowie zwei Freiluftkinos, damit ist sie der größte Berliner Kinobetreiber. Im Jahr 2003 wurde das Unternehmen als „Europäischer Kinobetreiber des Jahres“ gewürdigt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Anmerkung: Fett-kursiv: Namen der aktuell (Sommer 2017) von der Yorck-Kinogruppe bespielten Kinos, alle anderen Namen Normal-kursiv)

Die Anfänge der Yorck Kinogruppe reichen bis in die späten 1970er Jahre zurück. Um den Studenten Christian Meincke (später: Filmverleiher/MFA-Filmverleih) bildete sich Anfang 1978 mit Manfred Salzgeber, Knut Steenwerth (Kinotechnik) und Georg Kloster – bis zu dieser Zeit im Berliner Kino Bali tätig und inzwischen Geschäftsführer des Unternehmens – ein Team, das sich des heruntergekommenen Kreuzberger Kiezkinos Yorck annahm. Die Unternehmer machten dieses von den Verleihern wenig beachtete Lichtspielhaus wirtschaftlich wieder attraktiv. Die Besucherzahlen stiegen und Filmverleiher ließen Erstaufführungen hier, weit entfernt vom Unterhaltungszentrum in Charlottenburg, zeigen.

Im Frühjahr 1979 festigten Kloster und Steenwerth – die anderen Mitarbeiter waren inzwischen ausgestiegen – ihre Position auf dem Berliner Kinomarkt durch die Eröffnung des Broadway am Tauentzien und des Rixi im Ortsteil Neukölln, das nach umfassender Renovierung unter der Bezeichnung Off (nun: Neues Off) bespielt wurde. Die Eröffnung des Broadway stellte in jener Zeit für einen Off-Kinobetreiber eine Sensation dar, lag es doch direkt auf der Berliner Kino-Renommiermeile, dem Kurfürstendamm, dessen Filmtheater Unterhaltungsfilme für die Allgemeinheit zeigten. Mit dem Broadway gab es nun hier das erste Programmkino.

Das Yorck-Gründungskino der Unternehmensgruppe ist im Jahr 2017 von der Schließung bedroht, weil ein Investor an dieser Stelle ein Wohnhaus mit Tiefgaragen, Eigentumswohnungen und einigen Geschäften errichten lassen will. Im November 2016 hat der Bauausschuss des Friedrichshain-Kreuzberger Bezirksamtes die Bauvoranfrage „aus stadtplanerischer Sicht abgelehnt“. Der Investor, angeblich türkischer Abstammung, will aber in dem Neubau wieder ein Kino einplanen. Zu den Plänen ließ die Sprecherin der Kinogruppe verlauten: „Wir führen mit dem Vermieter konstruktive Gespräche, um den Kinostandort langfristig zu erhalten.“[1]

Der wachsende Zuspruch des Publikums und damit auch der Filmverleiher führte zum Ausbau der Position der Yorck-Betreiber am Markt. In den Folgejahren gelangten weitere Filmtheater unter das Dach der Yorck-Kinogruppe:

Seit den 2010er Jahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Krisenjahre der Kinobranche nach dem Ende des Multiplex-Booms sind auch an den Yorck-Kinos nicht spurlos vorübergegangen. Im Jahr 2009 gehörten zwölf Kinos zum Unternehmen – neben saisonalen Leinwänden, wie den Freiluftkinos am Potsdamer Platz und in Dahlem. Partner der Yorck-Kinos sind hier die Staatliche Museen zu Berlin.

Die Yorck Kinogruppe eröffnete die ersten (im Gegensatz zu den Kinos der alliierten Truppen für jedermann zugänglichen) Originalsprachenhäuser der Stadt und entwickelten eigenständige Reihen und Projekte wie Play it again, die wöchentliche schwule Filmnacht MonGay, Kino für Schulen und Die Heilige Sneak Preview Nacht.

Das Unternehmen gibt das Filmmagazin Der Yorcker heraus.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jochen Knoblach: Der letzte Abspann droht. In: Berliner Zeitung, 15./16. Juli 2017, S. 9.