Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

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Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
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Gründung 2007 (1874)
Trägerschaft Kanton Zürich
Ort Winterthur
Wädenswil
Zürich
Rektor Jean-Marc Piveteau
Studenten 11008[1] (2013)
Mitarbeiter 2095 VZÄ [1] (2013)
davon Professoren 231 VZÄ [1] (2013)
Jahresetat 418 Millionen CHF[1] (2013)
Netzwerke IBH, INUAS
Website www.zhaw.ch/

Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW, engl. Zurich University of Applied Sciences) ist eine Mehrsparten-Fachhochschule im Kanton Zürich. Mit derzeit rund 11'000 Studierenden ist sie die grösste Fachhochschule im Kanton Zürich und neben der ETH Zürich und Universität Zürich die drittgrösste Hochschule im Kanton Zürich. Hauptstandort ist Winterthur, weitere Standorte sind Wädenswil und Zürich. Die ZHAW ist eine der vier Teilschulen der Zürcher Fachhochschule (ZFH).

Bis 2025 will der Kanton Zürich 500 Mio. Franken in den Hochschulstandort Winterthur investieren.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die ZHAW entstand im September 2007 aus der Fusion der Zürcher Hochschule Winterthur (ZHW), der Hochschule Wädenswil (HSW), der Hochschule für Angewandte Psychologie Zürich (HAP) und der Hochschule für Soziale Arbeit Zürich (HSSAZ). Erster Rektor wurde Werner Inderbitzin. Seit dem 1. September 2011 ist Jean-Marc Piveteau Rektor.[3]

Die ehemalige Zürcher Hochschule Winterthur (ZHW) entstand 1998 aus dem Zusammenschluss der Technikum Winterthur (Ingenieurschule) (TWI) und der Zürcher Höheren Wirtschafts- und Verwaltungsschule (HWV) Winterthur. Seit Anfang 2000 gehörten auch die Dolmetscherschule Zürich (DOZ) und seit 2006 der neue Fachhochschulbereich Gesundheit dazu. Anfang 2012 wurde die zuvor private Hochschule für Technik Zürich (HSZ-T) kantonalisiert und in die ZHAW integriert.[4]

Die drei Vorgängerschulen der ZHW blicken auf eine traditionsreiche Vergangenheit zurück:

  • Das 1874 gegründete Technikum Winterthur ist das älteste und grösste Technikum der Schweiz.
  • Die HWV, 1968 vom KV Zürich gegründet, war die erste Höhere Wirtschafts- und Verwaltungsschule der Schweiz. 1996 zog sie von Zürich nach Winterthur ins Handelshaus Volkart.
  • Die Genossenschaft Dolmetscherschule Zürich ist 1967 aus einer Privatschule entstanden, deren Anfänge ins Jahr 1946 zurück reichen. Im Frühjahr 2005 zog die ehemalige DOZ von ihrem Standort in Zürich Oerlikon nach Winterthur in die Liegenschaft Mäander an der Theaterstrasse 15c um.

Departemente[Bearbeiten]

Die ZHAW umfasst acht Departemente. In Winterthur befindet sich Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen (A), Gesundheit (G), Angewandte Linguistik (L), School of Engineering (T) und School of Management and Law (W) (alles ehemalige Departemente der ZHW). In Zürich befindet sich Angewandte Psychologie (P) (ehemals HAP) und Soziale Arbeit (S) (ehemals HSSAZ) und in Wädenswil befindet sich Life Sciences und Facility Management (N) (ehemals HSW).

Zusammen bieten sie 26 Bachelor- und 14 konsekutive Masterstudiengänge an.[1]

Studierende an der ZHAW (Stand HS 2013/14)
Departement
  
Studierende (Bachelor und Master)
Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen (A)
  
544
Gesundheit (G)
  
1326
Angewandte Linguistik (L)
  
760
Life Sciences und Facility Management (N)
  
1539
Angewandte Psychologie (P)
  
374
Soziale Arbeit (S)
  
733
School of Engineering (T)
  
1922
School of Management and Law (W)
  
3810
Total
  
11008
Quelle: ZHAW Jahresbericht 2013[1]

Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen[Bearbeiten]

Im Bereich Architektur wird ein Bachelor- und ein Masterstudiengang Architektur angeboten. Im Bereich Bauingenieurwesen wird ein Bachelorstudiengang Bauingenieurwesen sowie der von den Schweizer Fachhochschulen gemeinsam entwickelte Master of Science in Engineering (MSE) angeboten.

Geschichte[Bearbeiten]

1874 wurde in Winterthur das erste Technikum der Schweiz als Technikum Winterthur gegründet. Am Technikum gab es u.a. ab 1874 eine Schule für Bautechniker und ab 1914 eine Schule für Tiefbautechniker. Ab 1964 lautete der offizielle Name Technikum Winterthur (Ingenieurschule) (TWI). 1991 wurde die Architekturhalle in der ehemaligen Kesselschmiede bezogen. 1998 schloss sich die TWI mit der HWV und der DOZ zusammen zur Zürcher Hochschule Winterthur (ZHW). Deren Departement A Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen wurde 2007 in die ZHAW überführt. Die ZHAW hat insgesamt 3 Standorte, die sich im Kanton Zürich befinden. Diese sind in Zürich, Winterthur und Wädenswil.[5]

Gesundheit[Bearbeiten]

Das Departement Gesundheit ist eines der grössten und renommiertesten Zentren in der Schweiz für die Aus- und Weiterbildung in den Gesundheitsberufen Ergotherapie, Hebamme, Pflege und Physiotherapie sowie für die Forschung in diesen Berufsfeldern.

