ZDFneo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
ZDFneo
Senderlogo
Logo: „ZDFneo“
Allgemeine Informationen
Empfang: Antenne, Kabel, Satellit, digital, Livestream
Sitz: Mainz, DeutschlandDeutschland Deutschland
Sendeanstalt: ZDF
Auflösung: 576i (SDTV)
720p (HDTV) (ZDFneo HD)
1080p (HDTV) (ZDFneo HD über DVB-T2)
Intendant: Thomas Bellut
Programmchef: Nadine Bilke[1]
Sendebeginn: 1. November 2009[2][3]
Rechtsform: Öffentlich-rechtlich
Programmtyp: Spartenprogramm
Marktanteil: 2,9 % (2017)[4]
Website: zdf.de/sender/zdfneo
Liste von Fernsehsendern

Der Fernsehsender ZDFneo hat am 1. November 2009 den ZDFdokukanal ersetzt. Er versteht sich als eine öffentlich-rechtliche Programmalternative für 25- bis 49-Jährige.[5] Das Durchschnittsalter der Zuschauer liegt allerdings bei 60 Jahren.[6]

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Logo von ZDFneo bis zum 25. September 2017
Logo von ZDFneo HD vom 30. April 2012 bis zum 25. September 2017

ZDFneo ist eine Mischung aus lebensnahen „Factual Entertainment“-Formaten (soll heißen: „auf Tatsachen beruhende Unterhaltung“), Servicesendungen, Dokumentationen, Reportagen, Latenight- und Personality-Shows, Quiz, Doku-Soaps, Spielfilmen, internationalen Kaufserien und Comedys. Das ZDF schrieb 2009 in einer Pressemitteilung, ZDFneo wolle eine attraktive öffentlich-rechtliche Alternative für die jüngeren Zuschauer sein.[7]

Norbert Himmler, ZDFneo-Leiter von 2009 bis 2012, äußerte 2009, ZDFneo ziele „auf ein Publikum von Zuschauern, die mehr vom Fernsehen erwarten, als sie gerade bekommen.“ Das ZDF könne nachweisen, dass ZDFneo in allen Genres anders sei als Privatfernsehen.[8]

Anspruch von ZDFneo sei es, „intelligentes und unterhaltendes Fernsehen für die Menschen zwischen 25 bis 49 Jahren zu machen“, sagte 2012 die Kanal-Chefin Simone Emmelius.[9]

ZDFneo versteht sich auch als Innovationsplattform für das ZDF und will Nachwuchstalenten eine Chance geben.[9] Ein Beispiel dafür war das TVLab, das 2011 zum ersten Mal gesendet wurde: Eine Woche lang wurde jeden Abend eine andere, neue Sendungsidee ausgestrahlt. Die Zuschauer konnten online darüber entscheiden, welche davon sie künftig im Programm sehen wollten. Sieger des TVLabs 2011 war Tedros „Teddy“ Teclebrhan, der durch seinen Integrationstest auf YouTube bekannt geworden ist. Seine Sendung Teddy’s Show lief seit Mai 2012 im Programm von ZDFneo. Das TVLab wurde von 2012 bis 2015 jährlich fortgesetzt.[10][11]

Für das gesamte On-Air-Design und die meisten Sendungen wurde bislang die Schriftart „Klavika“ verwendet. Am 1. Oktober 2017 sollte der Sender ein neues On-Air-Design sowie ein neues Senderlogo bekommen.[12] Entgegen allen Ankündigungen wurde das On-Air-Redesign aber bereits in den Morgenstunden des 26. Septembers 2017 durchgeführt.

Empfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ZDFneo ist 24 Stunden über Satellit, Kabel im ZDFvision-Paket und über DVB-T2 empfangbar. Zudem wird es über IPTV und Streamingdiensten wie Zattoo verbreitet.

Seit dem 30. April 2012 wird ZDFneo in HD-720p ausgestrahlt.[13] Das Programm wurde anfangs lediglich von 576i hochskaliert, da ZDFneo damals keine HD-fähige Sendeabwicklung besaß. Seit Mitte Mai 2015 wird das Programm in nativer HD-Qualität gesendet.

