ZDFneo

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ZDFneo
Senderlogo
Logo: „ZDFneo“, Logoschreibweise mit Unterstrich in den Farben des Corporate-Designs (orange/schwarz)
Allgemeine Informationen
Empfang: DVB-C, DVB-S, DVB-S2, DVB-T (über Antenne zwischen 21:00 und 6:00 Uhr), IPTV
Sitz: Mainz, Deutschland
Sendeanstalt: ZDF
Auflösung: 576i (SDTV)
720p (HDTV) (ZDFneo HD)
Intendant: Thomas Bellut
Programmchef: Simone Emmelius
Sendebeginn: 1. November 2009[1][2]
Rechtsform: Öffentlich-rechtlich
Programmtyp: Spartenprogramm
Marktanteil: 1,6 % (2015)[3]
Website: neo.zdf.de
Liste von Fernsehsendern
Logo von ZDFneo HD seit dem 30. April 2012

Der Fernsehsender ZDFneo (die Schreibweise zdf_neo findet ausschließlich im Logo Verwendung) hat am 1. November 2009 den ZDFdokukanal ersetzt. Er versteht sich als eine öffentlich-rechtliche Programmalternative für 25- bis 49-Jährige.[4] Er wird seit 2012 von Simone Emmelius geführt.

Während der ZDFdokukanal von 2004 bis 2008 nur 4,9 Millionen Euro kostete, gab das ZDF für ZDFneo von 2009 bis 2012 93,6 Millionen Euro aus.[5]

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ZDFneo ist eine Mischung aus lebensnahen „Factual Entertainment“-Formaten (soll heißen: „auf Tatsachen beruhende Unterhaltung“), Servicesendungen, Dokumentationen, Reportagen, Latenight- und Personality-Shows, Quiz, Doku-Soaps, Spielfilmen, internationalen Kaufserien und Comedys. Das ZDF schrieb 2009 in einer Pressemitteilung, ZDFneo wolle eine attraktive öffentlich-rechtliche Alternative für die jüngeren Zuschauer sein.[6]

Norbert Himmler, ZDFneo-Leiter von 2009 bis 2012, äußerte 2009, ZDFneo ziele „auf ein Publikum von Zuschauern, die mehr vom Fernsehen erwarten als sie gerade bekommen.“ Das ZDF könne nachweisen, dass ZDFneo in allen Genres anders sei als Privatfernsehen.[7]

Anspruch von ZDFneo sei es, „intelligentes und unterhaltendes Fernsehen für die Menschen zwischen 25 bis 49 Jahren zu machen“, sagte 2012 die Kanal-Chefin Simone Emmelius.[8]

ZDFneo versteht sich auch als Innovationsplattform für das ZDF und will Nachwuchstalenten eine Chance geben.[8] Ein Beispiel dafür ist das TVLab, das 2011 zum ersten Mal gesendet wurde: Eine Woche lang wurde jeden Abend eine andere, neue Sendungsidee ausgestrahlt. Die Zuschauer konnten online darüber entscheiden, welche davon sie künftig im Programm sehen wollten. Sieger des TVLabs 2011 war Tedros „Teddy“ Teclebrhan, der durch seinen Integrationstest auf YouTube bekannt geworden ist. Seine Sendung Teddy’s Show lief seit Mai 2012 im Programm von ZDFneo. Aufgrund der großen Resonanz ging das TVLab auch 2012 wieder an den Start.[9]

Für das gesamte On-Air-Design und die meisten Sendungen wird die Schriftart "Klavika" verwendet.

Empfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ZDFneo ist 24 Stunden lang über Satellit, Kabel im ZDFvision-Paket und über DVB-T (von 21-6 Uhr) im ZDFmobil-Bouquet empfangbar. Zudem wird es über IPTV und Streamingdiensten wie Zattoo verbreitet.