Es werden die vier Bachelorstudiengänge Ergotherapie, Hebamme, Pflege und Physiotherapie sowie die drei Masterstudiengänge Ergotherapie, Pflege und Physiotherapie angeboten.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Departement Gesundheit wurde 2006 als fünftes Departement der Zürcher Hochschule Winterthur gegründet und 2007 in die ZHAW überführt. 2008 wurde der Neubau Eulachpassage bezogen.[6]

Angewandte Linguistik[Bearbeiten]

Der Campus des Departements Angewandte Linguistik

Das Departement Angewandte Linguistik ist das einzige Sprachdepartement an einer Schweizer Fachhochschule. Es beschäftigt sich mit zentralen Fragen aus den Bereichen Sprache, Kommunikation und Medien mit dem Ziel, die Angewandte Linguistik für Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar zu machen.

Es werden die beiden Bachelorstudiengänge Kommunikation und Übersetzen sowie der Masterstudiengang Angewandte Linguistik angeboten.

Geschichte[Bearbeiten]

Das heutige Departement Angewandte Linguistik findet seinen Ursprung im Jahr 1946. Damals wurde das Freie Lyceum – Schule für sprachliche und allgemeine Bildung gegründet. 1967 entstand aus dem Freien Lyceum die Genossenschaft Dolmetscherschule Zürich (DOZ) als Trägerschaft und wurde zur staatlich anerkannten Höheren Fachschule. 1998 wurde die DOZ in die neu gegründete Zürcher Fachhochschule Winterthur (ZHW) integriert. Während den Fusionsverhandlungen wurde bereits über einen Journalismus-Studiengang diskutiert, worauf im Jahr 2000 das Institut für Angewandte Medienwissenschaft (IAM) gegründet wurde. Der Name der Dolmetscherschule Zürich (DOZ) hatte bis 2002 Bestand, ehe diese umbenannt wurde in Institut für Übersetzen und Dolmetschen (IUED). Das Departement Angewandte Linguistik existiert in seiner heutigen Form erst seit der Gründung der ZHAW 2007. Mit der Gründung wurde auch das Language Competence Centre (LCC) ins Leben gerufen, ein Zentrum welches für die Weiterentwicklung der ZHAW zur mehrsprachigen Hochschule federführend sein soll.[7]

Life Sciences und Facility Management[Bearbeiten]

Das Departement Life Sciences und Facility Management befindet sich in Wädenswil. Hier wird in den Bereichen Umwelt, Ernährung, Gesundheit und Gesellschaft gelehrt und geforscht. Die Hochschule ist in Wädenswil der grösste Arbeitgeber.

Es werden die fünf Bachelorstudiengänge Biotechnologie, Chemie, Facility Management, Lebensmitteltechnologie und Umweltingenieurwesen sowie die beiden konsekutiven Masterstudiengänge Facility Management und Life Sciences angeboten.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde die Schule im Jahr 1942 als Schweizerische Fachschule für Obstverwertung Wädenswil durch den Schweizerischen Obstverband. 1950 wurde sie aufgrund der Angliederung der Richtung Weinfach umbenannt in Schweizerische Obst- und Weinfachschule (SOW). 1975 mutierte sie zur Höheren Technischen Lehranstalt (HTL) und nannte sich Ingenieurschule Wädenswil (ISW), später Hochschule Wädenswil (HSW). 1998 wurde die HSW eine Teilschule der Zürcher Fachhochschule (ZFH) und 2007 ein Departement der ZHAW.

Angewandte Psychologie[Bearbeiten]

Das Institut für Angewandte Psychologie (IAP) hat die Verbreitung und Nutzbarmachung der Angewandten Psychologie in der Schweiz massgeblich geprägt. Es ist und war dem Anspruch verpflichtet, konkrete Lösungen für die Herausforderungen der Praxis aufgrund wissenschaftlich fundierter Psychologie aufzuzeigen und zu begleiten. Das IAP arbeitet für private Unternehmen und öffentliche Organisationen, Gruppen, Familien sowie für Einzelpersonen.

Es wird ein Bachelor- und ein Masterstudiengang Angewandte Psychologie angeboten.

Geschichte[Bearbeiten]

Das IAP wurde 1923 gegründet. Das seit 1937 bestehende und von Hans Biäsch gegründete Seminar für Angewandte Psychologie wurde 1999 als Hochschule für Angewandte Psychologie Zürich (HAP) eine Teilschule der Zürcher Fachhochschule (ZFH). 2007 wurde die HAP ein Departement der ZHAW.[8][9]

Soziale Arbeit[Bearbeiten]

Es wird ein Bachelor- und ein Masterstudiengang Soziale Arbeit angeboten.