Programmschema[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Vormittag zeigt ZDFneo wochentags meist Natur-, Reise- oder Wissensformate wie Jimmy’s Food Factory oder Hin und Weg – der Auslandscheck, sowie Dokumentationen wie Terra X. Am Nachmittag laufen unter anderem Kaufserien wie Die Nanny oder Hart aber herzlich. In der sogenannten „Access Prime Time“ zeigt ZDFneo ab 18 Uhr Serien und das eigens produzierte Kneipenquiz. Die Hauptsendezeit beginnt um 20.15 Uhr. Montags und mittwochs laufen Fernsehfilme und Kaufserien wie Inspector Barnaby, Hustle – Unehrlich währt am längsten, Spooks – Im Visier des MI5 oder Mad Men. Dienstags zeigt ZDFneo in der Primetime nationale und internationale Spielfilme. Donnerstags sendet ZDFneo am Abend Eigenproduktionen wie die Late-Night-Show Neo Magazin Royale oder die Personality-Show Kessler ist... Freitags zeigt ZDFneo am Abend wieder Kaufserien und Fernsehfilme sowie zeitweise Serien, unter anderem Orphan Black. In der Nacht werden überwiegend Dokumentationen gesendet.

Am Wochenende laufen in ZDFneo Natur-, Reise-, oder Wissensformate, Comedy und Factual Entertainment, am Abend fiktionale Serien und Fernseh- und Spielfilme.

Weitere Sendungen sind Reportagereihen wie Herr Eppert sucht … und Wild Germany. Zudem positioniert sich ZDFneo mit Sozialexperimenten wie „Auf der Flucht – Das Experiment“, das auch den Deutschen Fernsehpreis 2013 erhalten hat,[14] und „Manipuliert“[15].

ZDFneo hat mehrere preisgekrönte Serien in der deutschen Erstausstrahlung oder Free-TV-Premiere gezeigt, so zum Beispiel 30 Rock[16] und Mad Men[17]. Auch die Free-TV-Erstausstrahlung der digital restaurierten Fassung der Serie Raumschiff Enterprise war auf ZDFneo zu sehen.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der ZDFdokukanal von 2004 bis 2008 nur 4,9 Millionen Euro kostete, gab das ZDF für ZDFneo von 2009 bis 2012 93,6 Millionen Euro aus.[18]

Zuschauerakzeptanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2017 erreichte der Sender einen Marktanteil von 3,3 % beim Gesamtpublikum.[19] Auf das gesamte Jahr 2017 bezogen kam er auf 2,9 % des Gesamtpublikums.[20]

Sendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits vor der Erstausstrahlung kritisierten deutsche Privatsender das Vorhaben des ZDF. Sie warfen dem Mainzer Sender vor, einen „indifferenzierten Jugendfamilienmusikunterhaltungskanal“ betreiben zu wollen, der sich an 25- bis 49-jährige Zuschauer richtet.[21] ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut kritisiert seinerseits die Privatsender und wirft ihnen „Fehlinformationen und Mutmaßungen“ vor. So sei gerade auf Betreiben der Privatsender das Programmangebot auf einen digitalen Spartenkanal eingegrenzt worden.[22]

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung bezeichnet die Einführung von ZDFneo als „notwendigen und ehrenwerten Versuch“ und lobt, dass der Sender weniger quotenorientiert sei. Allerdings dürfe man „die Existenz eines eigenen Programms für ein jüngeres, mittelanspruchsvolles Publikum nicht als Ausrede dafür […] nutzen, dass man das Hauptprogramm noch stromlinienförmiger macht und aus Bequemlichkeit mit den Zuschauern langsam vergreisen lässt“.[8]

