YouNow

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YouNow
Das aktuelle YouNow-Logo
younow.com
Motto „Express Yourself“
Beschreibung Videoportal
Registrierung Facebook-Konto (optional), Twitter-Konto (optional), Google-Konto (optional), Instagram-Konto (optional) – zum Streamen, Kommentieren und Bewerten. Das Ansehen der Streams ist auch anonym möglich.
Sprachen Englisch
Eigentümer YouNow Inc., New York City
Altes Younow Logo

YouNow ([ˈjuːnaːu]; dt. „Du Jetzt“) ist ein Videoportal des US-amerikanischen Unternehmens YouNow Inc. mit Sitz in New York City. Die Benutzer können auf dem Portal kostenlos Live-Streams ansehen, bewerten und selbst streamen.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Popularität von YouNow gründet in der großen Zahl von jungen Mitgliedern, die sich selbstdarstellerisch live streamen, Streams ansehen, bewerten und kommentieren (Netzwerkeffekt). YouNow ist seit seiner Gründung rasant zum führenden Live-Stream-Portal für Kinder und Jugendliche im Internet aufgestiegen.

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wer YouNow nutzen möchte, meldet sich mit seinen Facebook-, Gmail- oder Twitter-Kontodaten bei dem Dienst an. Dabei wird der Zugriff auf die E-Mail-Adresse und die Kontaktdaten verlangt. Der Nutzer muss mindestens 13 Jahre alt sein und dies bestätigen, eine Überprüfung erfolgt allerdings nicht. Dann gibt man einen Namen ein, unter dem man streamen möchte oder sich am Chat beteiligen kann. Das Chat-Fenster befindet sich rechts neben dem Video-Fenster, in dem der Livestream des Nutzers zu sehen ist. Diesem kann man per Chat Fragen stellen oder Geschenke in Form von Emojis (= Sticker oder Icons) oder Likes senden, um seine Wertschätzung zu zeigen. Dadurch kann der streamende Nutzer in einer Rangliste aufsteigen. Diese ist auch abhängig von der Zuschauerzahl, die sich ständig ändert und abhängig von der Bekanntheit des Nutzers von einigen Wenigen bis zu mehreren Hundert reichen kann. Die meisten Nutzer erzählen von ihrem Alltag, aber es gibt auch einige Nutzer, die Musik spielen, singen oder zeichnen. Auch bekannte Musiker oder Schauspieler nutzen die Möglichkeit, sich auf YouNow vorzustellen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

YouNow wurde im Juni 2011 von Adi Sideman gegründet.

In Deutschland wuchs die Nutzung Ende 2014 mit verstärkten Aktivitäten bekannter YouTube-Stars auf YouNow, sodass auch deren Fans die Plattform entdeckten.[1] Im Januar 2015 wurden bereits 16 Millionen Streams aus Deutschland gesendet.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl es laut den Nutzungsbedingungen[2] von YouNow nicht erlaubt ist, Streams mit minderjährigen Protagonisten unter 13 Jahren oder mit sexuellen Inhalten[3] zu zeigen, werden diese Streams, nachdem sie von Zuschauern als unangebracht deklariert wurden, bisweilen nicht rechtzeitig gestoppt. Da bei einer Registrierung keine Altersverifizierung durchgeführt wird, stößt YouNow vor allem bei Jugendschützern und deutschen Medien auf Kritik.[4][5][6] Auch Neonazis, deren Live-Sendungen bei Youtube durch die deutschen Behörden untersagte wurden, sind auf YouNow ausgewichen.[7]

Eine wissenschaftliche Studie zu YouNow fand Hinweise auf mögliche Rechtsverletzungen bei Streams. Demnach verstoßen ca. 37 % aller Broadcasts aus Deutschland ggf. gegen das Urheberrecht (wegen Musik im Hintergrund), 12 % gegen Persönlichkeitsrechte, weitere 8 % enthalten Beleidigungen oder zeigen Alkohol- oder Drogenkonsum von Minderjährigen. Sexueller Inhalt spielt kaum eine Rolle (in nur 0,9 % aller Streams).[8]

Zudem wird die Anonymität der Zuschauer bemängelt, die mitunter bereits zu anzüglichen Kommentaren führte, die unter anderem Minderjährige zu einer sexuellen Darstellung drängen. Auch das Familienministerium hält "Kommunikationsangebote wie YouNow für hoch problematisch". Auf Anfrage beteuert YouNow, mithilfe ihres Moderationsteams die Nutzungsbedingungen durchzusetzen. [9][10]

Benutzerprofile der Streamingplattform YouNow veröffentlicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Hacker-Gruppe hat am 23. Mai 2017 über eine Million Nutzerprofile des Live-Streamingdienstes YouNow erbeutet und veröffentlicht. Die Plattform ist vor allem bei Minderjährigen beliebt, die dort oft private Einblicke in ihr Leben ermöglichen.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erklärungen des Familienministeriums über YouNow, faz.net, 18. Februar 2015
  2. Nutzungsbedingungen von YouNow. YouNow Inc., abgerufen am 5. Februar 2015.
  3. http://www.younow.com/policy/de/trust
  4. Seht her, ich bin beliebt! In: Zeit Online. 5. Februar 2015, abgerufen am 5. Februar 2015.
  5. Livestreams aus Deutschlands Kinderzimmern. In: Stern TV. 4. Februar 2015, abgerufen am 4. Februar 2015.
  6. Tiefe Einblicke ins Kinderzimmer. In: Stern Online. 3. Februar 2015, abgerufen am 3. Februar 2015.
  7. Mitarbeiter der Bayrische Staatsregierung: Internetradio und Fernsehen FSN. In: Bayern gegen Rechtsextremismus. Abgerufen am 6. Februar 2016.
  8. Honka, A., Frommelius, N., Mehlem, A., Tolles, J.N., & Fietkiewicz, K.J. (2015). How safe is YouNow? An empirical study on possible law infringements in Germany and the United States. The Journal of MacroTrends in Social Science, 1(1), 1-17. Abgerufen am 4. März 2016.
  9. YouNow - Der Spielplatz für Triebtäter und Pädophile 17. Februar, abgerufen am 18. Februar 2015.
  10. Jugendschützer warnen vor Streaming Site, faz.net, 18. Februar 2015
  11. heise online: Benutzerprofile der Streamingplattform YouNow veröffentlicht. Abgerufen am 23. Mai 2017 (de-de).