ZDFneo HD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 30. April 2012 wird ZDFneo in HD-720p ausgestrahlt.[10] Das Programm wurde anfangs lediglich von 576i hochskaliert, da ZDFneo damals keine HD-fähige Sendeabwicklung besaß. Seit Mitte Mai wird das Programm in nativer HD-Qualität gesendet.

Fehlerhafte Sendeabwicklung

Am 18. Mai 2015 hat das ZDF für die Sender 3sat, ZDF, ZDFinfo, ZDFneo und ZDFkultur die Sendeinfrastruktur umgebaut und neue Technik in Betrieb genommen, die eine hochauflösende Abwicklung der Digitalkanäle mit Dolby Surround, Audiodeskription und DVB-Untertitel[11] ermöglicht. Seitdem ist aber ein Bildfehler im Signal vorhanden, der bei aufgezeichnetem HD-Material wie aktuellen Sendungen, Shows, Serien, Programmtrailern aber auch Werbeblöcken auftritt. Am oberen Bildrand ist eine Zeile sichtbar (wenn Overscan ausgeschaltet), die flackert und auch die restlichen horizontalen Pixel sind jeweils weichgezeichnet. Es handelt sich dabei nicht um einen Fehler, der im Fernsehgerät des Zuschauers generiert wird, sondern das verschlechterte Bild ist schon im gesendetem Videostream vorhanden. Live-Sendungen sind nicht betroffen und werden intern sauber in das 720p-Format konvertiert.[12] Die Produktionstechnik begründet den Fehler mit der Einführung veränderter Workflows und der Umstellung der Sendestraßen. Inzwischen arbeite man gemeinsam mit den entsprechenden Herstellern an Lösungen.[13]

Programmschema[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Vormittag zeigt ZDFneo wochentags meist Natur-, Reise- oder Wissensformate wie Jimmy’s Food Factory oder Hin und Weg – der Auslandscheck, sowie Dokumentationen wie Terra X. Am Nachmittag laufen unter anderem Kaufserien wie Die Nanny oder Hart aber herzlich. In der sogenannten „Access Prime Time“ zeigt ZDFneo ab 18 Uhr Kultserien wie Raumschiff Enterprise und das eigens produzierte Kneipenquiz. Die Hauptsendezeit beginnt um 20.15 Uhr. Montags und mittwochs laufen Fernsehfilme und Kaufserien wie Inspector Barnaby, Hustle – Unehrlich währt am längsten, Spooks – Im Visier des MI5 oder Mad Men. Dienstags zeigt ZDFneo in der Primetime nationale und internationale Spielfilme. Donnerstags sendet ZDFneo am Abend Eigenproduktionen wie Bambule, ein Großstadtmagazin mit Sarah Kuttner. Freitags zeigt ZDFneo am Abend wieder Kaufserien und Fernsehfilme sowie zeitweise Serien, unter anderem Orphan Black. In der Nacht werden überwiegend Dokumentationen gesendet.

Am Wochenende laufen in ZDFneo Natur-, Reise-, oder Wissensformate, Comedy und Factual Entertainment, am Abend fiktionale Serien und Fernseh- und Spielfilme.

Weitere Innovationen von ZDFneo sind Reportagereihen wie Herr Eppert sucht … und Wild Germany.

ZDFneo hat mehrere preisgekrönte Serien in der deutschen Erstausstrahlung oder Free-TV-Premiere gezeigt, so zum Beispiel 30 Rock[14] und Mad Men[15]. In einer neu bearbeiteten Bildfassung ist Raumschiff Enterprise zu sehen.

Zuschauerakzeptanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Durchschnitt erreicht ZDFneo einen Marktanteil von 0,7 % bei allen Zuschauern, sowie 0,6 % in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Im Digitalmarkt kommt ZDFneo auf 1,1 % bei allen Zuschauern. Erfolgreichster Tag von ZDFneo seit Sendestart war der 28. Januar 2013 mit 1,6 % Marktanteil. Am 5. Dezember 2012 erreichte ZDFneo mit dem Film „Wilsberg: Aus Mangel an Beweisen“ einen neuen Senderekord mit 2,9 % Marktanteil im Gesamtpublikum.[16] Am 28. Januar 2013 erreichte ZDFneo erstmals mehr als eine Million Zuschauer. Mit der Folge „Ganz in rot“ der britischen Serie Inspector Barnaby erreichte man insgesamt mit 1,17 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 4,8 Prozent.[17]

Sendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Liste von ZDFneo-Sendungen

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits vor der Erstausstrahlung kritisierten deutsche Privatsender das Vorhaben des ZDF. Sie warfen dem Mainzer Sender vor, einen „indifferenzierten Jugendfamilienmusikunterhaltungskanal“ betreiben zu wollen, der sich an 25- bis 49-jährige Zuschauer richtet.[18] ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut kritisiert seinerseits die Privatsender und wirft ihnen „Fehlinformationen und Mutmaßungen“ vor. So sei gerade auf Betreiben der Privatsender das Programmangebot auf einen digitalen Spartenkanal eingegrenzt worden.[19]

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung bezeichnet die Einführung von ZDFneo als „notwendigen und ehrenwerten Versuch“ und lobt, dass der Sender weniger quotenorientiert sei. Allerdings dürfe man „die Existenz eines eigenen Programms für ein jüngeres, mittelanspruchsvolles Publikum nicht als Ausrede dafür […] nutzen, dass man das Hauptprogramm noch stromlinienförmiger macht und aus Bequemlichkeit mit den Zuschauern langsam vergreisen lässt“.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ZDF-Familienkanal ist beschlossene Sache: ZDF Dokukanal wird zu ZDFneo auf kress.de vom 19. August 2009
  2. Das zweite Zweite: ZDFneo startet am 1. November auf dwdl.de vom 19. August 2009
  3. AGF - MARKTANTEILE. Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung, 2015, abgerufen am 10.01.2015.
  4. Ungesehen sehenswert auf zeit.de vom 15. Juni 2012
  5. sueddeutsche.de: KEF-Bericht: ARD und ZDF – Brisante Zahlen KEF = Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten
  6. Pressemitteilung: Der ZDFdokukanal geht, ZDFneo kommt – Start der öffentlich-rechtlichen Alternative für jüngere Zuschauer vom 19. August 2009, als PDF-Datei (12 kb)
  7. a b Stefan Niggemeier: ZDFneo – Fernsehen für Menschen, die nicht mehr fernsehen. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 31. Oktober 2009
  8. a b Interview mit der ZDFneo-Chefin Simone Emmelius vom 4. April 2012 auf jetzt.de
  9. ZDFneo schickte das TVLab in die zweite Runde auf Digitalfernsehen.de vom 20. März 2012
  10. Astra-Transponderdaten für neue ZDF HD-Sender ab 30. April 2012 stehen fest auf infosat.de vom 6. Dezember 2011 abgerufen am 24. Januar 2013
  11. ZDF setzt auch bei Digitalkanälen auf Untertitel - DWDL.de. Abgerufen am 23. April 2016.
  12. Screenshot-Vergleich des ZDF-Signals bei einer Live-Sendung und einer aufzeichneten Sendung mit der selben Szene. Abgerufen am 23. April 2016.
  13. ZDF-Statement zum Bildfehler in Form einer Zuschauermail. Abgerufen am 23. April 2016.
  14. Emmy-gekrönte Sitcom in ZDFneo zu sehen auf Presseportal.de vom 21. September 2009
  15. Zwei neue US-Serien bei neo auf DWDL.de vom 25. März 2010
  16. Quelle: AGF/GfK Fernsehforschung, TV Scope, Fernsehpanel (D+EU)
  17. DWDL.de: ZDFneo: "Barnaby"-Doppel knackt Millionen-Marke
  18. RTL findet kritische Worte für ZDFneo auf Quotenmeter.de vom 21. August 2009, mit Zitat aus der FAZ
  19. Alexander Krei: ZDFneo: Bellut greift die Privatsender an vom 16. Oktober 2009, ebenfalls auf Quotenmeter.de