Logos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ZDF Presse und Information: Nadine Bilke ist neue Leiterin von ZDFneo. In: presseportal.zdf.de. 3. Mai 2018, abgerufen am 22. November 2018.
  2. ZDF-Familienkanal ist beschlossene Sache. ZDF Dokukanal wird zu ZDFneo. (Nicht mehr online verfügbar.) In: kress.de. Haymarket Media, 19. August 2009, archiviert vom Original am 4. August 2012; abgerufen am 22. November 2018.
  3. Thomas Lückerath: Das zweite Zweite: ZDFneo startet am 1. November. In: dwdl.de vom 19. August 2009, abgerufen am 22. November 2018.
  4. Deutsche TV-Quoten. Das klassische Fernsehen verliert Zuschauer. In: sn.at. Salzburger Nachrichten, abgerufen am 2. Januar 2018.
  5. Jan Freitag: Ungesehen sehenswert. In: zeit.de. ZEIT ONLINE, 15. Juni 2012, abgerufen am 22. November 2018.
  6. Alexander Krei: Die Bilanz von One und ZDFneo: Von wegen Jungbrunnen. In: DWDL.de. 10. August 2018, abgerufen am 22. November 2018.
  7. ZDF Pressestelle: Der ZDFdokukanal geht, ZDFneo kommt – Start der öffentlich-rechtlichen Alternative für jüngere Zuschauer. (PDF; 12 KB) Pressemitteilung. (Nicht mehr online verfügbar.) In: unternehmen.zdf.de. 19. August 2009, archiviert vom Original am 31. Januar 2012; abgerufen am 22. November 2018.
  8. a b Stefan Niggemeier: ZDFneo – Fernsehen für Menschen, die nicht mehr fernsehen. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 31. Oktober 2009.
  9. a b „Wir sind eine Experimentierplattform“. Interview mit der ZDFneo-Chefin Simone Emmelius. In: jetzt.de. 4. April 2012, abgerufen am 22. November 2018.
  10. Timo Niemeier: Schlussstrich: ZDFneo beerdigt sein „TVLab“ endgültig. In: DWDL.de. (dwdl.de [abgerufen am 30. Oktober 2017]).
  11. fm: ZDFneo schickte das TVLab in die zweite Runde. In: digitalfernsehen.de. 20. März 2012, abgerufen am 22. November 2018.
  12. Alexander Krei: ZDFneo bekommt völlig neuen Markenauftritt verpasst. In: DWDL.de. 18. August 2017, abgerufen am 26. August 2017.
  13. (dm): Astra-Transponderdaten für neue ZDF HD-Sender ab 30. April 2012 stehen fest. Nachrichten aus Digital-TV. (Nicht mehr online verfügbar.) In: infosat.de. 6. Dezember 2011, archiviert vom Original am 5. Mai 2012; abgerufen am 22. November 2018.
  14. Studio Hamburg Produktion Gruppe: „Auf der Flucht – Das Experiment“ erhält den Deutschen Fernsehpreis 2013. In: studio-hamburg-produktion.de. 3. Oktober 2013, abgerufen am 17. Mai 2017.
  15. „Manipuliert“: Produzentin Michaela Hummel über das neue Sozialexperiment bei ZDFneo. 16. Mai 2017 (murmann-magazin.de [abgerufen am 17. Mai 2017]).
  16. (ots): Emmy-gekrönte Sitcom in ZDFneo zu sehen. In: presseportal.de. 21. September 2009, abgerufen am 22. November 2018.
  17. Zwei neue US-Serien bei neo. In: DWDL.de. 25. März 2010, abgerufen am 22. November 2018.
  18. Claudia Tieschky: KEF-Bericht: ARD und ZDF – Brisante Zahlen. KEF-Bericht: ARD und ZDF. In: sueddeutsche.de. 23. Februar 2010, abgerufen am 22. November 2018.
  19. ZDFneo schafft wieder einen Rekord, Disney legt leicht zu. In: Quotenmeter. 2. Oktober 2017 (quotenmeter.de [abgerufen am 30. Oktober 2017]).
  20. Die 10-Jahres-Bilanz des Fernsehens: Große Sender verlieren Marktanteile an Kleine – nur das ZDF nicht, meedia.de, 24. Juli 2017
  21. Alexander Krei: RTL findet kritische Worte für ZDFneo. In: quotenmeter.de. 21. August 2009, abgerufen am 22. November 2018 (mit Zitat aus der FAZ).
  22. Alexander Krei: ZDFneo: Bellut greift die Privatsender an. In: quotenmeter.de. 16. Oktober 2009, abgerufen am 22. November 2018.