Geschichte[Bearbeiten]

1908 führten Mentona Moser und Maria Fierz in Zürich die ersten «Kurse zur Einführung in weibliche Hilfstätigkeit», genannt «Fürsorgekurse», durch, die 1920 zur Sozialen Frauenschule Zürich (SFZ) ausgebaut wurden. 1949 wird daraus die Schule für Soziale Arbeit Zürich (SSAZ).[10] 1998 wurde diese als Hochschule für Soziale Arbeit Zürich (HSSAZ) eine Teilschule der Zürcher Fachhochschule (ZFH) und 2007 ein Departement der ZHAW.

School of Engineering[Bearbeiten]

An der School of Engineering wird in den Bereichen Energie, Mobilität und Gesundheit gelehrt und geforscht.

Es werden die Bachelorstudiengänge Aviatik, Elektrotechnik, Energie- und Umwelttechnik, Informatik, Maschinentechnik, Systemtechnik, Verkehrssysteme und Wirtschaftsingenieurwesen angeboten. Als Masterstudiengang wird der von den Schweizer Fachhochschulen gemeinsam entwickelte Master of Science in Engineering (MSE) angeboten.

Geschichte[Bearbeiten]

1874 wurde in Winterthur das erste Technikum der Schweiz als Technikum Winterthur gegründet. Am Technikum gab es u.a. ab 1874 eine Schule für Maschinentechniker, ab 1875 eine Schule für Chemiker, ab 1886 eine Schule für Elektrotechniker, ab 1895 eine Schule für Feinmechaniker und ab 1900 eine Schule für Eisenbahnbeamte. Ab 1964 lautete der offizielle Name Technikum Winterthur (Ingenieurschule) (TWI). 1998 schloss sich die TWI mit der HWV und der DOZ zusammen zur Zürcher Hochschule Winterthur (ZHW). Deren Departement T Technik, Informatik und Naturwissenschaften wurde 2007 das Departement School of Engineering der ZHAW. Der Bereich Chemie wurde dabei nach Wädenswil, ans Departement Life Sciences und Facility Management verlegt.[5]

School of Management and Law[Bearbeiten]

An der School of Management and Law wird in den Bereichen Wirtschaft und Wirtschaftsrecht gelehrt und geforscht.

Es werden die Bachelorstudiengänge Betriebsökonomie, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht sowie die Masterstudiengänge Business Administration, Banking and Finance, und Wirtschaftsinformatik angeboten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ZHAW School of Management and Law wurde 1968 unter dem Namen Höhere Wirtschafts- und Verwaltungsschule (HWV) als eines der ersten Lehrinstitute für Wirtschaft und Verwaltung gegründet. 1996 erfolgte der Umzug nach Winterthur und die Umbenennung in Zürcher Höhere Wirtschafts- und Verwaltungsschule (HWV) Winterthur. 1998 schloss sich die HWV mit dem Technikum Winterthur zusammen und wurde zum Departement W Wirtschaft und Management beziehungsweise zur School of Management der Zürcher Hochschule Winterthur (ZHW). 2007 wurde die School of Management ein Departement der neu gegründeten ZHAW. 2008 wurde das Departement in School of Management and Law umbenannt.[11]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Professoren und Mitarbeiter[Bearbeiten]

Alumni[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Jahresbericht 2013 (PDF; 1.85 MB) ZHAW. Abgerufen am 7. Juli 2014.
  2. Winterthurer ZHAW-Campus verlegt Zentrum ins Sulzer-Areal, abgerufen am 2. September 2012
  3. Stabsübergabe an der ZHAW, Medienmitteilung, Website der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, 31. August 2011, abgerufen am 20. September 2011.
  4. Mitteilungen der HSZ-T
  5. a b ZHW: Das Technikum Winterthur - eine erfolgreiche Geschichte (PDF; 99 kB)
  6. http://www.zhaw.ch/de/zhaw/die-zhaw/geschichte.html
  7. Ursula Hasler Roumois, Esther Girsberger und Thomas Buomberger: Die Entstehung einer Hochschule. Orell Füssli, Zürich 2011, ISBN 3280054389 S.73-76
  8. http://www.edudoc.ch/static/infopartner/periodika_fs/2000/EP_Education_permanente/Ausgabe_01_2000/ep0141.pdf Die Hochschule für Angewandte Psychologie, Zürich – Fakten und Perspektiven
  9. Geschichte des IAP, Geschichte, Website der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, abgerufen am 29. März 2014
  10. http://www.sozialearbeit.zhaw.ch/fileadmin/user_upload/soziale_arbeit/Ueber_uns/100_Jahr_Jubilaeum/Geschichte/Geschichtsfolder_A4.pdf
  11. http://www.sml.zhaw.ch/de/management/ueber-uns/fakten-und-zahlen/geschichte.html

47.4969444444448.73Koordinaten: 47° 29′ 49″ N, 8° 43′ 48″ O; CH1903: 697304 / 261488